23.06.2014

Studieren mit Baby // Teil 3



Wir hatten letzten Dienstag die "Notsituation", dass meine Eltern im Urlaub waren und ich uns noch nicht bei der Notfallbetreuung vorgestellt hatte. In der Woche zuvor war ich guter Dinge und freute mich fast schon auf diese Herausforderung. Aber an diesem besagten Dienstag war ich dann doch ziemlich aufgeregt. Was hatte ich uns nur eingebrockt? Anton kann zwar ein lieber Junge sein, aber still sein, das ist kaum möglich.

Bei mir startet alles mit einer guten Vorbereitung. :) Ich habe mir vorher die Veranstaltungsräume gut angeschaut und mit beiden Dozenten gesprochen. Während einer sofort einverstanden war, meinte die andere, dass wir es versuchen könnten, sie sich aber nicht sicher sei, ob es klappen würde. Sie habe selbst zwei kleine Kinder und wisse, dass Kinder nicht nur still seien. Ich packte eine Decke, Knäckebrot zum Knabbern (und somit Stillsein), genug Wasser und leises Spielzeug ein. Am Dienstag starteten wir unseren Tag wie gewohnt und Anton machte ab 10 Uhr seinen Vormittagsschlaf. Gegen 11 Uhr musste ich ihn allmählich aufwecken, weil er angezogen werden sollte und wir mit dem Bus hochfahren mussten.

Wir kamen zehn Minuten früher an und ich wollte unsere kleine "Station" aufbauen, wobei unser Kurs dann spontan den Raum wechseln musste. Der erste Raum ist ein großer Hörsaal mit vielen Stufen und einem schneller Zugang nach draußen. Eigentlich perfekt. Am Anfang der Veranstaltung saß Anton noch im Kinderwagen und bekam sein Mittagessen. Diesmal ausnahmsweise in Form von Fläschchen statt Brei. Anton war ganz ruhig und entspannt und ich konnte mich wirklich gut auf die Folien konzentrieren. Allmählich wurde er natürlich wacher und wollte sich bewegen. Aber auch hier klappte es gut mit der Aufmerksamkeit. Als ungefähr die Hälfte der Zeit vergangen war, musste ich Anton wickeln und bin danach wieder in den Raum reingegangen. Aber so lange wollte er dann nicht mehr ruhig spielen. Er quietschte immer wieder, schmiss irgendwas zu Boden und schließlich fing er an zu meckern. Ich bin dann wieder schnellstens rausgegangen, weil ich niemanden verärgern wollte. Letzten Endes war Anton wach und gut drauf, er wollte spielen, und deshalb blieb ich draußen vor der Tür. Zum Schluss war die Tür aber offen und ich bekam noch Einiges mit.

Zu Beginn des zweiten Seminars schlief Anton ein. Und für mich ganz unglaublich, schlief er die kompletten eineinhalb Stunden im Kinderwagen! Die Dozentin begrüßte anfangs alle Studenten, "auch die kleinsten unter Ihnen".

Mein Fazit: Als Notlösung ist das Mitnehmen von Babys auf jeden Fall möglich. Aber dennoch hoffe ich, dass ich nicht so schnell wieder in dieser Lage sein werde. Ich war den kompletten Morgen angespannt und hoffte, dass alles klappt. Anton war zwar perfekt drauf (besser als zu Hause!), aber ich fand es ganz schön unfair, ihm ständig den Mund zu halten zu wollen; egal ob mit Schnuller, Flasche, Beißring oder Knäckebrot. Trotzdem hat Anton sehr gut mitgemacht und ich habe in der ersten Veranstaltung ungefähr die Hälfte aktiv mitbekommen. Ein Versuch war es also wert.

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