28.05.2014

one tiny little story



In der neuen Reihe one tiny little story erzähle ich eine klitzekleine Geschichte aus unserem Alltag. Sie ist nicht zwingend lustig und benötigt keine Pointe. Einfach ein Moment aus der vergangenen Woche.

Anton war in seinem kurzen Leben schon drei Mal krank. Nie etwas wirklich Schlimmes, immer eine Erkältung, diesmal sogar mit nahtlosem Übergang zur Bronchitis. Die Krankheiten sind aber deshalb so gemein, weil sie immer zu einem richtig doofen Zeitpunkt kommen. Immer dann, wenn wir gerade ein "gute Phase" haben. Wenn Anton gut isst, gut schläft und tagsüber gut drauf ist. Die Zwischenphasen dauern sehr lange und ich genieße diese "guten Phasen" besonders stark. Aber die doofe Erkältung hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Antons Tagesrhythmus ist durcheinander und nachts wacht er häufig auf. In diesen Zeiten werde ich ziemlich dünnhäutig. Man sollte sich lieber nicht mit mir anlegen, vor allem nicht nachts. Alle Diskussionen, die gerade in so schwierigen Tagen häufiger vorkommen, sollten also möglichst auf einen Zeitpunkt verschoben werden, in dem man grundsätzlich entspannt ist. Jede harte Nacht mit einem in zwei-Stunden-Rhythmus aufwachendem Baby, das sich schwer von Schnuller, Wasserflasche, Schuckeln, Kuscheln, Wickeln oder Stillen beruhigen lässt, scheint mit seinem Verhalten am Morgen in Vergessenheit zu geraten. Dann will Anton schmusen, er macht Späße und brabbelt, klettert auf mich drauf und Spuckefäden finden ihren Weg zu mir.
Anscheinend macht Anton in den Krankheitsphasen auch immer einige Entwicklungen durch, die sich in seinem Gemütszustand bemerkbar machen. Das Ergebnis sind Augenblicke wie diese: Anton kann kaum still auf dem Rücken liegen und dreht sich ständig auf den Bauch. Was noch viel interessanter ist, er dreht sich seit ein paar Tagen um die eigene Achse und macht die ersten Krabbelbewegungen.

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