25.09.2014

Anton verreist: Erfahrungen im Urlaub


Ich teile meinen Urlaubsbericht in die Teile "Vor der Reise", "Fliegen mit Baby, speziell Iberia" und "Erfahrungen im Urlaub" auf, die nach und nach veröffentlicht werden.

Im letzten Bericht möchte ich auch noch meine allgemeine Beobachtungen, die bisher noch nicht erwähnt wurden, mit euch teilen.


flexibel bleiben: Man muss bedenken, dass man mit Kind immer länger braucht. Ein paar Minuten vor diesem Fahrstuhl stehen, dann an der Ampel warten (müssen) und manchmal den nächsten Fahrstuhl gar nicht erst finden können. Außerdem findet man nicht immer einen geeigneten Wickelplatz oder kann das Gläschen nicht aufwärmen.

- Rhythmus beibehalten: Ich glaube, das hier ist ein sensibler Punkt, daher möchte ich euch nur davon berichten, wie wir es gemacht haben. Wir merken, dass es Anton grundsätzlich gut tut, wenn wir gewisse Dinge, wie Essens- und Schlafenszeiten, jeden Tag zur möglichst der selben Zeit tun. Das heißt, dass wir ihn zu seinen normalen Zeiten haben essen lassen und uns auch angepasst haben. Abends wollten wir gerne gemeinsam essen und dafür mussten wir aber um sieben schon fertig geduscht und angezogen sein. Das ist gar nicht so einfach. Ähnliches Anpassen mussten wir auch am späten Abend. Anton geht im Normalfall gegen halb 9 schlafen. er schläft am besten in einem Bett. Im Kinderwagen kann er zwar tagsüber oder nachts schlafen, aber er schläft dann entweder sehr unruhig oder eher kurz. Das heißt in der Praxis, dass wir nur wenige Male bis ca. 22 Uhr spazieren waren und dann später große Probleme hatten, Anton ins Bett zu bringen. Ziemlich doof. Aber so sind unsere Erfahrungen. Deshalb blieben wir an den anderen Abenden im Zimmer, setzten uns auf den Balkon, von dem aus wir einen direkten Blick auf den Mond und das Meer hatten, holten die Karten hervor und tranken spanisches Bier. Flexibel bleiben, auch wenn man sich einen klassischen Stranderholungsurlaub anders vorstellt. Auch für den Vormittagsschlaf, der in den meisten Fällen um die zwei Stunden dauert, konnten wir Anton nicht im unbequemen Buggy oder auf der Wiese schlafen lassen. Es ist ihm dann zu hell, er hat Probleme, überhaupt einzuschlafen und schläft dann höchstens eine halbe Stunde. (Wir haben es trotzdem probiert und waren unglücklich damit.) Also hieß es für uns, auch in der Mittagszeit im Zimmer bzw. auf dem Balkon zu bleiben. Während mein Freund in dieser Zeit häufig auch ein Mittagsschläfchen machte oder unser Mittagessen vorbereitete, las ich meistens auf dem Balkon, auf dem gerade die Sonne schien. Ich brauchte zwei Tage, bis ich kapierte, dass der Urlaub eben so aussehen würde. Trotzdem war es super, wir hatten eine gute Zeit am Strand, machten uns eine gute Zeit im Zimmer und genossen es dann einfach, endlich wieder in Ruhe lesen zu können. Das ist ja irgendwie auch Urlaub.





- Erholung: Erholung kann ja manchmal auch etwas zu kurz kommen, deshalb gab es ein oder zwei Mal am Tag für jeden eine halbe Stunde Auszeit. In dieser Zeit hatte der andere die volle Verantwortung für den kleinen Mann, sodass man in Ruhe lesen oder schwimmen konnte. Das tat gut, wir verbrachten trotzdem viel Zeit miteinander und man konnte kurz von Antons Beschäftigung abschalten.

- Sonnenschutz: Wir befanden uns meistens unter einer Palme oder einem Sonnenschirm, denn im Schatten gibt es einfach den allerbesten Schutz gegen die Sonne. Ansonsten crèmten wir Anton mit der Avène Sonnencrème ein und setzten ihm einen Sonnenhut auf. Vor allem wenn wir baden gingen! Auch beim Planschen im Wasser behielt er einen Sonnenhut auf und ich legte ihm ein Spucktuch auf dem Rücken. Die Sonneneinstrahlung war viel zu stark.



- Windel wechseln: Wo wir schon alles gewickelt haben! Da haben wir gar keine Probleme :) Bei den Windeln haben wir so unsere Erfahrungen gemacht. Wir hatten zirka eine halbe Packung in Antons Koffer gepackt, weil wir anfangs nicht wussten, wie schnell wir in einen Supermarkt kamen. Da unser Gepäck erst am nächsten Tag nachkam, mussten wir Windeln einkaufen. Von Caro wusste ich, dass die Pampers in Spanien Dodot heißen. Die Activity Windeln konnte ich aber auch an der Verpackung erkennen. In dem nächstgelegenen Supermarkt gab es nur sehr große Packungen, sodass wir uns für Biowindeln entschieden. Wir dachten, dass diese Packung inklusive die Windeln im Gepäck reichen würden, doch mussten wir dann noch eine Packung kaufen. Letztlich hätte eine große Packung gut bewährter Dodot gereicht. Denn mit den Biowindeln haben wir leider sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Anton hatte nach diesen Tagen so einen wunden Po, dass er sogar beim saubermachen aufschrie. Nie wieder spanische Biowindeln!!



- Mahlzeiten: Anton ist so ein guter und unkomplizierter Esser und das macht richtig Spaß. Im Urlaub haben wir den Übergang zur (Fast-)Familienkost begonnen. Eingepackt hatte ich Prémilchpulver für die Morgenmilch (grob abgewogen bzw. gelöffelt für die Urlaubszeit) , Getreidepulver für den Abendbrei und zwei Fruchtgläschen für den ersten Urlaubstag. Aufgrund des missgünstigen Umstands, dass unser Gepäck zu spät ankam, wurde schnell umdisponiert. Anton bekam nun morgens (außer eben am ersten Tag) seine Milch und saß dann mit uns am Frühstückstisch. Er hat immer Hunger! Und deshalb blieb er nicht lange ruhig und bekam ein zweites Frühstück. Mein Freund und ich wechselten uns mit der Fütterungs- oder Betreuungsaufgabe ab, damit wenigstens einer von uns seinen eigenen starken Hunger stillen konnte. Mittags bekam Anton entweder das, was wir aßen (meistens Brot, Avocados, etc.) oder ein Getreidegläschen. Nachmittags ein Fruchtgläschen und abends aß Anton wieder mit uns am Tisch. Da er abends immer um 19 Uhr sein Abendessen bekommt und wir gemeinsam essen wollten, mussten wir flexibel bleiben. Beim Buffet gab es warmes Essen, also Kartoffeln, Gemüse, Fleisch und Fisch, danach frische Früchte. Er bekam/bekommt immer seinen eigenen Teller, von dem er sich die Stückchen selbst holen kann oder wir ihn füttern. Für die Zubereitung der Milch oder der Breie habe ich stilles Wasser aus der Flasche genommen. Wenn Mütter stillen, ist es vielleicht die einfachste Form an Mahlzeiten geben. Doch finde ich, dass wir es auch sehr leicht hatten. Im Speisesaal gab es viele Hochstühle, sodass Anton mit uns am Tisch sitzen konnte. Außerdem konnten wir die Mikrowelle nutzen. Anton macht es nichts aus, wenn seine Morgenmilch kalt ist, er mag gekaufte Gläschen und selbstgemachte Breie. Wir hielten seine Essenszeiten während der Urlaubstage und der Flugzeiten ein, sodass es keine Verwirrungen gab.



- Buggy: Im ersten Bericht erwähnte ich bereits, dass wir uns für die Reise einen Buggy kauften, weil wir nicht wollten, dass unser Bugaboo Cameleon beschädigt werden könnte. Ich denke, dass das eine gute Idee war. Wir fanden für 30 Euro einen gebrauchten und gut erhaltenen Buggy, den wir am Tag vor der Abreise erstmals ausprobierten. Schon dort zeigten sich die ersten Mängel: Die Griffe sind leider nicht höhenverstellbar und
 zu niedrig für uns. Zum ersten Mal seit Antons Geburt hatte ich Rückenschmerzen. Und obwohl ich sehr darauf achtete, dass die Rückenlehne verstellbar war, war ich in der Praxis nicht damit zufrieden. Anton hing selbst bei der aufrechtesten Position wie ein nasser Lappen im Kinderwagen. Ich kann daher nur raten, dass man etwas genauer beim Kauf eines gebrauchten Buggys auf die Funktionen schaut, als wir das gemacht haben.



- Reisebett: wurde uns vom Hotel zur Verfügung gestellt. Darauf haben wir bei der Hotelauswahl geachtet.



- Stranddecke: Mir ist aufgefallen, dass uns eine Stranddecke gefehlt hat. Ich hatte nur ein Kapuzenhandtuch für Anton dabei, doch wollte er ja vor und nach dem Baden auf dem Sand oder der Wiese spielen. Weil wir meistens im Schatten waren und es manchmal schon die ersten frischen Winde gab, setzten wir Anton auch auf unsere Handtücher, damit er auf der kalten Wiese sitzen musste. Mit einer Extra-Decke wäre es etwas bequemer gewesen.




- Spielzeug: Ein Eimer mit Schaufel, Rechen, Förmchen und Gießkanne waren der absolute Hit. Ich nahm aber auch zehn, zwölf Bauklötzchen mit, viele Bücher, weil er diese wirklich sehr liebt, ein Auto, einen Ball (!) und bisschen Krimskrams. Wahrscheinlich schlagen jetzt manche die Hände über dem Kopf über so viele Spielsachen. Doch denke ich, dass es richtig war. Anton spielt sehr gerne, aber ihm wird auch schnell langweilig. Wir hatten genug für sieben Tage dabei. Natürlich sind dann auch noch genug Gegenstände in der Umgebung da, die spannend sind. Im Hotelzimmer beispielsweise konnte er gar nicht aufhören, mit dem Zimmertelefon zu telefonieren.

- Schwimmring: Zum Baden hatten wir auf einem Kinderbasar einen Schwimmring gekauft.

- Reiseveranstalter: Uns war es gar nicht bewusst, dass wir beim Transfer keinen Autositz für Anton hatten. Darüber hatten wir vorher gar nicht nachgedacht. Am ersten Tag brachte uns ein Reisebus ins Hotel. Wir saßen in der letzten Reihe und ich hielt Anton auf dem Schoß. Da er schon sehr müde war, funktioniert das sehr gut. Auf dem Rücktransfer saßen wir mit einem anderen Paar in einem Transporter. In Deutschland hätte ich es nie zugelassen, dass Anton einfach auf meinem Schoß mitangeschnallt wurde. Wir hatten irgendwie erwartet, dass ein Kindersitz zur Verfügung gestellt wird, wenn man eine Reise plus Baby bucht. Beim nächsten Mal werden wir das mit dem Veranstalter vor der Reise abklären.



Fazit

Mit einem Baby zu reisen und Urlaub zu machen, ist eine gute Sache. Irgendwie ist es auch das Normalste der Welt. Für uns war es gut, dass wir Antons Rhythmus beibehielten und er sich damit wohl fühlte. Anton hat viel gesehen und durch die neue Umgebung wurde er regelrecht animiert, Neues zu lernen. Bei der nächsten Reise würden wir auf einige Dinge achten. Aber auch dann werden wir Manches übersehen, weil Anton größer wird und damit auch andere Bedürfnisse hat. Wir hatten einen schönen Urlaub, auch wenn er nicht im klassischen Sinn erholsam war. Aber wir waren als ganze Familie unterwegs, verbrachten schöne Tage gemeinsam und waren an einem völlig anderen Ort. Ich freue mich schon sehr auf das nächste Mal, ganz egal, ob mit Flugzeug, Bahn oder Auto, im Hotel oder in der Ferienwohnung, am Gardasee oder am Atlantik.



Und noch ein Tipp für die Mamis am Schluss. Beim Bikini solltet ihr auf einen Doppelknoten achten. Anton spielte so gerne mit den Bändeln des Bikinis, dass ganz plötzlich den Knoten nicht mehr hielt...




Kommentare:

  1. Toller Bericht, Betty! Die Matschbilder sind dei besten! :-)

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    1. Ich danke dir, meine Liebe! Oh ja, Anton hatte richtig viel Spaß :)

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  2. Danke für deinen ausführlichen Bericht! Wir verreisten bisher sehr gerne und oft. Ich hoffe, dass das auch mit Baby klappt. Wir waren für ein paar Tage in den Bergen beim Wandern, aber eine Flugreise haben wir uns bisher noch nicht getraut. Der kleine Mann wird jetzt 6 Monate alt und ich bin gespannt, wann wir das erste Mal mit ihm Fliegen. Ich finde es auf jeden Fall super spannend zu lesen, wie andere mit Baby verreisen. Den ein oder anderen Tipp kann man immer gut gebrauchen. Liebe Grüße, Katharina

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    1. Katharina, das freut mich, dass du manche Tips gebrauchen kannst. Im Nachhinein merke ich, dass es eigentlich egal ist, wie man vereist, dass ich es aber einfach auch gerne mal ausprobieren wollte :) Ich wollte sehen, wie Anton so reagiert. Der nächste Trip wird wieder eine Städtereise in Deutschland mit dem Auto oder mit der Bahn.

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