31.12.2015

Danke


Oh, diese freien Tage taten gut. Nicht nur hier auf dem Blog habe ich einfach mal auf die Pausetaste gedrückt, sondern auch im analogen Leben.


Ich möchte euch von Herzen Danke sagen.

Ihr könnt euch kaum vorstellen, wie viele Male ich im letzten Jahr daran gedacht habe, das Bloggen aufzugeben. Beim Changieren der Prioritäten rutschte das Blog immer wieder runter - die Familie, unsere Gesundheit, das Studium, meine berufliche Zukunft waren und sind wichtiger. Und tausendmal habe ich mich gefragt, ob ich denn ohne Blog könnte. Nein, definitiv nicht. So viel Zeit und manchmal auch Nerven mich also diese Leidenschaft kostet, so essenziell gehört sie zu mir. Ich möchte mit euch teilen. Ich möchte aber auch meine Eindrücke verarbeiten und meine Notizen digitalisieren. Für mich ist ein Blog dafür die beste Möglichkeit.

Und ich möchte euch deshalb danken, dass ihr im letzten Jahr so treu mitgelesen, kommentiert und geschrieben habt. Besonders in den "troubled times" kamen Nachrichten, die mir sehr geholfen und mich ermutigt haben. Ich bin so dankbar für all die Begegnungen und Freundschaften, die bisher durch dieses Blog entstanden sind. Für Menschen, die an uns denken und mit denen wir gemeinsame Erinnerungen teilen.



2015 auf une vie magnifique

- Die Monatsberichte von Anton haben ihren Abschluss an seinem zweijährigen Geburtstag gefunden. (Er ist schon ZWEI Jahre alt!!)
- Die Chance, eine Kolumne zum Thema Studieren mit Kind auf Campus Mainz zu schreiben, hat mich sehr gefreut. Noch mehr Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren, bedeutet mir sehr viel. Ich durfte daraufhin auch einige Interviews zu dem Thema führen und Anton und ich wurden für einen Fernsehbeitrag gefilmt.
- Die vielen CampusMums, die mir persönlich so an Herz gewachsen sind: immer wieder lesenswert.
- Die Geschenkideen für (Neu-)Mamas möchte ich alle am liebsten selbst bekommen.
- Unsere liebsten Bücher, meine 9 Tipps für einen entspannten Museumsbesuch mit Kleinkindern und mein Tagebuch, als ich ganze fünf Tage ohne Anton auf einer Fortbildung war.
- Für mich persönlich waren auch diese Texte wichtig: Meine Tipps für einen guten Workflow, Die Sache mit dem Schnuller, Home Office - wenn man zu Hause lernen oder arbeiten muss.
Schnuller.



2016 auf une vie magnifique

wird spannend. Weil ich jetzt schon erahnen kann, wie voll das nächste Jahr privat und beruflich für mich sein wird. Deshalb weiß ich auch, dass es hier auf dem Blog sehr ähnlich laufen wird. Mit Höhen und Tiefen, mit Zeiten, in denen ich mehr schreibe und mit Phasen, in denen es hier eher ruhig sein wird. So wie das Leben eben spielt.

Ich freue mich aber sehr auf das kommende (Blog)Jahr, auf neue Begegnungen, Momente und Artikel. Das wird sicher wunderbar!


Ihr Lieben, ich wünsche euch und euren Familien einen wunderschönen Start in das neue Jahr. Habt es gut.

24.12.2015

Weihnachtsgrüße


Ihr Lieben,

une vie magnifique macht eine kurze Weihnachtspause. Schon seit den letzten Tagen genieße ich unsere Familienzeit, verpacke die letzten Geschenke und freue mich über unsere feinen Weihnachtsrituale: zum Beispiel bei Kerzenschein und leuchtendem Tannenbaum Weihnachtslieder singen. Bei uns stehen nun einige vollgepackte und essensreiche Feiertage an und ich freue mich ganz ehrlich darauf. Ich melde mich zum Jahresende noch einmal mit einem Rück- und Ausblick zurück.

Ich wünsche euch und euren Familien von Herzen schöne, vielleicht auch besinnliche und fröhliche Weihnachtstage.

Bis bald!

21.12.2015

DIY: Lippenbalsam


Ich liebe das Basteln. Und manchmal liebe ich DIY-Projekte. Vor allem, wenn sie super schnell fertigzustellen sind, nichts schief gehen kann und dabei ein tolles Ergebnis entsteht.

Kurz vor Weihnachten habe ich also noch ein schnelles und einfaches DIY-Projekt für euch, das sich bestens zum Verschenken oder zum Selbstbehalten eignet. Pinterest ist nämlich seit neustem wieder ein ganz enger Freund von mir (hallo Kinderküche, hallo Plätzchenrezepte, hallo Weihnachtskarten!) und hat mir eine easy-peasy Anleitung für einen selbstgemachten Lippenbalsam angezeigt.


DIY: Lippenbalsam

Zutaten

- 15 ml Vaseline
- 7-10 g flüssiger Honig
- 1 TL Rosenöl (jedes andere Hautöl funktioniert auch, vor allem Mandelöl)
- ca. 1mm Lippenstift

- eine Tasse
- heißes Wasser
- eine Schüssel oder ein Topf
- Löffel
- Döschen


Anleitung

In eine Schüssel wird heißes Wasser gegeben. Die Tasse wird hineingesetzt und mit Vaseline, Honig, Öl und Lippenstift befüllt. Je mehr vom Lippenstift reinkommt, desto intensiver wird die Farbigkeit des Balsams. Alle Zutaten müssen gut gemischt werden, bis sie homogenisiert sind. Die befüllten Döschen lasse ich noch so lange offen, bis sich der Balsam abgekühlt hat.


Einfach, oder? Ich habe die weißen Döschen noch mit einem Etikett beklebt und werde sie nun an Weihnachten als Extra-Geschenk verschenken.


16.12.2015

Geschenkideen für (Neu-)Mamas: Beruhigungsmaske von Susanne Kaufmann


Bereits in der Schwangerschaft beginnt für viele Frauen ein komplizierter Kampf mit ihrer Haut. Die Veränderung des Hormonhaushalts löst bei manch einer Schwangeren Hautirritationen, Pickel und Unreinheiten aus. Ganz schön ärgerlich. Mag man dem Volksmund glauben, erwarten diese Schwangeren ein Mädchen, weil das Kind ihnen all ihre Schönheit raubt. 

Während der Schwangerschaft hatte ich persönlich eher mit trockenen Stellen zu kämpfen und erst nach der Geburt und nach der Stillzeit begann meine Haut, wirklich verrückt zu spielen. Von Monat zu Monat hatte ich neue, kleine Problemchen und suchte also gezielt nach Lösungen, um meine Haut wieder in den Griff zu bekommen.

Geholfen haben mir dabei Masken, die ich nun an meinem Masken-Mittwoch wöchentlich auf mein Gesicht auftrage. Und was soll ich sagen? Meine Haut hat sich beruhigt und ich bin nun sehr erleichtert, dass sie sich wieder normalisiert hat.


Mein Favorit unter den Masken, die ich ausprobiert habe, ist die Beruhigungsmaske von Susanne Kaufmann. Die Maske wird mit ihrer crèmeartigen Textur großzügig im Gesicht verteilt und muss dann 15 Minuten einwirken. Ich tränke ein Waschlappen mit sehr warmen Wasser und wasche mir anschließend mit kreisenden Bewegungen die Reste vom Gesicht. Das ist eine zusätzliche Massage für die Haut und tut richtig gut.

Die Inhaltsstoffe Johanniskraut, Ringelblume und Weidenröschen haben eine beruhigende und entzündungshemmende Wirkung und das ist in der Tat das, was so eine irritierte Haut benötigt. Probiert es aus, ich bin total begeistert! Und dass ich beim schönen, schlichten Produktdesign kaum vorbeigehen konnte, ist auch selbstverständlich. Susanne Kaufmann gelingt es einfach, das Design in der reduzierten Form auf den Punkt zu bringen.


Auch sehr zu empfehlen ist das Enzympeeling, das ich nur in einer Probeversion getestet habe. Es hat eine gel-artige Konsistenz und wird ganz dünn auf das gereinigte Gesicht aufgetragen. In den zehn Minuten, in denen es einwirkt, bitzelt das Peeling ganz leicht auf der Haut. Es ist die perfekte Basis für die Beruhigungsmaske.


Die Beruhigungsmaske trage ich meistens abends auf. Dieses Ritual entspannt mich und lässt mich für einen kurzen Moment innehalten. Deshalb möchte ich sie euch als eine Geschenkidee für werdende Mamas, gestresste Mütter und vielleicht auch für Frauen, die gerade unter Strom stehen, empfehlen. Das Auftragen der Maske, der Duft und das Ritual erinnern uns vielleicht wieder daran, eine Pause zu machen, sich Zeit für sich selbst zu nehmen und das Leben zu genießen.


Hier findet ihr alle weiteren Geschenkideen für (Neu-)Mamas. Sie eignen sich auch prima für Weihnachten.

15.12.2015

Studieren mit Kind Kolumne auf Campus Mainz: Plan B und C bei studierenden Eltern


Das Thema Studieren mit Kind kommt in dieser Woche noch ein Mal zur Sprache. Meine neue Kolumne auf Campus Mainz ist online und ich möchte den Text gerne auch hier mit euch teilen.

Ich frage mich, welche besonderen Rechte es für Eltern im Unialltag gibt und ob sie diese überhaupt wahrnehmen. Dürfen sie wegen der Kinder vermehrt fehlen und was passiert, wenn die Betreuung ausfällt?


Plan B und C bei studierenden Eltern 

Im Studienalltag von studierenden Eltern gibt es ein paar Fragen, die alle umtreiben: Was mache ich, wenn mein Kind krank ist? Vor allem Kita-Kinder sind in den Wintermonaten vor keinem Virus gefeit und so droht der manchmal hart erarbeitete Uni-Kind-Rhythmus schnell zu kollabieren, sobald das Kind mit triefender Nase und heißer Stirn morgens aufwacht. Was passiert, wenn die Kita in den Ferien zumacht? Und kann ich mehr als zwei Mal im Seminar fehlen?

Unsere Familie ist schon ziemlich Notfall-erprobt und deshalb habe ich mich gefragt: Wie viel nehme ich mir raus als studierende Mutter? Ich möchte ja wie jeder andere Studierende behandelt werden, gleichgestellt sein und für mich soll keine Extrawurst gebraten werden. Aber manchmal, wenn alle Stricke gerissen sind und mein ausgeklügeltes Betreuungssystem abstürzt, dann bin ich doch auf die Nachsicht oder das Entgegenkommen meiner Dozenten angewiesen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich immer lohnt, mit seinen Dozenten zu sprechen und auch seine Situation darzulegen. Aber dennoch suche ich den Kontakt nicht zu Beginn des Semesters, sondern erst dann, wenn es etwas zu klären gibt. Denn ansonsten möchte ich ganz normal behandelt werden, mit allen Rechten und Pflichten, die zu einem Studium gehören. Für mich gelten dieselben Anwesenheitszeiten, die gleichen Abgabetermine und dasselbe Hausaufgabenpensum. Der Unterschied besteht (vordergründig) nur darin, dass ich spätestens um 15 Uhr meine Tasche packe und meinen Sohn abholen muss.

Drei dieser schwierigen Situationen, die eben nur Eltern ausgesetzt sind, erlebte ich im vergangenen Semester. Ich musste auf Plan B oder C zurückgreifen.


Notfallbetreuung der Uni wahrnehmen

Blockseminare sind für unsere Familien- und Betreuungssituation sehr kompatibel und lassen sich teilweise viel leichter in den Alltag integrieren als ein regelmäßig stattfindendes Seminar. Am Wochenende kann mein Freund auf Anton aufpassen und unter der Woche kann ich normalerweise meine Eltern für die Betreuung miteinbeziehen. Die insgesamt drei Stunden Zugfahrt für Hin-und Abreise nehme ich dafür gerne in Kauf. Im vergangenen Semester hatte ich doch tatsächlich zwei Blockseminare, durch die ich an insgesamt acht Tagen einige Creditpoints einsammeln konnte (natürlich plus Referate und Hausarbeiten).

An einem dieser Freitage waren meine Eltern jedoch im Urlaub und die Tagesmutter nahm sich relativ kurzfristig Urlaub. Wie sollte ich auf die Schnelle eine Halbtagsbetreuung für Anton finden?!

Die Uni Mainz bietet in Zusammenarbeit mit der pme Familienservice GmbH eine Notfallbetreuung für studierende Eltern an. Dieses Angebot darf man zwei Mal im Semester in Anspruch nehmen. Die Bedingung dafür ist, dass man sich die Einrichtung an einem der öffentlichen Besichtigungstermine anschaut. 

An diesem Freitag war also unsere einzige Lösung die Notfallbetreuung der Uni. Ich hatte berechtigte Sorge, dass Anton eventuell nicht mitmachen würde. Er ist zwar ein ziemlich cooles, liebes und lustiges Kind, aber manchmal hat er auch so seine Phasen, in denen er und seine Bedürfnisse schwer einzuschätzen sind.

Letzten Endes lief natürlich alles gut. An diesem Tag waren alle anderen Kinder nicht da und so bekam mein kleiner Mann eine Eins-zu-eins-Betreuung - ein Traum! Er hatte viel Spaß mit den neuen Spielsachen und aß mehr Kekse als sonst. Während des Seminars schaute ich immer wieder auf’s Handy, aber ich durfte ganz gelassen sein. Obwohl Anton die Erzieherin nicht kannte, ging es ihm gut und ich holte ihn gegen 14 Uhr nach meinem Blockseminar wieder ab. Es lohnt sich also, Vertrauen in die Erzieher und vor allem auch in sein Kind zu haben.


Plötzlicher Notfall

Normalerweise schaue ich während des Seminars nicht auf mein Handy. In den meisten Fällen versuche ich mich zu konzentrieren und mich nicht durch ankommende Nachrichten und Bilder abzulenken. Meine Erfahrung hat aber gezeigt, dass es in manchen Fällen gut sein kann, sein Handy griffbereit zu haben.

Wenn Anton kränkelt oder schon eindeutig krank ist, aber kein Fieber hat und ich ihn morgens zur Tagesmutter bringe, (weil ich ja unbedingt zur Uni muss/möchte,) dann habe ich natürlich schon ein leicht schlechtes Gewissen. Sein Kind leiden zu sehen, ist wirklich nicht schön. An diesem einen Tag musste ich aber zur Uni, ich hatte den vollsten Stundenplan der Woche und ich durfte nicht so viel verpassen.

Als ich während des ersten Kurses einmal kurz auf mein Handy schaute, entdeckte ich eine ganze Reihe von Meldungen. Mehrere Anrufe in Abwesenheit, ein paar WhatsApp Nachrichten und eine SMS. Hui, schnell draufgeschaut, wurde mir bewusst, dass ich die Tagesmutter direkt zurückrufen musste. Ich ging also leise raus, rief sie an und erfuhr: Anton ging es richtig schlecht, er weinte nur noch und rief nach mir. Ich hörte ihn am Hörer ganz bitter weinen und wusste, jetzt muss ich los.

Zum ersten Mal hatte ich einen echten Notfall. (Dass danach noch ein viel schlimmerer kommen würde, ahnte ich damals nicht. Ich sage nur: Sprung vom Bett und Platzwunde auf der Stirn.) Ich musste zu meinem Kind, Fehlzeiten hin oder her. Die Dozentin, die ich während der Stillarbeit kurz informierte, war ganz verständnisvoll und ich hatte deshalb keine offizielle Fehlzeit in meiner Anwesenheitsliste.


Fehlzeiten und Nachprüfungen

Die meisten Institute sind relativ kulant, wenn es um die Fehlzeiten durch Krankheit der Kinder geht. Das heißt nicht, dass man das ausnutzen sollte. Es gibt mir aber Ruhe, wenn der Winter mal wieder hart ist und das Kind einfach jeden Kindergartenvirus mitnimmt. Mehr als drei Fehltage hatte ich noch nicht, aber das sind ja auch schon viele bei einem dreizehn wöchigen Semester. Es ist aber wichtig, dass man sich ein Attest vom Kinderarzt holt. Warum das so relevant ist, seht ihr an meinem nächsten Beispiel.

Mein ganzer Dank gebührt an dieser Stelle einer großartigen Dozentin. Ich fehlte drei Mal im Seminar und bekam dieses dennoch anerkannt. Wie es dazu kam? Wegen einer Erkältung blieb ich einmal zu Hause. Dann wurde Anton krank und ich blieb bei ihm und noch ein weiteres Mal mussten wir zu Hause ruhen. Er hatte Fieber und eine Erkältung. Das konnte man auch ohne Arztbesuch in den Griff bekommen. Ich vergaß dabei völlig, dass ein ärztliches Attest sinnvoll sein könnte. Denn bei drei Mal fehlen hat man das Seminar nicht bestanden. In Absprache mit der Dozentin durfte ich aber in einer mündlichen Prüfung über den fehlenden Stoff die Fehlzeiten kompensieren und bekam meine Creditpoints. Das war eine völlige Ausnahme und ich werde bei all den Krankheiten, die noch auf uns zukommen werden, IMMER zum Arzt gehen und mir ein Attest holen.


Was ich gelernt habe


Bei all den Situationen habe ich gelernt, dass man in schwierigen Zeiten mit den Dozenten sprechen und die Gegebenheiten klären sollte. Dabei ist es mir persönlich sehr wichtig, das Entgegenkommen nicht auszunutzen, sondern alles dafür zu geben, dass die Notlösungen nur Notlösungen bleiben. 


Dieser Artikel erschien in Kooperation mit Campus Mainz, der Informationsplattform der Johannes-Gutenberg Universität Mainz, für die ich regelmäßig die Kolumne Studieren mit Kind schreibe.

14.12.2015

CampusMum: Märry




In der Reihe CampusMum stelle ich euch Frauen vor, die neben Kind und Kegel noch ein Studium meistern. Ich frage sie nach ihrem wie, was und warum.


Es wird wieder Zeit für ein neues CampusMum Interview. Heute habe ich die 25 jährige Märry an Bord, die mit ihren Tochter in Münster lebt und dort Erziehungswissenschaften studiert. Manchen von euch ist sie vielleicht auch unter dem Namen Frau Raufuß bekannt. Sie schriebt nämlich über ihr Leben als studentische Mama und Teilzeitarbeitnehmerin auf ihrem Blog Kalinchens. Kalinchen ist dabei das Pseudonym ihrer dreijährigen Tochter.

So, nun überlasse ich aber Märry das Feld und bin gespannt, wie sie ihr Leben als studentische Mutter beschreibt.


Liebe Märry, ich freue mich sehr, dass du beim CampusMum Interview mitmachst. Erzähl’ uns doch bitte zunächst, was du studierst.

Ich studiere in Münster und schreibe gerade an meiner Bachelorthesis in Erziehungswissenschaften. Seit April studiere ich zusätzlich noch Germanistik, um im nächsten Jahr in den Master of Education zu wechseln.


Du hast schon zwei Mal dein Studienfach gewechselt. Kannst du erklären, welche Umstände dich dazu bewogen haben und wie zufrieden du mit deiner Entscheidung bist?

Ich wollte eigentlich Jura studieren und habe dort keinen Platz bekommen. Um noch im Wintersemester anfangen zu können, schrieb ich mich für meinen Zweitwunsch Lehramt ein. Ich bekam leider nicht die gewollten Fächer und musste auf Ausweichfächer zurückgreifen. Nach dem ersten Semester wechselte ich zum 1-Fach Bachelor Erziehungswissenschaften. Im letzten Jahr habe ich gemerkt, dass ich mit dieser Entscheidung nicht wirklich unglücklich, aber unzufrieden war. Daher studiere ich seit April zusätzlich zu meinem normalen Studium noch Germanistik und wechsele im nächsten Semester in den Lehramtsstudiengang Pädagogik und Germanistik. Ich bin sehr zufrieden und hoffe, dass alles so läuft, wie ich es vorhabe. 


Du schreibst gerade deine Bachelorarbeit in Erziehungswissenschaften. Wie teilst du deine freie Zeit zum Lernen ein? Empfindest du es gerade als sehr stressig?

Es ist super stressig. Ich weine sehr viel und habe oft das Gefühl, überfordert zu sein. Ich bin kraftlos. Freie Zeit suche ich bewusst und ruhe mich dann aber erstmal aus. Seit meiner Schilddrüsen OP bin ich noch müder und kraftloser als vorher. 


Das klingt wirklich schwierig. Wie teilst du dir denn normalerweise deine Zeit ein und wie ist euer typischer Tagesablauf?

Montags macht der Papa vom Kalinchen seit diesem Semester den Fahrdienst. Die letzten 2,5 Jahre habe ich das Kalinchen jeden Morgen zu 8-8.30 Uhr in die Kita gebracht und sie gegen 16 Uhr wieder abgeholt. In der Zwischenzeit gehe ich in die Uni oder arbeiten. Nach der Kita sind wir um ca. 17 Uhr zu Hause und kümmern uns um den Haushalt und bereiten das Abendbrot. Oft muss ich dann aber nochmal los in die Uni und falle meistens sehr erschöpft gegen 9 Uhr ins Bett.


Wie ist die Betreuung deiner Tochter organisiert? Du hast mir erzählt, dass die Kita-Suche eine Tortour war.

Schrecklich war das! 43 Anmeldungen haben wir geschrieben und nur eine Rückmeldung bekommen und das war die Zusage für die jetzige Kita. Im letzen Winter ging der Mist von vorne los, in Münster muss man sich zum dritten Geburtstag wieder neu anmelden und auf einen Platz hoffen. Mich hat diese Ungewissheit fertig gemacht und ich hatte oft Angst, keine Betreuung zu finden. 


Ohje, das klingt wirklich furchtbar. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich die Betreuung in den jeweiligen Bundesländern organisiert ist. Wie finanzierst du das Studium?

Ich habe leider einen sehr dicken Studienkredit, bekomme Unterhalt und gehe arbeiten. Die Situation ist sehr schwierig und eng, da mein Vater und ich leider seit einigen Monaten vor Gericht stehen. 


Du hast deinen Job wechseln müssen, weil die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht funktioniert hat. Was bedeutet für dich Vereinbarkeit? Und was waren denn die konkreten Probleme im alten Job?

Das eigentliche Problem war ein Kita-Unfall (das Kalinchen hat sich den Fuß gebrochen). Ich bin natürlich sofort mit ihr ins Krankenhaus gefahren und musste mich dann bei meiner alten Chefin rechtfertigen. Ihrer Meinung nach hätten auch die Erzieher mit ihr ins Krankenhaus fahren können. Krankheitstage fürs Kind würden hier nicht gehen und auch meine eigene Krankschreibung nach der Operation wurde angezweifelt da ich beim Einkaufen gesehen wurde. Wohlgemerkt durfte ich nicht arbeiten, um die Kinder mit meiner offenen Wunde am Hals nicht zu infizieren und musste Lebensmittel für uns kaufen. Ziemlich lächerlich. Ich glaube, die haben einen Grund gesucht, um mich loszuwerden, da ich Dinge gesehen und angesprochen habe, die jahrelang unter den Teppich gekehrt worden sind. 

Vereinbarkeit bedeutet für mich Verständnis, dass die Kinder immer vorgehen und trotzdem die Möglichkeit besteht, dass Mama Karriere machen kann und ihren Beruf ausüben darf.


Märry, das glaubt man ja gar nicht. Das ist definitiv ein Grund, um die Arbeitsstelle zu wechseln. Wie stemmst du dann mit diesen Mehrbelastungen den Haushalt, deine Arbeit, das Studium, Blog und die Familie? Hast du auch „me-time“? 

Diese Frage bekomme ich oft gestellt. Es läuft einfach. Hier ist eigentlich immer Chaos, die Wäsche stapelt sich und ich liege, wenn ich zu Hause bin, ab 19 Uhr im Bett und will meine Ruhe. Mich bringt unser Leben oft an meine Grenzen, mein Körper meldet sich daher regelmäßig mit wundervollen Migräne Attacken. Trotzdem will ich nicht tauschen und bin dankbar für meine Tochter.


Hast du vielleicht praktische Tipps, wie bei dir die Alltagsorganisation abläuft?

Einfach mal Dinge stehen lassen und sich ausruhen. Und seine eigenen Anforderungen runterschrauben, dann ist die Klausur halt nur ne 2.0. 


Und zum Abschluss: was sollten studierende Eltern beachten, wenn sie sich für ein Kind im Studium entscheiden?


Sie sollten sich bewusst machen, was es heißt, alles unter einen Hut zu packen. Ich wäre oft froh, wenn ich schon arbeiten könnte und das Lernen und Hausarbeiten schreiben wegfallen würde. Und der finanzielle Aspekt sollte nicht außer Acht gelassen werden, Kinder kosten Geld. 


Liebe Märry, ich danke dir für die offenen Worte und die Zeit, die du dir genommen hast. Ich wünsche dir sehr, dass dein neuer Arbeitgeber so familienfreundlich ist, wie man es erwarten kann, dass du immer wieder zur Ruhe kommst und Pause vom Alltagsstress machen kannst und dass dir das Studium so gelingt, wie du es dir wünschst. 


Märry findet ihr übrigens auch auf ihrem Blog kalinchens, auf Facebook und auf Instagram unter dem Namen kalin_chen. Ihr neuster Artikel: Studieren mit Kind oder auch warum ich bald durchdrehe.



Alle bisherigen Interviews der Reihe CampusMum findet ihr hier. Und hier kommt ihr zu allen Artikeln, die sich mit dem Thema Studieren mit Kind beschäftigen.

13.12.2015

Geschenkideen für Zweijährige zu Weihnachten



Wenn ich Anton erklären möchte, dass wir bald Weihnachten feiern werden, dann antwortet er mir nur mit gesenke und kurz darauf mit gebuutstag. Tja, so stimmt das nicht ganz, aber zumindest hat Anton verstanden, dass er Geschenke bekommen wird. Da unser Spätherbst und Winter voll von kleinen und großen Geschenken und Aufmerksamkeiten für ihn sind, könnte man meinen, es sei schwierig, auch noch Weihnachtsgeschenke zu finden. Der kleine Mann bekommt jedoch fast das ganze Jahr über keine Geschenke und so überschütten wir und unsere Familien und Freunde ihn dann doch ganz schön. Ich finde es in Ordnung und freue mich einfach mit ihm, wie begeistert er über seine neuen Spielsachen ist.

Nachdem meine Geschenkideen zu seinem Geburtstag fast alle gekauft wurden oder nun von der Familie geschenkt werden (er bekommt zum Beispiele eine Garage für seine Autos), schenken mein Freund und ich ihm zu Weihnachten noch folgende Dinge:


1. Vor Kurzem bohrte unser Nachbar ein Loch in die Wand und Anton erschreckte sich furchtbar über diesen plötzlichen Lärm. Nachdem wir Schwierigkeiten hatten, ihn zu trösten und er wirklich Angst davor hatte, brachte mein Freund seine Bohmaschine aus dem Keller und Anton durfte sie bestaunen, anfassen und anmachen. Seitdem findet er Bohrmaschinen großartig. Nun bekommt er diese Bohrmaschine von Bosch und er wird sicher viel Spaß damit haben.

2. Oh, diese Kinderküche. Ich bin fest davon überzeugt, dass Anton noch nicht ganz bereit für sie ist. Während Mädchen in seinem Alter schon vor einem Jahr Würstchen brieten und die Teller einräumten, machte Anton nur das Licht an uns aus. Ist ja auch cool. Als die Ikea Kinderküche Duktig Anfang Dezember so unschlagbar reduziert war, kauften wir sie dann doch. (Welche Odyssee das war, weil überall ausverkauft, ist eine andere Geschichte.) Jetzt pimpe ich sie also gerade auf, beschrifte Schraubverschlussgläser und befülle sie mit Nudeln, Linsen und anderen Kleinigkeiten, die ich keiner Küche fehlen dürfen. Ein Geschirrhandtuch, ein Spüllappen und Kochgeschirr habe ich schon besorgt und die Oma hat das Geschirr gekauft. Ich bin dennoch sehr gespannt, wie es Anton gefallen wird und wann er damit richtig spielen wird.

3. Anton liebt Uhren und deshalb habe ich ihm nun die Lernuhr gekauft. Er wird sich sicher darüber freuen, aber ich bin auch hier gespannt, wie stark er sie nutzen wird. Ich werde sie wohl auch einsetzen, um ihn sichtbar zu machen, wie lange er Lieder hört, wann er ins Bett muss und wann der Papa von der Arbeit heimkommt.

4. Ich liebe die Wieso? Weshalb? Warum? Reihe von Ravensburger. Kennt ihr sie auch? Zum Geburtstag hat Anton von einer Bekannten das Buch Im Streichelzoo bekommen und ich bin wirklich begeistert. Die Geschichten rund um verschiedene Themen sind knackig, aber erklärend, die Bilder sind gut, das Format des Buches ist perfekt und gleichzeitig ist es durch seine Spiralbindung und den Karton sehr stabil.

Das Buch Autos und Laster ist perfekt für Anton. Hier gibt es nämlich Fahrzeuge, die er noch gar nicht kennt und viele Situationen, in die die Fahrzeuge eingebettet sind. Toll finde ich auch die Titel Der Wald und Das bin Ich & Das bist Du.

5. Braucht Anton eine Taschenlampe? Sicherlich nicht. Aber er findet es ziemlich cool, wenn der Papa mit seiner Taschenlampe nach etwas sucht. Doch diese hat zu starke LED Lichter. Es ist gar nicht so einfach, eine kindgerechte Taschenlampe zu finden, die nicht tausend Geräusche macht. So hat mein Freund nun eine schlichte, einfach Lampe gekauft. Ich finde, es gäbe bessere Motive als Capt'n Sharky, aber der Markt gibt das einfach nicht her.


Und was schenkt ihr euren Kindern?

10.12.2015

Buchtipp: Herr Tiger wird wild


Ein Buch aus der Kategorie "hach wie schön die Illustrationen sind". Herr Tiger wird wild von Peter Brown ist ein Kinderbuch für Kinder ab drei Jahren, das eine Geschichte des Herrn Tigers erzählt. Herr Tiger ist unzufrieden mit seinem Umfeld. Alles ist gleich und angepasst. Er ist unzufrieden und gelangweilt und beschließt deshalb, aus dieser Umgebung auszubrechen. Nachdem aber die Mitbürger negativ darauf reagieren, geht er in die Wildnis. Doch dort fühlt er sich einsam und möchte wieder zurück. Als er zurückkehrt, merkt er, wie sich seine Umgebung verändert hat.

Die Geschichte lädt zum Nachdenken ein. Was ist Angepasstsein, welche gesellschaftliche Regeln sind sinnvoll und was macht Individualität mit unserem Umfeld? Aber weil Kinder wie Anton mit diesem Thema eigentlich noch nichts anfangen können, ist das Buch vom Inhalt eher was für die Vorleser oder für größere Kinder. Andererseits sind die Texte kurz, sodass sich auch kleine Kinder auf die Wörter und natürlich auch auf die Bilder konzentrieren können. Sie entdecken viele Tiere und Orte, können laut mit-roar-en und werden nach und nach den wundervollen Sinn dieses schönen Buches verstehen.







24.11.2015

Meine Tips für einen guten Workflow, wenn ihr unterwegs seid



Ich habe lange überlegt, wie ich mich am besten organisieren kann, wenn ich unterwegs bin. Kennt ihr das nicht auch? Ihr seid nicht zu Hause, seht auf eurem Handy einen spannenden Artikel in der Timeline, könnt ihn aber nicht lesen, weil das Telefon klingelt. Nach dem Telefonat habt ihr schon vergessen, dass noch etwas in der Leseliste hängt. Die Informationsflut, die auf mich zukommt, ist natürlich Fluch und Segen zu gleich. Zum einen erhalte ich viel Inspiration und erfahre Neuigkeiten. Andererseits ist sie auch ein echter Zeitfresser. Ich habe einen Workflow etwas optimiert und möchte euch ein paar Tools vorstellen, die mir das Leben erleichtern.


Blogs lesen

Seitenmanager und Kategorien

Um einen Überblick über alle Seiten, Blogs und Magazine zu haben, die regelmäßig Artikel veröffentlichen, empfehle ich feedly. Es gibt zwar auch einige andere Seiten, die Quellen verwalten, wie beispielsweise bloglovin, aber in meinem Alltag hat sich feedly bewährt.

Es macht Sinn, verschiedene Kategorien zu erstellen, unter denen die Blogs abgespeichert werden. So habe ich zum Beispiel jeweils einen Ordner für Seiten aus den Bereichen Kunst, Elternblogs, Lifestyle, Freunde, Paris, Travel, Food, Fashion, Frankfurt, Design usw.  Die Kategorien müssen aber nicht nur nach inhaltlichen Schwerpunkten aufgeteilt sein, sondern könnten auch nach Lesehäufigkeit gegliedert werden. So könnte man auch in Lieblingsblogs, Freunde, "wenn Zeit übrig ist" usw. einteilen.


Zeiträuber entfolgen

Es gibt Kategorien, bei denen ich merke, dass ich mich über jeden einzelnen Blogpost freue, in anderen klicke ich jedes Mal auf gelesen, obwohl ich mir nicht einmal die Überschrift durchgelesen habe.

Wichtig ist, dass man Blogs auch wieder entfolgt oder aus dem System rausschmeißt, wenn man keinen Input bekommt. So erging es mir mit zwei Paris-Blogs, die mittlerweile so wenige Infos über die Stadt lieferten und nur noch Outfits zeigten, die mich keineswegs inspirierten. Nach jahrelanger Treue sind sie aus der Liste geflogen. Oder wenn direkt ein Popup mit einer Newsletter-Anmeldung aufspringt, sobald ich auf die Webseite klicke, dann ist bei mir ein Blog raus.

Jeder Text, den man sich durchliest und auch jedes Bild, das man sich anschaut, kostet Zeit, das bedeutet: je besser man seine Inspirationsseiten filtert, umso eher erhält man auch das, was man möchte.


Saved for later

Was mir bei feedly sehr hilft: der Button Saved for later. Wenn ich nur wenig Zeit habe, mir aber ein Blogpost gut gefällt oder ich mir den verlinkten Artikel zu Hause noch einmal ansehen möchte, dann markiere ich es mit dem Lesezeichen und lese es am Abend fertig.


Unterwegs

Screenshots

Gerade auf Instagram komme ich manchmal nicht hinterher. Wenn ich im Bus sitze und mich durch die Timeline der letzten Stunden scrolle, dann fallen mir immer wieder Bilder und Adressen auf, denen ich noch einen zweiten Blick würdigen möchte. Dass ich irgendwann mal irgendwo ein Herzchen gesetzt habe, gerät bei mir wieder in Vergessenheit. Deshalb mache ich mir Screenshots und stelle sie auf Evernote ein.



Organisation mit Evernote

Evernote ist eine App, die man auf dem Handy und als Anwendung auch auf dem Laptop nutzen kann. Sie ist mein Organisationsnotizbuch geworden ist. Ohne sie würde ich viele Webseiten vergessen.


Aufbau und Funktionen

Evernote nutze ich vor allem wegen der Möglichkeit, umfangreiche Notizbücher anzulegen. Meine Gliederung ist relativ kleinteilig, hilft mir aber sehr. So gibt es Screenshots, die ich im Aktuell Ordner ablege. Viele Städte haben ihren eigenen Ordner, Kunst, Studium, Rezepte, DIY, Blog usw.

Weil Evernote auch auf dem Laptop verfügbar ist, kann ich also nicht nur die Screenshots von Handy reinspeichern, sondern auch Bilder , die ich m Laptop gefunden habe. Am häufigsten speichere ich die Screenshots in die passenden Ordner, gebe eine Überschrift ein, damit ich später schneller finden kann, was ich suche und lasse dann den Inhalt ruhen. Erst wenn ich nach Berlin oder Antwerpen reise, schaue ich dann wieder in den Ordner und suche mir die Adressen raus.

Feste Zeiten

Und einen weiteren Tipp habe ich auch noch: Ich nehme mir festen Zeiten vor, in denen ich meine Screenshots und den Aktuell Ordner verwalte. Ungefähr alle zwei Tage schaue ich rein und bearbeite meine Screenshots am Laptop.

Was das genau heißt? Ich lese die Artikel, mache das DIY-Projekt oder überprüfe, in wie weit mich das Thema wirklich interessiert.

Mir hilft diese Methode wirklich sehr, um nicht den ganzen Tag daran zu denken: "Da war doch noch was!"Sobald ich die Screenshots in Evernote gespeichert habe, kann ich die Information gedanklich loslassen, weil ich weiß, dass ich sie zu einer bestimmten Zeit bearbeiten werde.


Am Laptop arbeiten

Apps am Laptop nutzen

Geniale Erfinder erleichtern momentan mein Leben: Viele Anwendungen, die ich normalerweise immer am Handy nutze, gibt es nun auch als Version, die man sich am Laptop zu Hause herunterladen und anwenden kann. Ich spare damit soo viel Zeit.

Ich liebe mein Handy, aber ich kann damit einfach keine Nachrichten tippen. Ich brauche sehr lange, schreibe viele Wörter falsch und das kostet mich einfach Zeit. Am Laptop hingegen bin ich schnell. Ich beherrsche ein wenig das 10-Finger-Schreibsystem und kann in relativ kurzer Zeit viele Wörter tippen. Ich habe außerdem mehr Platz, um zehn Fenster gleichzeitig offen zu haben. Ich bin ich einfach organisierter und mein Kopf ist freier.

Es gibt also Anwendungen, die mir das Leben leichter machen. Zum Beispiel lese ich meine Saved For Later Blogposts auf feedly immer am Laptop nochmal durch. Oder klicke auf die Links, suche nach den Preisen oder schaue mir die Bilder in guter Größe nochmal an.

Auch Instagram lese ich mittlerweile häufig nur noch am Laptop. Die Fotos sind größer und wenn ich kommentieren möchte, geht das am Laptop wieder viel schneller als am Handy. Aber hier gibt es einen Nachteil: ich kann keine Emojis einbauen. Das geht dann doch nur über die App.

Wisst ihr schon, dass ihr Whatsapp auch am Laptop nutzen könnt? Das war ein Durchbruch in meinem Alltag. Bei Whatsapp Web könnt ihr ganz schnell tippen, die Anwendung ist genau so wie bei der App. Ein kleiner Nachteil nur für die Controllfreaks: man hat die ganze Zeit den Online-Status. Mich stört es aber nicht.



Wie organisiert ihr euch, wenn ihr unterwegs seid? Welche Tools und Apps nutzt ihr? 

Hier kommt ihr zu meinem Artikel, wie man produktiv im Home Office arbeitet. Die Hauptfrage ist: Wie motiviert man sich immer wieder auf's Neue, wenn man zu Hause arbeitet? Ich beantworte diese Frage mit einigen Tips.


P.S. Und ja, mein Handy hat einen schlimmen Sprung abbekommen, als ich im Geschäft drei Dinge auf einmal machen wollte.


19.11.2015

Geschenkideen für (Neu-)Mamas: Foundation



Man braucht nicht viel, um morgens frisch auszusehen. Weil mich kaltes Wasser im Gesicht und ein starker Kaffee zwar (meistens) wach machen, ich dann aber trotzdem müde aussehe, brauche ich noch weitere Helfer. Aus der Beautyecke natürlich. Der Concealer ist zum Beispiel mein treuester Begleiter, seitdem ich Mutter bin. Aber auch BB Creams oder Foundations nutze ich mittlerweile jeden Tag. Die Sommerfrische ist schon lange vergangen und seit dem Semesterstart sind auch die Nächte etwas unruhiger. Glücklicherweise habe ich ein Kind, das sehr gut und fest schläft, sonst würden meine Augenringe noch ein bisschen weiter reichen.

Vor allem Mütter suchen etwas, das sie schnell wach und gepflegt aussehen lässt. Ein Multifunktionsprodukt, das viele unterschiedliche Aufgaben auf einmal erfüllt. Eine Crème, die sich auftragen lässt, während die andere Hand das Kind schaukelt, die Pizza in den Ofen schiebt oder eine Nachricht tippt. Und auch wenn ich ansonsten dafür bin, dass man in Ruhe seine Pflegerituale durchführt, weiß ich, wie knapp manchmal die Zeit bemessen ist. Wie wäre es denn, eurer Freundin, einer (Neu-)Mama, einen besonderen Helfer zu schenken? Mit dem sie ganz fix wieder etwas frischer aussieht?


Eine Foundation ist kein Hexenwerk und ist schnell aufgetragen, hat aber eine starke Wirkung. Was soll sie können, was sind meine Voraussetzungen?!

Ich möchte generell frisch und natürlich aussehen. Die Foundation soll kleine Hautunreinheiten abdecken, wobei die Sommersprossen noch zu sehen sein sollten. Sie muss genügend Feuchtigkeit geben, sich gut auftragen lassen, den ganzen Tag halten, natürlich den richtigen Farbton haben und mich nicht "zukleistern". Für meinen Hauttyp suche ich einen hellen Farbton. Ganz schön viele Anforderungen, die ich an das Produkt stelle, aber dennoch ist das möglich.

In den letzten Monaten habe ich einige Foundations und BB Creams benutzt. Ich möchte sie vorstellen und euch meine Favoriten zeigen. 


Die Photo Finish 18 h Liquid Foundation von Catrice war eine der ersten Foundations, die ich mir vor einigen Jahren kaufte. Ich mochte den Duft, der mir sehr an die Jugendzeit erinnert und den Pumpspender, der Preis war sowieso unschlagbar. Ich habe die Foundation einige Male nachgekauft, bis ich leider zum falschen Farbton griff. Die Foundation war zu dunkel (hier 020 Rosy Beige) und ich nutzte sie höchstens Mal auf einer Hochzeit, denn im Sommer hatte ich ansonsten genug Frische im Gesicht. Nun habe ich in der Recherche gesehen, dass sie nicht mehr verkauft wird. 

Die Foundation ist sehr deckend und hält den ganzen Tag. Sie ist aber auch so deckend, dass meine Sommersprossen verdeckt werden. Ich benutze sie mittlerweile fast nur noch, wenn ich ein Shooting habe, weil sie einen schönen, ebenmäßigen Teint macht. 


Die BB Cream von Garnier im Farbton Hell habe ich mir auch schon einige Mal gekauft. Sie lässt sich wie eine Crème auftragen und zieht sehr gut und schnell ein. Die Cream hat auf jeden Fall auch einen pflegenden Effekt und meine Haut bekommt genug Feuchtigkeit. Mit dem UV-Schutz LSF 15 ist man zumindest eine kurze Zeit geschützt. Allerdings ist sie nicht so deckend. Deshalb nutze ich sie vor allem an Tagen, an denen ich nicht ganz so blass bin. 

Sie ist das günstigste Produkt, das ich hier vorstelle. Es gibt sie in den Drogerien auch in Reisegrößen, was ich immer ganz praktisch finde (auch zum Ausprobieren).


Als Fan von Dr. Hauschka habe ich natürlich auch die Tönungscrème ausprobiert. Ich mag den typischen "natürlichen" Dr. Hauschka Duft, der in diesem Fall etwas nach Citrusfrüchten und ein wenig nach Wald riecht. Ziemlich öko, aber ich mag es. Wenn man die Tube öffnet, sieht man die sehr dunkle Farbe der Crème. Ich war sehr gespannt, ob das funktionieren würde, ich möchte ja nicht wie eingekleistert aussehen. Aber interessanterweise verschmilzt die Crème sehr gut mit dem Farbton der Haut. Es ist auch egal, ob ich gerade eher trockene oder normale Haut habe, sie passt sich immer an. Das liegt auf jeden Fall an der tollen Kombination der Inhaltsstoffe: Quitte, Rosenwasser, Mandelöl, Jojobaöl und Aprikosenkernöl. Sie hat aber eine sehr dicke, sämige und etwas klebrige Textur, was mir weniger gut gefällt. Sie lässt sich dadurch nicht so gut auftragen. Und auch während des halben Tages ist mir bewusst, dass ich genau diese Crème im Gesicht habe. Deshalb puder ich jetzt immer nach, wenn ich diese Tönungscrème benutze. 

Als Dr. Hauschka und Naturkosmetik-Liebhaber sollte man diese getönte Crème ausprobieren.


Der Foundation Primer von Laura Mercier (Radiance) ist für mich das Produkt, das am wenigsten Wirkung erzielt. Natürlich ist das ja auch nur die Basis für eine Foundation. Aber ich merke leider wirklich keinen Unterschied, wenn ich vorher den Primer nutze. Er ist sehr dünn und hält kaum. Das finde ich richtig schade, weil ich den Scrub von Laura Mercier sehr, sehr liebe. 




Die Parure Gold Foundation von Guerlain (Beige, Beige pâle) ist die edelste Version einer Foundation, die ich besitze. Ich habe mich riesig über das unerwartete Geschenk gefreut, vielen Dank. Allein schon die wunderschöne, schlicht gehaltene Flasche aus Glas spricht mich an. Schwer liegt sie in der Hand und steht elegant im Regal. Es gibt viele unterschiedliche Farbnuancen, die sich auch gut miteinander vermischen lassen. Ich mag die Konsistenz der Foundation. Man benötigt nur eine kleine Menge für das ganze Gesicht. Dabei lässt sie sich sehr gut durch den Pumpspender dosieren. Sie verleiht einen unheimlich tollen Glow, was sicher auch an den schillernden Pigmenten liegt. Begeistert bin ich auch vom UV-Schutz LSF 30.

Für alle Liebhaber von High-End-Produkten sei die Foundation von Guerlain wärmstens zu empfehlen.


Die Prodigy Foundation von Helena Rubinstein hat mich schon in vielen wichtigen Momenten begleitet. Sie ist sehr ergiebig, hat einen perfekten Farbton (20 Vanilla), eine gute Textur und ist mit einem LSF 20 ausgestattet.  Meine Haut strahlt immer, wenn ich sie nutze. Leider ist auch hier diese Version vom Markt genommen. Hat jemand eine Idee, welche Foundation vergleichbar ist?


Und nun komme ich zu meinen beiden Favoriten. 

Die Wild Rose Foundation von Korres (Farbton RF2) mit LSF 15 ist eine ganz cremige, leichte und gleichzeitig deckende Foundation. Sie hinterlässt wirklich einen strahlenden Teint, klebt nicht und hält den ganzen Tag. Ich trage sie sehr gerne auf, wenn wichtige Ereignisse anstehen, weil sie das Hautbild verfeinert und mich der Farbton so herrlich frisch aussehen lässt. Großartig finde ich auch, dass sie mit einem Pumpspender daherkommt. Ich bin sowieso ganz begeistert von Korres und liebe alle Produkte, die ich habe. 


Für Naturkosmetik-Liebhaber kann ich auch wärmstens die BB Cream Teint Précieux von L'Occitane (02 Clair-Light) empfehlen. Die Farbe ist perfekt, sie gleicht den Teint aus und deckt gut ab, ohne die Sommersprossen zu verdecken. Sie hält wirklich den ganzen Tag. Ich nutze sie gerne im Alltag. Die Handhabung und Dosierung ist auch ganz leicht, weil die Tube eine kleine Spitze hat. Perfekt finde ich den Lichtschutzfaktor von 30. So muss ich nicht daran denken, noch einen zusätzlichen Sonnenschutz aufzutragen. Ein richtig gutes Multifunktionsprodukt. Und ich finde den Geruch himmlisch - er ist der allerbeste von allen Foundations, die ich hier vorstelle.



Außerdem habe ich auch noch ein paar andere Foundations ausprobiert:

Die L'Oréal Indefectible 24H-Matt (20 Sand) hat mir gar nicht gut gefallen. 
Dafür aber das getönte Fluid von Caudalie (light) umso mehr. Es ist ganz weich, passt sich dem Hautton perfekt an und deckt Unreinheiten perfekt ab. Ich habe das Fluid bisher nur mehrere Male in der Apotheke ausprobiert, werde aber dieses Wunderding sicher bald kaufen. Das müsst ihr unbedingt auch mal ausprobieren. Es hat übrigens einen LSF 20.


Welche Foundation oder BB Cream könnt ihr empfehlen? Eure Freundin wird sich sicher über diese Aufmerksamkeit freuen. Wer sich nicht traut, ohne Begleitung der zu beschenkenden Person die richtige Farbe zu wählen, der kann entweder auf die Reisegrößen zurückgreifen oder einen Gutschein schenken. Einen Hauch "frischer Teint" kann sie sicher gut gebrauchen.


Alle weiteren Geschenkideen für (Neu-)Mamas findet ihr hier.

Viel Spaß beim Schenken.


16.11.2015

CampusMum: Lisa


In der Reihe CampusMum stelle ich euch Frauen vor, die neben Kind und Kegel noch ein Studium meistern. Ich frage sie nach ihrem wie, was und warum.


Guten Morgen ihr Lieben, ich freue mich sehr, mich nach einer ungeplanten kurzen Pause wieder zurückzumelden. Und das mit einem neuen CampusMum Interview! Ich stelle euch heute wieder eine tolle Mutter vor, die mir über ihr Leben mit Kind und Studium Rede und Antwort steht.

Lisa hat eine sechs Monate alte Tochter und lebt mit ihrem Freund, der ebenfalls studiert, in Aachen. Die beiden haben den Zeitpunkt für ihr Kind bewusst gewählt. So konnte Lisa schon vor der Schwangerschaft ihre Bachelorarbeit beenden und musste nur noch ihre letzten Bachelorklausuren vor Gretas Geburt schreiben. Lisa erzählt uns, wann sie Zeit zum Lernen findet und wie sich die kleine Familie finanziert.



Liebe Lisa, ich freue mich sehr, dass du beim Interview mitmachst und meine Fragen beantwortest. Erzähl’ uns doch bitte, welche Fächer du in welchem Semester studierst und in welcher Hochschule du eingeschrieben bist.

Liebe Bettina, ich freue mich auch, bei deiner Reihe CampusMum mitmachen zu dürfen. Ich studiere momentan Umweltingenieurswissenschaften im 2. Mastersemester an der RWTH in Aachen.


Wie sieht ein typischer Uni-Tag bei dir aus? Wie war dein letztes Semester?

Mein letztes Semester war nicht so typisch. Greta kam Ende April auf die Welt und daher konnte ich nicht wirklich in die Uni gehen. Ich habe am Ende dann auch nur eine Klausur geschrieben. Für mehr hat meine Lernzeit nicht gereicht. Momentan bin ich an drei Tagen die Woche insgesamt neun Stunden in Vorlesungen/Übungen.


Wann nimmst du dir Zeit zum Lernen oder für Recherche?

Lernen geht oft erst abends, wenn Greta im Bett ist. Oder tagsüber wenn mein Freund sie betreut. Da meine Familie auch nicht weit weg wohnt, kommen ab und an auch meine Eltern vorbei und gehen mit ihr spazieren. Dann hab ich auch 2-3 Stunden Zeit, die aber leider oft für den Haushalt draufgeht.


Wie findest du einen Ausgleich zum Unialltag? Hast du (brauchst du) manchmal Zeit für dich? Wann hast du Zeit für dich?

Da ich momentan nicht so viel in der Uni bin, ist die Uni eher mein Ausgleich zum „Mama-Sein“. Ansonsten koche und backe ich sehr gerne und nehme mir dafür auch Auszeiten.

Erste und letzte Klausur dieses Semesters .... Hatte mir eig mehr vorgenommen aber voll stillend mit Baby und Schlafmangel lief da nicht so viel .... Denke nächstes Semester geht besser. Mit dem Mittagsbrei kann ich auch mal ein paar Stunden ungestört lernen:) #rwth #studierenmitbaby

Wie war das Studium in der Schwangerschaft? Hast du irgendwelche besonderen Erfahrungen gemacht? Und hast du ein Urlaubssemester genommen oder sogar ohne Pause weiterstudiert?

Während der Schwangerschaft habe ich meine letzten 2 Bachelorklausuren wiederholt. Ich wollte einen Abschluss haben, bevor ich ein Kind bekomme und das hat ja dann noch geklappt. Zum Glück waren es nur Wiederholungsklausuren, weil ich am Anfang nicht wirklich in die Uni gehen konnte, da ich an starker Übelkeit litt.


Dein Freund studiert ja auch. Wie finanzierst ihr euer Studium, das Leben und das Kind? Arbeitest du neben dem Studium?

Ich beziehe Bafög und mein Freund bekommt noch Unterhalt von seinen Eltern. Zusätzlich hat er eine HiWi-Stelle an der Uni und ich bekomme Elterngeld. Zusätzlich geh ich manchmal arbeiten, aber eher, weil es mir Spaß macht. Wenn das Elterngeld wegfällt, werde ich aber wieder mehr arbeiten gehen. Davon können wir unseren Lebensunterhalt sehr gut stemmen!


Wie ist denn die Betreuung deiner Tochter geregelt? 

Wir versuchen, uns die Betreuung aufzuteilen. Durchs Stillen ist Greta aber mehr an mich gebunden (vor allem in den ersten Monaten). Auch so verbringe ich mehr Zeit mit ihr als mein Freund. Aber er geht ja auch arbeiten und ist mehr in der Uni als ich. Wie schon gesagt, unterstützt uns manchmal meine Familie und für nächstes Jahr haben wir einen Kita-Platz.

Schlafendes Baby = lernen 
#studierenmitkind #rwth #regelungstechnik #klausurphase



Welche Erfahrungen hast du an deiner Universität in der Rolle als Mutter gemacht? Hattest du z. B. schon einmal Probleme, eine Frist aufgrund von Krankheiten bei den Kindern einzuhalten oder an manchen Veranstaltungen nicht teilnehmen zu können?

Bisher habe ich noch keine besonderen Erfahrungen gemacht. Ich habe sie aber auch noch nicht mit zur Uni genommen. Anwesenheitspflichten haben wir auch nicht und fast alle Vorlesungs- und Übungsunterlagen sind im Internet hochgeladen.



Gibt es etwas, dass eure Uni verändern könnte/Unis verändern könnten, damit es Studierende mit Kindern leichter haben?

Ich bin mit unserer Uni bisher sehr zufrieden. Es gibt extra Familienwohnungen vom Studentenwerk (dort wohnen wir auch) und einige Kitas. Auch Mutter-Kind-Gruppen werden angeboten und einen Wickelraum hab ich auch schon gesichtet.


Empfindest du das Studium als einen guten Zeitpunkt, um ein Kind zu bekommen? 

Ich denke, es kommt drauf an, wo und was man studiert. Da bei uns sehr viel online machbar ist und ich so viele Semester wie ich möchte studieren kann, finde ich den Zeitpunkt sehr gut. Wir haben ihn auch bewusst gewählt.


Und zum Abschluss: hast du für unsere LeserInnen und für mich ein paar Ratschläge, die das Studium mit Kind betreffen? Welche Tipps sollte man beherzigen?

Man sollte sich gut informieren, welche Angebote die Uni für Studierende mit Kind anbietet. Ansonsten denke ich, ist Planung alles. Außerdem sollte man sich trotz der „Doppelbelastung“ feste Zeiten für seine kleine Familie und auch sich selbst nehmen.


Liebe Lisa, vielen Dank, dass du dir die Zeit für uns genommen hast. Ich wünsche dir für die letzten Semester viel Erfolg und euch als Familie eine schöne Zeit.


Lisa findet ihr übrigens auch auf Instagram unter dem Namen li_gret.



Alle bisherigen Interviews der Reihe CampusMum findet ihr hier. Und hier kommt ihr zu allen Artikeln, die sich mit dem Thema Studieren mit Kind beschäftigen.


05.11.2015

Die Sache mit dem Schnuller - ein Update


Könnt ihr euch an den Blogpost erinnern, in dem ich beschrieb, dass ich es akzeptiert hatte, dass Anton eben immer (noch) ein Schnullerkind war?

Seitdem hatte sich erstmal nicht viel getan. Anton bekam zum Schlafen und in ganz schlimmen Situation, z. B. wenn er krank war, den Schnuller. Meistens fragte er danach, erst buller, dann lula, schließlich snulla. Wir sagten ihm immer, dass er schon ein großer Junge sei und dass er ihn doch eigentlich gar nicht mehr brauche, oder? Aber er bestand darauf. In den Kinderbüchern zeigte ich ihm immer Kinder, die keinen Schnuller mehr beim Schlafen hatten und hoffte, dass dieser Gedanke irgendwann einen Zugang finden würde.


... und plötzlich "schnullerfrei"

Letzte Woche wollte ich es wieder bewusst ausprobieren. Ausnahmsweise brachte ich ihn an diesem Abend zu Bett (in der Regel übernimmt mein Freund das Zubettgehen). Nachdem er seiner Cheeta, der Maus und dem Mäuschen, seiner Puppe und dem kleinen Häschen Gute Nacht gesagt und Küsschen gegeben hatte, er schon seine Flasche in der Hand hielt und sich mit seiner Daunendecke zugedeckt hatte, erklärte ich ihm, dass er doch schon so ein großer Junge sei - er werde ja immerhin bald zwei Jahre alt! - und dass wir es probieren wollen, ohne Schnuller zu schlafen. Begeistert war er nicht. Deshalb musste die Maus, eine gestrickte Handspielpuppe, ein Wörtchen mit Anton reden: "Ach komm Anton, du bist schon soooo groß. Das schaffst du. Und wir sind bei dir." Tja, irgendwie hat Anton einen starken Draht zu dieser Maus und ließ sich überzeugen. Die erste Nacht ganz ohne Schnuller!

Die anderen Nächte klappten ganz ohne Maus. Jeden Morgen jubelten wir und sagten Anton, wie toll er das mache.

In den ersten beiden Tagen waren wir viel unterwegs und während seinen Schlafenszeiten lag er im Kinderwagen. Deshalb bekam er noch den Schnuller.

Die ersten Tage bei der Tagesmutter klappten auch ganz ohne Schnuller - er schlief sogar mit den anderen Kindern in einem Zimmer.

Und in den darauffolgenden Nächten erklärten wir ihm immer wieder, dass er den Schnuller nicht mehr brauche und dass er schon ein großer Junge sei.  Er fragt zwar hin und wieder noch nach dem Schnuller, aber wird auch schnell wieder abgelenkt.


Alles braucht seine Zeit.

Alles braucht seine Zeit, alles hat seine Zeit. Und ich bin so glücklich, dass das Kapitel Schnuller so einfach zu Ende gegangen ist. Ich hatte losgelassen, dachte nicht mehr viel über dieses Thema nach. Anton war jetzt bereit dafür und deshalb klappte es so schnell.

Ich möchte mir dieses Erlebnis für alle anderen Entwicklungen merken: das Trockenwerden, Treppenlaufen, usw. Anton hat seinen eigenen Rhythmus. Und wenn ich ihm diesen zugestehe und nur in gewissen Zügen mitlenke, dann fügt sich alles.


02.11.2015

Buchtipp: Wie kleine Tiere schlafen gehen


Ein Zu-Bett-Geh-Buch, das ganz ähnlich wie das ist, das ich schon einmal vorgestellt habe. Nur für etwas größere Kinder. Wie kleine Tiere schlafen gehen erzählt von kleinen Tieren und ihren Einschlafritualen. Der Löwe streicht übers Fell, die Maus wird am Ohr gekrault und der kleine Igel wird mit Blättern zugedeckt. Diese Streicheleinheiten bekommt aber auch das Kind von seiner Mutter. 

Der Text besteht meistens aus vier Versen, sodass die Kinder gut zuhören können. Die hübschen Bilder veranschaulichen den Text. Anton entdeckt nicht nur die Hauptakteure, sondern auch die Sterne, den Mond, den Schmetterling oder den Papagei, die das Umfeld zeigen, in denen die kleinen Tiere schlafen gehen. Uns gefällt dieses Buch sehr gut, weil es liebevolle Texte hat, zu denen man mitstreicheln und -kraulen kann. 







29.10.2015

The terrible twos


Uff. Kurz ausatmen. Was war denn gerade wieder bei Anton los?!

Ich fange vielleicht ein paar Monate vorher an. Als Anton ungefähr eineinhalb Jahre alt war, merkte ich, wie mit seinem wachsenden Sprachvermögen und seinem größer werdenden Verständnis für die Welt auch seine Ausdruckskraft stärker wurde. In manchen Fällen war das ganz schön, denn er zeigte mir mit Küsschen, Umarmungen und Knuddeleien, wie lieb er mich hatte. Aber es gab auch Momente, die waren "herausfordernd". Herausfordernd ist doch ein gutes Wort, um das geliebte Kind nicht als anstrengend zu bezeichnen, oder?

Was ich damals noch nicht wusste: die "richtige" Trotzphase sollte noch kommen. The terrible twos. Und nun stehe ich an manchen Tagen da, muss verschnaufen und frage mich, was denn gerade mit meinem Kind passiert ist.

Wie? Ihr Kind ist immer freundlich, freut sich über lange Warteschlangen und braucht keinen Schnuller mehr? Hereinspaziert, hereinspaziert, Sensatioooon! Von diesem kleinen Menschen kann Ihr Kind noch Einiges lernen. Sich auf den Boden werfen, schreien, bis die Tränen kommen, an den Haaren ziehen und sich so stark verbiegen, dass man Angst hat, der Kinderwagen fällt im nächsten Moment um. Das kann er. Ihr Kind nicht? Dann möge es sich doch Einiges bei meinem kleinen Wunderkind abschauen.


Drei Beispiele aus dem Alltag

Ein ganz typisches Beispiel. Ich möchte Anton morgens nach dem Frühstück wickeln. Festes Ritual, wird jeden Tag genau so gemacht. Aber der kleine Mann, der erstaunlich viel Kraft besitzt, wehrt sich, schreit und weint und ich muss ihn einfach sitzen lassen, bis er sich beruhigt hat. Was er hat? Keine Ahnung? Er möchte genau diese eine, volle Windel anbehalten. Tsss.

Ein anderes Beispiel. Anton möchte Saft trinken. Ich fülle ihm also Saft und Wasser in seinen Becher und stelle diesen dann auf einen kleinen Stuhl in die Küche. So kann Anton jederzeit trinken (und ihm Zweifelsfall können wir alles gemeinsam aufwischen). Kurze Zeit später kommt er angelaufen und ruft Miiiiiech (Milch) miiiiiiech miiiiiech. Er wird immer lauter. "Anton, hast du schon deinen Saft ausgetrunken?" Natürlich nicht. Ich erkläre ihm, dass er erst Milch bekommt, wenn der Becher leer ist. Anton schreit und ärgert sich. Wirft sich auf den Boden, strampelt und ruft ständig Miiiiiech. E i n e Stunden lang. Bis er sich überwunden hat, den Saft leer trinkt und dann natürlich seine Milch bekommt.

Und ein drittes. Ich sitze am Laptop und schreibe. Anton kommt, sieht den Laptop und will Lieder hören. Entweder ich höre mit ihm zwei, drei Lieder und beende dann unsere Lauschsession oder ich sage direkt nein - egal, wie ich es mache, es gibt immer ein verärgertes Kind, das unbedingt noch weitere Stunden vor dem Laptop sitzen und nichts anderes machend Lieder hören möchte.

Diese Beispiele ließen sich endlos aufzählen: Treppen laufen, drinnen oder draußen bleiben, Brockoli essen usw.


Und nun?

Man könnte das natürlich jetzt auch lustig finden. So ein kleiner Mann mit so einem Dickkopf und einem so starken Willen. Wie seine Eltern. Ha. Aber ganz ehrlich, so gut ich auch finde, dass er weiß, was er will, so anstrengend sind diese Wut- und Trotzanfälle. An guten Tagen finden solche Situationen nur zwei, drei Mal in ganz schwacher Form statt. An schlechten Tagen würde ich am liebsten heulen, weiß nicht mehr, wie ich an mein Kind rankomme und verstehe - genauso wie Anton - für einen kurzen Moment die Welt nicht mehr.

Ich habe aber gelernt zu begreifen, dass Anton diese Phasen nicht mit Absicht hat. Er weiß ja selbst nicht, was mit ihm geschieht und manchmal merke ich ihm seine Verzweiflung richtig an. Er steigert sich dann hinein, die ganze Welt ist doof und er fühlt sich missverstanden.

In diesen Situationen erkläre ich ihm, dass ich für ihn da bin. Ich sage ihm, dass ich verstehe, dass alles für ihn doof ist, dass ich ihm aber nicht mehr helfen kann und dass er zu mir kommen darf, wenn er bei mir sein möchte. Ich bleibe in den meisten Fällen bei ihm im Zimmer, aber lasse ihn in Ruhe und lasse ihn sich austoben.

Wenn ich merke, dass ich doch sauer auf ihn werde, weil mir auch alles zu viel wird, dann gehe ich aus dem Raum und beruhige erst einmal mich selbst. Meistens setzt ganz schnell die Erkenntnis ein, dass Anton doch eigentlich selbst nicht weiß, was er tut und ich kann mich wieder auf ihn einlassen.

Froh bin ich, wenn dann wieder alles gut ist. Oft geht das ganz plötzlich: dann hört Anton mir wieder zu, lässt sich die Welt erklären und drückt mich im nächsten Augenblick, um mir zu sagen, dass er mich lieb hat.


Und jetzt sagt mir bitte, dass ihr eure Kinder auch nicht immer versteht! Dass sie trotzen und wüten, weinen und schimpfen. Wie geht ihr damit um?


P.S. Das Bild ist während einer Trotzphase während des Urlaubs entstanden. Wir wollten zum Abendessen gehen und Anton wollte sich einfach keinen Meter von unserem Häuschen entfernen. So schön der Urlaub auch war, so sehr hatten wir mit den täglichen Strecken zu kämpfen.