12.02.2015

Studieren mit Baby // Teil 8


Ich bin in der letzten Semesterwoche angekommen und habe gestern die letzte Prüfung geschrieben. Ihr könnt mir glauben, dieses Semester war alles andere als einfach. Ich war schon am Rande einer Sinnkrise und erlebte aber auch glückliche, tiefenentspannte Lesestunden in der Bibliothek. Mein Leben stand zeitweise wieder etwas auf dem Kopf. Und jetzt bin ich aber mehr als zuversichtlich und zufrieden, dass ich dieses Semester gemeistert habe.

Diesen Bericht teile ich in zwei Blogposts auf. Heute gehe ich auf die Betreuungs- und Ausgangssituation ein und berichte von meinen Lernzeiten. Im zweiten Teil erzähle ich euch von den Schwierigkeiten, die ich hatte und gebe Tips und einen Ausblick auf das nächste Semester.


Betreuungssituation

Anton ist jeden Tag bei der Tagesmutter von 8.30 Uhr (freitags 7.30 Uhr) bis 14 Uhr.


Ausgangssituation

Im Vergleich zum letzten Semester, hatte ich in diesem Semester einen etwas volleren Stundenplan. Es klappte in der Vorbereitung sehr gut, die Veranstaltungen zu wählen, die mich in meinem Semesterplan vorankommen ließen (ein Modul Literaturwissenschaft, ein Modul Kunstgeschichte, eine Veranstaltung aus dem nächsten Modul Kunstgeschichte) und die gleichzeitig vormittags stattfanden.
Über die Studienleistungen, Prüfungen und Hausarbeiten war ich mir, soweit angegeben, im Klaren.
Jeden Morgen brachte ich also Anton zur Tagesmutter, nahm den nächsten Bus, der mich direkt zu Uni brachte und hatte dort erstmal 75 Minuten freie Zeit. Dann ein oder zwei Veranstaltungen, dann mit dem Bus direkt zur Tagesmutter, Anton abholen und nach Hause.


Zeit zum Lernen, zum Vorbereiten und für Recherche

Die wirklich freie Zeit, in der Anton bei der Tagesmutter war und in der ich entweder zu Hause oder in der Uni sein konnte, war also beschränkt, aber vorhanden. Die knappe Stunde am Morgen nutzte ich meistens, um in der Biblitohek zu lesen oder zu recherchieren, Bücher auszuleihen und manchmal Texte auszudrucken. Man darf wirklich nicht unterschätzen, wie viel Zeit das Ausdrucken kostet! Und auch als "Studienanfängerin", die sich nun für die Referate und Seminare richtig vorbereiten musste, stieß ich immer wieder auf Anfängerfehler, unnötige Recherchen und Umwege. Das kostete mich manchmal wichtige Zeit, aber ich lernte dadurch viel für die zukünftige Arbeitsweise. Montags hatte ich nach der Veranstaltung noch ca. eine Stunde zu Hause, in der ich mich manchmal ganz schön aufraffen musste, um nicht zu bloggen oder den Haushalt zu  machen, sondern mich an den Schreibtisch zu setzen. Freitags klappte das schon deutlich besser, weil ich dann ca. 2,5 freie Stunden hatte. Dienstag war ein Uni-freier Tag. Das hört sich zunächst prima an. Aber in diesen knapp vier Stunden bereitete ich praktisch die komplette Woche vor. Meine Studienfächer sind SEHR textlastig und wenn man für einen theoretischen Aufsatz mindestens eine Stunde Lesezeit benötigt und man pro Woche mindestens drei theoretische Texte und ein, zwei Dramen lesen muss, dann hören sich vier Stunden am Stück nicht mehr nach viel Zeit an. Ich bin überzeugt, dass es sehr sinnvoll ist, einen Tag frei zu haben und dann konzentrert zu arbeiten. Ansonsten las ich viel vorbereitend im Bus (klappte aber nicht immer) und in heißen Phasen machte ich auch abends sehr viel. Im letzten Semester funktionierte es zwar manchmal noch, nachmittags "nebenbei" zu lesen und zu lernen, aber mittlerweile kann ich nur konzentriert arbeiten, wenn Anton nicht da ist. So toll er auch mit seinen Spielsachen spielt, er kommt dennoch immer wieder zu mir, möchte mir etwas zeigen oder will meine Aufmerksamkeit. Es war mir ja wichtig, den Nachmittag aktiv mit Anton zu verbringen und deshalb müssen eben die Unizeiten auf die Randzeiten verlegt werden.


Lernplan

Nach der Hälfte des Semesters, also ungefähr nach Silvester, machte ich mir einen groben Lernplan, um zu sehen, wie viel Zeit ich theoretisch für alle Klausuren, Hausarbeiten und Vorbereitungen haben würden. Dieser Plan half mir insofern, dass ich wusste, ich kann das alles schaffen. Reingeschaut habe ich in den Plan dann erstmal nicht mehr. Mir war aber auch bewusst, dass ich immer an drei Dingen gleichzeitig arbeiten musste. Also z. B. für eine Sprachklausur jeden Abend eine Übersetzung machen (1,5 h), morgens an der Uni und im Bus für die Hausarbeit recherchieren/lesen, abends oder in den Freistunden für die Klausur Texte transkribieren und auswendig lernen. Jeden Abend überlegte ich mir, was ich am nächsten Tag schaffen musste und wollte. Und versuchte, das so gut wie möglich umzusetzen. Das funktionierte meistens erstaunlich gut. Problematisch wurde es immer nur dann, wenn unvorhergesehene Dinge eintraten. In der letzten Woche merkte ich beispielsweise, dass ich noch nicht gut genug für die Klausur vorbereitet war und wollte und dass wir gleichzeitig alle krank waren und zwei Tage komplett wegen Geburtstag und Feiervorbereitungen flach fielen. Alle anderen Termine wurden also gecancelt und ich arbeitete mit dem, was ich hatte. Zum Glück habe ich schon vor einigen Wochen mit dem Lernen angefangen!
In diesem Semester ist mir sehr stark aufgefallen, dass ich in der Bibliothek tatsächlich intensiver lernen kann als zu Hause. Bisher störte es mich nicht, aber in den letzten Monaten war mein Stundenplan so voll, dass ich manchmal kaum zum Haushalt kam. Dann schien mir der Haushalt natürlich wie die perfekte Ablenkung zum Lernen. Und ich musste mich manchmal auch stark dazu überreden, nicht den Laptop hochzufahren, sondern den Blick nur auf die Texte gerichtet zu lassen.


So, das sind die ersten Erfahrungen, die ich euch weitergeben möchte. Wie sind eure Erfahrungen mit den Lernzeiten?! Konntet ihr den Haushalt und eure Hobbys bei Seite schieben und euch nur auf das Lernen konzentrieren?

Kommentare:

  1. Also das hört sich wirklich nach einer bewundernswerten Organisation an. Du hast da wirklich meinen vollsten Respekt!!!
    LG Nina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, meist klappt es ganz gut :) Ich danke dir, meine Liebe!

      Löschen