22.03.2014

Paris mit Baby // I


Paris, Paris, wir fahren nach Paris!

Wer mich kennt oder sich einmal durch meinen Blog betsi durchgeklickt hat, der weiß, wie mich diese Stadt begeistert. Als ich 2008 meinen ersten Touri-Urlaub für Paris plante, ahnte ich nicht, wie stark mich dieser Ort gefangen nehmen würde. Seitdem bin ich einige Male hingereist, per Auto, Flugzeug oder Bahn, habe im Hotel, in Privatappartements und bei Freunden gewohnt und entdecke bei jedem Trip neue Ecken und Seiten dieser Metropole.

Letztes Jahr bin ich nach meinem schriftlichen Abi für einige Tage hingefahren, in der 14. Woche schwanger. Zunächst war ich ein paar Tage alleine dort und mein Freund kam am Wochenende nach. Und der kleine Mann Anton war auch dabei! Ich erinnere mich, wie ich durch die Straßen lief und mich nicht einsam fühlte, weil ich mein kleines Baby in mir trug. Ich streichelte den Bauch, sang ihm vor und erzählte ihm, was ich sah.

Ich freue mich so sehr, meinem kleinen Buben in ein paar Wochen die Straßen von Paris zu zeigen. Ihm wird es sicher gefallen. Wir haben ein Appartement im Montmartre gefunden (leider ist das Appartement, in dem ich schon einige Male war, belegt) und ich bin wirklich sehr gespannt, wie es dieses Mal sein wird. Mit Kinderwagen in der Métro zu fahren ist ziemlich kompliziert. Viele Stationen haben keinen Fahrstuhl, das heißt, man muss eher den Bus nehmen, um voranzukommen. Dadurch, dass unser Appartement hinter der Sacré Coeur liegt, müssen wir weite Strecken belegen und viel Zeit in den Bussen einplanen. Aber das ist völlig in Ordnung. Dieses Mal wird Paris ein anderes Paris sein. 

Im Laufe des letzten Jahres habe ich immer wieder neue Seiten zum Thema "Paris mit Kind" zu meiner Linksammlung hinzugefügt. Häufig sind natürlich Tips dabei, die für Kleinkinder gut passen. Ich werde in den nächsten Wochen meine Ideen und Gedanken zu Paris mit Baby auf dem Blog zeigen und euch auch erzählen, wie dann die erste Reise mit unserem Anton war.

Anfangen möchte ich mit einem Buch, das ich irgendwann irgendwo im Netz gefunden habe: The Little Bookroom Guide to Paris with Children von Kim Horton Levesque. Die Autorin hat mit ihren drei Kindern die Stadt auf EAT, PLAY, SHOP und STAY geprüft und gibt außerdem ganz spezifische Informationen zu den französischen Lebensweisen mit Kindern. Das Buch entspricht momentan nicht ganz unserer Situation (wir werden wohl nicht eine tolle Eisdiele für Anton suchen müssen), aber steht dennoch schon ganz weit oben auf meiner Wunschliste. Ich bin mir aber sicher, dass die Amerikanerin sehr stark durchkommen wird (ähnlich wie bei Pamela Druckermann's Warum französische Kinder keine Nervensägen sind).




19.03.2014

die erste Zeit mit Baby - das Wochenbett


Im Rahmen der Blogparade „Wochenbett-Tips aus erster Hand - von Mutter zu Mutter“ entsteht dieser Blogeintrag. Jana, die das Hebammenblog schreibt, fordert Mütter dazu auf, ihre Erfahrungen weiterzugeben, und sammelt sie auf ihrer Seite.


Das Wochenbett war bei uns eigentlich in drei Zeiten eingeteilt. Nach der Geburt mussten wir noch fünf Tage in der Klinik bleiben, weil Anton auf Verdacht auf Herz und Nieren geprüft wurde. Für mich war es eher anstrengend, ich wollte so gerne nach Hause und packte auch schon zwei Tage nach der Geburt meine Koffer. Obwohl es manchmal etwas zermürbend war, gab es aber ein paar Dinge, die diesen langen Aufenthalt rechtfertigten. Zum Einen wussten wir nach dem Untersuchungsmarathon, dass der kleine Mann gesund ist. Und zum Anderen lernte ich und lernten wir viel von den Krankenschwestern. Ich hatte bis dato erst zwei Mal ein Neugeborenes in der Hand gehalten und hatte sehr wenig mit Kindern geschweige denn mit Babys zu tun. Den Job, den manche Hebammen in den ersten Tagen leisten, wurde hier von den lieben Krankenschwestern übernommen. Vor allem drei Damen bin ich zu größtem Dank verpflichtet. Sie unterstützten und ermutigten mich immer wieder beim Stillen, zeigten uns das Handling mit dem Baby und passten auf Anton auf, damit wir spazieren und essen gehen konnten. Sie verstanden unsere Sorge um Antons Gesundheit, hielten engen Kontakt zur tollen Kinderärztin und hörten auch auf unsere Beobachtungen. In dieser ersten Zeit lernte ich viel. Als wir endlich heimkamen, fing eine ganz besondere Zeit an. Alles war ein bisschen entspannter. In den zwei Wochen, die folgten, konnten wir unseren Rhythmus im eigenen Heim finden, wir hatten lange Familien-Knuddelzeiten und alle möglichen „ersten Male“. Im Krankenhaus besuchte uns nur die engste Familie, zu Hause wollten wir aber wieder unsere Freunde sehen. Jeden Tag höchstens zwei Besuche (Und das war meistens doch zu viel, weil alle dann länger blieben, als man geplant hatte. Und eigentlich war das ja schön, wurde aber schnell zu viel.). Es tat gut, wieder Menschen zu sehen und den kleinen Mann vorstellen zu dürfen. Der Rest der sechs bis acht Wochen Wochenbett waren die Phase, in der alles allmählich „normal“ wurde, man sich an den kleinen Menschen und Mitbewohner gewöhnen konnte und auch mit dem neuen Schlafentzug und den häufigen Stillzeiten zurechtzukommen lernte.

Ich glaube, jede Neumama und jede junge Familie muss selbst Erfahrungen in dieser Zeit sammeln und aus den eventuell negativ erlebten lernen. So merkte ich beispielsweise, dass mir der Besuch gut tat, aber Anton manchmal aus seinem Rhythmus kam vor lauter neuer Menschen. Ich plante also zwischen den Besuchertagen auch immer Tage ein, an denen wir nichts vorhatten.


Vor allem zwei Dinge taten mir besonders gut. Sie sind keine ultimativ genialen Tips, aber weil sie relativ einfach umzusetzen sind und gleichzeitig eine tolle Wirkung erzielen, möchte ich sie im Rahmen dieser Blogparade nennen:


Spazieren gehen

Beim Spaziergang kommen gleich drei gute Sachen zusammen. Das Baby bekommt frische Luft. Man selbst sieht nicht ständig die selben vier Wände. Und, wie unser Kinderarzt so schön sagte, man tut was für seine Figur. Praktisch fand ich hierbei, den kleinen Mann in den Kinderwagen zu legen. Der Kinderwagen (oder mein Partner) gab mir Halt. Denn man sollte auch nicht unterschätzen, welchen Anstrengungen der Körper während der Schwangerschaft und der Geburt unterlag. Bei den ersten Spaziergängen wackelte ich ein bisschen hin und her, konnte mich aber auf den Kinderwagen stützen. Vielleicht Tag für Tag eine Straße weiter oder fünf Minuten länger gehen. Dann steht der ersten Shoppingtour nicht mehr viel im Wege ;-) Und ich bin mir sicher, dass meine Rückbildung auch deshalb so schnell vonstatten ging.


15 Minuten im Bad

In den ersten Wochen arbeitete mein Freund halbtags von zu Hause und ich lernte es zu schätzen, fünfzehn Minuten im Bad zu haben, in denen ich alleine für mich war. Kurz duschen und einölen, dann noch die Augenringe kaschieren und etwas Frische ins Gesicht zaubern. Jetzt mache ich mich meistens fertig, wenn Anton schläft. Dann habe ich nämlich etwas mehr Zeit und kann mich entspannt um mich kümmern. Gerade in schwierigen Phasen gab bzw. gibt mir diese kurze Auszeit neue Energie für den restlichen Tag.


Ja, das Wochenbett ist eine besondere Zeit. Der neue Erdenbürger findet seinen Platz in der Familie und alle müssen sich darin einleben. Für mich ist aber jeder Monat voller neuer Dinge. Ich erlebe immer wieder Neues und Besonderes und ich liebe sein aktuelles Alter immer am meisten. Ich habe die Zeit des Wochenbetts genossen, aber das Heute hat auch einen gewissen Zauber. Vielleicht vergisst man das nur zu schnell, weil diese Zeit keinen Titel trägt.

18.03.2014

Geschenkideen für (Neu-)Mamas


In den ersten Wochen mit Anton verbrachte ich sehr, sehr viel Zeit auf der Couch. Der kleine Mann war ein sehr langsamer Trinker und schlief ständig ein. Viele Stunden auf ein und demselben Platz. Ich musste mich teilweise stark auf ihn konzentrieren und konnte nichts machen, auf das ich meine Aufmerksamkeit sonst hätte richten müssen. Wenn mir Mütter erzählen, dass sie beim Stillen Bücher lesen, kann ich das überhaupt nicht nachvollziehen. Klar, anfangs schaut man seinen Sprössling beim Stillen permanent an, aber bei so vielen Stunden (!) an Fütterungszeit, musste ich mir doch eine zusätzliche Beschäftigung suchen. Das Handy ist meistens neben mir und mit Instagram und feedly kann man sich toll die Zeit vertreiben. Aber für Input in analoger Form eignen sich Magazine bestens. Magazine sind handlich und beinhalten viele bunte Bilder, aber nicht zu lange Texte (ha, hört sich nach einem Kinderbuch an).

Ich empfehle die Brigitte Mom empfehlen. "Das Magazin mit starken Nerven", das vier Mal im Jahr erscheint, richtet sich an junge Mütter. Ich habe beim Durchlesen der aktuellen Ausgabe herzlichen gelacht und war von manchen Texten sehr gerührt.

Ach ja, Anton braucht nicht mehr eine Stunde, um satt zu werden, sondern nur noch einige Minuten. Ich habe also meine Handylesezeiten auf andere Zeiträume verschoben.









14.03.2014

kunstPAUSE für Mamas



Mit Baby gewinnt man ganz viel Neues im Leben. Es gibt aber ein paar Dinge, die "verloren gehen", zum Beispiel eine gewisse Spontanität. Manchmal, wenn ich einen freien Tag vor mir habe, plane ich grob, was ich mit dieser Zeit anstellen könnte, entscheide dann aber morgens, ob sich das alles auch wirklich umsetzen lässt. Wenn der Bub bereits am Morgen schlecht gelaunt ist und viel meckert, können manche Pläne ganz schnell zu Nichte gemacht werden. Denn sei mal mit einem genervten Kind unterwegs - garantiert kommt am Abend eine gestresste Mama nach Hause.

So sind meine geliebten Frankfurt-Touren zwar kein Ding der Unmöglichkeit geworden, aber dennoch muss ich dafür gut organisiert sein. Ein ganz besonderer Anlass war am Dienstag die Veranstaltung "kunstPAUSE für Mamas" im Städel. Was das ist? Die perfekte Kombination zwei meiner liebsten Dinge im Leben - mein Baby und Kunst. Zwei Mal im Monat organisiert der Städelsche Kunst-Verein eine Führung durch einen Teil der Sammlung, an der Mamas mit ihren Babys teilnehmen können. Am Dienstag waren es drei Mütter mit ihren Sprösslingen und angehenden Kunstliebhabern, die mit einer Kunsthistorikerin ein paar Werke des Impressionismus betrachtet haben. Weil es diesmal so passend war, schauten wir uns auch einige Frühwerke von Emil Nolde an (aktuelle Ausstellung).

Während der einstündigen Führung hatte mein Sohnemann Hunger und ich musste ihn außerhalb der Ausstellungsräume stillen bzw. das Fläschchen geben, später musste er gewickelt werden. Dadurch verpasste ich einen Teil der Führung. Aber dafür ist ja dieses Event da. Ich bin begeistert vom Städel, das mir so eine entspannte kunstPAUSE verschafft hat.

Die kunstPAUSE findet zwei Mal im Monat (an einem Dienstag um 10.30 Uhr und an einem Freitag um 15.00 Uhr) statt und kostet den regulären Eintrittspreis plus 5 €. Weitere Informationen findet ihr auf der Homepage des Städelschen Kunst-Vereins.

Für diejenigen, die das erste Mal mit Baby im Städel sind, gelten noch folgende Informationen: Der Eingang für den Kinderwagen befindet sich auf der linken Seite. Alle Stockwerke sind barrierefrei bzw. mit dem Kinderwagen über die Aufzüge zu erreichen (diese gehen aber sehr schnell wieder zu, Achtung!) Im ersten Stock befindet sich eine behindertengerechte Toilette; ein Raum mit Wickeltisch, der auch groß genug für einen Kinderwagen ist. 

Ich kann die kunstPAUSE nur emfpehlen. Solltet ihr auch daran teilnehmen, bitte ich euch um einen Erfahrungsbericht. Ich bin gespannt, ob diese Veranstaltung auch so gut bei euch ankommt wie bei mir.

12.03.2014

die Situation der Hebammen

Es besteht keinen Zweifel, dass Hebammen einen entscheidenden Teil dazu beitragen (können), wie die Vorbereitung auf die Geburt, die Geburt selbst, die Zeit des Wochenbettes oder die Rückbildung(sgymnastik) ablaufen. Ich hatte bisher mit fünf Hebammen zu tun. Als ich nach dem Blasensprung in die Uniklinik fuhr, betreute mich eine junge Hebamme in der Nacht, von der ich nicht so viel mitbekam, weil ich schlafen sollte; danach kam die Leiterin des Hebammenteams, mit der ich nicht so richtig warm wurde und dann, im entscheidenden Moment, kümmerte sich die allerallerbeste Hebamme, die ich mir hätte vorstellen können, um uns und half mir, den kleinen Anton auf die Welt zu bringen. Die erste Begegnung mit ihr war schon toll. Sie war in den entscheidenden Momenten da, sprach uns gut zu, sie hatte eine liebevolle Art mit uns umzugehen und sagte immer das Richtige. Von meiner Nachsorgehebamme, bei der ich auch im Geburtsvorbereitungskurs war, bin ich nicht hundertprozentig überzeugt. Sie ist sehr jung, hat selbst keine Kinder und es gab einige Situationen, in der sie nur "vom Gefühl her" antworten konnte - für meinen Freund und mich absolut nicht ausreichend. Dennoch ist sie auf jeden Fall eine liebe Frau, wir passten wohl nicht ganz zusammen. Mit der Hebamme aus meinem Rückbildungskurs bin ich sehr zufrieden. Obwohl sie nur für unsere Gymnastik zuständig ist, beantwortet sie alle unsere Fragen und hinterfragt auch unsere Erzählungen. Sie ist selbst Mutter und man merkt ihr die Erfahrungen an.

In den letzten Wochen las und hörte man immer wieder von der miserablen Lage, in der sich Hebammen und somit auch alle (werdenden) Eltern befinden: Hebammen dürfen nicht ohne Haftpflichtversicherung arbeiten, aber ab Mitte 2015 steigt der einzige Versicherer aus. Das bedeutet, dass viele oder vielmehr die meisten Hebammen ihren Beruf an den Nagel hängen werden. Desaströs. Anne und Anja, zwei Hebammen aus Berlin, setzen sich auf ihren Blogs mit den Missständen und den politschen Regelungen auseinander. Sie sind Damen vom Fach und ich überlasse ihnen die Erläuterungen.

Ich wollte hier aber auch noch auf einen Beitrag des SWR hinweisen, den ich letztens gesehen habe.



10.03.2014

das perfekte Mamakleid


Das perfekte Mamakleid habe ich noch nicht gefunden. Ok, ich muss zugeben, ich habe noch keine Onlineshops nach Stillkleidern durchsucht. Denn eigentlich möchte ich kein Geld für (meistens überteuerte) "Funktionskleidung" ausgeben, sondern normale Kleidungsstücke für den aktuellen Anlass nutzen. Nach vier Monaten wird möglicherweise das Thema Stillen nicht ewig bestehen, deshalb mach(t)e ich mich auf die Suche nach einem schönen Kleid, das ich an der Brust zum Stillen öffnen kann, das aber auch so ganz schick aussieht.

Gar nicht so einfach! Ich habe schon zwei Mal ein Kleid komplett hochgezogen, weil ich es total verpeilt hatte, dass Kleider so unpraktisch sind. (Ganz im Gegenteil sind Kleider meiner Meinung nach in der Schwangerschaft das schönste Kleidungsstück.) In der Schwangerschaft kaufte ich ein Kleid aus der Mamakollektion, das an der Brust Knöpfe hat. Damit klappt es ganz gut. Aber ehrlich gesagt, hängt mir das Kleid ein bisschen zum Halse raus, so oft habe ich es in der Schwangerschaft getragen.

Bei Zara fand ich vor ein paar Wochen dieses blaue Kleid. Es hat oben eine Wickeloptik und man kann es zu beiden Seiten hin öffnen bzw. schieben. Im Praxistest hat das Kleid nicht völlig überzeugt. Anfangs sieht man zwar die Milch-/Spuckeflecken, diese gehen aber bald weg. Doch es ist nicht immer ganz einfach, um an die Brust zu kommen. Man muss ziemlich viel Fummeln und Schieben. Und gerade wenn man unterwegs ist, soll das Stillen doch eine diskrete Sache sein.





Ari zeigte hier eine schöne Version von & Other Stories und ich überlege ernsthaft, das Kleid auch zu bestellen.

Und bei mint&berry und Sessùn habe ich auch ein paar schöne Modelle gefunden. Aber teilweise sind die Materialien nicht sehr gut. Das Kleid Nr. 2 gefällt mir am Besten. Habt ihr noch Tips? Praktische und hübsche Kleider, die zum Stillen geeignet sind?


1 / 2 / 3 / 4

05.03.2014

Kawawumm


Vor genau einem Jahr hatte ich so eine leise Vorahnung - ich hatte ein Spannen in den Brüsten, das ich bis dato nicht kannte und ein Ziehen im Becken. Auf dem Heimweg von der Schule kaufte ich einen Schwangerschaftstest, einfach so, lieber mal einen Test machen, bevor man zu viel grübelt.

Später am Tag mit zitternden Händen den Test in den Händen gehalten KAWAWUMM ich konnte es nicht glauben, ein zweiter Test, ein Anruf bei der Frauenärztin und eine SMS mit "Lass uns heute treffen. etc." an den Freund geschickt.

[und dazwischen ganz viel KA WA WUMM]

Ein Jahr später macht es immer noch KAWAihrwisstschon, jeden Tag, nicht ganz so heftig, aber immer noch da. Wenn ich Anton ansehe, bin ich wirklich dankbar und voller Stolz. Ich habe nicht erwartet, dass mir das Mamasein so gut gefällt und dass es mich erfüllen kann. Ich liebe unsere Familie und kann manchmal mein Glück gar nicht fassen.

01.03.2014

gelassen sein


Es gab vor Allem eine Sache in der Schwangerschaft, die ich liebte: ich war überaus gelassen. Bestimmt lag es daran, dass ich grundsätzlich "guter Hoffnung" war und weil ich nach dem Abitur und mit Kugelbauch keinen neuen Job bekam, hatte ich einen langen freien Sommer. Da machte es mir nichts aus, auch mal eine halbe Stunde auf die Freundin zu warten oder dass Termine hin- und hergeschoben wurden. Ich hatte ja Zeit, das Wetter war fantastisch, alles war gut. Meine grundsätzliche Stimmung war gelassen, ich war nicht so schnell genervt von Kleinigkeiten und genoss die Zeit sehr.

Mit der Geburt von Anton habe ich ein Stück dieser Gelassenheit verloren. Ich habe eine konkrete Verantwortung für diesen kleinen Menschen. Und neben den vielen, sehr schönen und glücklichen Stunden, gibt es eben vermehrt Situationen, die einem Sorgen machen: Routineuntersuchungen am Herzen, Tage, an denen Anton sehr viel gebrochen hat, Mahlzeiten, mit denen er sich schwer tut, und und und. Oft sind es Dinge, bei denen man insgeheim weiß, es wird alles gut; aber weil wir so sind, wie wir sind und weil wir die Verantwortung haben, sorgen wir uns und machen neue Arzttermine, um die "Problemchen" abzuklären. In Februar gab es viele solcher kleiner Dinge. Und dabei ist Anton so ein tolles und gesundes Kind! Seine Krankengymnastin, die eine gute Menschenkenntnis besitzt und mich richtig einschätzen kann, riet mir diese Woche: "Lassen Sie los. Gelassenheit ist das Zauberwort." Sie hat Recht. Ich werde mich immer um Anton kümmern, werde immer schauen, ob alles gut ist oder wie etwas optimiert werden kann, aber ich möchte dabei meine Gelassenheit aus der Schwangerschaft wieder gewinnen. Frei von Ängsten sein und sich dabei trotzdem Sorgen machen dürfen. Dieser Wunsch arbeitet schon länger in mir und mit der Aufforderung von Frau Becker nehme ich mir dies als konkretes Ziel für den März vor.

Hallo Frühling, hallo Sonne, hallo Gelassenheit!