26.11.2014

one tiny little story


Letzte Woche beim Kinderarzt.
Anton hatte einen Impftermin und ich den ganzen Tag ein schlechtes Gewissen. Normalerweise stehe ich dazu, dass wir Anton impfen (und hier wünsche ich keine Diskussionen zum Thema Impfen :) ), doch an diesem Tag fand ich es einfach doof. Weil ich weiß, dass es ihm danach schlecht geht und weil ich weiß, dass er sich an den Stich erinnert. Autsch. Aber nachdem ich diesen Termin schon einmal verschoben hatte, mussten wir eben durch. Normalerweise kommen wir schnell dran, doch dieses Mal sollten wir eine Stunde warten. Und um die kleinen Geschehenisse in dieser langen Wartestunde geht es mir. Ich war ganz die Löwenmutter, im wahrsten Sinne des Wortes. 

Anton beschäftigte sich erstmal selbst richtig gut. Er schaute sich die anderen Kinder an, hangelte sich von einem Stuhl zum anderen und schaute ins Vorzimmer. Später las ich ihm sein aktuelles Lieblingsbuch vor und er blätterte es im Stehen oder im Sitzen auf meinem Schoß durch. Dann kam aber ein Junge, nennen wir ihn mal Dennis, und wollte mitlesen. Ich kenne Dennis' Eltern vom Bus und finde sie ziemlich eigenartig. Sie achten kaum auf ihr Kind und lassen jeden Quatsch durchgehen. Aber nicht nur seine Eltern sind eigenartig, auch Dennis selbst ist ein komisches Kind. Dennis stellte sich also neben Anton an den Stuhl und wollte das Buch auch durchblättern. Ich war sehr nett zu ihm, ließ ihn eine Seite blättern, dann Anton die nächste. Warum auch nicht, die Kinder können ja gemeinsam spielen. Aber irgendwann ließ Dennis nicht mehr locker und wollte ständig das Buch haben. Aber wie soll sich Anton denn wehren? Er ist so ein lieber und vor allem kleiner Junge. Und Dennis konnte laufen und reden. Dann fing Dennis an, auch noch Anton anzufassen und lief mit dem Buch weg. Und gab es nicht mehr her. Sein Vater schlief währenddessen. Auch später noch, im Behandlungszimmer, kam der stinkende (kaka gemacht erzählte er mir) Dennis ständig zu uns.

Dieser Junge war nicht unbedingt gemein und auch nicht böse, aber er hat richtig genervt. Anton soll ruhig mit anderen Kindern spielen und seine Sachen mit ihnen teilen, aber vielleicht störte mich an diesem Tag einfach, dass der Junge das machte, was er wollte. Und dass ihm der Vater überhaupt keine Beachtung schenkte. Ich merke einfach, wie sehr ich Mama bin, weil ich direkt auf Habachtstellung war und meinen Buben verteidigen wollte.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen