28.05.2014

one tiny little story



In der neuen Reihe one tiny little story erzähle ich eine klitzekleine Geschichte aus unserem Alltag. Sie ist nicht zwingend lustig und benötigt keine Pointe. Einfach ein Moment aus der vergangenen Woche.

Anton war in seinem kurzen Leben schon drei Mal krank. Nie etwas wirklich Schlimmes, immer eine Erkältung, diesmal sogar mit nahtlosem Übergang zur Bronchitis. Die Krankheiten sind aber deshalb so gemein, weil sie immer zu einem richtig doofen Zeitpunkt kommen. Immer dann, wenn wir gerade ein "gute Phase" haben. Wenn Anton gut isst, gut schläft und tagsüber gut drauf ist. Die Zwischenphasen dauern sehr lange und ich genieße diese "guten Phasen" besonders stark. Aber die doofe Erkältung hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Antons Tagesrhythmus ist durcheinander und nachts wacht er häufig auf. In diesen Zeiten werde ich ziemlich dünnhäutig. Man sollte sich lieber nicht mit mir anlegen, vor allem nicht nachts. Alle Diskussionen, die gerade in so schwierigen Tagen häufiger vorkommen, sollten also möglichst auf einen Zeitpunkt verschoben werden, in dem man grundsätzlich entspannt ist. Jede harte Nacht mit einem in zwei-Stunden-Rhythmus aufwachendem Baby, das sich schwer von Schnuller, Wasserflasche, Schuckeln, Kuscheln, Wickeln oder Stillen beruhigen lässt, scheint mit seinem Verhalten am Morgen in Vergessenheit zu geraten. Dann will Anton schmusen, er macht Späße und brabbelt, klettert auf mich drauf und Spuckefäden finden ihren Weg zu mir.
Anscheinend macht Anton in den Krankheitsphasen auch immer einige Entwicklungen durch, die sich in seinem Gemütszustand bemerkbar machen. Das Ergebnis sind Augenblicke wie diese: Anton kann kaum still auf dem Rücken liegen und dreht sich ständig auf den Bauch. Was noch viel interessanter ist, er dreht sich seit ein paar Tagen um die eigene Achse und macht die ersten Krabbelbewegungen.

27.05.2014

die Monicas: Literaturnobelpreisträgerin Alice Munro über Mütter




// Kath und Sonje haben einen eigenen Platz am Strand, hinter großen Baumstämmen. Den haben sie sich ausgesucht, weil er ihnen Schutz bietet, nicht nur vor dem gelegentlich stark auffrischenden Wind - sie haben Kaths Baby dabei -, sondern auch vor den Blicken einer Gruppe von Frauen, die jeden Tag den Strand bevölkern. Sie nennen diese Frauen die Monicas.
Die Monicas haben zwei oder drei oder vier Kinder pro Nase. Angeführt werden sie von der richtigen Monica, die über den Strand gelaufen kam und sich vorstellte, sobald sie Kath und Sonje und das Baby entdeckt hatte. Sie lud sie ein, sich dem Rudel anzuschließen.
Sie folgten ihr und schleppten die Babytragetasche mit. Was bliebt ihnen anderes übrig? Aber seitdem verschanzen sie sich hinter den Baumstämmen.
Das Feldlager der Monicas besteht aus Sonnenschirmen, Badelaken, Windeltaschen, Picknickkörben, aufblasbaren Flößen und Walfischen, Spielsachen, Sonnenschutzmitteln, Kleidungsstücken, Sonnenhüten, Thermosflaschen mit Kaffee, Plastikbechern und -tellern, und Kühlboxen, die hausgemachte Eislutscher aus Fruchtsaft enthalten.
Die Monicas sind entweder unverhohlen schwanger oder sehen so aus, als könnten sie schwanger sein, denn sie haben ihre Figur verloren. Sie watscheln ans Wasser und brüllen die Namen ihrer Kinder, die auf Baumstämmen oder den aufblasbaren Walfischen reiten oder gerade davon herunterfallen.
"Wo ist deine Mütze? Wo ist dein Ball? Du bist jetzt lange genug auf dem Ding gewesen, lass Sandy mal ran."
Sogar wenn sie sich miteinander unterhalten, müssen sie trompeten, um den Lärm und das Geschrei ihrer Kinder zu übertönen.
"Wenn du zu Woodward's gehst, da sind die Frikadellen so billig wie Hamburger."
"Ich hab''s mit Zinksalbe versucht, aber die Wirkung war null."
"Jetzt hat er einen Abszess in der Leiste."
"Du darfst kein Backpulver nehmen, du musst Soda nehmen."
Diese Frauen sind gar nicht viel älter als Kath und Sonje. Aber sie haben ein Lebensstadium erreicht, vor dem ihnen graut. Sie verwandeln den ganzen Strand in eine Plattform. Ihre Probleme, ihr zappeliger Nachwuchs, ihre mütterlichen Pfunde und ihre Lebenstüchtigkeit können alles zunichte machen, das glitzernde Wasser, die traumhafte kleine Bucht mit den rotstämmigen Erdbeerbäumen und den Zedern, die krumm aus den hohen Felsen ringsum wachsen. Kath fühlt sich besonders von ihnen bedroht, denn sie ist jetzt selbst Mutter. Wenn sie ihr Baby stillt, liest sie oft ein Buch und raucht manchmal sogar eine Zigarette, um nicht im Schlamm des Animalischen zu versinken. und sie stillt, damit ihre Gebärmutter schrumpft und ihr Bauch wieder flach wird, nur nicht, um das Baby - Noelle - mit den wertvollen mütterlichen Abwehrstoffen zu versorgen. // 

aus 'Jakarta' von Alice Munro



Ich musste ein wenig schmunzeln, als ich die ersten Seiten der Erzählung 'Jakarta' las. In diesen Zeilen stecken so viele Clichés und Situationen, die wohl jeder Mutter bekannt vorkommen. Ich fragte mich, zu welcher Gruppe von Frauen ich wohl gehöre - zu den Rudeltieren oder den Einzelgängern, ob wir unsere Mitmenschen auch mit dem Gerede über die beste Windelcrème vertreiben und wie sehr wir uns selbst in unserer Mutterschaft verlieren oder ob man das überhaupt kann.

Die Monicas scheinen Zeit zu haben. Sie verbringen jeden Tag mit ihren Kindern am Strand.   Ihr "Feldlager" gibt uns den Eindruck, dass diese Frauen die perfekten Mütter und Hausfrauen sind, perfekt ausgestattet für einen Tag am Meer. Sie denken nicht nur an Sonnenschutz und Verpflegung, sie überbieten sich selbst in ihrem Eifer. Ihre Kinder essen selbstgemachtes Eis und die Damen trinken Kaffee. Sie sind freundlich und freuen sich über  Neuankömmlinge. Aber Kath hat überhaupt keine Lust, Teil dieser Gruppe zu sein. Wie kommt es, dass sich Mütter von Müttern bedroht fühlen (oder auch generell Frauen von anderen Frauen)?

Vielleicht liegt es daran, dass viele Mütter durch die Mutterschaft einen neuen Sinn im Leben haben und sich darin erst verorten müssen. Vielleicht sind sie unfähig, sich vom Konkurrenzkampf loszulösen. Oder sie sind wirklich so begeistert von ihren Kindern und stellen sich doof an, sodass ihre Freude wie ein Vorhalten des eigenen Glücks und des anderen Unglücks rüberkommt.

Jeder hat eine andere, eine eigene Definition für Perfektion und Work-Life-Balance. Sehen wir in der anderen Frau unsere nicht erreichten Ziele? Mompreneur - Mutter, berufstätig, Hausfrau, Freundin und Geliebte, alles in einer Person. Diese Mutter bekommt alles unter einen Hut und mich wirft der Faktor "krankes Baby" aus der Bahn? Stört manchmal unsere eigene Unzulänglichkeit in der Beziehung zu einer anderen Mutter? Oder denkt man manchmal einfach doch zu unterschiedlich?

Der Textauszug hat noch andere Spitzen. Mütter sollten gelassen sein, wenn andere Mütter anders mit ihrem Mama-Dasein umgehen als sie. Wenn sie es zur Schau stellen, so wie die Monicas es tun, oder sie damit in Ruhe gelassen werden möchten. Nur kann man den Schaustellern nicht entkommen, sie springen einem förmlich ins Gesicht.

Vor ein paar Wochen war ich mit fünf weiteren Müttern, vier Kinderwagen und einer Manduca, am Rhein spazieren. Uns schauten alle hinterher.

Das plumpe Auftreten von Müttern. Das kenne ich nicht. Nur aus Filmen, aus Büchern, aus Geschichten. Aber nicht aus meinem Bekanntenkreis. In meiner alten Heimat hatte ich sehr viele befreundete Müttern. Ich hatte nie das Gefühl, es ginge nur um das Kind und dass sie sich mir mit diesem Thema aufdrängten. Vor allem bei Freunden ohne Kinder "bemühe" ich mich, dass ich nicht nur von Anton spreche. Es gibt ja schließlich noch so viel im Leben. Es gibt viele andere Dinge, die noch interessieren. Und (ich hoffe, ich liege da richtig) meiner Meinung nach, gelingt es mir auch. Aber ich genieße es doch sehr, wenn ich bei unserem allwöchentlichen Babytreff auf Mütter treffe, die (fast) nur, naja ziemlich viel, von ihren Kindern und den Entwicklungen erzählen. Gleichgesinnte im Bezug auf das Gesprächsthema Kinder. Wenn das Baby meckert, hat man die Ruhe, um es zu beruhigen, wenn es hungrig ist, wird es angelegt, hat es neue Entwicklungen gemacht, staunen alle und freuen sich mit.

Ja, es gibt auch hier nicht immer die selben Ansichten. Wenn sechs bis dahin sich fremde, aber durch ein Thema verbundene Menschen aufeinandertreffen, sind Konfrontationen vorprogrammiert. Die Frage ist, wie man damit umgeht. Wie offen diese Gespräche laufen. Wie viel Toleranz jeder mitbringt. Ich bin wirklich froh, dass ich auf eine Gruppe gestoßen bin, in der keine die Nase rümpft, weil eine Andere ihr Kind hat impfen lassen, weil die Andere früh abstillt oder sich das Kind der Anderen noch nicht drehen kann.

Ich lese viele Mama-Blogs. Das hat in der Schwangerschaft angefangen, und wenn die Zeit es zulässt, genieße ich es, die aktuellen Blogposts bei einer Tasse Kaffee zu lesen. Mir fällt immer wieder auf, wie viel Konkurrenzkampf doch zwischen den einzelnen Mütter herrscht. Vielleicht erleben wir das auch noch, wenn wir täglich zur Kita gehen oder den Tag auf dem Spielplatz verbringen. Bisher bin ich jedoch davon verschont geblieben. Das ist gut.

Ob man direkt spießig ist, wenn man so gut ausgestattet zum Picknick kommt und man jeder Mutter eine vergangene Schwangerschaft ansieht, sei mal dahingestellt.

Die Monicas werden in der Erzählung nicht noch einmal erwähnt. Nur Monica selbst, nach der die Gruppe benannt wurde. Auf einer Abschiedsfeier am Strand gibt sie die perfekte Gastgeberin, sie stellt ihr Haus zur Verfügung, ihre Kinder sind beim Babysitter, sie bringt Decken, als es kalt wird.

 // 'Ich muss nur mal auf die Toilette', sagte Kath. Und im Badezimmer, wie sie es in Monicas Haus nicht anders erwartet hatte, fand sie einen reichlichen Vorrat an Kleenextüchern. Sie ließ das Wasser laufen, bis es heiß war, weichte und wischte, weichte und wische, und von Zeit zu Zeit warf sie einen Klumpen schwarzer und violetter Tücher in die Toilette und spülte. //


17.05.2014

Tischlein deck dich!


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Unser kleiner Mann ist seit drei Wochen noch ein bisschen größer: er bekommt mittlerweile schon zwei Brei-Mahlzeiten und gewinnt damit an Größe und Breite. Er sitzt im Baby-Set auf dem Stokke Tripp Trapp mit uns am Tisch und isst mal mehr und mal weniger begeistert den von mir liebevoll zubereiteten Obst-/Getreide- oder Gemüsebrei.

Noch ein bisschen lieber mag er es, wenn er bei uns auf dem Schoß sitzen darf und direkt an den Esstisch kommt. Bisher hat er nämlich noch keinen Esstisch an seinem Tripp Trapp, der kommt demnächst. Und wenn er dann am Tisch sitzt, liebt er es, alles vom Tisch zu reißen, auf den Tisch zu hauen oder in den Mund zu nehmen, was er in die Hände bekommt. (Ganz plötzlich ist aus unserem manchmal ziemlich faulen Baby ein flink zuschnappendes Kind geworden!)

Es wurde also Zeit, sich Gedanken über Antons Ess-Ausstattung zu machen. Er benötigt sein eigenes Geschirr, das nicht zerbrechlich ist und hübsch aussieht. Es gibt so viele hübsche Teller aus Melamin. Ich habe einige Onlineshops durchforstet und bin auf viele feine Dinge gestoßen. Ein Geschirrset aus Bambus, viele "lustige", bunte Teller, einen Hochstuhl der fast unserem Tripp Trapp Konkurrenz machen könnte, ein sehr hübsches Hochstuhlkissen und ein praktisches Lätzchen.

Demnächst berichte ich über unsere Beikosterfahrungen!

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15.05.2014

Familienfest am Internationalen Museumstag



Seit der Schwangerschaft bin ich immer ziemlich aufmerksam, wenn es um Familienaktivitäten geht. Viel zu oft gibt es spannende Veranstaltungen, die einfach nicht familientauglich sind. Verabschiedungsfeier in einer Kneipe - geht leider nicht, Geburtstag in einer WG - kein ruhiger Ort zum Schlafen für den kleinen Mann, die One Minute Sculptures von Erwin Wurm im Städel - viel zu spät und zu weit weg für diese Uhrzeit. Diese Sätze könnten uns gut als Ausreden dienen, sollten wir mal wirklich keine Lust haben. Aber unsere Ausgehtage sind doch deutlich weniger geworden und wir brauchen keine Ausreden. Jedenfalls häufen sich die Einladungen auf Facebook, die ich bereits absagen musste und einige Ausstellungen habe ich leider verpasst, weil es immer irgendwie nicht passte.

Umso mehr freue ich mich, wenn ich von Veranstaltungen höre, die speziell für Familien ausgerichtet sind. Am kommenden Sonntag, 18.05.2014, findet ein Familienfest in Mainz statt. Vier Mainzer Museen (Dommuseum, Naturhistorisches Museum, Römisch-Germanisches Zentralmuseum, Gutenberg-Museum) und die Kunsthalle Mainz machen mit und laden alle ein, am Internationalen Museumstag teilzuhaben.

Für "große" Kinder gibt es ein tolles Programm: im Dommuseum gibt es eine mittelalterliche Schreibwerkstatt, das Naturhistorische Museum bietet einen Monsterworkshop an (Was das wohl ist?!), im Römisch-Germanischen Zentralmuseum dürfen antike Brettspiele ausprobiert werden und im Gutenberg-Museum gibt es eine Mitmachwerkstatt. In der Kunsthalle wird der Workshop "Komm ins Farbenland" und ein Familienrundgang angeboten. Außerdem gibt es noch viele weitere Aktionen. Und das alles bei freiem Eintritt.

Auch wenn Anton natürlich noch nicht viel vom Kinderprogramm hat, werden wir das Angebot sehr gerne nutzen. Ich mag es sehr, so viele Familien auf einmal zu sehen und das in einem kulturellen Rahmen. Da geht mir das Herz auf.

Sonntag, 18.05.2014
14-17 Uhr
#IMT14

Du bist nicht aus Mainz? Dann kannst du hier nach den Museumsaktionen am Internationalen Museumstag in deiner Stadt suchen.

14.05.2014

Kaufempfehlung: Génie sans frotter



Der einzige Import aus Paris ist diese Tube Waschmittel. Kein Schmuck, kein Kleidungsstück, keine leckeren Pralinen - nur Waschmittel. 

Bei einem kleinen MItbewohner ist es ja so, dass ständig irgendwas dreckig wird. Egal, ob es oben oder unten rauskommt, es bleiben Flecken, die meistens erstmal per Hand vorgewaschen werden müssen. Und nach unzähligen Waschmitteln und Waschversuchen bin ich auf eine halbwegs gut bzw. fast immer funktionierende Methode gekommen: Kleidungsstück in Waschschüssel mit lauwarmen Wasser geben, Oxi Power Pulver einstreuen und alles gut durchrühren. Dann über Nacht stehen lassen. (Nicht nur auf den Fleck geben, das hat mir schon einige Bodys kaputt gemacht.)

Das liest sich wie ein Rezept. Aber ich habe eben schon Einiges durchprobiert und bin zu keinem besseren Ergebnis gekommen.

Aber diese Tube aus dem französischem Supermarkt hat auch eine Superkraft. Es ist die beste Vorwaschtube, die ich bisher in den Händen hielt, besser als Gallseife und Schmutzradierer zusammen. Bislang hat es jede Verschmutzung beseitigen können.

So viel zur Hausfrau.

13.05.2014

somewhere else



Das habe ich ja noch gar nicht erwähnt: Auf FamilienSinn, einem Blog, auf dem es hauptsächlich über das Reisen mit Kindern geht, wurde une vie magnifique letztens vorgestellt. Ich danke für die lieben Worte.

Hier geht es zum Artikel.

07.05.2014

auf der Suche nach Erholung

 
Während sich auf unserem Wohnzimmertisch Urlaubsprospekte für den Sommerurlaub stapeln, sind meine Gedanken noch wo anders.

Wir waren ja erst im Urlaub. Aber von Erholung war natürlich nicht wirklich die Rede. Ein Städtetrip hat immer etwas Anstrengendes. Und sobald man zwei, drei Tage zu Hause ist, hat einen wieder der Alltag eingeholt, ein bisschen mit den Urlaubserinnerungen im Hinterkopf, aber dennoch halten einen die alltäglichen Aktivitäten gefangen. So kam es, dass ich letztens zu meinem Freund sagte, dass ich Lust habe, mal einen richtigen Wellness-Urlaub zu machen. Vielleicht lag es daran, dass uns der Frühling für ein paar Tage die kalte Schulter zeigte und ich mich wieder nach Behaglichkeit und Wärme sehnte.

Nun ist es ja so, dass man mit Baby nur bedingt Auszeiten haben kann. Anton ist kein Baby, dass für Stunden friedlich auf seiner Spieldecke liegt und sich freudestrahlend mit einer Rassel beschäftigt. Nein, er ist fordernd und wissbegierig, er braucht Action und Aufmerksamkeit. (Manchmal frage ich mich, wie ich eigentlich zum Schreiben und zum Lernen kommen. Aber Anton schläft ja zwischenzeitlich auch und alle Hausarbeit schiebe ich eben auf die Zeiten, in denen er wach ist und ich ihn mitnehmen kann. Irgendwie klappt das schon alles.)

Also, für ein bisschen Zeit zum Kräftetanken und Entspannen würde ich liebend gern mein schönes Heim für ein paar Tage gegen ein Hotelzimmer tauschen. Am liebsten ja mit Anton. Denn ohne ihn gibt es vielleicht ruhige Momente, aber gleichzeitig fehlt die Lebensenergie und Freude, die er uns zusätzlich beschert. Ein paar Tage Wellnessurlaub schweben da in meinem Kopf. Vielleicht Whirlpool, Massage und Sauna? Gestärkt von einem grandiosen Frühstück mit frisch gepresstem Orangensaft ins Freie gehen, tagsüber wandern, um dann abends im warmen Wasser zu entspannen und noch ein paar Runden zu schwimmen. Seit Anton seinen Spaß beim Baden hat, stelle ich es mir sehr lustig vor, mit ihm in einem Babybecken zu sitzen und zu plantschen.

In Familienhotels, wie dem Hotel Galtenberg im Alpbachtal, stellt man sich komplett auf Familien ein. Bei der Planung unseres Sommerurlaubs merke ich bereits, dass wir vieles beachten müssen: Gibt es am Strand oder am Pool Sonnenschirme, sind die Zimmer groß genug für ein Reisebett oder werden Babybetten gestellt? Sehr viel leichter ist es hingegen, und es gibt einem sicher auch viel Ruhe, wenn sich das Hotel den Familien angepasst hat und gute Lösungen anbietet. Das Hotel Galtenberg ist beispielsweise mit Babyutensilien (z. B. Babynahrung, Wickeltisch, Hochstuhl usw.) ausgestattet. Hier fängt also die Entspannung schon an; darum muss man sich nicht kümmern oder es ist keine Katastrophe, wenn man irgendetwas vergessen hat. Außerdem kann man mit den Babys im Babybecken toben oder es mit einer Massage verwöhnen lassen. Und was vielleicht am Interessantesten ist: eine Babybetreuung wird angeboten. Wie gesagt, wir haben Anton sehr gerne um uns und in den letzten Monaten gab es kaum Momente, in denen wir nicht zusammen waren, aber mittlerweile kann ich mir gut vorstellen, ihn während einer Wellnessbehandlung in kompetente Hände zu geben. Um ihn dann ganz erholt noch lieber zu knuddeln. Denn Fakt ist, dass ich zur Zeit häufig nachts wegen dem Herrn Sohnemann aufstehen muss und sich mein Erholtseinzustand auf ein Minimum reduziert hat.

Nichtsdestoweniger bin ich davon überzeugt, dass ich auch mit Baby entspannen kann und würde jetzt am liebsten die Koffer (wieder) packen - für ein Wellnessurlaub in den Bergen.
 
 

05.05.2014

Buchtipp: Ich werde Mama




In den ersten Wochen meiner Schwangerschaft war das Schwangersein noch sehr unwirklich. Nur mit meinem Freund teilte ich dieses Geheimnis, das nicht viel größer hätte sein können. Keiner ahnte etwas, während wir uns mit dem Gedanken vertraut machten.

Als Internetkind fand ich natürlich auf Anhieb genügend Lektüre, um mich in das Thema "einzuarbeiten". Entweder Informationen mit medizinisch fundierten Kenntnissen, persönliche Erfahrungsberichte, wüste Foren oder Mama- und Schwangerschaftsblogs.

Obwohl ich alles online nachlesen konnte, wollte ich dennoch ein Buch haben, in dem ein Rundumschlag aller wichtigen Details der Schwangerschaft und der ersten Tagen beinhaltet sind. Zugegeben, sehr lange habe ich nicht gesucht. Ich habe es tatsächlich einmal geschafft, mich innerhalb einer halben Stunde querlesen zu entscheiden.

Das Buch Ich werde Mama - Mein Begleiter durch eine glückliche Schwangerschaft (im Dorling Kindersley Verlag erschienen) wirkt von außen etwas kitschig. Leider sind die meisten Schwangerschaftsbegleitbücher überaus kitschig gestaltet. Hier gefällt mir aber das eigentliche Layout und die Themen ziemlich gut. Es ist nicht zu informativ, aber die wichtigsten Informationen erhält man auf einem Blick. Es beginnt mit dem Kapitel Gesundheit und Lebensweise, in dem Themen wie z. B. der Sport in der Schwangerschaft, aber auch Kleidung, Schlaf oder Partnerschaft aufgegriffen werden. In der Geburtsvorsorge geht es um Geburtsvorbereitung, die möglichen Vorsorgetests, die Wahl des Geburtsorts oder die unterschiedlichen Geburtsarten. Es folgt ein Schwangerschaftskalender mit jeweils einer Doppelseite pro Schwangerschaftswoche mit interessanten Facts. Im Kapitel Bald kommt das Baby werden Tips zum Einkaufen gegeben. In Wehen und Geburt werden viele Themen der klassischen Geburtsvorbereitung bearbeitet: der Geburtsvorgang, die Lage des Babys, Schmerzlinderung, die verschiedenen Wehenphasen etc. Das Buch schließt mit dem Kapitel Das Baby ist da!. Hier geht es um einige Basics im Handling mit dem Baby, also Stillen, Windeln wechseln, baden, massieren sowie die erste Begegnung mit dem Neugeborenen.

Auch wenn nicht alle Themen immer auf mich passten oder für meine Schwangerschaft interessant waren, empfehle ich dieses Buch vor allem deshalb, weil es alle Themen grob umreißt und man somit die wichtigsten Informationen auf einen Schlag hat. Gleichzeitig ist das Buch mit den Schriftarten, Fotos und Untertiteln nett aufgemacht. Das Buch bietet aber keinesfalls detaillierte Informationen. Dafür  sollte man dann doch wieder Mister Internet einen Besuch abstatten oder für gewisse Themen Nachschlagewerke besorgen.

01.05.2014

Für eine Zukunft mit Hebammen


Am kommenden Montag, den 05.05.2014, wird der Internationale Hebammentag noch einmal stark dafür genutzt, um auf die aktuelle, schwierige Situation der Hebammen aufmerksam zu machen.

Auch in Mainz tut sich an diesem Tag etwas! Ab 12.30 Uhr findet eine Laufdemonstration ab Schillerplatz durch die Innenstadt statt und wird mit einer Kundgebung um 13.30 Uhr vor dem Theater abgeschlossen. Es wird bunte Luftballons geben und Umfragebögen werden verteilt, in denen es um den bisherigen Kontakt zu Hebammen und unsere erwartenden Konsequenzen vom Wegfall aller freiberuflichen Hebammen geht. Die Umfragen werden dann "an Politiker" verschickt, wie mir meine ehemalige Hebamme erklärte. Auf dem Gutenbergplatz steht zwischen 12.00 und 15.30 Uhr ein Infostand.

Nicht nur Mainz beteiligt sich am Hebammenprotest, in vielen deutschen Städten finden am Internationalen Hebammentag Info- oder Demonstrationsveranstaltungen zur aktuellen Lage statt. Auf der Website des Hebammenverbands könnt ihr alle Aktionen einsehen.