19.03.2014

die erste Zeit mit Baby - das Wochenbett


Im Rahmen der Blogparade „Wochenbett-Tips aus erster Hand - von Mutter zu Mutter“ entsteht dieser Blogeintrag. Jana, die das Hebammenblog schreibt, fordert Mütter dazu auf, ihre Erfahrungen weiterzugeben, und sammelt sie auf ihrer Seite.


Das Wochenbett war bei uns eigentlich in drei Zeiten eingeteilt. Nach der Geburt mussten wir noch fünf Tage in der Klinik bleiben, weil Anton auf Verdacht auf Herz und Nieren geprüft wurde. Für mich war es eher anstrengend, ich wollte so gerne nach Hause und packte auch schon zwei Tage nach der Geburt meine Koffer. Obwohl es manchmal etwas zermürbend war, gab es aber ein paar Dinge, die diesen langen Aufenthalt rechtfertigten. Zum Einen wussten wir nach dem Untersuchungsmarathon, dass der kleine Mann gesund ist. Und zum Anderen lernte ich und lernten wir viel von den Krankenschwestern. Ich hatte bis dato erst zwei Mal ein Neugeborenes in der Hand gehalten und hatte sehr wenig mit Kindern geschweige denn mit Babys zu tun. Den Job, den manche Hebammen in den ersten Tagen leisten, wurde hier von den lieben Krankenschwestern übernommen. Vor allem drei Damen bin ich zu größtem Dank verpflichtet. Sie unterstützten und ermutigten mich immer wieder beim Stillen, zeigten uns das Handling mit dem Baby und passten auf Anton auf, damit wir spazieren und essen gehen konnten. Sie verstanden unsere Sorge um Antons Gesundheit, hielten engen Kontakt zur tollen Kinderärztin und hörten auch auf unsere Beobachtungen. In dieser ersten Zeit lernte ich viel. Als wir endlich heimkamen, fing eine ganz besondere Zeit an. Alles war ein bisschen entspannter. In den zwei Wochen, die folgten, konnten wir unseren Rhythmus im eigenen Heim finden, wir hatten lange Familien-Knuddelzeiten und alle möglichen „ersten Male“. Im Krankenhaus besuchte uns nur die engste Familie, zu Hause wollten wir aber wieder unsere Freunde sehen. Jeden Tag höchstens zwei Besuche (Und das war meistens doch zu viel, weil alle dann länger blieben, als man geplant hatte. Und eigentlich war das ja schön, wurde aber schnell zu viel.). Es tat gut, wieder Menschen zu sehen und den kleinen Mann vorstellen zu dürfen. Der Rest der sechs bis acht Wochen Wochenbett waren die Phase, in der alles allmählich „normal“ wurde, man sich an den kleinen Menschen und Mitbewohner gewöhnen konnte und auch mit dem neuen Schlafentzug und den häufigen Stillzeiten zurechtzukommen lernte.

Ich glaube, jede Neumama und jede junge Familie muss selbst Erfahrungen in dieser Zeit sammeln und aus den eventuell negativ erlebten lernen. So merkte ich beispielsweise, dass mir der Besuch gut tat, aber Anton manchmal aus seinem Rhythmus kam vor lauter neuer Menschen. Ich plante also zwischen den Besuchertagen auch immer Tage ein, an denen wir nichts vorhatten.


Vor allem zwei Dinge taten mir besonders gut. Sie sind keine ultimativ genialen Tips, aber weil sie relativ einfach umzusetzen sind und gleichzeitig eine tolle Wirkung erzielen, möchte ich sie im Rahmen dieser Blogparade nennen:


Spazieren gehen

Beim Spaziergang kommen gleich drei gute Sachen zusammen. Das Baby bekommt frische Luft. Man selbst sieht nicht ständig die selben vier Wände. Und, wie unser Kinderarzt so schön sagte, man tut was für seine Figur. Praktisch fand ich hierbei, den kleinen Mann in den Kinderwagen zu legen. Der Kinderwagen (oder mein Partner) gab mir Halt. Denn man sollte auch nicht unterschätzen, welchen Anstrengungen der Körper während der Schwangerschaft und der Geburt unterlag. Bei den ersten Spaziergängen wackelte ich ein bisschen hin und her, konnte mich aber auf den Kinderwagen stützen. Vielleicht Tag für Tag eine Straße weiter oder fünf Minuten länger gehen. Dann steht der ersten Shoppingtour nicht mehr viel im Wege ;-) Und ich bin mir sicher, dass meine Rückbildung auch deshalb so schnell vonstatten ging.


15 Minuten im Bad

In den ersten Wochen arbeitete mein Freund halbtags von zu Hause und ich lernte es zu schätzen, fünfzehn Minuten im Bad zu haben, in denen ich alleine für mich war. Kurz duschen und einölen, dann noch die Augenringe kaschieren und etwas Frische ins Gesicht zaubern. Jetzt mache ich mich meistens fertig, wenn Anton schläft. Dann habe ich nämlich etwas mehr Zeit und kann mich entspannt um mich kümmern. Gerade in schwierigen Phasen gab bzw. gibt mir diese kurze Auszeit neue Energie für den restlichen Tag.


Ja, das Wochenbett ist eine besondere Zeit. Der neue Erdenbürger findet seinen Platz in der Familie und alle müssen sich darin einleben. Für mich ist aber jeder Monat voller neuer Dinge. Ich erlebe immer wieder Neues und Besonderes und ich liebe sein aktuelles Alter immer am meisten. Ich habe die Zeit des Wochenbetts genossen, aber das Heute hat auch einen gewissen Zauber. Vielleicht vergisst man das nur zu schnell, weil diese Zeit keinen Titel trägt.

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