23.09.2013

Buchtipp: Warum französische Kinder keine Nervensägen sind



Ich muss zugeben, ich habe bisher noch keine Erziehungsratgeber gelesen. Gedanken gemacht natürlich schon, aber zum Lesen fehlte mir bisher einfach die Muse und die Zeit. Aber ich habe dennoch einen kleinen Stapel an Büchern angesammelt, Bücher aus den 70ern von meiner Schwiegermutter in spe, die sie bei meinem Freund angewandt hat (aha), einige neuere, die man mir angetragen hat usw.

In den Mami-Blogs kursiert schon seit einiger Zeit das Buch „Warum französische Kinder keine Nervensägen sind - Erziehungsgeheimnisse aus Paris“ von Pamela Druckerman. Das Buchcover gefällt mir außerordentlich gut und es war ganz klar, dass auch ich mir dieses Buch bestellte.

Aber nun zum Inhalt.
Die Amerikanerin Pamela Druckerman ist mit ihrem britischen Mann beruflich nach Paris gezogen. Als sich ihr erstes Kind ankündigt, merkt sie, dass ihre Vorstellung von Kindererziehung ziemlich stark von der französischen abweicht. Französische Familien scheinen entspannter zu sein, nicht nur bei den Mahlzeiten, sondern auch wenn Besuch da ist oder in den Kinderkrippen. Immer wieder wird der „cadre“ angesprochen. Die Franzosen geben ihren Kindern einen festen, strengen Rahmen vor, innerhalb dessen die Kinder jedoch viel Freiheiten haben. Scheinbar das Erziehungsgeheimnis schlechthin der Franzosen. Interessant finde ich auch das Ritual vieler französischer Familien, an einem bestimmten Tag der Woche einen Becherkuchen zu backen, bei dem die Kids viel Verantwortung übertragen bekommen, selbst die Zutaten abmessen und erstaunlicherweise trotz Hunger auf Kuchen verstehen, dass der Kuchen nicht direkt nach der Backzeit gegessen werden darf. 

Der Hype um das Buch ist auf jeden Fall berechtigt. Es ist sehr leicht zu lesen und amüsant geschrieben, aber man muss sich immer bewusst sein, dass eine Amerikanerin ihre Ansicht und Erfahrung mitteilt und ihre eigene Kultur mit der französischen vergleicht. Dabei geht es häufig um Klischees. Zu schnell wird die amerikanische mit der deutschen Kultur gleichgesetzt und ich kann lange nicht Allem zustimmen. Aber das wird ja auch nicht erwartet. Es ist eher spannend, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen, sie mit der eigenen Erziehung und mit dem bereits Gelesenem zu vergleichen. Wie immer macht‘s die Mischung.

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