19.11.2014

one tiny little story


Kennt ihr das? Ihr seid im Supermarkt, da hört ihr ein Kratzen und ein Schreien, ein Strampeln und Gezeter. Ein Kind liegt auf dem Fußboden und schreit, weil es das Eis nicht bekommt. Und ihr dreht euch peinlich berührt um und denkt euch: "Meine Kinder werden so nicht sein."

Es ist Montag Abend. Anton und ich müssen noch schnell in den Supermarkt bei uns um die Ecke, um die Einkäufe für das Abendessen zu erledigen. Auch mit Einkaufsliste brauche ich manchmal ein bisschen länger, wenn ich nicht weiß, auf was ich Hunger habe; erstmal inspirieren lassen. Zum Glück ist meine Einkaufstasche fast fertig gepackt und ich stehe "nur" vor dem Schokoladenregal, als meine Ohren plötzlich zu vibrieren anfangen. Es gibt einen ganz lauten und schrillen Schrei - direkt aus dem Mund meines Kindes. Mein lieber junger Mann hat am letzten Wochenende nämlich entdeckt, wie er seine Stimme noch einsetzen kann. Und es reicht ja nicht, nur einmal laut zu schreien, nein, es macht erst richtig Spaß, wenn auch jeder im Supermarkt diesen kleinen Menschen gehört hat. Sehr zum Leidwesen der Mutter. Peinlich ist es mir überhaupt nicht, nur unangenehm. Es ist so hoch und so schrill und so häufig. Das Schlimmste daran ist vielleicht, dass man daraufhin ganz genau beobachtet wird. Wie geht sie denn mit ihrem Kind um? Und wie sagt man denn seinem Baby, dass es aufhören soll, wenn es solchen Spaß an diesem Unfug hat? Nach etlichen Versuchen (mit warnender Stimme, ernstem Gesichtsausdruck etc.) löse ich die Situation geschickt an der Kasse und nachdem Anton die Miteinkäufer und die Kassiererin anlächelt, ist sowieso schon alles wieder vergessen.

Gelernt habe ich, dass ich nicht so schnell wieder denke: "Meine Kinder werden so nicht sein."

Kommentare:

  1. Hahaha, ich war gestern mit L. im Tragetuch Straßenbahn fahren, als er angefangen hat zu brüllen wie am Spieß und sich zu winden im Tuch, als wäre er sonstwo drin eingesperrt. Die blicke der umherstehenden waren sehr unangenehm und ich wurde erstmal nervös, bis ich das gemacht hab, was ich auch zuhause tun würde: ich habe ein bisschen getanzt und gesummt und schwupp, es war Ruhe :D aber ich hab dann auch an das gleiche denken müssen wie du und musste schmunzeln.

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    1. Ach, die Leute sollen sich mal nicht so anstellen! Ich glaube, ich habe schon einmal erzählt, dass mir dann eine Frau gesagt hat, unruhige Mütter haben unruhige Kinder?! Blöde Frau. :)
      Ich denke auch, man muss einfach gelassen bleiben und das machen, das gut für einen und das Kind ist!

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    2. Darauf kann man doch nur antworten: aufgeweckte Mütter haben aufgeweckte Kinder! Es kann ja nicht nur Trantüten geben!

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  2. Das macht meine Tochter (10 Monate) auch - ständig! Sie kreischt wenn sie sich freut, wenn sie sauer ist, wenn sie etwas nicht bekommt, wenn sie frustriert ist, weil sie etwas noch nicht/nicht schnell genug kann... Ich bin (ganz im Ernst) eh schon auf einem Ohr taub und habe einen Tinnitus und manchmal habe ich das Gefühl, mir zerreißt es das Trommelfell. Aber wie soll ich ihr klarmachen, dass das so unangenehm ist, noch dazu, in einem Moment, wo sie Freude empfindet und kreischt, weil Papa nach Hause kommt? ;) Ohrenstöpsel? Die bringe ich Montag am besten auch gleich zur Kita-Eingewöhnung mit.

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    1. Haha, das ist ein sehr aufmerksames Eingewöhnungsgeschenk :) Keine Ahnung, wie man den lieben kleinen Menschen beibringen soll, nicht ganz so laut zu sein. Wir versuchen ihm das Flüstern schmackhaft zu machen, aber das klappt nicht so recht :)

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