25.02.2015

Buchtipp: Wer war's?


Wer war's? ist ein lustiges, humorvolles Buch für Kinder und Erwachsene. Auf jeder Doppelseite wird die Frage gestellt, wer von den abgebildeten Figuren etwas gemacht oder angestellt hat. Der Leser darf dann den Indizien nachgehen und den Täter bei frischer Tag ertappen. Wer hat also die Marmelade gegessen? Oder wer hat seine Badehose vergessen?

23.02.2015

Studieren mit Baby // Teil 9


Aaah, Freiheit. Tut das gut. Einen Abend lang durchatmen und nichts lernen. Wieder intensiver Pärchenzeit haben und genießen und morgens nichts zur Uni müssen. In Gedanken bin ich natürlich schon längst bei meinen zwei Hausarbeiten und spätestens seit Montag habe ich mir wieder Arbeitszeiten eingeräumt. Aber es ist schon eine riesen Erleichterung, dass ich bereits schon so viel geschafft habe.

Letzte Woche erzählte ich euch von unserer Ausgangssituation und von den Lernzeiten. In meinem Bericht heute gehe ich auf die Schwierigkeiten ein, die ich im vergangen Semester hatte und zeige aber auch ein paar Lösungsmöglichkeiten und Tips auf.


Schwierigkeiten

Es gibt zwei Schwierigkeiten, oder "Herausforderungen", die meiner Meinung nach Studenten mit Kindern (und in diesem Semester vor allem mich) besonders herausfordern.
Zum einen sind das unvorhergesehene Ereignisse und Notfälle. So gut wie wir als Familie planen können und so diszipliniert ich mich zum Lernen aufraffen kann, so wenig nützt mir der Plan etwas, wenn Anton krank ist. Oder er uns ansteckt. Wir hatten seeeehr lange Krankheitsphasen. Am Anfang des Semesters hatte Anton Fieber und ich musste ihn sogar mit zur Uni nehmen, im Dezember war er zwei Wochen lang krankgeschrieben und hatte Bronchiolitis und eine Mittelohrentzündung, ich war im Dezember eine knappe Woche krank, in diesem Jahr bereits drei Mal und auch Antons Nase lief ständig. Wenigstens hatte er in diesem Jahr noch keinen Fieber. Das heißt also, dass das Kind wehleidig, man selbst geschafft ist, aber die Verpflichtungen für die Uni weiter gehen. Bei Fieber und bei ärztlich verordneter Quarantäne bedeutete das auch, dass Anton zu Hause bleiben musste. Im Dezember hatte ich zwei Referate und zwei Besprechungen mit den Dozentinnen, bei denen ich unbedingt da sein musste und die ich nicht verschieben wollte. Mein Freund arbeitete einmal von zu Hause aus, an einem Termin kamen meine Eltern und passten auf Anton auf und zu einer Besprechung nahm ich Anton mit. Diese Dozentin bot sogar an, alles telefonisch zu klären und zeigte sich sehr, sehr verständnisvoll. Der andere Fall ist, wenn Dozenten kurzfristig ungeplante Hausaufgaben aufgeben. So musste ich beispielsweise über ein Wochenende (das komplett verplant war) eine fünfminütige Powerpoint-Präsentation zu einem Künstler erstellen. Ich schrieb und las also während der Autofahrten, blieb länger wach und nahm die Hausaufgabe sehr ernst. Montagmorgen hatte so wenige die Hausaufgabe gemacht, dass die Dozentin und etwas sauer dazu aufforderte, in der nächsten halben Stunde noch einmal zu recherchieren. Und dann wurden die Ergebnisse einfach kurz vorgetragen. Ich hatte also die ganze Arbeit umsonst gemacht. Die Präsentation ist übrigens bebildert, mit Quellenangaben und schön inhaltlich logisch aufgebaut. Die ganze Arbeit "umsonst". (Der Künstler war wenigstens sehr interessant.)

Die andere Schwierigkeit ist der eigene Anspruch. Man darf sich vielleicht nicht mit kinderlosen Studierenden vergleichen (die rund um die Uhr in der Bibliothek sitzen könnten). Aber dennoch bleibt der Eindruck, den man im Seminar abgibt. Wenn ich nicht mitarbeiten kann, weil ich statt drei nur einen Text gelesen habe oder weil ich die letzte Stunde nicht nachbereitet habe, weil ich auch sonst viel zu tun hatte, dann ist das mein Problem. Und wenn ich dreißig Stunden Vorbereitungszeit für ein Referat benötige und andere Studierende nur zehn (und dann aber auch das Referat "hinrotzen"), dann interessiert es auch keinen, wie lange ich in der Bibliothek saß. Ich stehe also ständig zwischen meinem Anspruch, sehr gute Leistungen zu bringen (in den Studienleistungen, aber auch im Unterrichtsgespräch) und immer gut vorbereitet zu sein und gleichzeitig mit meiner vorhandenen Zeit zu haushalten. Was ist nun das Wichtigste? Das herauszufinden ist jedes Mal eine neue Herausforderung. Ich kenne wenigstens mein Lernpensum und weiß, wie viel ich machen muss, um gut oder sehr gut zu sein. Ich muss viel lesen und viel arbeiten, mich intensiv mit dem Thema beschäftigen, damit ich mich darin sicher fühle. Deshalb brauche ich von Grund auf viel Zeit für die Vorbereitungen.



Praktische Tips

In unserer Universität gibt es die Regelung, dass studierende Eltern bei Krankheitstagen der Kinder zusätzlich ein paar Tage fehlen dürfen. Natürlich nur in einem beschränkten Rahmen und mit ärztlichem Attest, aber es verschafft immerhin ein paar Tage.

Ich würde nie, nie wieder, wenn es in meiner Macht liegt, einen Referatstermin direkt am ersten Tag nach den Ferien legen. Weil ich das Thema so spannend fand, achtete ich nicht auf den Termin, ärgerte mich aber in der Vorbereitung umso mehr. Ein Buch, das über Fernleihe kam, konnte ich nicht rechtzeitig abholen und dann war die Bibliothek über die Zeit der Weihnachtsferien geschlossen. Ich kann das Buch also letzen Endes nur für die Hausarbeit, nicht aber für das Referat nutzen.

Für mich war es perfekt, dass ich einen Tag in der Woche uni-frei hatte. Nicht, weil ich keine Lust gehabt hätte, zur Uni zu fahren, sondern weil es die einzige Möglichkeit in der Uni-Woche war, in der ich ein paar Stunden am Stück hatte, um zu arbeiten. Meistens bereitete ich genau in diesen Stunden die Referate vor oder lernte für die Klausuren. Im nächsten Semester werde ich wieder einen Tag frei und dafür die anderen Tage voller Veranstaltungen haben.

Mir bringt es viel, alle eventuell nutzbaren Bücher einfach auszuleihen und sie zu Hause zu haben. In Kunstgeschichte sind die meisten Bücher nicht ausleihbar und ich muss in der Bibliothek arbeiten, aber gerade für Literaturwissenschaft kann ich einige Bücher ausleihen. Mir ist aufgefallen, dass es mir viel Freiheit gibt, wenn ich das meiste auch von zu Hause aus machen kann.

Die besten Bib-Zeiten sind morgens früh, spät am Abend oder am Wochenende. Ich verschob die meisten Recherchearbeiten in diese Zeiten und bin damit sehr gut gefahren. Die Bücher lagen vor, die Kopierer waren nicht besetzt und es herrschte eine gewisse Ruhe in den Räumen. Werde ich immer wieder so machen.



Was ich im nächsten Semester anders machen möchte bzw. was ich über das Studieren mit Kind gelernt habe

Ich werde im nächsten Semester definitiv mehr darauf achten, an welchen Tagen ich Referate halten muss. Im letzten Semester musste ich innerhalb drei Wochen drei Referate fertiggestellt haben und das war eine große Herausforderung. Wenn möglich würde ich die Tage so legen, dass mindestens zwei Wochen dazwischen liegen und ich nicht gleichzeitig an mindestens zwei Themen arbeiten muss.

Obwohl ich das Wintersemester im Vorfeld sehr sorgfältig plante, gab es doch einen gewissen unvorhersehbaren Aufwand, den ich dann zu bewältigen hatte. Und das überforderte mich ehrlich gesagt zeitweise sehr. Allein die Fülle des Lesestoffes brachte mich wöchentlich an meine Zeitgrenzen. In Zukunft möchte ich also darauf achten, welchen Zeitaufwand eine Veranstaltung mit sich bringt und im Zweifelsfall lieber eine Veranstaltung weniger besuchen, dafür aber für jede andere vorbereitet sein.

Hier ist das Thema "eigener Anspruch" wieder von Belang. Mann muss sich vielleicht nicht so einen großen Act machen und kommt eben unvorbereitet zum Seminar. Man kann auch für die Klausuren nur so viel lernen, dass man eben gerade so durchkommt, vor allem, wenn es nur um bestanden oder nicht bestanden geht. Ich möchte aber nicht einfach so durchkommen, sondern gut sein, sehr gut sein.  Mir macht da Studium Spaß, ich finde die Themen interessant und bin total begeistert, dass ich die Möglichkeit habe, meinem Berufswunsch näher zu kommen. Dann möchte ich diese Chance auch nicht ungenutzt lassen und mein Bestes geben.

Im ersten Semester merkte ich, dass ich kaum Kontakt zu meinen Kommilitonen hatte. Ich musste jedes Mal so schnell nach Hause, dass überhaupt keine Möglichkeit dafür bliebt. In diesem Semester war das anders. Es tut gut, seine Mitstudierenden in einem gewissen Rahmen kennenzulernen und sich über die Uniangelegenheiten austauschen zu können. Es gab tatsächlich kaum eine Veranstaltung, in der ich alleine saß ;-) Das macht mir zwar gar nichts aus, aber ich merke natürlich den Unterschied sehr stark.

Gut gefallen hat mir auch, dass ich an manchen Tagen, mal regelmäßig und mal ausnahmsweise, mich mit Freunden treffen konnte. Dass auch Zeit für einen Kaffee war. Es kam nicht so häufig vor, weil ich morgens ja meistens Dinge vorbereitete (und manchmal auch bloggte) und die Pausenzeiten eher kurz ausfielen, aber es gab dennoch immer wieder Gelegenheit dazu.


Ausblick

Der Semesterplan für das Sommersemester steht natürlich schon und ich hoffe sehr, dass es ein wenig stressfreier sein wird.  Ich werde einen guten Stundenplan haben, mit einem freien Montag und insgesamt neun Veranstaltungen (zwei mehr als im Wintersemester). Die Herausforderung wird wahrscheinlich Latein sein. Ich muss/will Latein lernen und neben den vier Semesterwochenstunden werde ich wohl viele Stunden zu Hause Vokabeln lernen und Texte übersetzen. Ich werde im kommenden Semester eineinhalb Module in Literaturwissenschaft belegen (plus Referate und eine mündliche Prüfung), wahrscheinlich zwei Veranstaltungen in Kunstgeschichte (das Tutorium, das mir noch fehlt, um das Modul abzuschließen, ist am Nachmittag), wenn möglich ein Projektseminar (am Wochenende, ist Teil des Praxismoduls) und noch eine weitere Exkursion. Dieses Semester wird wieder sehr leseintensiv und ich werde einige Referate vorberieten müssen. Aber, wenn ich es richtig einschätzen kann, schreibe ich nur eine Klausur in Latein und schreibe eine Hausarbeit.


Fazit

Das letzte Semester war anstrengend und teilweise sehr hart. Und dennoch bin ich sehr froh, dass ich es geschafft habe. Das nächste Semester wird bestimmt wieder ganz ähnlich, so gut ich auch planen werde und mir meine Motivation erhalte. Ich weiß, dass ich vieles schaffen kann, wenn ich diszipliniert bin. Ich bin so dankbar, dass mich mein Freund unterstützt. Er hat mir bei vielen Krisen geholfen, nicht nur mental, sondern auch inhaltlich. Sollte man mich fragen, ob ich denn bei dem ganzen Stress empfehlen könnte, mit Kind zu studieren, muss ich sagen, dass ich es natürlich empfehlen kann. Wenn das Studium eine Leidenschaft, ein Wunsch, ein Traum ist, dann ist ein Kind kein Hinderungsgrund. Ein Kind im Studium zu haben, kann motivieren, fleißig zu sein, seine freie Zeit bewusst zu nutzen und zielstrebig auf ein Ziel hinzuarbeiten. Weil ich es nicht kenne, weiß ich nicht, wie mein Studium ohne Anton ausgesehen hätte (wahrscheinlich wäre ich auch motiviert), aber alles geht irgendwie. Auch wenn es nicht immer leicht ist. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Und was muss, das muss. Das sind doofe Sprichwörter, die hier aber ihre Berechtigung haben. Man sollte aber auch ein gewisses Maß an Gelassenheit besitzen, weil man nicht alles planen kann und weil man vielleicht seine Ansprüche in gewisser Weise runterschrauben muss. Auch wenn ich mich manchmal durchkämpfen muss, liebe ich das Studium. Ich freue mich auf das neue Semester und jetzt auf ein paar freie Wochen :)


Wie war euer Semester? Mit was hattet ihr zu kämpfen, wo lagen eure Schwierigkeiten und Herausforderungen? Freut ihr euch auch so über eure Semesterferien? :)


Zum ersten Bericht über das letzte Semester kommt ihr, wenn ihr hier draufklickt.
Ihr wollt noch mehr zu diesem Thema lesen? Hier findet ihr alle Beiträge zum Thema Studieren mit Kind sowie zu CampusMum - Interviews mit studierenden Müttern über ihr Leben mit Kind und Buch.

18.02.2015

one tiny little story


Kennt ihr den blauen Ritter? Ich hatte bis vor wenigen Tagen noch nie etwas von ihm gehört.
Ich war gerade im Kinderzimmer und legte Wäsche zusammen, als ich aus dem Wohnzimmer die von Anton klar ausgesprochenen Worte der blaue Ritter und die darauf folgende Frage "Betti, hast du das gehört?" von meinem Freund hörte. What?! Was hatte Anton da eben gesagt? Wie kann es sein, dass er nur ba zum Bus sagt (den er x Male am Tag sieht) und dann aber der blaue Ritter sagen kann?! So oft ich es in den nächsten Tagen versuchte, der Ausspruch war einmalig und Anton wiederholte ihn nicht mehr. Und wer ist nun der blaue Ritter? Wenn ich Anton diese Frage stelle, holt er den Deckel unseres blauen Eimers, hält sich ihn vor's Gesicht und schaut durch die Löcher. Aha, das ist also der Sichtschutz vom blauen Ritter. Meine Männer...

16.02.2015

CampusMum: Anna


In der Reihe CampusMum stelle ich euch Frauen vor, die neben Kind und Kegel noch ein Studium meistern. Ich frage sie nach ihrem wie, was und warum.


Guten Morgen zusammen. Heute Morgen stelle ich euch wieder eine starke Frau und alleinerziehende Mutter vor, die gerade am Ende ihres Studiums steht. In nur wenigen Tagen hält sie offiziell ihren Abschluss in den Händen und beendet damit einen wichtigen Abschnitt in ihrem Leben.

Anna ist 27 Jahre alt und Mutter der jetzt 16 Monaten alten Runa. Die beiden sind im letzten Jahr von München, wo Anna noch studiert, ins schöne Hamburg gezogen. In ihrer Freizeit fotografiert, singt und tanzt sie gerne, kocht und backt, interessiert sich für politische Vorträge und verbringt die Tage bei gutem Wetter im Freien.

Im Netz findet ihr Annas Online Portfolio sowie die Homepage zu ihrem Buch "Mein Leben ohne Schlaf", das gleichzeitig ihre Abschlussarbeit ist. Hier geht es um Erfahrungsberichte von studierenden Eltern, um Tips und Ideen zum Studium mit Kindern. (Zwei CampusMum Interviews sind auch mit drin!) Nach dieser kurzen Vorstellung, lassen wir Anna einfach selbst zu Wort kommen. Sie beantwortet mir Fragen zu den letzten Wochen ihres Studiums, zur Betreuungssituation für ihre Tochter und warum es so wichtig ist, mit den Dozenten zu reden. 


Liebe Anna, ich freue mich sehr, dass du bei CampusMum mitmachst! Erzähl’ uns doch bitte zunächst, was und wo du studierst.

Studiengang Kommunikationsdesign an der HS München, letztes Semester. Ende Februar gebe ich nun endlich meine Arbeit ab und dann muss ich nur noch mein Kolloquium halten und dann bin ich tatsächlich schon fertig :D Ich bin also offiziell im siebten Semester, allerdings werden die zwei Urlaubssemester die ich in der Schwangerschaft und im ersten halben Jahr, nachdem Runa da war, nicht angerechnet. Es sind also aus 3,5 Jahren studieren unfreiwillig 4,5 Jahre geworden ;)


Wie hast du die letzten Wochen deines Studiums erlebt?

Im September bin ich von München, wo ich sieben Jahre lang gewohnt habe und seit Herbst 2010 studiere, nach Hamburg gezogen. Schon alleine aus dem Grund, weil es als alleinerziehende Studentin ohne Unterstützung von Anderen kaum geht. So habe ich hier meine Familie (Mama, Geschwister, Schwager in Spe ;) Oma) und auch eine Hand voll Freunde, die mich gerade in der Betreuung super unterstützen können. Die Entfernung macht das Studieren aber nicht einfacher und somit muss ich alle 3-4 Wochen nach München pendeln, um sporadisch an der letzten Vorlesung teilzunehmen und um mein Abschlussprojekt mit meinem Dozenten und mit Kommilitonen zu besprechen. Alle sind sehr verständnisvoll und helfen. Stundentechnisch läge ich da bei ca. fünf Stunden Anwesenheit im Unigebäude - im Monat :P Allerdings ist das nicht nur eine große finanzielle Belastung (im Schnitt 150€ pro "Reise" also für 3,5 Tage), sondern auch sehr kräftezehrend. Ich fahre immer mit dem Bus, das sind etwa zwölf Stunden reine Fahrzeit - einmal Hin, dann 1,5 Tage später wieder zurück - und das schlaucht ganz schön.
Auswendig lernen musste ich zwar nichts mehr. Ich habe zum Glück alle Prüfungen, für die man lernen musste, schon vorher abgelegt. Allerdings sitze ich trotzdem pro Tag ca. fünf Stunden vor’m Rechner. Im Grunde genommen klappt das aber alles ganz gut. Klar, es ist anstrengend, aber machbar. Schwierig wird's erst dann, wenn unvorhergesehene Ereignisse eintreten. Jetzt hat es mich z.B. auf der Zielgeraden meines Bachelor-Projektes einmal vollkommen für eine Woche aus den Latschen gehauen. Erst lag ich fünf Tage lang flach, dann drei Tage lang Runa. Da gab es schon Situationen, in denen ich gerne einfach mal kurz tot gewesen wäre. Da liegst du dann, mit Kopfweh, Gliederschmerzen, Schüttelfrost, und dann schreit das Kind herum, weil ihm langweilig ist oder irgendetwas klappt nicht oder es hat Schmerzen, Hunger, will nicht schlafen.... Im Hinterkopf tickt die ganze Zeit die Uhr bis zur Abgabe runter... Das ist kein schönes Gefühl!


Die letzten Wochen deines Studiums waren sicherlich sehr 
nervenaufreibend. Mit Kind gestaltet sich so eine Zeit nicht unbedingt 
einfacher. Wie hast du es geschafft, in dieser intensiven Phase Zeit für 
deine Tochter zu finden?

Runa und ich sind eigentlich ein super Team! Dennoch, es war (und ist) für mich nach wie vor schwer, das richtige Maß an Zeit in die richtigen Teile meines Lebens zu stecken. Es gibt Tage, da lasse ich mich einfach voll auf meine Tochter ein und mache nichts anderes, keinen Haushalt, keine Einkäufe, keine Uni. Und dann ist es herrlich. Wir genießen es beide. Gehen auf den Spielplatz, spazieren durch die Fußgängerzone, gehen zusammen Enten füttern, spielen in der Wohnung. Aber ich bin ein Mensch, der schnell unzufrieden wird und sich immer wieder neu fordert - bzw. fordern muss, ich gebe immer Vollgas. Das ging bis zur Schwangerschaft mehr oder weniger gut (obwohl ich davor auch ab und an schon an meine Grenzen gestoßen bin), nun in meiner Situation ist das natürlich eine nicht ganz ungefährliche Eigenschaft. Ich will meine Uni super abschließen, gleichzeitig will ich den Haushalt sauber halten, Zeit mit Freunden verbringen und meine Tochter genießen. Ich habe nach wie vor noch nicht ganz den Dreh raus ;) Irgendwie habe ich das Gefühl, dass irgendwas immer zu kurz kommt. Ich glaube, ich muss da noch mal an meiner Einstellung arbeiten, oder aber die Prioritäten nochmal überdenken. Aber eines der wichtigsten Dinge für mich ist das gemeinsame Aufwachen mit Runa. Irgendwann gegen Ende der Nacht hole ich sie in mein Bett und dann kuscheln wir ganz viel, und das verbindet ganz stark.


Deine Tochter ist aktuell 16 Monate alt. Das heißt, dass du während des Studiums schwanger geworden bist. Welche Erfahrungen hast du in diesen Monaten an der Uni gemacht? Hast du Elternzeit genommen?

Mein damaliger Freund und Vater von Runa und ich habe uns die Elternzeit geteilt. Das alleine schon aus finanziellen Gründen. Ich bekam nur den Mindestsatz von 300 Euro pro Monat, er hingegen ca. 65% seines Nettogehaltes, das machte schon Einiges aus. Ich habe ausserdem zwei Urlaubssemester genommen. Das ist an unserer Hochschule in München zum Glück total unkompliziert und ich durfte auch nach wie vor an Vorlesungen und Prüfungen teilnehmen. Das hat mir sehr geholfen, denn ich habe somit keine Auszeit genommen, sondern ich habe es einfach entzerren können und so den Anschluss nicht verloren. Kommilitonen und Dozenten waren gleichermaßen freundlich und hilfsbereit. Ich habe die Erfahrung gemacht: Mach den Mund auf und rede mit den Leuten, dann wird dir geholfen. Und demnach wusste jeder von meiner Situation und hat das berücksichtigt, wenn es mal nicht so schnell ging. Es gab natürlich vereinzelt Personen, die da raus fielen, aber das waren dann meistens Menschen, mit den ich vorher auch schon nicht so auf einer Wellenlänge war, und somit war es mir weitestgehend egal.


Wie sieht die Betreuungssituation für deine Tochter aus?

Ich habe das große Glück nun in Hamburg zu leben, wo 25 Stunden Betreuung pro Woche für ALLE kostenlos und gewährleistet sind! Ein sehr großer Luxus, den es z. B. in München nicht gegeben hätte und den ich sehr zu schätzen weiß. Meine Kita ist ein süßer kleiner Tagesmutterzusammenschluss. Ich komme super mit den beiden zurecht, sie stehen in allen Fällen hinter mir, in kann Runa flexibel immer abholen und bringen wann ich möchte, auch mal spontan länger da lassen oder auch über Nacht. Das ganze nur eine Gehminute von mir entfernt, im gleichen Gebäude, ich hatte wirklich soooo ein Glück!!!!! Ansonsten gibt’s im Notfall immer noch meine Eltern, Geschwister und den Vater von Runa.


Du bist alleinerziehend und musst immer wieder wegen dem Studium pendeln. Welche Rolle spielt Runas Vater bei der Betreuung?

Ja, Runas Papa spielt eine große Rolle. Wir verstehen uns mittlerweile sogar sehr gut. Es hat lange gedauert, um an diesen Punkt zu kommen, aber nach knapp einem Jahr Trennung sind wir nun so weit, dass wir auch mal zusammen sitzen und schnacken können. Ob das weiterhin so bleibt, ist abzuwarten. Ich hoffe sehr, denn ich habe ihn nach wie vor sehr gerne. (Man vergisst ja so schnell die negativen Dinge *lach*) Runa ist alle zwei Wochenenden Fr-So bei ihm, wenn ich wegen der Uni nach München muss, dann passt er auf, bringt sie zur Kita, wohnt in meiner Wohnung (weil einfach am praktischsten) und auch als ich krank war, kam er hier und da mal vorbei, um mir die Kleine mal abzunehmen. Ich weiß sehr wohl, wie wichtig und schön das für das Kind ist und dass sowohl er als auch ich da wahnsinniges Glück haben, dass wir keinen Rosenkrieg haben, sondern so gut aufeinander eingehen.


Verrätst du uns, wie deine Pläne nach dem Abschluss aussehen?

Ursprünglich hatte ich mich eigentlich in einer Agentur sitzen sehen. Das gestaltet sich in meiner Situation tatsächlich schwieriger als erwartet. Eine kleine Sinnkrise habe ich deswegen schon hinter mir. Deswegen kann ich einen genauen Ausblick noch nicht geben.Ich werde aber auf jeden Fall an meinem Abschluss-Projekt weiter arbeiten, das Ganze publizieren und wenn es Anklang findet auch noch eine Fortsetzung raus bringen. Ob ich das Ganze als Selbstständige mache oder mich mit einem Verlag zusammen tue bleibt abzuwarten.Ich bin im Moment erst mal für alles offen, egal ob Praktikum, Festanstellung, Selbstständigkeit, Umschulung, Fortbildung.


Und zu guter Letzt: kannst du uns wertvolle Erfahrungen und Tips mitgeben, die studierenden Eltern das Leben leichter machen können?!

Meiner Meinung nach ist das aller Wichtigste die Betreuung des Kindes. Wenn diese gewährleistet ist, dann kann man sich auch um die anderen wichtigen Dinge kümmern. Und mindestens genau so wichtig ist es, mit den Leuten zu reden. Irgendwann kommt der Punkt, da geht es mal nicht mehr (z. B. Kind krank) und wenn man dann erst anfängt irgendwie die Situation zu erklären ist es oft schon zu spät. Also am Besten gleich in der Schwangerschaft bzw. am Anfang eines jeden Semesters die Fronten klar stellen. Nicht jammern, kein Mitleid erwarten oder fordern, sondern einfach nur sagen was Sache ist und schon.



Liebe Anna, ich danke dir für den Einblick in deine letzten Wochen als Studentin. Du kannst stolz auf dich sein, wie ihr beide diese stressige Phase gemeinsam gemeistert habt. Ich wünsche dir für deine weitere berufliche Laufbahn und auch für eure gemeinsame Zeit alles Gute.




Alle bisherigen Interviews der Reihe CampusMum findet ihr hier. Und hier kommt ihr zu allen Artikeln, die sich mit dem Thema Studieren mit Kind beschäftigen.

12.02.2015

Studieren mit Baby // Teil 8


Ich bin in der letzten Semesterwoche angekommen und habe gestern die letzte Prüfung geschrieben. Ihr könnt mir glauben, dieses Semester war alles andere als einfach. Ich war schon am Rande einer Sinnkrise und erlebte aber auch glückliche, tiefenentspannte Lesestunden in der Bibliothek. Mein Leben stand zeitweise wieder etwas auf dem Kopf. Und jetzt bin ich aber mehr als zuversichtlich und zufrieden, dass ich dieses Semester gemeistert habe.

Diesen Bericht teile ich in zwei Blogposts auf. Heute gehe ich auf die Betreuungs- und Ausgangssituation ein und berichte von meinen Lernzeiten. Im zweiten Teil erzähle ich euch von den Schwierigkeiten, die ich hatte und gebe Tips und einen Ausblick auf das nächste Semester.


Betreuungssituation

Anton ist jeden Tag bei der Tagesmutter von 8.30 Uhr (freitags 7.30 Uhr) bis 14 Uhr.


Ausgangssituation

Im Vergleich zum letzten Semester, hatte ich in diesem Semester einen etwas volleren Stundenplan. Es klappte in der Vorbereitung sehr gut, die Veranstaltungen zu wählen, die mich in meinem Semesterplan vorankommen ließen (ein Modul Literaturwissenschaft, ein Modul Kunstgeschichte, eine Veranstaltung aus dem nächsten Modul Kunstgeschichte) und die gleichzeitig vormittags stattfanden.
Über die Studienleistungen, Prüfungen und Hausarbeiten war ich mir, soweit angegeben, im Klaren.
Jeden Morgen brachte ich also Anton zur Tagesmutter, nahm den nächsten Bus, der mich direkt zu Uni brachte und hatte dort erstmal 75 Minuten freie Zeit. Dann ein oder zwei Veranstaltungen, dann mit dem Bus direkt zur Tagesmutter, Anton abholen und nach Hause.


Zeit zum Lernen, zum Vorbereiten und für Recherche

Die wirklich freie Zeit, in der Anton bei der Tagesmutter war und in der ich entweder zu Hause oder in der Uni sein konnte, war also beschränkt, aber vorhanden. Die knappe Stunde am Morgen nutzte ich meistens, um in der Biblitohek zu lesen oder zu recherchieren, Bücher auszuleihen und manchmal Texte auszudrucken. Man darf wirklich nicht unterschätzen, wie viel Zeit das Ausdrucken kostet! Und auch als "Studienanfängerin", die sich nun für die Referate und Seminare richtig vorbereiten musste, stieß ich immer wieder auf Anfängerfehler, unnötige Recherchen und Umwege. Das kostete mich manchmal wichtige Zeit, aber ich lernte dadurch viel für die zukünftige Arbeitsweise. Montags hatte ich nach der Veranstaltung noch ca. eine Stunde zu Hause, in der ich mich manchmal ganz schön aufraffen musste, um nicht zu bloggen oder den Haushalt zu  machen, sondern mich an den Schreibtisch zu setzen. Freitags klappte das schon deutlich besser, weil ich dann ca. 2,5 freie Stunden hatte. Dienstag war ein Uni-freier Tag. Das hört sich zunächst prima an. Aber in diesen knapp vier Stunden bereitete ich praktisch die komplette Woche vor. Meine Studienfächer sind SEHR textlastig und wenn man für einen theoretischen Aufsatz mindestens eine Stunde Lesezeit benötigt und man pro Woche mindestens drei theoretische Texte und ein, zwei Dramen lesen muss, dann hören sich vier Stunden am Stück nicht mehr nach viel Zeit an. Ich bin überzeugt, dass es sehr sinnvoll ist, einen Tag frei zu haben und dann konzentrert zu arbeiten. Ansonsten las ich viel vorbereitend im Bus (klappte aber nicht immer) und in heißen Phasen machte ich auch abends sehr viel. Im letzten Semester funktionierte es zwar manchmal noch, nachmittags "nebenbei" zu lesen und zu lernen, aber mittlerweile kann ich nur konzentriert arbeiten, wenn Anton nicht da ist. So toll er auch mit seinen Spielsachen spielt, er kommt dennoch immer wieder zu mir, möchte mir etwas zeigen oder will meine Aufmerksamkeit. Es war mir ja wichtig, den Nachmittag aktiv mit Anton zu verbringen und deshalb müssen eben die Unizeiten auf die Randzeiten verlegt werden.


Lernplan

Nach der Hälfte des Semesters, also ungefähr nach Silvester, machte ich mir einen groben Lernplan, um zu sehen, wie viel Zeit ich theoretisch für alle Klausuren, Hausarbeiten und Vorbereitungen haben würden. Dieser Plan half mir insofern, dass ich wusste, ich kann das alles schaffen. Reingeschaut habe ich in den Plan dann erstmal nicht mehr. Mir war aber auch bewusst, dass ich immer an drei Dingen gleichzeitig arbeiten musste. Also z. B. für eine Sprachklausur jeden Abend eine Übersetzung machen (1,5 h), morgens an der Uni und im Bus für die Hausarbeit recherchieren/lesen, abends oder in den Freistunden für die Klausur Texte transkribieren und auswendig lernen. Jeden Abend überlegte ich mir, was ich am nächsten Tag schaffen musste und wollte. Und versuchte, das so gut wie möglich umzusetzen. Das funktionierte meistens erstaunlich gut. Problematisch wurde es immer nur dann, wenn unvorhergesehene Dinge eintraten. In der letzten Woche merkte ich beispielsweise, dass ich noch nicht gut genug für die Klausur vorbereitet war und wollte und dass wir gleichzeitig alle krank waren und zwei Tage komplett wegen Geburtstag und Feiervorbereitungen flach fielen. Alle anderen Termine wurden also gecancelt und ich arbeitete mit dem, was ich hatte. Zum Glück habe ich schon vor einigen Wochen mit dem Lernen angefangen!
In diesem Semester ist mir sehr stark aufgefallen, dass ich in der Bibliothek tatsächlich intensiver lernen kann als zu Hause. Bisher störte es mich nicht, aber in den letzten Monaten war mein Stundenplan so voll, dass ich manchmal kaum zum Haushalt kam. Dann schien mir der Haushalt natürlich wie die perfekte Ablenkung zum Lernen. Und ich musste mich manchmal auch stark dazu überreden, nicht den Laptop hochzufahren, sondern den Blick nur auf die Texte gerichtet zu lassen.


So, das sind die ersten Erfahrungen, die ich euch weitergeben möchte. Wie sind eure Erfahrungen mit den Lernzeiten?! Konntet ihr den Haushalt und eure Hobbys bei Seite schieben und euch nur auf das Lernen konzentrieren?

09.02.2015

Geschenkideen für (Neu-)Mamas: Blumenstrauß


Da gebe ich euch hin und wieder Ideen, wie man werdende, frischgebackene oder eingegroovte Mütter beschenken kann, und ich übersehe glatt eine Möglichkeit, die doch auf der Hand liegt: Blumensträuße!

Welche Frau freut sich nicht über einen schön zusammengestellten Blumenstrauß? Dabei sind ja der Fantasie (und dem Budget) überhaupt keine Grenzen gesetzt - lass es das Blümchen vom Feld sein, die Tulpen vom Supermarkt, die Hortensien vom Floristen oder Zimmerpflanzen. Mit diesem Präsent steigt jede gefallene Stimmung und die Eintönigkeit des Alltags wird etwas unterbrochen. Und das Beste ist, dass man Schnittblumen nicht gießen muss. Sie machen also keine Arbeit, sind schön anzusehen und machen glücklich. Was will man mehr?

Und für den Schenker ist es auch ganz easy. Blumen auswählen und kaufen, ein Band drumherum binden und der Mutti in die Hand drücken.

Viel Spaß beim Verschenken!





04.02.2015

one tiny little story


Wir waren am Wochenende bei meinen Eltern und nach dem obligatorischen Kuchenessen wollte Anton ziemlich schnell runter vom Kinderstuhl auf den Fußboden. Er hatte nämlich einen großen Ball entdeckt. Er packte sich den Ball, hielt ihn hoch und schmiss ihn von sich. Zwischen dem Esszimmer und dem Wohnzimmer gibt es zwei Stufen aus Granit. Er warf also den Ball ins Wohnzimmer, schaute ihm hinterher, robbte zu den Stufen, drehte sich um, legte sich auf den Bauch und kletterte die Stufen herunter. Dann holte er den Ball, freute sich natürlich total, hob erneut die Arme und warf den Ball wieder ins Esszimmer. Dann robbte er zu den Stufen, kletterte sie hoch und robbte zum Ball. Und das wiederholte sich dann zwanzig Mal. Oder waren's hundert?