02.09.2014

Studieren mit Baby // Teil 5 // Summa cum Baby, ein Kapitel aus "Mama muss die Welt retten"



Ich habe mich eigentlich nie als eine dieser Powermuttis gesehen. Klar muss ich den Haushalt samt Baby stemmen, möchte meine Freunde treffen, meinen Interessen nachgehen und Zeit mit meinem Freund verbringen. Aber Karriere mache ich ja nicht. Im Moment jedenfalls nicht. Und ich steige nach der Elternzeit auch nicht wieder in einen Job ein.

Letzte Woche verfasste ich eine kleine Rezension über das Buch "Mama muss die Welt retten" von Caroline Rosales und Isa Grütering. Als ich zum zweiten Bericht einer dieser tollen Mütter kam, freute ich mich sehr, auch etwas über Studieren mit Baby zu lesen. Natürlich arbeiten auch Studierende an ihrer Karriere. Das ist mir nur meist nicht bewusst. Zu weit liegt noch mein Berufswunsch vor mir. Beim Lesen erinnerte ich mich wieder daran, dass ich zeitweise vielleicht auch zu "diesen" Müttern gehöre; dass ich auch mit Baby, auch als Mutter und auch während der Elternzeit an meiner Vita arbeite.


Das Kapitel "Wie Caro das Studium mit Neugeborenem stemmt" verhieß mir also einen spannenden und Mut machenden Bericht. Und wie waren also Caro's Erfahrungen?

Ihr war bewusst, dass das Studium mit einem Baby nicht einfach, sprich "ein Kampf" werden würde. Sie musste sich "auf das Notwendigste fokussieren und die Gelassenheit haben, alles andere auszublenden." Das hieß also, das Chaos und die unaufgeräumte Wohnung aus dem Blickfeld zu räumen und sich auf das Baby und das Studium zu konzentrieren. Sie merkte bald, dass das Studium nur möglich war, indem sie in anderen Bereichen Abstriche machte. Sie brauchte Zeit, die sie aber einfach nicht mehr hatte. Also mussten Beziehungen und Freundschaften daran glauben. Ihr Freund und sie lebten in diesen Wochen aneinander vorbei. Aber zum Schluss war sie glücklich und voller Stolz - sie hatte "gestillt und geschrieben", sie hatte alles geschafft und nun ein gutes Gefühl.

Und wie sah das Studium bzw. wie sahen die Leistungen ganz praktisch aus? Sie sprach nach der Geburt mit ihren Dozenten und bat sie, im ersten Semester Ersatzleistungen machen zu dürfen. Ihre Dozenten kamen ihr entgegen und gaben ihr Extra-Aufgabenstellungen oder weitere Hausarbeiten, die sie eben von zu Hause aus schreiben konnte. Sie war voller Ehrgeiz und nutzte die Zeit, während/sobald ihr Sohn schlief.

Im zweiten Semester wurde es schwerer. Sie musste Sprachkurse, Block- und Wochenendveranstaltungen belegen und sie hatte Präsenzpflicht. Im zweiten Semester hatte sie eine Babysitterin, die ihren Sohn anfangs in einem von der Uni bereitgestellten Raum beaufsichtigte. Die Babysitterin ein ganzes Semester zu bezahlen, war jedoch ein großes Finanzproblem und konnte nicht fortgeführt werden.

Sie bekam von ihren Dozenten dennoch viel Unterstützung und konnte ihren Sohn auch mal mit zu den Veranstaltungen nehmen. Wobei sie dort ganz unruhig war, weil sie die gesamte Zeit hoffte, dass ihr Sohn auch schön ruhig bliebe.

Zum Ende des 2. Semesters waren ihre Energie-Akkus so leer, dass sie erstmal eine Pause einlegte.

Ich konnte nicht in Erfahrung bringen, ob Caro ihr Studium beendet hat oder nicht. Sie hat auf jeden Fall ihr zweites Kind bekommen und schreibt aktuell an einem Buch.


Dieses Kapitel gab mir während der Schwangerschaft einen richtigen Selbstbewusstseins-Kick. Natürlich schaffe ich ein Studium mit Baby! Die Unis sollten als staatliche Einrichtung mal ein wenig auf die Mütter eingehen, usw. Auch heute profitiere ich von diesem Bericht und kann vielen Punkten zustimmen. Ich würde mir wünschen, noch mehr Erfahrungen von Müttern, die studieren zu lesen und bleibe deshalb an diesem Thema dran.

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