01.03.2014

gelassen sein


Es gab vor Allem eine Sache in der Schwangerschaft, die ich liebte: ich war überaus gelassen. Bestimmt lag es daran, dass ich grundsätzlich "guter Hoffnung" war und weil ich nach dem Abitur und mit Kugelbauch keinen neuen Job bekam, hatte ich einen langen freien Sommer. Da machte es mir nichts aus, auch mal eine halbe Stunde auf die Freundin zu warten oder dass Termine hin- und hergeschoben wurden. Ich hatte ja Zeit, das Wetter war fantastisch, alles war gut. Meine grundsätzliche Stimmung war gelassen, ich war nicht so schnell genervt von Kleinigkeiten und genoss die Zeit sehr.

Mit der Geburt von Anton habe ich ein Stück dieser Gelassenheit verloren. Ich habe eine konkrete Verantwortung für diesen kleinen Menschen. Und neben den vielen, sehr schönen und glücklichen Stunden, gibt es eben vermehrt Situationen, die einem Sorgen machen: Routineuntersuchungen am Herzen, Tage, an denen Anton sehr viel gebrochen hat, Mahlzeiten, mit denen er sich schwer tut, und und und. Oft sind es Dinge, bei denen man insgeheim weiß, es wird alles gut; aber weil wir so sind, wie wir sind und weil wir die Verantwortung haben, sorgen wir uns und machen neue Arzttermine, um die "Problemchen" abzuklären. In Februar gab es viele solcher kleiner Dinge. Und dabei ist Anton so ein tolles und gesundes Kind! Seine Krankengymnastin, die eine gute Menschenkenntnis besitzt und mich richtig einschätzen kann, riet mir diese Woche: "Lassen Sie los. Gelassenheit ist das Zauberwort." Sie hat Recht. Ich werde mich immer um Anton kümmern, werde immer schauen, ob alles gut ist oder wie etwas optimiert werden kann, aber ich möchte dabei meine Gelassenheit aus der Schwangerschaft wieder gewinnen. Frei von Ängsten sein und sich dabei trotzdem Sorgen machen dürfen. Dieser Wunsch arbeitet schon länger in mir und mit der Aufforderung von Frau Becker nehme ich mir dies als konkretes Ziel für den März vor.

Hallo Frühling, hallo Sonne, hallo Gelassenheit!

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