16.09.2014

Anton verreist: vor der Reise


Nervös war ich nicht, dass uns vier Flüge bevorstanden. Auch nicht, dass wir sieben Tage an einem heißen Ort verbringen würden, obwohl Anton Hitze gar nicht leiden kann. Aber ich war gespannt und ein wenig aufgeregt. Toll, unsere erste Flugreise mit Baby sollte eine wichtige Erfahrung werden.

Ich teile meinen Urlaubsbericht in die Teile "Vor der Reise", "Fliegen mit Baby, speziell Iberia" und "Erfahrungen im Urlaub" auf, die nach und nach veröffentlicht werden.


Vor der Reise

Vor der Reise habe ich natürlich viele Informationen auf Blogs und bei Freunden gesammelt. Wie wurde geplant, was war ihnen wichtig, wie war der Urlaub? In vielen Baby-/Elternzeitschriften wird im Sommer auch vermehrt über den Urlaub geschrieben. Input hatte ich also genug. Nun war es bei uns auch so weit: wir planten den Sommerfamilienurlaub. Dabei beachteten wir folgende Punkte:

- die Wahl des Urlaubsortes: abgesehen von den eigenen Interessen und Vorlieben suchten wir zunächst einen Urlaubsort in einem Radius von ca. drei Flugstunden. Ich wollte sehr gerne nach Mallorca, weil ich dort noch nie war und schon so viele interessante Berichte dazu gehört hatte. Aber die Flugzeiten waren so schlecht, dass wir weitersuchten. Irgendwann fanden wir dieses Hotel (an der Costa del Sol, Spanien) und entschieden uns bei dem Angebot zuzuschlagen. Uns war bewusst, dass wir deutlich länger unterwegs sein würden. Dass dann aber später noch die Flugzeiten verschoben wurden, wir insgesamt 13 Stunden on tour waren, davon allein drei im Flughafen Madrid, konnten wir nicht voraussehen. Generell kann man noch darüber nachdenken, wie nahe der Strand gelegen sein soll (wenn man einen Strand haben möchte; Sand- oder Kiesstrand?) und ob es einen Supermarkt in der Nähe gibt (wir waren fast jeden Tag dort). Bedenken sollte man auch das Klima im Urlaubsort. Ganz klar ist, dass man sein Kind impfen sollte bzw. sich gezielt informieren muss, wenn man in gefährdete Gebiete fliegt.

- die Wahl des Verkehrsmittels: hängt natürlich mit der Wahl der Urlaubsortes zusammen. Will man mit der Bahn an die Ostsee fahren oder mit dem Auto an den Gardasee? Oder wie wir mal das Reisen im Flugzeug mit einem Baby ausprobieren? Ich war ganz gespannt und neugierig, wie Anton mitmachen würde und freute mich darüber, dass wir uns für einen klassischen Pauschalurlaub am Meer entschieden.

- die Wahl der Unterbringung: Hotel, Appartement oder Campingplatz? Alle Möglichkeiten haben ihre Vor- und Nachteile. Wir wollten mal eine Woche lang nicht kochen (mein Freund kocht sehr gern und gut) und uns um nichts kümmern müssen. Wir entschieden uns für ein Hotel mit Halbpension. Das Hotel war nicht kinderunfreundlich, hatte auch einen Spielplatz, Hochstühle und Reisebetten, doch gab es kein extra Babybecken. Uns machte das aber nichts aus. Eine Überlegung wert wäre es auch, ob es im Zimmer einen Kühlschrank oder eine Kochecke gibt, ob im Speiseraum verfügbare Mikrowellen stehen und wie weitläufig die Anlage oder das Hotel ist. Gibt es viele Treppen, weil es am Hand liegt?

- Reisezeit: unsere Überlegung war, nicht in der Hauptsaison zu fahren und wir lagen damit für uns sehr richtig. Die Hotelanlage war nicht over-crowded und es war nicht allzu heiß.


- Kinderpass beantragen: im Bürgeramt, kostet 13 Euro, notwendig ist ein möglichst biometrisches Passbild, man bekommt es direkt ausgehändigt, Mutter und Vater müssen sich vorstellen (oder Einverständniserklärung plus Ausweis) und die Geburtsurkunde muss vorgelegt werden

- Buggy kaufen: wir lieben unseren Bugaboo Cameleon und gerade deshalb kauften wir einen gebrauchten Buggy für 30 Euro, der uns im Urlaub begleitete. So mussten wir keine Angst vor Kratzern haben, die ihm im Flugzeug zugefügt wurden. Wir haben darauf geachtet, dass er schnell und klein zusammenklappbar ist. Wir haben erst während der Reise gemerkt, dass er zwei Nachteile hatte, die uns beim Kauf nicht bewusst waren. Es gab zwei Halteposition (halb sitzend und liegend - was ganz wichtig ist), doch war die sitzende Ausrichtung immer noch zu flach. Anton hing oft wie ein nasser Sack im Kinderwagen. Außerdem gefiel uns nicht, dass die Haltegriffe für uns viel zu niedrig waren. Ich hatte erstmals Rückenschmerzen.



Einpacken

Mein Freund und ich packten unsere sieben Sachen in einen gemeinsamen, größeren Koffer und Antons Dinge kamen in einen eigenen Koffer. Das sagt ja schon Einiges aus. Obwohl ich versuchte, nicht jeden Krimskrams mitzunehmen, wurde der Koffer doch randvoll. Während ich den Kinderwagen und die Wickeltaschen transportierte, war mein Freund für die Koffer zuständig. Mehr Gepäck ging nicht!

Neben Kleidung, einem Handtuch und den typischen Sachen fand ich folgende Dinge auch sinnvoll:

Waschmittel: entweder nimmt man nicht zu viele Kleidungsstücke mit und wäscht dann nach und nach oder man reinigt schmutzig gewordene Wäsche, bevor sich der Dreck zu stark festtrocknet. Wir mussten ein paar Teile waschen und ich war froh, dass wir eine Reisetube dabei hatten. Andererseits gibt es auch immer Seife und Duschgele vom Hotel, die man nutzen kann. Im Urlaub trocknet die Wäsche glücklicherweise sehr schnell. Und für alle, die es ganz eilig haben, gibt es einen Wäscheservice.

Sonnenschutz: in Form von Sonnenhüten (wir hatten eine für's Wasser und zwei für's Trockene) und Sonnencrème (ich berichtete hier), manchmal auch Spucktüchern

Lebensmittel: ich nahm genügend Prémilchpulver für die morgendliche Flasche und Grießpulver für das Abendessen mit, damit ich keine neuen Packungen kaufen musste

Windeln: wir packten eine halbe Packung Windeln ein, damit wir nicht als aller erstes in den Supermarkt gehen mussten (mussten wir dann letzten Endes doch, weil unser Gepäck in Madrid hängen blieb)

Reiseapotheke: für den schlimmen Fall der Fälle. Fieberthermometer, Nasentropfen, Windelcrème, Fieberzäpfchen, Hustensaft, Zahnungsmittel


Handgepäck

Mein Handgepäck bestand aus einer Wickeltasche und einer großen Handtasche.
In der Wickeltasche befanden sich

Wickelutensilien und seeeehr viele Windeln

Spielzeug und Bücher: sein Lieblingsspielzeug und ein paar Bücher packte ich eine Woche vor der Reise weg. So fand Anton sie während der Reise wieder super interessant. Hat prima funktioniert.

Obst- und Getreidegläschen: wir waren 13 Stunden unterwegs, also mussten Mittag- und Abendessen sowie der Nachmittagssnack dabei sein. Ich habe auf Gläschen zurückgegriffen.

- ausreichend Getränke: Anton trinkt unheimlich viel. Er hat ständig Durst und braucht auch dringend die Flasche, um einzuschlafen. Da er (leider) kein pures Wasser trinkt, muss immer ein kleiner Schuss Apfelsaft mit in die Flasche. Deshalb hatten wir einen Liter Extraflüssigkeit eingepackt.

Manduca: viele empfehlen, die Manduca mitzunehmen, doch das hat sich völlig als unnötig erwiesen. Anton ist zum einen kein Baby, das gerne lange getragen werden möchte und außerdem gab es gar keine Situation, wo ich Anton hätte tragen können. Wir haben die Manduca nur zwei Mal im Hotel genutzt.


Meinen Geldbeutel, die Kamera, ein Buch und alle meine Utensilien habe ich in eine eigene Tasche gepackt. Das würde ich wieder so machen, weil ich das praktisch fand. Im Flugzeug war es relativ eng und deshalb ließ ich eine Tasche im Gepäckfach und die andere legte ich auf dem Boden ab. Ich würde aber definitiv leichter packen. Das ganze Geschleppe hat mich ziemlich genervt.


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