24.10.2014

mit Baby oder Kind im Hessischen Landesmuseum Darmstadt


Anton und ich waren gestern im erst kürzlich wieder eröffnetem Hessischen Landesmuseum Darmstadt. Ich war wirklich sehr gespannt, was uns erwarten würde, denn das letzte Mal war ich dort als Fünfzehnjährige mit meiner Klasse. Das ist eine lange Zeit - aber auch das Landesmuseum war für einige Jahre geschlossen und wurde von Grund auf renoviert. Mitte September konnten wir leider nicht zur Eröffnungsfeier gehen und deshalb nutzte ich die letzten Semesterferientage, um mit Anton die Ausstellungsräume zu besichtigen.

Das ist ja nicht der erste Museumsbesuch mit Baby, so dass ich schon Einiges im Museum erlebt habe. Meistens sehe ich weniger, als wenn ich alleine unterwegs bin, oft bin ich auch unkonzentrierter und nehme etwas weniger Input mit. Aber es bleibt ja immer etwas hängen! Deshalb war ich wieder sehr froh, als Anton schon auf dem Weg ins Museum einschlief. Der Museumseingang für den Kinderwagen befindet sich auf der linken Seite über den Museumsshop. Und dann wird es fast ein wenig kompliziert. Es gibt zwei Fahrstühle, die aber nicht alle Etagen anfahren. Man muss also zwischendurch "umsteigen". Mit einem Plan für Rollstuhlfahrer findet man sich aber ganz gut zurecht oder man fragt einfach die freundlichen Mitarbeiter.



In der Zeit, in der Anton schlief, raste ich also durch die Ausstellungsräume. Ich wollte mir einen Überblick verschaffen und nur punktuell die Arbeiten näher betrachten. Das gelang mir ganz gut. Das Landesmuseum Darmstadt beherbergt eine Gemäldegalerie mit Kunstwerken aus dem 13. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Außerdem findet man Säle der Vor- und Frühgeschichte, der ägyptischen Archäologie, Kunsthandwerkstücke der Kirchlichen und Fürstlichen Schatzkammer, Jugendstilarbeiten und viele weitere Abteilungen. In den eineinhalb Stunden habe ich natürlich nur einen groben Abriss gesehen. Aber es wird schnell klar, wie umfassend dieses Haus ausstellt.

Anton wachte auf, als ich gerade vor Lovis Corinths "Harem" stand. Ich unterbrach also meine Betrachtungen und ließ mich auf Anton ein. Glücklicherweise gibt es in dieser Etage Wickelräume für Papas und Mamas, in denen es viel Platz für den Kinderwagen gibt.

Dann machten wir uns auf den Weg in die Zoologische Abteilung. Ich wollte Anton die Tiere zeigen. Bei den Museumsbesuchen achte ich sehr darauf, dass ich nicht nur das mache, was mir gefällt, sondern dass ich auch für Anton immer ein bisschen Programm biete; dass wir eben beide etwas davon haben. Ihm gefielen die Tiere gut und auch ich staunte nicht schlecht. Was für eine Vielfalt.

Ich kann das Hessische Landesmuseum Darmstadt für einen Familienausflug wirklich sehr empfehlen. Da nicht nur bildende Kunst gezeigt wird (die natürlich auch sehr spannend für Kinder sein kann) und man alles von Tellern bis hin zu Ritterrüstungen findet, haben nicht nur die Eltern Spaß an der kulturellen Bildung, sondern auch schon die Kleinsten.


Und der Fun-Faktor: Die Zoologische Abteilung ist natürlich der Hammer. So viele (ausgestopfte) Tiere auf einem Fleck. Da gibt es unzählige Affen zu bewundern, verschiedene Vogelarten, einen Riesenkrebs, heimische und fremde Tiere oder eine große Sammlung von Skeletten. Selbst Anton fand es ganz interessant, vor allem, wenn ich die Tiergeräusche nachmachte. Nicht nur für die größeren Kinder ist der mittelalterliche Raum mit all den Ritterrüstungen und Helmen interessant. Es gibt viel zum Gucken und Staunen.

Auch überzeugen die Multimedia-Bildschirme für einen Familienausflug. Ich habe viele kleine Kinder gesehen, die sich riesig darüber gefreut haben, auf die Bildschirme zu drücken. Die Ausstellungstexte sind sehr informativ, so dass man bei Unwissenheit auch schnell mal spicken und dann ganz wissend die Möglichkeiten der Präparation vorstellen kann.


Wenn das Kind dann unruhig wird oder man einfach zwischendurch einen Kaffee trinken möchte, hat man dafür die Gelegenheit im Museumscafé. Bei schönem Wetter empfehle ich, sich in den Innenhof zu setzen.

Und wenn man lieber geschulte Museumspädagogen an die Kunstvermittlung der eigenen Kinder lassen möchte, dann gibt es verschiedene Angebote. Mir gefällt der Rundgang mit der Handpuppe "Museumsdirektor Dinkeltaler" sehr gut. In 45 Minuten entdecken Kinder im Alter von 4-6 Jahren die "kostbaren und spannenden Dinge des Hauses", wie es so schön im Programm heißt. (Eintritt frei) Oder zwei Mal im Monat können Familien mit ihren ab 6 Jahre alten Kindern beim Familienausflug teilnehmen. Hier werden in diesem Jahr vor allem Tiere in all ihren Formen besprochen (z. B. Vom klugen Fisch, der nicht mehr im Wasser leben wollte"). Auch Geburtstagsfeiern können in der Außenstelle veranstaltet werden. Hier lernen die Kinder in Workshops, wie sie Papier schöpfen oder Bücher binden usw. Für alle Großeltern ist der Großelterntag interessant. An diesen Tagen zahlen sie einen ermäßigten Eintrittspreis, wenn sie mit ihren Enkelkindern im Alter von 4-6 Jahren ins Museum gehen. Es gibt natürlich auch noch viel Programm für Kinder und Jugendliche, das ihr euch hier ansehen könnt.


Solltet ihr also aus der Umgebung sein oder ein paar Tage in Darmstadt verweilen, empfehle ich euch wärmstens, dem HLMD einen Besuch abzustatten. Uns hat es sehr gut gefallen.





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