29.12.2014

Studieren mit Baby


Meine Ferien sind nur bedingt Ferien im eigentlichen Sinne: es gibt die Feiertage, an denen ich entspanne und wirklich nichts mache, außer mit der Familie zusammen zu sein, zu faulenzen, gutes Essen zu essen usw. Und dann gibt es die Lerntage, an denen ich zwar auch manchmal prokrastiniere und mir Zeit für uns zu dritt nehme, aber dann auch immer mit dem Lernpensum im Hinterkopf.

Wenn ich dann also prokrastiniere, lande ich eventuell seit langer Zeit mal wieder auf Facebook und klicke mich durch unzählige Seiten. Und finde dann ganz zufällig eine Gruppe, die mich kaum glücklicher machen könnte: die Facebook Gruppe "Studieren mit Kind". Für alle, die Mutter oder Vater sind und gleichzeitig studieren, sei diese Gruppe ans Herz gelegt. Es gibt einen regen Austausch zu allen möglichen Fragen und tolle Webseiten und Hinweise für Interessierte. Vernetzung, wie sie funktionieren sollte!

Habt es gut und genießt die freien Tage.


24.12.2014

Weihnachtsgrüße



Ihr Lieben,

die letzten Wochen waren turbulent und ihr könnt mir glauben, ich vermisse das regelmäßige Bloggen sehr. Dieses Jahr hatte ich eine anstrengende Adventszeit, die durch ein paar schöne Momente wie dem Nikolaustag oder dem Plätzchenbacken aufgelockert und verschönert wurden. Wir kauften und schmückten sogar einen Weihnachtsbaum. So richtig erwachsen. Und bis zuletzt mussten Geschenke gekauft und verpackt werden. Vor einer Stunde kam noch das letzte Paket an. Der arme Paketbote - wenn alle so kurzentschlossen online bestellen, dann hat er heute viel zu tun. Die letzten vier Wochen waren also andere als besinnlich. Dennoch, nach einem wunderbaren Tag gestern bin ich zur Ruhe gekommen. Wir waren noch einmal in der Innenstadt und haben zwei Geschenke gekauft, tranken Kaffee und aßen gemeinsam mit Anton drei Mini Muffins; und es war so mild und angenehm warm. (Für mich das perfekte Weihnachtswetter.) Abends schauten wir einen Weihnachtsfilm, aßen Nachos mit selbstgemachter Salsa und packten Geschenke ein. Es tat gut, einen Tag zu haben, an dem ich nicht zu viel "abzuarbeiten" hatte und an dem wir alle gesund waren. Un nun freue ich mich umso mehr auf die kommenden Feiertage. Anton macht jetzt schon große, nein riesige Augen, wenn er unseren Weihnachtsbaum sieht und ich bin mir sicher, dass er sich wahnsinnig über seine feinen Geschenke freuen wird.

Ich wünsche euch, dass ihr auch zur Ruhe kommt, dass ihr gesund seid, dass ihr schöne Geschenke bekommt und viel Freude beim Schenken habt, dass ihr das Glück bewusst erlebt und die kommenden Feiertage genießt. Die letzten Tage des Jahres sind angebrochen, habt eine wunderbare Zeit mit euren Familien und schafft tolle Erinnerungen.

Frohe Weihnachten!

19.12.2014

one tiny little story


Eine Situation, in der man erneut merkt, wie schön es ist, ein Kind zu haben: wenn Anton andere glücklich macht.

Auf unserem kurzen Weg zum Arzt stiegen wir in eine der fünf Buslinien, die alle in Richtung Kinderarzt fahren. Der Bus war voller Schulkinder und so standen wir im Kinderwagenbereich mit drei Mädchen, die wohl alle ungefähr zehn Jahre alt waren. Anton schaute die ganze Zeit in ihre Richtung und war sehr ruhig, weil er krank war. Ich hörte irgendwann ein Kichern, so ein richtiges Mädchenkichern, und dann Worte wie "süß... schau mal... das Baby". Ich musste schon etwas lächeln, weil die Mädchen ja selbst noch ziemlich klein sind. Und dann sagte das eine Mädchen: "Der blinzelt ja gar nicht. Schaut mal. Er sieht aus, als ob er mit offenen Augen schläft." Und wieder dieses Gekichere. Ich musste dann mitkichern. Denn diese Mädchen zeigten genauso unverhohlen ihre Neugier wie ihre Freude oder ihr Erstaunen. Und das ist etwas, das ich auch an Anton so liebe. Dieses direkte Emotionen-zeigen. Das können Kinder am besten. Und es ist tatsächlich so, dass Anton ganz, ganz selten blinzelt.

15.12.2014

CampusMum: Jana


In der Reihe CampusMum stelle ich euch Frauen vor, die neben Kind und Kegel noch ein Studium meistern. 
Ich frage sie nach ihrem wie, was und warum.

Heute gibt es ein spannendes Interview über den Spagat einer alleinerziehenden Mutter, dem Uniwahnsinn und das Gefühl, angekommen zu sein. Jana, ist 24 Jahre alt und wohnt mit ihrem Sohn Emil (August 2013) in Gießen. Neben ihrem Studium genießt sie ihre Zeit mit ihrem Buben, näht Kleidungsstücke oder ist gemeinsam mit Emil an der frischen Luft. Auf Instagram findet ihr Jana unter dem Namen emilchen_und_das_zuckermadchen.





Liebe Jana, wie schön, dass du beim Interview mitmachst! Ich bin ganz gespannt, wie du dein Studium meisterst und welche Erfahrungen du machst. Erzähl' uns doch bitte, was und wo du studierst.

Wir wohnen beide in der Nähe von Gießen, wo ich auch studiere. Ich studiere an der Justus-Liebig Universität Gießen B.Sc. Geographie im 5. Fachsemester und L3 Biologie und Erdkunde im 2. Fachsemester. Wobei das mit den Fachsemestern so eine Sache ist; aus unterschiedlichen Gründen habe ich vier Urlaubssemester genommen, sodass ich nicht so ganz nach "Plan" studiere. Bei Elternzeit in Hessen ist es möglich, im Urlaubssemester normal weiter zu studiere, bzw. Prüfungen abzulegen. Als nette Info nebenbei für die Vielen, die es leider nicht wissen :-/


Wie sieht dein aktuelles Semester aus? Wie viele Veranstaltungen besuchst du bzw. welche Studienleistungen erbringst du?

Eigentlich ist es ja normal, ca. 30 CP (Credit Points) pro Semester zu erbringen, ob ich das dieses Semester wirklich schaffe, weiß ich noch nicht. Ich denke ca. 24 werden es am Ende werden.

Explizit handelt es sich um ein Bachelorprojekt (Block à 8 Stunden), in dem ich mit Geoinformationssystemen arbeite (In dem Bereich werde ich dann wahrscheinlich auch meine Abschlussarbeit schreiben.), ein Geographiedidaktik Modul (Vorlesung+Seminar), ein Humanbiologie Modul (VL+Übung+Seminar), Chemie (VL + Praktikum). Ein Biologiedidaktik Modul habe ich bereits Anfang des Semesters in zwei Blockseminaren absolviert. Diese Art von Veranstaltung besuche ich am liebsten. Man hat es dann einfach abgeschlossen und "direkt" etwas geschafft. Ich finde das gerade immer dann aufbauend, wenn man ein Tief hat und am liebsten alles hinschmeißen würde, weil sich alles wieder in die Länge zieht, weil Gruppenarbeiten nicht so funktionieren wie sie sollen, ein Tag vorher Referate abgesagt werden etc. Blöder Uniwahnsinn eben. Denke, das kennen wohl alle irgendwie und das ist einfach super nervig, wenn man seine Zeit gut einteilen muss.

Eigentlich war noch eine Vorlesung und ein Seminar in den Erziehungswissenschaften geplant, aber das wurde aus dem Stundenplan gestrichen, da ich nun doch beschossen habe, erst mal den Bachelor fertig zu machen, um mich dann voll auf das Lehramt konzentrieren zu können. Und vor allem ist mir die Zeit mit meinem Sohn, ihn aufwachsen zu sehen, wichtiger als in der Regelstudienzeit das Studium abzuschließen

Der Spagat als alleinerziehende Mama im Doppelstudium ist mir nicht sehr gut gelungen. Habe versucht, alles zu belegen, aber es war dann einfach zu viel.


Also bei diesen vielen Aufgaben, die du anpackst, denke ich schon, dass dir dieser Spagat sehr gut gelingt!
Wann nimmst du dir denn die Zeit zum Lernen oder für Recherche?

In meinen Freistunden am Vormittag bereite ich meist die Sachen für die Seminare und Vorlesungen vor und fertige meine Protokolle an. Je nachdem, was zur Abgabe ansteht, muss ich am Abend nochmal ran. Ab 14 Uhr ist "Emil-Zeit" und die mag ich gern von der Uni so gut es geht freihalten.

Konkret gelernt wird übrigens erst vor der Klausur, das hat bisher in den letzten Jahren immer geklappt. Denn ohne Druck geht da bei mir nichts. Dafür springt dann die Oma ganz lieb ein und nimmt sich extra Urlaub, um Emil zu betreuen. Dazu muss ich sagen, dass wir bei meiner Mama im Haus in einer eigenen Wohnung wohnen, Emil und ich.




Wie sieht ein typischer Unitag für dich aus?

Die Tage sehen sehr unterschiedlich aus. Von Blockseminar am Montag von 9-17 Uhr über frei am Freitag ist alles dabei. Meist ist es jedoch so, dass ich Emil um 9 Uhr in die Kita bringe und dann um 14 Uhr nach dem Mittagsschlaf abhole. In der Zwischenzeit finden dann meine Veranstaltungen statt, die leider über die ganze Stadt verteilt sind und ich so ständig mit dem Auto durch die Stadt pendel :-D


Das ist ja fast wie bei uns :) Wie ist Emils Betreuung organisiert?

Emil geht in eine ganz tolle Kita, welche vom Studentenwerk betrieben wird. Dort ist er meist von ca. 9 -14 Uhr (im Schnitt). Häufig aber auch weniger und ich hole ihn so ab, dass er seinen Mittagsschlaf zu Hause machen kann, damit hier der Haushalt am Laufen bleibt ;-)

Die Kita ist prinzipiell von 7.30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, bietet 20 Plätze (10 Plätze und drei Betreuer pro Gruppe) und nimmt Kinder im Alter von 10 Monaten bis 3 Jahre.

Die Kids gehen oft raus und werden individuell gefördert, das gefällt mir sehr gut. Für den Notfall kann er auch mal länger als 14 Uhr da bleiben, oder ich kann ihn nur nachmittags bringen. Er ist sehr gerne dort, was mich wirklich beruhigt und das schlechte Gewissen nimmt.


Du bist nicht mehr mit Emils Vater zusammen. Ich finde es sehr bemerkenswert, dass du unter "diesen Umständen" studierst. Obwohl wir zu dritt sind (mein Freund aber voll berufstätig), finde ich es manchmal ganz schön anstrengend, alles unter einen Hut zu bekommen. Welche Rolle spielt Emils Vater in deinem Studium bzw. bei der Betreuung von Emil?

Ich würde dem Papa von Emil keine große Rolle in meinem Studium beimessen. Er lebt und studiert in München und wir sind seit Beginn der Schwangerschaft getrennt. Deswegen ist das u. a. räumlich gesehen schwer möglich. Er holt ihn aber an einem Tag am Wochenende ab und verbringt die Zeit mit Emil. In dieser Zeit versuche ich, zu Hause Ordnung zu schaffen und die nötigsten Sachen für die Uni und Einkäuge zu erledigen.

Wir erfahren jedoch auch tolle Unterstützung von Freunden und meiner Familie. Meine Mutter nimmt sich oft Urlaub, um vor den Klausuren auf Emil aufzupassen. Sie wohnt zum Glück auch in der Wohnung unter uns. ;-)




Du hast vorhin erwähnt, dass du nicht ganz nach Plan studierst. Seit der Umstellung auf das Bachelor-Master-System gibt es viel Kritik an den festen Studienzeiträumen. Wie empfindest du das? Stehst du unter Druck, das Studium so bald wie möglich abzuschließen?

Aus finanzieller SIcht gibt es natürlich einen gewissen Druck, sobald wie möglich fertig zu werden. Für Studierende, sofern man keinen Anspruch auf Bafög hat, hält sich die finanzielle Unterstützung doch sehr in Grenzen. Es sind die vielen Kleckerbeträge, mit denen wir im Moment auskommen, aber sobald mein zweijähriges Elterngeld im Sommer wegfällt, werde ich mir etwas einfallen lassen müssen. Nebenbei arbeiten ist natürlich so eine Sache, da man dann noch weniger Zeit für das Studium hat und es dann wieder länger dauert. Eine Zwickmühle!

Die festgelegten Studienabläufe und Zeiträume sind keine HIlfe. Oft werden Veranstaltungen nur jährlich angeboten, ohne Alternative; das macht es schwierig. Auch die Auswahl zwischen Veranstaltungen ist selten gegeben, so dass man sich dem vorgelegten Studienplan und den Veranstaltungszeiten beugen muss.

Wenn ich das mit Bekannten vergleiche, die noch ein Diplomstudium im gleichen Studiengang absolviert haben, waren diese doch freier in der Gestaltung ihres Studiums.


Du hast eben schon erwähnt, dass ihr euch aus einer Gesamtheit an "Kleckerbeträgen" finanziert. Was heißt das genau?

Konkret setzt sich unser Einkommen aus Elterngeld, Kindergeld, Unterhalt für Emil, Unterhalt von meinem Vater für mich und einem Alleinerziehendenzuschlag zusammen. Nicht wirklich viel, aber es reicht aus. Sparen und Urlaub sind da nur begrenzt möglich, aber es soll ja auch kein Dauerzustand sein.


Hast du besondere Erfahrungen an der Uni gemacht, weil du Mutter bist (bzw. schwanger warst)?

Kurz und kanpp, ich habe bisher weder Vor- noch Nachteile zu meinem Studium ohne Kind bemerkt. Sprich, es interessiert die Dozenten etc. nicht, ob man eine solche "Mehrbelastung" hat oder nicht. Den Chemiekurs wollte ich eigentlich schon vor vier Semestern abgeschlossen haben, durfte aber das Praktikum aufgrund von Schwangerschaft und Stillzeit nicht machen. Und ein Risiko will man da ja auch nicht eingehen. Gerade in den Naturwissenschaften und bei der Laborarbeit mit gewissen Gefahrenstoffen sollte man sowas mit einplanen.



Wie findest du einen Ausgleich zum Unialltag? Hast du manchmal Zeit für dich?

Ich denke, jeder braucht mal Zeit für sich. Wenn ich nicht allzu müde bin, setze ich mich an die Nähmaschine, wenn ich nicht gerade ein kreatives Loch habe. Ich bastle und gestalte gerne die Wohnung um. Zum Runterkommen tut es auch mal ein schönes Buch, das einen in eine andere Welt entführt. An ganz schlimmen Tagen nutze ich die Freistunden in der Uni und mache einen Spaziergang durch den Wald. Das tut mir wirklich gut und man tankt wieder Kraft.

Zeit mit Freunden nehme ich meist mit Emil gemeinsam wahr. Er fühlt sich dort auch sehr wohl und spielt schön, sodass Mama auch mal in Ruhe ihren Kaffee trinken kann. Im Notfall springt dann auch ab und an mal meine beste Freundin und ihre Eltern ein. Auch die Zeit, in der wir uns mit anderen Eltern bzw. Kindern treffen, beispielsweise die Besuche bei den Nachbarn, empfinde ich als entspannend, da die Kids sich dann miteinander beschäftigen und Mama sich nicht pausenlos Quatsch einfallen lassen muss. :) Das wird auf Dauer über den ganzen Tag nämlich doch ganz schön anstrengend. Sonst mache ich aber sehr gerne Quatsch mit Emil und schaue einfach über den ein oder anderen Blödsinn von ihm mit Humor hinweg.

Allgemein bin ich wohl nicht wirklich autoritär und doch eher der Laissez-faire-Typ. Ich denke, das Kostbarste, was ich meinem Kind mitgeben kann, ist die eigene Erfahrung. Deswegen lasse ich ihn doch meist einfach machen und alles ausprobieren und unterstütze ihn dabei. Gerade den Großeltern ist das ein Dorn im Auge. ;-) Sie haben da doch ganz andere Auffassungen.

Ich bin vor Emil sehr gerne und viel gereist und war eigentlich immer ohne Wurzeln. Er hat mir das erste Mal das eigentliche Gefühl von Heimat gegeben, wofür ich meinem Schatz unendlich dankbar bin.


Hast du einen besonderen Tipp für alle, die sich überlegen, während des Studiums ein Baby zu bekommen? Oder ganz allgemeine Ratschläge?

Ich denke, man sollte es sich genau überlegen, wenn es geplant ist. Auch wenn die Kleinen noch nicht so viel brauchen, sollte man sich im Vorfeld zum Beispiel über die finanziellen Zuschüsse informieren. Die halten sich nämlich in Grenzen. Für mich als alleinerziehende Mama bleibt da eigentlich nur das Kindergeld und der Zuschlag für Alleinerziehende vom Jobcenter, der jedoch auf das Elterngeld angerechnet wird. Es gibt jedoch tolle Sozialberatungen von Caritas und Co., die einem zeigen, was es gegebenenfalls für Möglichkeiten gibt. Bei uns gibt es vom Studentenwerk auch extra Wohnungen für Familien. Das kann sich auch, je nach Stadt und den üblichen Mieten, lohnen.

Zeitlich sollte man sich wohl im Klaren sein, dass es schwieriger wird, je älter die Kleinen werden. So empfinde ich es. Als Emil noch ein Baby war, habe ich trotz akutem Schlafmangel viel mehr geschafft als jetzt, und das, obwohl er in die Kita geht. Aber das ist wohl auch abhängig vom Kind. Es ist wichtig, einen Partner, Freunde oder Eltern zu haben, die einem auch mal den Rücken frei halten können, gerade bei Klausuren etc.

Wer unbedingt in der Regelstudienzeit studieren will, dem rate ich eher ab, denn man wird wohl wirklich vor die Entscheidung gestellt, was einem wichtiger ist: die Zeit mit dem Kind oder die Uni. Gerade wenn die Kleinen unerwartet vor der Klausur krank werden oder Ähnliches, dann ist das oft mies, wenn es nicht so klappt, wie geplant. Aber eben genau das gehört dazu und ist Alltag. Darüber sollte man sich im Klaren sein.

Ich denke auch, dass es jeder individuell für seine Stiuation wissen muss! Ich selbst würde nicht mehr tauschen wollen, auch wenn mir das Reisen etc. fehlt, hat mir mein Baby etwas geschenkt, das ich vorher nie hatte: das Gefühl unendlicher Liebe und des Angekommenseins.


Liebe Jana, ich danke dir für die ehrlichen Worte und den spannenden Einblick, den du uns gibst. Ich wünsche dir und Emil das Beste und bin mir sicher, dass du es auch weiterhin so großartig meisterst.


Alle bisherigen Interviews der Reihe CampusMum findet ihr hier. Und hier kommt ihr zu allen Artikeln, die sich mit dem Thema Studieren mit Kind beschäftigen.

12.12.2014

wenn Fundstücke Lieblingsstücke werden



Auf einem Kindersachenbasar im Frühjahr fand ich zwischen all den Bergen mit uninteressanten Kleidungsstücken ein richtiges Goldstück; nämlich eine dunkelblaue Jacke von Papermoon. Ich war direkt begeistert von dem Schnitt, dem Material und den Perlmuttknöpfen. Ohne lange darüber nachzudenken, kaufte ich also diese leichte Jacke; zu einem unglaublich guten Preis. Und dieser Kauf hat sich in den Folgemonaten als genau richtig erwiesen. Denn es gibt doch in jedem Kleiderschrank immer ein paar wenige Kleidungsstücke, zu denen man jederzeit greifen kann, auf die man immer Lust hat und bei denen man gar nicht mehr viel nachdenken muss. So eben auch mit dieser Jacke. Leider ist sie mittlerweile zu klein, aber ich kombiniere sie einfach mit etwas längeren Ärmeln, kremple diese um und los geht's. Momentan passen diese Hose und diese Schühchen am besten dazu. Mit dabei hat er dann sein neues Buch "Mein kleiner Garten" und eine kleine Äffchenfigur, die in seiner Tasche steckt.

09.12.2014

ein paar Gedanken über das Bloggen, über den Konsum und eine Weihnachtswunschliste für einen Buben

In diesem Jahr kursieren ja ÜBERALL Wunschlisten und Einkaufszettel für die besten, schönsten und raffiniertesten Weihnachtsgeschenke. Und auch ich denke schon seit einigen Wochen darüber nach und habe mir nach und nach eine Wunschliste zusammengestellt.

In den letzten Wochen denke ich viel über das Bloggen nach, ich habe einige Ideen und keine Zeit, sie umzusetzen. Immer wieder komme ich zu dem Punkt, das Schreiben, die Inhalte und den Mehrwert zu hinterfragen. Nicht zuletzt führen auch Gespräche mit anderen Bloggern, Freunden, mit meinem Freund oder Kooperationsanfragen dazu. Wie viel Authentizität steckt hinter den Inhalten, lehne ich verlockende Kooperationsangebote ab und kann ich überhaupt das Bloggen vernachlässigen? Ich denke, dass ich für mich einen guten Weg gefunden habe; dass mir das Bloggen sehr wichtig ist (und ich auch irgendwie gar nicht anders kann), aber dass es wichtigere Dinge für mich gibt, dass ich ehrlich bin (auch wenn ich lieber über die positiven Seiten des Lebens sprechen möchte) und dass eine Zusammenarbeit mit PR-Agenturen nur dann statt finden kann, wenn sie Sinn macht, wenn ich die Produkte auch schon vorher gut fand oder ich diese auch als Kooperationen ausschreiben darf. 
Meine Gedanken sind aber nicht nur auf mein Blog bezogen. Vor allem in der Weihnachtszeit werde ich auf manchen Blogs mit Werbebannern zugespamt und bei ein paar Bloggern kann ich nicht mehr einschätzen, was tatsächlich eigenes Interesse und was bezahlte Meinung ist. Ich habe in der letzten Zeit viele Blogs aus meinem Reader gelöscht, weil ich keinen interessanten Input mehr bekam.
Aber grundsätzlich will ich nicht über Blogs herziehen - ich stelle mir ständig diese Fragen, und zur Weihnachtszeit vielleicht noch etwas häufiger.

Ein Punkt sind eben auch die Wunschlisten. Sie sind doch eigentlich erstmal ein Sinnbild für den Konsum, dem wir vor allem in der Weihnachtszeit so heftig ausgesetzt sind. Und den wir auch aktiv betreiben. Bei all dem habe ich nichts gegen einen gewissen Konsum, ich liebe es, Geschenke zu verpacken und genauso, welche zu bekommen. Ich habe eine wirklich lange Liste an Wünschen, die ich mir selbst nicht erfülle, sie dennoch gerne hätte, die mir eigentlich zu teuer sind oder die ich teilweise wirklich benötige. Ich kaufe selbst relativ wenig ein, auch die Sachen von meinen Einkaufstüten, einfach, weil die Kaufkraft fehlt. Aber es gibt eben so so viele schöne Dinge. In diesen ganzen Wirrungen von Gedanken habe ich mich dazu entschlossen, trotzdem Wunschlisten aufzustellen. Und setze einfach auf ein reflektiertes Konsumieren. 


Hier sind also ein paar Wünsche für einen kleinen einjährigen Jungen zu Weihnachten. Achtung, jetzt wird's ungewohnt bunt! :)



DIe Ostheimer Holzfiguren habe ich zum ersten Mal beim dm gesehen und ich schaue bei jedem "längeren" dm-Einkauf, welche neuen Tierfiguren gerade zum Verkauf angeboten werden. Nachdem wir L. einen tollen Elefanten schenkten und ich beim letzten Besuch gesehen habe, wie er den Elefanten fest in seinen Händen hielt, habe ich beschlossen, die Figuren nach und nach auch für Anton zu sammeln. Das Problem ist eigentlich nur, dass er mit Figuren, die keine Sounds von sich geben und womöglich noch aus Holz sind, nicht viel anfangen. Ich liebe sie umso mehr und hoffe, dass Anton auch bald Gefallen daran findet. Aktuell gefallen mir gerade der Panda (genau Antons Sitzhaltung), das Eichhörnchen (sehen wir ständig bei uns im Garten) und der Pavian (Anton liebt Affen).

Anton hat zum Geburtstag ein Starterset von Duplo bekommen. Mit dabei sind eine Schildkröte und ein Kaninchen, zwei Menschen, ein Auto, viele Bausteine, eine große Bauplatte usw. Anton baut sich natürlich noch keine Welten und spielt Geschichten, doch versucht er, die Bausteine aufeinander zu stecken oder sie zumindest auseinander zu reißen, lässt die Schildkröte durch die Tür gehen und packt die Steine in seinen neuen Kipplaster. Uns reicht dieses Set aktuell sehr gut, als nächstes kommen dann eventuell ein Bausteine-Set, ein Bauernhof (mit den Tieren kann Anton viel anfangen) oder das Müll"otoooo"

A propos Auto: zum Nikolaus bekam er dieses kleine Rückziehauto. Anton ist begeistert.

Ich bin mir sicher, dass Anton völlig aus dem Häuschen sein würde, bekäme er diesen Pinguin. Der rutscht nämlich die Rampe hinunter. Findet Anton großartig und super lustig.

Wir lesen ständig Bücher, oder blättern sie oder zerreißen sie im schlimmsten Fall. Deshalb sind die "guten" Bücher im Regal nach oben gewandert und die "normalen" sind in der ganzen Wohnung verteilt. Ein Buch, das definitiv im oberen Fach zu finden sein würde, ist "Mein kleiner Fisch". Dieses Buch lebt von wunderschönen Illustrationen und wenig Text, sodass sich die Kreativität entfalten kann. Vielleicht lernt Anton dann auch, dass die Katze miau und der Fisch blubb macht.

Jetzt kommt ein kleiner Ausrutscher in Sachen bunt und aus Plastik (Duplos sind so legendär, die zählen nicht): ein Badeschiff für die kleine Wasserratte Anton. Denn so allmählich weiß er, wie die Gießkanne funktionert oder wie man aus der Badeente und dem Badewal das Wasser rausspritzen lassen kann und macht nur noch Quatsch. Er weiß auch noch gar nicht, was ein Boot ist. Und wenn er etwas älter ist, kann er auch noch die Fische angeln.

Ein Geschenk, über das wir uns als Eltern wohl mehr freuen als Anton, ist ein Winteroverall. Anton ist momentan auch gut mit Fußsack und seiner Jacke bzw. seinem Outfit eingepackt, doch bin ich mir sicher, dass er es mit diesem Walkoverall noch wärmer hätte. Ich kann mich nur nicht entscheiden, welche Farbe ich nehmen soll: wieder etwas dunkles oder mal einen farbenfrohen Tupfer?


Was wünscht ihr euch für eure Kids zu Weihnachten? Habt ihr auch den Eindruck, dass man  dieses Jahr einen übersteigerten Konsum ausmachen könnt? Kauft ihr trotzdem wie gewohnt ein oder gibt es dieses Jahr vielleicht eher DIY-Geschenke? Und habt ihr auch das Gefühl, dass sich die Bloggerwelt mit den Werbeanzeigen verändert hat?

08.12.2014

meine Wickeltasche


Wisst ihr, ich vermisse es gerade sehr, regelmäßig zu schreiben und all meine Ideen auf Papier auf die Blogpostzeilen zu bringen. Heute öffnet sich ein Zeitfenster, weil Anton gerade mit Fieber im Bett liegt, ich nicht an der Uni war und bereits das erste Handout fertiggestellt habe. Zeit für eine Pause.


Als ich schwanger war, wusste ich, dass ich keine funktionale Wickeltasche haben wollte. Es gibt war sehr schöne (und vor allem welche aus Leder), doch wollte ich zum einen nicht so viel Geld ausgeben und zum anderen dachte, dass die vielen Taschen und Fächer unnötig seien.

Ein Jahr später und nach zwei Großsuchaktionen (hier und hier) habe ich endlich eine Tasche gefunden, die meinen Bedürfnissen entspricht. Meine aktuelle Kinderwagentasche fiel schon auseinander und mir war es ziemlich unangenehm, mit dieser verlotterten Tasche unterwegs zu sein. Doch hat sie eine wunderbaren Dienst geleistet, war groß und leicht genug und hat mich und uns lange begleitet.

Auf der Suche nach einem bestimmten Weihnachtsgeschenk bin ich auf der Hallhuber-Seite gelandet und habe mich durch die Sale-Artikel geklickt. Und siehe da: eine schwarze, geräumige Tasche unter 50 Euro! Bestellt, bekommen und für toll befunden.
Es ist nämlich so: Ich hatte viel zu viele Ansprüche an diese Tasche. Bitte schwarz, bitte aus Leder, bitte leicht, bitte groß, bitte viele Fächer, bitte unter 50 Euro. Und das ist ziemlich unmöglich; ich habe ja auch über ein Jahr danach gesucht. Denn während ich für alle anderen Handtaschen die Preise über 50 Euro gerechtfertigt finde, lohnt es sich meines Erachtens bei einer Wickeltasche nicht, oder zumindest nicht unbedingt. Diese Tasche landet nämlich überall, auf Gras und im Sand, sie dient als Spielplatz und Behältnis, in ihr findet man Krümel und Sand, sie ist Zahnungshilfe und Entertainment. Ich will nicht bei einer "wertvollen" Tasche ständig denken müssen: Kind, geh da nicht dran! Also habe ich nun eine perfekte Tasche. Sie ist schwarz und sehr geräumig, sie hat viele einzelne verschließbare und offene Taschen und selbst der Laptop passt rein. Sie steht und fällt nicht in sich zusammen und hat einen kurzen und einen langen Gurt. Das Material ist das einzige, dass nicht ganz überzeugt (kein Leder), aber weil alles andere stimmt, nehme ich das gerne in Kauf.

Ganz begeistert von unserer neuen Wickeltasche (die ich natürlich auch schon als Unitasche ausprobiert habe) haben wir also endlich eine "perfekte" Wickeltasche gefunden.






05.12.2014

one tiny little story


Juhuu, die Weihnachtszeit ist wieder da! Vor zwei Jahren hätte ich das noch nicht gesagt. Denn eigentlich mag ich es gar nicht so gern, Deko an den Wänden zu haben, auf Knopfdruck zwanzig Geschenke für die ganze Familie zu besorgen (aber verpacken sehr gern) und mir dann noch Gedanken darüber zu machen, was ich an den Feiertagen anziehe oder was man kocht. Aber ich mag Kerzen und den Duft von Zimt und Nelken, ich liebe es, den Adventskalender jeden Tag zu öffnen und manchmal finde ich Weihnachtslieder auch ganz toll. Seit Anton da ist, ist die Vorweihnachtszeit anders. Ich gewöhne mich an den Gedanken, Weihnachtskugeln und Tannenzweige auszulegen, freue mich über Glühwein und Bratwurst, finde sogar Backen gar nicht mehr so übel.

Wir waren bisher zwei Mal auf dem Weihnachtsmarkt und haben zwei unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Am ersten Abend war es gegen 19 Uhr. Wir trafen uns nach der Uni und Arbeit direkt auf dem Weihnachtsmarkt und wollten dort zu Abend essen. "Zur Feier des Tages". Aber 19 Uhr ist einfach keine gute Uhrzeit, wenn man mit dem Kinderwagen unterwegs ist. Wir nahmen zwar schon die äußeren Wege, um gut durchzukommen und nahmen es auch in Kauf, dass wir nicht so schnell vorankamen. Doch das, was mich wirklich geärgert hat, war etwas, das ich bis dato so nicht erlebt habe: Wir wurden etliche Male, also wirklich nicht nur zwei, drei Mal, sondern oft, blöd angemacht, warum wir denn mit dem Kinderwagen auf dem Weihnachtsmarkt sind. ?! Warum denn nicht? Ich bin wirklich empört, denn Anton hat weder gejammert noch geschrien, noch hat er jemanden den Glühwein aus der Hand geschlagen. Er ist doch genauso berechtigt, dabei zu sein, wie jeder andere. Vor allem war es auch deutlich vor seiner Schlafenszeit.

Aber ein gutes Erlebnis hatten wir auch. Wohlwissend war ich unter der Woche gegen halb fünf auf dem Weihnachtsmarkt. Es begann gerade, dunkel zu werden und der Markt war noch nicht überfüllt. Wir kamen gut durch, probierten an einem Stand getrocknete Früchte (Anton liebt Rosinen) und hielten vor dem Kinderkarussell. Antons große Augen wurden noch größer und er schaute ganz gespannt auf die Pferde, Affen und Löwen. Und dann lief "Reise  rieselt der Schnee". Es war wieder ein Moment, in dem ich plötzlich in meine Kindheit zurückversetzt wurde. Nach ein paar Runden gingen wir weiter und führten unseren Einkaufsbummel fort.

Ich finde es so interessant, wie stark ein eigenes Kind die Wahrnehmung für die Welt verändern kann. Ich habe schon immer kleine Momente bemerkt und sie zu schätzen gewusst, aber mit einem Kind gibt es noch häufiger diese Momente. Kleine Glückseligkeiten.

03.12.2014

Studieren mit Baby // Teil 7


Nachdem ich gestern schon drei Stunden gelernt hatte, brauchte ich eine kurze Pause und nutzte die Zeit, um euch zu erzählen, wie die letzten Wochen im Studium waren. Ich tausche diese Woche diesen Bericht mit der one tiny little story. Wie ihr sicher bemerkt habt, kehrt während des Semesters eine gewisse Ruhe hier auf dem Blog ein. Ich schreibe zwar regelmäßig Artikel, doch gibt es noch sehr viel mehr auf meinem Blogplan, das verwirklicht werden will. Ich habe mich schon längst damit abgefunden, doch finde ich es einfach schade. Meine Zeit ist momentan ziemlich eingeschränkt und ich suche immer den Ausgleich zwischen Anton, Beziehung, Uni, Freundschaften, Blog, Haushalt und allen anderen Dingen, die ich machen möchte; Kunst sehen zum Beispiel, basteln oder fotografieren.


Aber wie sieht aktuell das Studium aus?

In den letzten Wochen gab es zwei Faktoren, die mich zum Rotieren brachten. Die eine, ganz nicht-universitäre Sache war Antons Gesundheit und Laune. Nicht nur, dass ein Zahn sich seinen Weg suchte und ihm ziemlich üble Schmerzen bereitete, auch eine Impfung und zwei kleinere Erkältungen setzten Anton teilweise außer Gefecht. Er war häufig übel gelaunt, die meiste Zeit sehr anhänglich und schlief sogar wieder schlechter. (Wenn man gewohnt ist, die Nacht durchschlafen zu dürfen, ist jedes Aufwachen eine Qual.) Das hieß im Klartext: sobald ich Anton abholte - er schläft nicht mehr am Nachmittag -, musste ich mich ausschließlich mit ihm beschäftigen. Weil selbst die häuslichen Aktivitäten nicht gut funktionierten, waren wir also fast jeden Nachmittag unterwegs. Natürlich verband ich das mit Spiel(platz)dates, doch konnte ich nachmittags nichts anderes machen.

Der zweite Faktor ist auch nicht unwesentlich. Ich muss im Dezember drei Referate fertig haben und mit den Dozenten besprechen, zwei davon auch halten. Da ich davon ausging, dass ich im November schon alle Referate fertig haben würde, stimmte ich allen drei Terminen zu. Doch unterschätzte ich den Umfang des ersten und des dritten Referats. Für den ersten Termin ist die Aufgabenstellung etwas schwammig und gleichzeitig das Werk sehr anspruchsvoll. Für jemanden, der zum ersten Mal vor einem Seminar ein Referat halten muss, ist diese Aufgabe etwas kompliziert. Das dritte Referatsthema ist mein liebstes, ich recherchiere sehr fleißig und werde in den Semesterferien auch eine Hausarbeit dazu schreiben. Aber gleichzeitig mache ich wohl zu viel für zwanzig Minuten Präsentation und so verliere ich mich in den Details und weiß schlussendlich nicht, was wirklich wichtig ist.



Bei drei Referaten gibt es also viel Recherchier- und Schreibarbeit. Und wann tut man diese? Dann, wenn das Kind bei der Tagesmutter ist. Doch da ist schon das nächste Problem. Durch den Halbtagesplatz und meinen Stundenplan (mit sieben Veranstaltungen) bin ich ständig am Hetzen und komme freitags immer etwas zu spät zur Veranstaltung. Ich habe ich genau genommen eine einzige Stunde am Tag ohne Kind und ohne Veranstaltung.  Natürlich bin ich in dieser Stunde in der Bibliothek und kopiere oder schreibe, doch nutze ich die Zeit auch oft, um mein Lesestoff für die nächste Woche auszudrucken.

Wo wir eigentlich schon beim nächsten Problem sind. Für meine Fächer, vor allem aber für mein Beifach, muss ich richtig viel lesen. Grundsätzlich stört mich das nicht (und mir war das ja auch bei der Studienwahl bewusst), doch habe ich mit diesem Umfang nicht gerechnet. Ich nutze natürlich die halbstündigen Busfahrten aus. Aber dennoch habe ich alles in allem nicht viel Zeit für die Lektüre. Gleichzeitig muss ich aber in drei Fächern Hausaufgaben erledigen. Und weil ich manche Texte nicht ganz verstehe, muss ich die Lektüre nacharbeiten. Also wieder Recherche und Schreiben.


Natürlich gibt es noch die Abende, in denen ich auch fast immer etwas tue, doch wie ich schon im letzen Semester geschrieben habe, bin ich abends deutlich weniger aufmerksam als tagsüber. Meine Konzentration reicht für andere Dinge, aber leider nicht für inhaltlich komplizierte Themen. Und die Wochenenden sind natürlich auch so eine Sache. Bisher hielt ich mir den Samstag frei für unseren Familientag und war sonntags fleißig. Ich arbeitete, während meine Männer Mittagsschlaf hielten und ging abends von sieben bis elf in die Bibliothek und war sehr effektiv. Freitags lasse ich manchmal eine Vorlesung ausfallen, um zu Hause eine Stunde effektiv lernen zu können.

Aber selbst das reichte nicht. Und so hatte ich im November zwei wirklich schlimme, frustrierte Wochen. Mir ist bewusst geworden, dass ich mit den Aufgaben dieses Semesters überfordert bin. Ich bin mir sicher, dass ich trotzdem alles gut schaffen werde, doch ist das mit einem immensen Aufwand verbunden. Außerdem bleibt die Erkenntnis: selbst wenn ich noch so viel für die Uni mache, es reicht nie - ich könnte immer noch mehr machen.



Ausblick

Im neuen Jahr wird es nicht unbedingt stressfreier. Sobald alle drei Referate überstanden sind, mache ich mich an die Themen der Hausarbeiten. Am Anfang des Semesters erfuhr ich, dass außer den beiden geplanten Hausarbeiten eine dritte "Mini"-Hausarbeit anfällt. Obwohl ich schon die einzelnen Kapitel während des Semester erarbeiten kann, heißt es dennoch, zum Ende des Semesters alles zusammenzustellen. Außerdem kommt am Ende des Semesters noch eine Klausur auf mich zu.

Ich muss mir bei der Planung für das nächste Semester ganz genau überlegen, wie viel ich mir "zumuten" möchte. Vielleicht entwickle ich auch die Gelassenheit, nicht jeden Text lesen zu müssen und nicht immer vorbereitet sein zu wollen, doch kann ich mir das gar nicht vorstellen. Zu meinen Vorstellungen für das kommende Semester werde ich aber im neuen Jahr noch ausführlich schreiben.

Am kompliziertesten ist es für mich, Freiräume zum Lernen zu schaffen. Da Anton nicht mehr schläft, sobald er bei mir ist, kann ich nur auf sehr ungünstige Zeiten ausweichen. Und selbst dann reicht mir die Zeit nicht. Ich werde wohl nun auch die Samstage nutzen müssen und mir einen genauen Zeitplan aufstellen.

Seitdem ich CampusMum ins Leben gerufen habe, habe ich mit vielen Müttern gesprochen, die auch studieren. Es tut so gut zu wissen, dass man mit dem Gehetze nicht alleine ist. Ich bin nicht die Einzige, die über den Stress schimpft und die ach so vielen Aufgaben eines Studentenlebens. :)

Und wie läuft euer Semester? Wart ihr vielleicht klüger und habt weniger Veranstaltungen gewählt? Findet ihr genug Zeit zum Lernen?




01.12.2014

Studieren mit Baby: Linkliste


Das Internet ist voll von wunderbaren Menschen und Webseiten. Und voll mit guten Artikeln. Doch nicht immer finde ich zum Thema Studieren mit Baby praktische Infos. Meistens ist es schwammig, sehr allgemein oder nicht das, wonach ich suche. Das ist ja nicht das erste Mal, dass ich von meiner Sammelleidenschaft erzähle. Gerade heute fand ich eine alte Kiste mit Servietten. (Ja, die kann man auch sammeln.) Und deshalb sammle ich auch Links. Heute möchte ich auf drei nicht ganz aktuelle Artikel verweisen, die alle etwas mit Muttersein und Studium zu tun haben. Dass die Aktualität ein bisschen zu wünschen übrig lässt, ist meiner Busyness geschuldet. Doch kommt es mir hier auf die Inhalte an; und die sind immer noch gültig. Also, habt Spaß beim Lesen.



Während ich schon bei dem Arbeitsvolumen der Uni mit einem Kind schnaufe, gibt es Menschen, die schaffen das auch mit drei Kindern. Bewundernswert. Lisa von Stadt Land Mama schreibt von der Vereinbarkeit und dem Aber. Vier Jahre berufsbegleitendes Studium mit Online-Vorlesungen und zweiwöchentlichen Pendelfahrten Berlin-Köln. Sie kommt zu dem Schluss, dass Vereinbarkeit möglich ist, aber nur, wenn man ein gutes "Auffangnetz" aufgebaut hat.



Ein Artikel über Menschen, die die Kinderbetreuung zu einem Co-Working-Place bringen. Tolle Idee! Es ist wirklich fortschrittlich, dass Kinder nicht als Störfaktoren gesehen, sondern im Arbeitstag der Eltern "integriert" werden. Produktivität für die Eltern und Spaß für die Kinder. Mit gemeinsamen Essens-und Spielzeiten. Dennoch wird gewährleistet, dass die Eltern konzentriert arbeiten können. Vielleicht findet ja allmählich ein Umdenken in der Gesellschaft statt. Viel Glück für dieses Konzept! Ich wünschte, in Mainz (und ganz generell an den Unis) würde so eine flexible Art der Kinderbetreuung umgesetzt werden.





Meine Freundin Lisa hat einen so lieben Artikel zur Reihe CampusMum auf helle flecken geschrieben - diesen möchte ich euch nicht vorenthalten.