30.07.2014

one tiny little story


Als wir letzte Woche an der Bushaltestelle standen und wieder einmal auf den zu spät kommenden Bus warten mussten, kam ein Müllauto vorbei. Anton wurde unruhig und ich setzte ihn in seinem Buggy auf. Als er den Müllwagen sah, fing er an zu wackeln und wurde ganz aufgeregt. Seit diesem Tag schaut er jedem Bus und jedes Fahrrad hinterher und freut sich über die fahrenden Objekte. Gestern Abend nach dem starken Gewitter wollte Anton so gar nicht ins Bett gehen: Alle paar Minuten kam ein Feuerwehr- oder Krankenwagen entlang, meist mit Sirene und Blaulicht, und wir standen mit Anton am Fenster und beobachteten die Szenerie. (Und dabei ist mir eingefallen, dass Anton noch kein einziges Spielzeugauto besitzt.)

29.07.2014

Studieren mit Baby // Teil 4 // Ein Fazit.


Jippie yeah, was feier ich die ersten Tage meiner Semesterferien! Vierzehn Wochen bin ich jede Woche mindestens zwei Mal hoch zur Uni gefahren, habe die Folien vor- und nachbereitet und hatte einige Abschiede und Willkommen-Zurück-Szenen mit meinem kleinen Baby. Jetzt, nach drei Wochen Power-Lernen und drei geschriebenen Klausuren, möchte ich ein Fazit über das erste Semester im Studium als Mutter ziehen.

Uni tut gut
So gern ich auch meine Zeit mit Anton verbringe, nach fast sechs Monaten annähernd pausenloser Verantwortung für meinen Sohn, tat es mir wirklich sehr, sehr gut, Zeit für mich zu haben. Diese Zeit war zwar keine, in der ich tun und lassen konnte, was ich wollte, aber ich konnte einem Ziel nachgehen, für das ich mich entschieden hatte. Es tut gut, im Leben voranzukommen. Meine sogenannte Qualitytime verbrachte ich also damit, mir Vorlesungen anzuhören und diese nachzubereiten. Und vor allem konnte ich im Bus wieder sitzen!! Zwanzig Minuten Busfahrt ohne Umsteigen, die Welt vollkommen ausblenden und ein Buch lesen. Mir tat es gut, an der Uni wieder altbekannte Gesichter zu sehen und in meiner halbstündigen Mittagspause K. regelmäßig zu treffen. Selbst der mir sonst so unliebsame Smalltalk störte mich nicht (nicht mit K., sondern mit den altbekannten Gesichtern). Und dann sitzt man in einer Vorlesung, erfährt Interessantes und Spannendes über die Griechische Vasenmalerei, die Hagia Sophia in Konstantinopel oder den Werkbegriff. Neunzig Minuten, in denen man fast ausschließlich auf das neue Wissen konzentriert ist und alles Andere kurz mal zur Nebensache wird.


Studieren mit Baby ist anstrengend. 
Vor Beginn des Studiums war meine Grundeinstellung, dass ich es schon relativ locker und sicher gut schaffen werde, mit Anton zu studieren. Letzten Endes stimmte es auch. Wenn man nicht alles zu ernst nimmt und gleichzeitig gut und großzügig plant, klappt vieles. Doch mit Baby zu planen ist (leider) nicht immer einfach. Das brachte mich immer wieder an den Rand des Beinahe-Wahnsinns. Ich organisierte unseren Alltag noch etwas straffer - traf mich seltener mit Freunden, hatte deutlich weniger Zeit für meine typischen Freizeitbeschäftigungen und nahm mir viel Zeit, um mit Anton zu spielen, als Ausgleich für die Stunden, in denen ich mit dem Studium beschäftigt war.


Organisation ist alles. Mein Lernplan.
Die Basis des Wissens ist bekanntlich die Wiederholung. Und seit meiner additional Schulzeit habe ich mir das stark zu Herzen genommen. Ich bereite wenn möglich zumindest die Stunden vor und recherchiere den Stoff. Ich plante also seit Beginn des Semesters zwei Tage pro Woche ein, an denen ich die Folien durchgehen wollte. In einer Arbeitswoche von fünf Tagen bleibt bei zwei Tagen lernen und zwei Tagen Uni nur ein komplett freier Tag pro Woche. Nach 10 Monaten ohne jegliche berufliche Verpflichtung musste ich mich erst daran gewöhnen. Gut, das gehört eben dazu. Das Studium ist wie ein Job. Und ich hatte in diesem Semester einen Teilzeitjob. Neben einem Vollzeitjob, dem Baby.

Einige Wochen vor Ende des Semesters begann ich, abends die Zeit, in der Anton schon schlief, zum Lernen für die Klausuren zu nutzen. Aber ich kam regelmäßig an den Punkt, an dem ich frustriert war. Die absolut schlechteste Phase des Tages, um produktiv auswendig zu lernen, ist für mich der späte Abend. Wenn ich um 21 Uhr anfange, dann driften meine Gedanken viel zu schnell ab, ich habe Schwierigkeiten, mich zu konzentrieren und ich merke dann, wie müde ich doch bin. Beim Abitur hat sich der Morgen bis zum späten Mittag sehr bewährt und nur zu gern wollte ich dieses System wieder anwenden. Aber mit Anton ist/war das kaum möglich. Er will spielen, er hat Hunger, dann bekommt er ausgerechnet in diesen Wochen zwei Zähnchen und ist drei Wochen eine Klette (aber eine ganz goldige Klette mit zwei weißen Mini-Zähnchen). Anfangs fiel es mir schwer, die wenige Zeit zu nutzen, die er tagsüber schlief. Das waren genau die Momente, in denen ich endlich mal unter die Dusche hüpfen konnte. Sehr viel blieb aber nicht, um effektiv zu lernen. Mein Freund, ganz der Projektmanager, machte mit mir einen Plan, wie ich die letzten drei Wochen so effektiv wie möglich gestalten konnte; sodass ich genug Zeit zum Lernen und Zeit für Anton hatte. Zeit, in der ich kein schlechtes Gewissen hatte, weil ich den anderen "Job" nicht richtig erledigte. Unter anderem sah der Plan vor, dass ich ein bis zwei Tage pro Woche bei meinen Eltern lernte.


Bei meinen Eltern konnte ich richtig abschalten. Kein Haushalt, kein kochen, das Baby nur in den Pausen bespaßen und ansonsten hauptsächlich Zeit zum Lernen. An diesen Tagen war ich am produktivsten. Mein Freund bot mir auch an, an ein oder zwei Tagen Urlaub zu nehmen und einige Freunde schlugen vor, für ein Stündchen auf Anton aufzupassen. Letzten Endes hatte Anton ein Mal einen Babysitter für eine Stunde. Da wir einen so gut durchkalkulierten Plan hatten, ging es auch ohne.

Ich stand also jeden Morgen um 6 Uhr, am Wochenende um 8 Uhr, auf und lernte mindestens eineinhalb Stunden. Anton wacht oft gegen halb 8 auf, sodass mein Freund selbst genug Zeit hatte, um sich für die Arbeit fertig zu machen. Am Wochenende folgte nach einem kurzen Frühstück die zweite Lernphase. An allen übrigen Tagen war damit meine Hauptlernphase auch eigentlich schon vorbei. Tagsüber hatte ich dann das eigentliche Problem. In den Zeiträumen, in denen ich mich am besten konzentrieren kann, ist Anton wach und braucht meine Aufmerksamkeit. Da er nicht jeden Tag gleich viel und insgesamt auch nicht besonders viel schläft, ließ ich alles stehen und liegen, sobald er schlief. Da musste die nasse Wäsche auch mal eine Stunde länger in der Waschmaschine warten. Mein Schreibtisch war immer vorbereitet, der aktuelle Lernstoff oder das Buch lagen offen und ich konnte direkt loslegen. Da war kein Platz für Prokrastination. Ich schaffte es fast immer, so konsequent zu sein und mein Kopf machte mit, sich auch gleich aufs Wesentliche konzentrieren zu können. (Ganz häufig saß ich aber um 13 Uhr immer noch im Pyjama in der Wohnung, weil ich Antons Vormittagsschlaf ausnutzte.) Die Zeiten am Abend versuchte ich mit weniger anspruchsvollen und dennoch wichtigen Aufgaben zu füllen: abschreiben, Karteikarten beschriften, Lernzettel "gestalten", Sekundärliteratur vorbereiten, usw.

Der Lernplan mit sehr intensiven Lerntagen am Wochenende oder bei meinen Eltern, sowie fest eingeplante Lernzeiten plus Extra-Lernzeiten, wenn Anton schlief, ging bei mir auf. Ich freute mich über jede halbe Stunde, die ich dem Tagesziel überbieten konnte und ärgerte mich natürlich dann auch, wenn ich an anderen Tagen etwas weniger schaffte. Aber dennoch hatte ich einen Tagesstundensatz, der sich mit Studenten ohne Baby vergleichen lässt. Hinzu kommt, dass ich rein charakterlich und vielleicht auch altersentsprechend fokussierter bin als viele meiner Kommilitonen (teilweise Jahrgang 1994. Putzig.).


Sekundärliteratur
Leider ist unser Freund, das Internet, in meinen Studienfächern keine ausreichende Bezugsquelle für Sekundärliteratur oder generell Informationen. Während des Semesters reichten mir die Folien und Wikipedia für den Überblick, doch merkte ich in meiner Lernphase, dass ich auf jeden Fall in die Bibliothek musste.

Zu unserem speziellen Fall muss vielleicht Folgendes gesagt werden:
Ich war nur an zwei Tagen an der Uni. Ich fuhr mit dem Bus hoch, Vorlesung (Pause, Vorlesung) und dann musste ich mich schon beeilen, den nächsten Bus nach Hause zu bekommen. Ich bin dankbar für jede Minute, in der ich Aufpasser für Anton hatte, aber wirklich viel Zeit auf dem Unigelände hatte ich nicht. Das hieß für mich also, dass ich entweder mit Anton zur Bibliothek gehen musste, was aber jederzeit schwierig werden konnte. Ich sag nur lautes Baby in stiller Bib. Oder ich konnte an den Wochenenden, an denen mein Freund zu Hause war, nochmal zur Uni fahren.

Auch hier "organisierte" ich alles. Ich listete alle Bücher auf, die ich brauchen würde, bestellte sie in der Zentralbibliothek, wenn möglich und schaute bei den anderen Büchern, wo sie standen. An einem Sonntag machten wir dann also einen "Familienausflug" in die Bibliothek. Es gibt in der Bereichsbibliothek, in der sich die Kunstgeschichte angesiedelt hat, einen Familienraum. Dort gibt es Bücher, Spielzeuge, Tische und ein Sofa. Mein Freund und Anton verbrachten ihre Zeit hier, während ich mir einige Bücher holte, die für mich von Belang waren. Da die meisten Bücher nicht ausgeliehen werden durften, setzte ich mich zu meinen Männern und überflog die Themen, schaute die Stichworte nach, die für mich relevant waren und heftete überall Postits rein. Beim ersten Durchgang konnte ich schon sehen, dass ich zwei Bücher gar nicht benötigte. Ich kopierte alle Seiten, die wichtig waren, damit ich sie zu Hause durcharbeiten konnte. Leider wurde Anton zu diesem Zeitpunkt sehr, sehr unruhig, er wollte schlafen und war mit der Situation irgendwie überfordert. Das hieß für uns, dass wir uns auf den Heimweg machten. Mir fehlte noch ungefähr die Hälfte der Literatur. Zwei Tage später konnte ich die vier Bücher, die ich in der Zentralbibliothek bestellt hatte, abholen.

In der Bibliothek lernen konnte ich in diesem Semester nicht. Grundsätzlich brauche ich das auch nicht, weil ich an meinem Schreibtisch auch gut in einen Lernmodus komme. Dennoch hätte ich definitiv mehr Zeit für Literaturrecherche gebraucht. Mein to do für das nächste Semester: Ich suche schon während des Semesters die passende Literatur und kopiere oder bestelle sie.


Das nächste Semester
Noch während des Semesters wurde das System freigeschaltet, damit sich die Studenten für die Veranstaltungen des nächsten Semesters anmelden konnten. Ich habe frühzeitig angefangen, meinen Stundenplan zu erstellen und konnte damit auch die Betreuung von Anton planen. Ich werde nur Veranstaltungen bis 14 Uhr belegen und kann somit eine Halbtagsbetreuung beantragen. Glücklicherweise lagen fast alle Veranstaltungen in diesem Zeitraum. Da ich viele Methodik und Einführungsveranstaltungen habe, ist das völlig ok, die richtig "spannenden" Vorlesungen hebe ich mir für Zeiten auf, in denen Anton länger betreut wird. Ich habe einen kompletten Vormittag frei und freitags nur ein Seminar, sodass ich vermutlich/hoffentlich genug Zeit für Bibliotheksgänge und zum Lernen habe. Dennoch gehe ich fest davon aus, dass ich für die letzten Wochen wieder einen festen Lernplan brauchen werde. Da ich den Stundenplan bereits kenne, weiß ich auch, wie die Prüfungsanforderungen sein werden. Während des Semesters muss ich zwei Referate halten, am Ende des Semesters gibt es zwei Klausuren und wohl während der Ferien sind die Abgabetermine für zwei Hausarbeiten, die gleichzeitig auch die Modulabschlussarbeiten sind. Ich denke, das ist machbar.

der Rest
Dieses Semester hat mir deutlich gezeigt, wie wichtig es für mich ist, auch mit Baby einen Plan zu haben, der jedoch genug Freizeiten und -räume beinhaltet. Anton ist meine oberste Priorität. Es war nicht immer einfach, Kind und Studium unter einen Hut zu bringen, vor allem als Anton das Drei-Tage-Fieber hatte und mit seinen Zähnen zu kämpfen hatte. Immer wieder musste ich den Lernstoff liegen lassen, weil Anton nach einer halben Stunde aufwachte oder partout nicht alleine spielen wollte. Aber so ist es eben. Ich musste mich auch daran gewöhnen, weniger Zeit für Freundschaften, fürs Bloggen und für "me-time" zu haben.

Ich bin so dankbar für meine Eltern, die jede Woche zu uns kamen und meinen kleinen Buben so prima beschäftigt haben. Danke für die Blumensträuße und Kuchenstücke. Und vielen Dank, dass wir auch einige sehr effektive Lerntage bei euch verbringen konnten. Danke an H., die einen tollen Babysitter abgegeben hat!

Und ohne meinen Freund wäre dieses Semester sowieso nicht möglich gewesen. Danke, für die vielen Kaffees, die ich morgens an den Schreibtisch gebracht bekam, für's Aushalten von Antons und vor allem meiner (!) Launen, danke für den Lernplan, über den ich mich anfangs so ärgerte, für das Carepaket und den Pizza-Film-Abend vor der ersten Klausur und die vielen Ermutigungen.

Und nun?! Ich genieße den Sommer, hole einige Aktivitäten nach, freue mich auf die Zeit mit Freunden, den Urlaub, zwei Hochzeiten und und und. D r e i  M o n a t e  S e m e s t e r f e r i e n !

24.07.2014

Hochzeitsgast: Outfitoptionen für's Baby


Wir sind in diesem Sommer gleich auf zwei Hochzeiten eingeladen. Es sind zwar noch ein paar Wochen hin, aber die Vorbereitungen sind bereits angelaufen. Auch Anton bekommt einen Part. Bei der ersten Hochzeitsfeier, singen und spielen wir und der kleine Mann wird mit der Rassel den "Takt" angeben. Wir müssen noch fleißig üben, damit auch alles gut klappt :-) 

So langsam sollte ich mir auch über sein (und mein!) Gastoutfit Gedanken machen, schließlich wird in unserem engsten Familienkreis geheiratet. Aber wie das so mit der Bubenkleidung ist, bin ich zwar fündig geworden, aber noch nicht ganz zufrieden mit den ausgewählten Kleidungsstücken.

Die Mädchenmamas unter uns haben es wieder etwas einfacher. Hier ist meine aktuelle Auswahl - sehr sommerlich und mädchenhaft und für die Jungs etwas herbstlicher und legerer.

Prinzessin: Kleid von Bonton, Sandalen von Zara, Strickjacke von Bonton

Blumenmädchen: Kleid von Louis Louise, Sandalen von Pèpè

Retro-Baby: Culottes von Bobo Choses, Sandalen von Zara, Kleid von Bonton

kleine Ballerina: Kleid von Emile et Ida, Ballerinas von Tocoto Vintage

Lässig: Hemd von Zara, Hose von Zara, Cardigan von Hartford, Sandalen von Easy Peasy

Lässiger: Hemd von Zara oder Hemd von Le Petit Lucas du Tertre, Sandalen von Tip Toey Joey, Shorts von Zara

Partyboy: Hose von Gray Label, Tshirt von Imps & Elfs, Sneaker von Zara


22.07.2014

one tiny little story


Seitdem es so warm ist (und unser Baby wohl gerade sein drittes Zähnchen bekommt), schläft Anton tagsüber wieder deutlich länger, schläft nachts durch, wacht aber sehr früh schon auf, durch meinen Wecker um 6 Uhr morgens. Nachdem ich heute Morgen die Morgenstunde gar nicht zum Lernen nutzen konnte, weil mein Baby quietschfidel und fordernd auf meinem Schoß sitzen wollte, gab ich es auf und wir legten uns gegen 7 Uhr noch einmal zum Papa ins Bett. Wie nicht anders zu erwarten war, schlief ich schnell ein und auch Anton war im Schlummerland. Er bekam nicht mit, dass wir in die Küche zum Frühstücken gingen, weil er so fest schlief, und ich legte ihm seine Wasserflasche ins Bett. Irgendwann hörten wir Anton Geräusche machen, ich rann hoch ins Schlafzimmer und sah Anton mit dem Kopf auf der Fußseite des Bettes auf dem Bauch liegend und grinsend. Und neben ihm lag eine leere Wasserflasche. Das heißt, Anton ist aufgewacht, sah und packte die große 200ml Wasser umfassende Flasche, hob sie an seinen Mund und trank sie leer. Danach drehte er sich wohl auf den Bauch, wanderte ans Fußende und fing dann zu erzählen an.

Ich bin mächtig stolz auf den kleinen Mann, dass er versteht, dass in der Flasche etwas zum Trinken für ihn ist, dass er trinken kann und dass er es geschafft hat, so eine schwere Flasche an seinen Mund zu bekommen. Bravo!

15.07.2014

Mit Baby im Museum: One Minute Sculptures von Erwin Wurm im Städel Frankfurt



Anton ist ein Baby, dass sich sehr stark für seine Umwelt interessiert und immer nach etwas Neuem Ausschau hält. Diese Seite an ihm liebe ich sehr und es macht mir riesig Spaß, ihm den einfahrenden Zug, den großen Hund oder den Verschluss einer Flasche zu zeigen. Der kleine Mann ist ein guter Beobachter, der gleichzeitig eine gewisse Aufmerksamkeit fordert. In den meisten Fällen finde ich das sehr gut, doch es gibt einige wenige Situationen, in denen ein ruhiges, immer schlafendes Baby den Moment vereinfachen würde.

Seit Jahren schaue ich mir die aktuellen Ausstellungen in den bekannten Frankfurter Museen an und freue mich immer wieder, wenn eine neue Ausstellung angekündigt wird. Oft schaffe ich es erst am Ende des Ausstellungszeitraums nach Frankfurt zu fahren. In unserer Familie bedarf es nun ein wenig mehr Planungsaufwand, da wir uns gerne gemeinsam die Ausstellungen ansehen, und das geht dann nur am Wochenende.

Als ich das erste Mal mit Anton auf einer Ausstellung war (das war wohl der Rundgang der Kunsthochschule Mainz Ende Januar), schlief er noch relativ viel. In der Zeit, als Anton wach war, schaute er sich die bunten Skulpturen an und war ganz begeistert von den vielen Farben und den anderen Besuchern. Wir waren den ganzen Tag über in der Akademie, ich habe ihn in der Cafeteria gestillt und wir ließen uns Zeit. (Die Rundgangsparty fiel nur leider für mich aus.)

Weil der erste Versuch so gut funktionierte, war ich ganz begeistert, mit Anton bei der Kunstpause für Mamas im Städel teilzuhaben. Aber schon hier zeigte sich, welche Schwierigkeiten es geben kann - in unserem Fall es immer gibt - wenn man mit Baby im Museum ist. Wie gesagt, Anton ist nicht leise und er schläft nicht viel. Nach einigen Ausstellungsbesuchen, alleine und gemeinsam mit meinem Freund, weiß ich, dass ich für einen entspannten Museumsaufenthalt entweder alleine unterwegs sein müsste oder mir viel Zeit, Geduld und Energie einplanen muss.

Es liegt wohl am glatten Museumsboden und an der Ruhe, dass Anton spätestens im ersten Raum schon wach wird und dann partout nicht mehr einschläft. Die Mahlzeiten und Wickelphasen scheinen auch immer genau dann zu sein, wenn wir erst ein paar Kunstwerke gesehen haben. Und Antons aah und brrr Rufe "stören" die typische Museumsruhe.

Nach anfänglichem Unmut meinerseits bin ich mittlerweile sehr gelassen. Mit Baby kann oder muss man Kunst eben anders erfahren. Vielleicht erfordert es, dass man sich eher ausgewählte Kunstwerke ansieht, dass man öfter eine Pause im Museumscafé macht und sich somit viel Zeit einplanen muss oder dass man sich die Ausstellung nicht nur einmal ansieht. Ich bin sehr flexibel geworden. Am Schlusstag der Ausstellung "Esprit Montmartre" in der Schirn Anfang Juni war es so voll und Anton hungrig und verärgert, sodass wir uns kurzerhand mit der Babybetreuung und der Besichtigung abwechselten.

Was macht man aber, wenn man alleine mit einem kleinen Wuselmann unterwegs ist?


Anton und ich waren vor Kurzem gemeinsam im Städel und haben uns die Installationen von Erwin Wurm angesehen. Diese Installationen sind vielmehr weiße Podeste inmitten des Gartens oder der Städelschen Ausstellungsräume. Wir kennen die Sammlung relativ gut und gingen daher ganz gezielt auf die Suche nach den weißen Podesten. Hier findet man nämlich schwarze Filzstiftzeichnungen und kurze Anweisungen für "One Minute Sculptures", die der Besucher mit den ausgelegten Alltagsgegenständen machen soll. Wir hätten kaum einen besseren Tag für unseren Museumsbesuch auswählen können. Am heißesten Tag der Woche versteckten wir uns im Museum, während alle anderen wohl im Schwimmbad waren. So schien es mir jedenfalls, denn wir waren so gut wie allein im Museum. Ich genoss es sehr, denn so störte Anton niemanden mit seinem Geplapper, wir hatten eine Art riesiges Wohnzimmer mit Kunstwerken und konnten uns mit Erwin Wurms Arbeiten "austoben".

Wir gingen also auf die Suche nach den weißen Podesten, die in den Räumen verteilt waren und versuchten einige Aufgaben auszuführen und Fotos davon zu machen. An dieser Stelle danke an den Museumswächter, der anbot, uns zu fotografieren! Es machte wirklich Spaß, interaktiv an der Ausstellung teilzuhaben, "Kunst zu machen" und uns Zeit lassen zu können. Wir machten aber nicht nur bei den One Minute Sculptures mit, sondern schauten uns diesmal auch verstärkt einige Alte Meister an (Oh, dieser Vermeer!) und ich zeigte Anton alle möglichen Tiere, die es auf den Leinwänden zu sehen gab. Wir saßen viel auf den Bänken und ruhten uns aus. Und zum Abschluss gab es einen Cappuccino im Museumscafé.

Die Fotos geben euch eine bildliche Dokumentation über unseren schönen und lustigen Tag im Städel.


Wie sind eure Erfahrungen im Museum mit Baby? Bei größeren Kindern, nutzt ihr die Kinderworkshops oder -führungen?


Die Ausstellung One Minute Sculptures von Erwin Wurm war bis gestern, 13.07.2014 im Städel zu sehen und zu entdecken. Die Ausstellung zeigte Videos und Fotografieren vorangeganger One Minute Sculptures und forderte die Besucher Teil des Gesamtkunstwerkes zu werden. Das Städelblog wurde zum Wurm Blog umfunktioniert und wurde somit Bestandteil von Wurms Schaffen.
Erwin Wurm, 1954 in Österreich geboren, ist einer der erfolgreichsten Gegenwartskünstlern seiner Generation und hinterfragt mit seinen Arbeiten den traditionellen Skulpturbegriff.
#erwinwurm 




 


 

 





 





09.07.2014

one tiny little story


Momentan bin ich ganz gut im Prioritätensetzen - ich lerne viel (vielleicht immer noch zu wenig für drei Klausuren) und lege das meiste auf Eis, das nicht mit Nekropolen, Basiliken oder den Stifterfiguren des Naumburger Doms zu tun hat. Außer natürlich meine kleine Familie, insbesondere Anton. (Und bis ich diese viel Zeilen schreibe, musste ich schon zwei Mal unterbrechen.) Deshalb sind die Blogposts rar und können nur dann geschrieben werden, wenn Anton in Ruhe spielt. (Meine Hoffnung in den letzten Tagen: ab August habe ich frei!)

Am Montag haben wir eine Tagesmutter besucht und wir sind begeistert! Sie ist eine vom Hessischen Jugendamt geprüfte und zertifizierte Tagesmutter, die drei Kinder unter drei Jahren beaufsichtigt. Ich laufe 15 Minuten zu ihr oder kann an der Haltestelle an unseren Haus ein- und in 7 Minuten bei ihr aussteigen. So, wie wir sie kennengelernt haben, ist sie eine sehr liebevolle Frau, die viel mit den Kindern draußen ist, Mutter ist, selbst kocht, musiziert und darauf achtet, dass die Kinder "Gemeinschaft lernen" (erst frühstücken, wenn alle Kinder da sind, gemeinsames Zähneputzen, usw.). Sie hat viel Erfahrung und Anton war ganz begeistert, bei ihr zu sein. Und sie ist sehr flexibel, was die Zeiten angeht. Das ist in unserem Fall nicht unwichtig und hat viel mit meinem Stundenplan und den Betreuungsgebühren zu tun, aber das an anderer Stelle mal.

Dennoch haben wir uns (noch) nicht entschieden, ihr zuzusagen. Wir werden uns vom Jugendamt noch eine weitere Tagesmutter zuweisen lassen, die wir besuchen möchten. Und das ist unsere letzte Aktion in Sachen Betreuung. Wir stehen auf alle Wartelisten der Kitas in unserer Umgebung und haben bereits drei Tagesmütter besucht. Der Besuch am Montag hat mir Hoffnung gemacht, dass alles klappt und dass Anton gut betreut wird. Trotzdem finde ich es auch ein wenig heftig, dass mein kleines Baby schon so groß ist, dass er halbtags bei einer fremden Person sein wird. 


Und heute Nacht endet das Gewinnspiel. Vergesst nicht, euch einzutragen! :)

02.07.2014

Mami kann nicht leben ohne ... Spucktücher! & Give Away



Was habe ich in der Schwangerschaft Einkaufslisten gesucht und gelesen, erstellt und abgehakt. So viele Dinge wollten besorgt werden. Und natürlich haben wir, wie fast alle Eltern, manches ganz unnötig und zu viel gekauft, einige Dinge kamen viel zu bald in den Keller oder wurden in eine Ecke des Kinderzimmers gestellt. Aber so geht es wohl den meisten. Es macht eben Spaß und verstärkt die Vorfreude noch ein wenig, wenn man für das Baby einkauft.

Es gibt aber auch einige Anschaffungen, die zweifelsohne notwendig und sinnvoll sind. Spucktücher sind beispielsweise eine wichtige Investition. Sie kommen bei uns ständig zum Einsatz, anfangs noch viel mehr als mittlerweile. In den ersten Wochen nutzte ich sie vor allem, wenn Anton spuckte und kotzte. Sie dienten mir beim Stillen, wenn die Milch spritzte oder als Sichtschutz, wenn ich öffentlich stillte und keiner zuschauen sollte. Als Schnuffeltuch braucht Anton es immer noch im Babybett oder im Kinderwagen, um (am einfachsten) einzuschlafen. Wir benutzen Spucktücher immer wieder als Sonnensegel, wenn die Sonne scheint, und befestigen sie mit einer Klammer am Kinderwagen. Es kann Halstuch und Lätzchen sein, Decke und Pucktuch. Und selbst wenn ich mal etwas verschütte, habe ich immer ein Tuch zum Aufwischen dabei. Das absolute Allround-Talent also.

Der wohl bekannteste Hersteller dieser Spucktücher ist aden+anais. Die Tücher aus Baumwollmusselin fühlen sich toll an und sind von guter Qualität. Und das Sortiment liefert eine breite Auswahl an Motiven und Mustern, die nicht kindisch sind. Nicht nur die Spuckücher haben es mir angetan, sondern auch die Bettwäsche, der Schlafsack, die Lätzchen und Decken.

Ich bin ganz happy, euch heute ein Classic Swaddle (120x120cm, im Design Flying Dog und Medallion) und ein Easy Swaddle (Größe s/m, im Design star bust) verlosen zu dürfen. aden+anais haben mir zwei Päckchen zur Verfügung gestellt und ich bin mir sicher, ihr werdet ganz viel Freude damit haben! (Ich würd's ja am liebsten selbst behalten! (: )

Was ihr tun müsst, um an der Verlosung teilnehmen zu können? Ganz einfach! Entweder unter diesem Post oder unter diesem Instagram Bild einen Kommentar hinterlasen und schon landet ihr im Lostopf. Teilnehmen kann jeder über 18 und in Deutschland lebend. Das Gewinnspiel endet am 09.07.2014 um 24.00 Uhr.






madamlinae und frauvoneden sind die glücklichen Gewinner! Ihr habt Post :)