29.10.2013

gedankenamabend



Seit einer Woche lagen meine Favoriten für das "Nachhausekommen"-Outfit des Buben auf der Wickelkommode und ich konnte mich nicht entscheiden, was ich davon einpacken möchte. Nachdem ich die Kleidungsstücke meinem Freund gezeigt und ein paar Dinge wieder aussortiert habe, konnte ich nun endlich alles einpacken. Meine Ärztin gibt nur das Schätzgewicht, nicht aber die geschätzte Größe an. Deshalb nehme ich ein paar mehr Klamotten mit und entscheide mich dann im Krankenhaus. (Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich, seitdem ich schwanger bin, Probleme habe, Entscheidungen zu treffen?!)


Der Gedanke, dass so bald ein kleines Wesen unseren Alltag bestimmen wird, raubt mir die Worte. In den letzten Tagen spielen wir gedanklich immer wieder zukünftige, mögliche Situationen durch. Mein Freund und ich hatten nie besonders viel mit Kindern zu tun und gewisse Abläufe sind für uns völlig unbekannt. Es ist doch spannend, dass man sich so viele Monate auf einen Augenblick vorbereitet (und man benötigt diese Monate auch) und dann fühlt man sich doch nicht gut genug vorbereitet. Was aber auch nicht schlimm ist.
Am Wochenende hatte ich permanent ein so starkes Ziehen, Krampfen und Drücken, dass ich dachte, die Geburtswehen könnten jederzeit losgehen. Mittlerweile ist alles wieder normal. Aber wir haben ja auch noch Zeit. Das Wochenende hat mir jedoch erneut gezeigt, wie überwältigend das kommende Ereignis ist. Obwohl ich mich seit Tagen "ready" fühle - im Krankenhaus angemeldet, Strecke abgefahren, Listen erstellt, Koffer gepackt, Kinderzimmer und Wohnung "fertig" eingerichtet, die letzten Items fürs Baby gekauft - hat mir die Erkenntnis, es könne jederzeit losgehen, doch etwas Angst gemacht. Aktuell bin ich sehr entspannt. Mir tut es jedenfalls sehr gut, dass ich mich fit fühle und mir nicht langweilig ist. Ich habe nicht das Gefühl, ich säße nur da und wartete auf das Baby. Das Wetter ist so unglaublich schön und ich genieße es sehr, Dinge in der Wohnung zu erledigen, Freunde zum Kaffee zu treffen und in der Uni zu sein, vor allem aber auch die Unternehmungen mit meinem Freund. Manchmal habe ich so viel tun und ich mache Pläne für nächste Woche, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass manches vielleicht gar nicht mehr stattfinden wird. Auf einmal werden wir zeitlos sein, völlig aus der Bahn geworfen und erleben ein anderes Universum. In meinem Kopf und meinem Herzen dreht sich alles und ich fühle eine Mischung aus Respekt, Angst und unglaublicher Vorfreude.

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