20.09.2014

Anton verreist: Fliegen mit Baby, speziell Iberia




Ich teile meinen Urlaubsbericht in die Teile "Vor der Reise", "Fliegen mit Baby, speziell Iberia" und "Erfahrungen im Urlaub" auf, die nach und nach veröffentlicht werden.


Vier Flüge mit einem Baby, das noch nie geflogen ist - hat bei uns prima geklappt.



Allgemeine Informationen und Tipps:

Im Vorfeld habe ich mich mit unserer Airline Iberia auseinandergesetzt. Welche Richtlinien gibt es für Babys und Kleinkinder? Bei Iberia speziell dürfen Babynahrung und -getränk (1 Liter) mitgenommen werden. Auf dem Rückflug haben wir das sogar ausgereizt. Wir nahmen  außer einem vollen Fläschchen noch zwei halbe Literflaschen mit Antons Getränk sowie in der Tasche meines Freundes noch einmal eine 1,5 Liter Flasche mit Wasser mit. Alles ist durchgegangen. Auch Nahrung haben wir viel mitnehmen müssen, da wir den kompletten Tag unterwegs waren, d. h. drei Mahlzeiten. Auch das hat geklappt. Weiterhin dürfen pro Kind ein Gepäckstück extra, ein Kinderwagen und eine Wickeltasche als Handgepäck mitgenommen werden. Wir haben jedoch nur zwei Koffer für drei Personen benötigt - dafür aber drei Taschen im Handgepäck.

Wir durften den Buggy, den wir eigens für die Reise gekauft haben, bis zum Flugzeug mitnehmen, dann wurde er uns abgenommen und im Frachtraum verstaut. Nach der Landung händigten uns die Mitarbeiter den Buggy relativ direkt aus, also direkt an der Flugzeugtür. Das war sehr praktisch. Die beiden Taschen konnten so gut transportiert werden, Anton konnte immer im Buggy liegen und teilweise schlafen und auch bei unserem dreistündigen Aufenthalt am Madrider Flughafen war er einfach nützlich. Interessant ist aber auch, dass es in Madrid kleine Buggys für den Flughafenaufenthalt gibt, die man sich einfach leihen kann.

Für kleine Babys gibt es im Flugzeug ein Körbchen, in dem sie liegen und schlafen können. Anton ist dafür schon zu groß und da wir keinen extra Platz für ihn gebucht hatten, musste er auf unserem Schoß sitzen. Ehrlich gesagt hatte ich nicht damit gerechnet und als ich zwei Tage vor dem Flug mit der Service-Abteilung von Iberia schrieb, war ich etwas überrascht. Das konnte ja heiter werden, in einem engen Flugzeug mit drei Personen auf zwei Plätzen. Und dann noch ein paar Stunden.


Am Schalter kommt man mit Baby schneller durch und hat Priorität, teilweise werden Familien auch aufgerufen, früher zu kommen. 

Mir ist immer wieder aufgefallen, dass ich zu viel Handgepäck dabei hatte. Wegen des dreistündigen Aufenthalts in Madrid und einer Gesamtreisezeit von 13 Stunden hatte ich sehr viel Spielzeug eingepackt. Doch dieses musste auch immer getragen und verstaut werden. Das Flugzeug ist auch interessant für Babys, es gibt Knöpfe und Tüten, Menschen und Fenster. Dennoch bin ich soweit froh, denn Anton wollte trotzdem auch mit den Spielsachen spielen. Er ist gerade in dem Alter, in dem nichts lange spannend bleibt. Das Handgepäck wird das nächste Mal trotzdem definitiv leichter. Doch da werde ich dann schauen müssen, was zu Hause bleibt oder in den großen Koffer kommt.

Bei Abflug und Landung sollte das Baby trinken, damit es den Druck in den Ohren regulieren kann. Anton liebt es zu trinken und trank fast eine ganze Flasche leer.

Wie ihr gleich lesen könnt, hatten wir fast immer Glück mit Antons Rhythmus und den Flugzeiten. Aber bei der Planung macht es auf jeden Fall Sinn, sich die Flugzeiten ganz genau anzusehen. Vielleicht macht es bei manchen Kindern mehr Sinn, abends zu fliegen, wenn sie sowieso müde sind und überall schlafen können.

 


Und wie waren nun die Flüge?

Flug Nr. 1 FRA - MAD // Ein bisschen aufgeregt waren wir. Aber das legte sich schnell. Die Stewardess fragte uns, ob wir schon einmal mit Anton geflogen seien und erklärten uns dann, wie der Extra-Anschnallgurt funktioniert und dass ich im Notfall als erstes mir selbst die Sauerstoffmaske aufsetzen sollte und danach dem kleinen Mann. Anton bekam Hunger und wir gaben ihm ein leckeres Vollkorn-Früchte-Gläschen. Danach spielte er mit dem Garderobenanhänger, lächelte alle Menschen an, hüpfte von Mama zu Papa, während diese abwechselnd lesen konnten, und las in seinem Lieblingsbuch. Schon jetzt bewährte es sich, dass er die Spielzeuge schon eine Woche lang nicht gesehen hatte. Nun waren sie richtig spannend.

Flug Nr. 2 MAD - AGP // Nach einem dreistündigen Aufenthalt in Madrid (siehe unten), in dem Anton über eine Stunde schlafen konnte, stiegen wir wieder in das Flugzeug. Dieser Flug war ganz kurz. Wir hatten aber Glück, dass das Flugzeug nicht sehr voll war und wir drei Plätze nebeneinander hatten. Endlich Platz! Anton konnte toben, so viel er wollte. Nur am Ende des Fluges, während des Landens, als alle angeschnallt sein mussten, stank es plötzlich furchtbar, aber wir kamen nicht bis zur Toilette durch.



Flug Nr. 3 AGP - MAD // Ein anderer kleiner Junge saß nur wenige Reihen vor uns, was großartig war. Die beiden Jungs saßen bzw. standen im Flur und "spielten" miteinander. Ansonsten war der Flug ähnlich wie Nr. 1, nur glücklicherweise ganz kurz.

Flug Nr. 4 MAD - FRA // Das erste Mal hatten wir nun eine brenzlige Situation. Anton war übermüdet und hungrig und dabei war das Boarding noch nicht einmal zu Ende. Wir saßen also wohl zwanzig bis dreißig Minuten im Flugzeug, bevor es überhaupt losging (Familien werden bevorzugt und dürfen als erstes rein). Das mit dem Essen war nicht das Problem, Gläschen hatte ich genug dabei. Aber während die Passagiere eintrudelten und wir Anton fütterten, mussten wir die Plätze wechseln, weil sich keine zusätzliche Sauerstoffmaske über unserem Platz befand. Nachdem Anton satt war und das Flugzeug startete, war er todmüde und konnte nicht einschlafen. Am liebsten ist ihm eine ruhige, dunkle Situation oder ein regelmäßiges Ruckeln im Kinderwagen. Also mussten wir und alle anderen Mitflieger ungefähr eine dreiviertel Stunde sein Gejammer aushalten, bis er endlich in meinem Arm einschlief. (Ich kann mich wirklich nicht erinnern, wann er das letzte Mal bei mir schlief...) Meine Methode: Spucktuch und Bauch reiben. Eine chinesische Familie hinter uns hatte auch ein schreiendes Kind, später sah ich, dass die Mutter das Baby stillte. Auch hier ein stinkende Windel ganz zum Schluss.


Unser Aufenthalt im Flughafen Madrid:

Als wir unsere abgeänderten Flugzeiten in der Email sahen, war ich etwas sauer. Wir hatten doch ganz bewusst nach einem Flug gesucht, der so kurz wie möglich sein sollte. Aber gut, mit der Reise fängt der Urlaub an. Und somit ließen wir uns nicht unterkriegen und machten uns dort eine schöne Zeit. Das Baby schlief direkt nach Ankunft ein und für uns gab es erstmal ein Mittagessen und danach einen Kaffee im Starbucks. In Madrid gibt es sehr viele Restaurants und Shops.



Man kann sich damit wirklich gut die Zeit totschlagen. Als Anton aufwachte, saßen wir noch auf einer gemütlichen Couch im Starbucks, tranken den Kaffee und fütterten und spielten mit ihm und machten natürlich Familienselfies :) Anstatt bummeln zu gehen, fanden wir etwas viel besseres. Es gibt einen Spielraum für Kinder. Hier gibt es ein Bällebad, eine Küche, Stillzimmer und einen großen Wickelraum mit Waschbecken so groß wie eine kleine Badewanne. Auch Feuchttücher und Babycrèmes werden zur Verfügung gestellt. Und das ganz kostenlos, man muss nur seine Bordkarte vorzeigen. Einziger Nachteil ist, dass die Räume nicht sehr liebevoll gestaltet sind. Man könnte aus dem Raum so viel machen. Anton hatte wirklich seinen Spaß. Er saß lange im Bällebad und spielten mit den Bobbycars. Er fand es auch ganz spannend, die anderen Kinder zu beobachten. Ich kann den Spieleraum also nur empfehlen!




Am Flughafen gibt es viele Wickelräume.

Und in Madrid gibt es Automaten mit teils veganer Babynahrung und Windeln plus Feuchttücher. Auch im Café The Soho Coffee gab es vegane Babygläschen zu kaufen. Da wir nicht mehr von den Gläschen abhängig sind, gab es bei uns teilweise auch einfach belegte Brötchen etc.


15 Minuten freies Wifi an spanischen Flughäfen sind ein Träumchen :)



Und das Sahnehäubchen:

Als wir in Malàga ankamen, kam die böse Überraschung - unser Gepäck war noch in Madrid! Das war sehr ärgerlich. Nachdem wir eineinhalb Stunden mit der Dame am Iberia Schalter sprachen, hatten wir nur zwei Überlebenssets (mit Deo, Zahnbürste, -pasta, Schlafanzug, Rasierer) in der Hand und die Aussage, das Gepäck käme am nächsten Tag. Wir hätten eine hohe Priorität aufgrund des Babys. Aber was macht man, wenn man erst gegen 22 Uhr ins Hotel kommt, nicht mehr einkaufen kann, keine Milch für's Frühstück hat und nur noch zwei Windeln in der Tasche? Sorgen erstmal. Das Hotel half uns leider auch nicht richtig weiter (ansonsten bin ich aber mit dem Hotel zufrieden). Anton bekam dann für die Nacht Ananassaft in sein Mischwasser und wir wickelten ihn vor und dann erst wieder nach dem Schlafen. (Eigentlich müsste er nachts gewickelt werden, weil er sooo viel trinkt.) Morgens war dann unsere erste Amtshandlung des Tages der Gang in den Supermarkt, in dem wir uns mit Babyartikeln eindeckten. Gegen halb zwei kam unser Gepäck und der "Urlaub Urlaub" startete endlich.

Davon aber bald im dritten Bericht.


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