28.04.2015

one tiny little story


Als ich von einem Einkauf nach Hause kam, war ich fassungslos, weil ich die Schokoladenschachtel feinster schweizerischer Pralinen - ein Geschenk für unsere netten Nachbarn - nicht unter meinen Einkäufen fand. Ich suchte, packte den gesamten Inhalt aus dem Beutel und breitete ihn auf dem Küchentisch aus, lief ins Wohnzimmer zu meiner Jacke, untersuchte alle Ablageflächen zwischen Wohnzimmer, Flur und Küche - fand jedoch nichts. Ich konnte nicht fassen, dass ich tatsächlich so neben mir gestanden hatte und die Schachtel immer noch im Laden lag. Da der Supermarkt nicht weit entfernt war, lief ich die Strecke wieder zurück und fragte die Kassiererin, ob sie die Pralinen gesehen habe. Ich ärgerte mich ein wenig, dass die Schachtel weg war - hatte die Frau hinter mir sie einfach eingepackt? Hatte womöglich die Kassiererin die Pralinen für sich selbst eingesteckt?! ... Zu Hause angekommen, mit einer neuen Schachtel der gleichen Sorte, sah ich, dass Anton halb in der Waschmaschine hing. Ich ging ein paar Schritte in seine Richtung und entdeckte eine wunderschöne Pralinenschachtel in der Trommel. Der kleine Mann hatte doch tatsächlich in dieser einen Minute des Ankommens, die Schachtel geschnappt und sie gut versteckt. Kleiner Bandit.

27.04.2015

was sich mit dem Mama-Sein änderte


In der Schwangerschaft hatte ich kaum eine Vorstellung davon, wie ich als Mutter sein würde. Der Gedanke war viel zu abstrakt für mich. Ich und Mutter?! Mit jeder Woche gewöhnte ich mich mehr und mehr an den Gedanken, hatte dann doch sehr früh erste "Muttergefühle" und wartete einfach, was auf mich zukäme.

Knapp achtzehn Monate später tobe ich mit einem kleinen Menschen und staune immer wieder, wie sehr ich doch eine Mama bin. Ich liebe diesen Part meiner Identität (auch wenn es mich manchmal wahnsinnig macht) und bin sehr dankbar, dass ich es überhaupt erlebe, Mutter zu sein. Vor allein eines so lustigen, aufmerksamen und coolen Kindes.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr solch eine Aufgabe den Menschen prägt. Das Muttersein hat meine Welt verändert, die Sicht auf die Welt und auch auf mich selbst. Die Geburt von Anton war in der Tat das einschneidendste Erlebnis meines Lebens. Welche kleinen und große Dinge haben sich also verändert?!


... Ich trage wieder Jeans. Vor der Schwangerschaft trug ich fast nur Röcke und Kleider. Ich hatte zwar ein paar Jeans, doch die lagen die meiste Zeit über im Schrank. Weil viele Kleider nicht stilltauglich sind, zog ich immer häufiger erst eine neu gekaufte Jeans und dann auch wieder meine alten Jeans an und fühlte mich damit wohler. Mittlerweile ist es sehr praktisch, wenn man auf dem Spielplatz tobt, das Kind hoch hebt oder ihm schnell hinterher rennen muss.

... Ich bin richtig schusselig geworden. Ich kann mich noch genau erinnern, wann es anfing. In der Schwangerschaft, in Paris im Urlaub, da stellte ich einen Bialetti-Espressokocher mit Plastikunterbau auf die heiße Herdplatte gestellt. Seitdem verpeile ich ständig irgendetwas. Dabei kann ich das nicht mal mehr auf die Stilldemenz schieben. Ich kann kaum fassen, wie viele Gläser schon zu Bruch gegangen sind, wie oft ich Termine doppelt verplant und Geburtstage vergessen habe.

... Ich verstehe meine Eltern viel besser. Ich verstehe zu großen Teilen ihren Erziehungsstil, verstehe ihre Sorgen und Gedanken.

... Auch ich mache mir ständig Gedanken. Und die Erkenntnis, dass sich alles wiederholt. Ja, jetzt bin ich in der gleichen Situation wie meine Eltern damals, mache mir Gedanken, Sorgen und hinterfrage unseren Erziehungsstil.

... Ich spüre die Verantwortung. Das ist nicht immer eine leichte Aufgabe. Wir müssen Anton nicht nur füttern, wickeln und beschützen, sondern zu Beginn auch für ihn mitdenken und ihm einiges beibringen: die Sprache, Liebe und Respekt, manche Verhaltensregeln usw. Wir dürfen ihn begleiten, ihm manchmal helfen und ihn wachsen sehen. Immer bleibt die Verantwortung. Das, was das Privileg der Eltern ist, ist gleichzeitig auch eine ziemlich Herausforderung. Dieser kleine Mensch ist nämlich ganz von dir/euch abhängig. Am heftigsten habe ich das bei unseren kurzen Krankenhausaufenthalten erfahren. Ich habe gelernt, für unsere Rechte einzutreten, für meinen Sohn Dinge zu fordern. Wie eine Löwin für ihr Junges.

... Ich komme an meine Grenzen - und überschreite sie manchmal. Im positiven Sinn. Weil ich über mich hinauswachse. Eben diese Rechte einfordern. Oder mich zurückstellen zu können, weniger Selbstzentriertheit, sich um ein Kind kümmern. Aber ja, ich komme auch an meine Grenzen, wenn Anton tagelang knatschig ist, nichts essen möchte, anhänglich ist und ich wichtige Aufgaben vor mir liegen habe. Auch das sind Grenzen, an die ich komme und hoffentlich nicht überschreite.

.... Ich schlafe besser. Das begann im ersten Trimester der Schwangerschaft und hört hoffentlich niemals auf. In den ersten Wochen war ich so müde, dass ich im Sitzen mit dem Buch auf dem Schoß beim Lernen für's Abi einschlief. Am helllichten Tag. Glücklicherweise ist die andauernde Müdigkeit weg und der tiefe Schlaf geblieben. Ich bin in den meisten Fällen in fünf Minuten eingeschlafen.

... Ich mag Feiertage. Früher waren Feiertage eher ein lästiges Übel und ich hätte die Tage gerne geskippt. Jetzt liebe ich es! Weil man seinem Kind Bräuche und Rituale näher bringen kann.

... Die Blütenpollenallergie ist erträglich. Vor der Schwangerschaft hatte ich von April bis Juni rote, verklebte Augen, einen asthmatischen Husten und eine laufende, sehr rote Nase. Ich weiß nicht, an wie vielen Tagen ich schon krankgeschrieben wurde, weil ich trotz starken Arzneimitteln völlig fertig war. Nun ist es mit allen Hilfsmittelchen erträglich.

... Mein Fuß ist doch tatsächlich eine halbe Größe größer geblieben.

... Ich bin Eltern und Kindern gegenüber toleranter geworden. Denn JEDER hat seine Gründe, warum er manche Dinge so macht wie er macht und ich habe da gar nichts reinzureden. Wichtig ist mir nur, dass Menschen reflektiert handeln, dass sie darüber nachgedacht haben und aus ihren persönlichen Gründen so handeln wie sie handeln.

... Tränchen bei emotionalen Geschichten. Dass die Tränen kullern, sobald ich eine Geburtsgeschichte lese oder Hebammenberichte sehe, ist ja beinahe selbstredend. Aber auch bei Liebesfilmen, Dokus und Nachrichten können Tränchen fließen. Zum Beispiel bei Geschichten über sich wieder findende Paare, die aufgrund widriger Umstände getrennt wurden, bei einem Flugzeugabsturz, bei kleinen Mädchen, die etwas Lustiges sagen. Irgendwie ist bei allem, was ich sehe (und auch oft beim Lesen) das Wissen da, dass es bei uns auch so sein könnte. Und die gefühlsduselige Musik tut ihr Übriges.

... Ich kann nicht auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Das konnte ich früher auch nicht. Doch nun ist es schon so, dass das Timing stimmen muss, eventuell eine Betreuung organisiert wird und dass wir nur in den seltensten Fällen wirklich zwei Veranstaltungen an einem Tag besuchen. Manchmal macht mich das ganz kirre, wenn ich sehe, dass ich wieder eine Ausstellung/seröffnung verpasst habe. Hach, war das einfach, als man sich nur um sich selbst kümmerte und man dorthin ging, wo man hinwollte! Nun sind die Termine etwas ausgewählter und mit bester Begleitung.

... Ich muss Prioritäten setzen. Das kann ich gut und konnte ich schon immer gut. Nun sind die Prioritäten nur nicht ganz meine eigenen, sondern die der Familie.

... Ich weiß, wie tief Liebe sein kann. Und wie anders im Gegensatz zur Liebe zum Partner. Noch bedingungsloser. Noch selbstloser. So, dass sie einen umhaut. Diese Liebe ist eines der wichtigsten Erfahrungen meines Lebens.


Es gibt natürlich noch viele andere Veränderungen: Ich war noch nie so glücklich und so fertig, ich bin müde, organisiert und kompromissloser.

Ich finde es sehr spannend, wenn mir Frauen erzählen, dass sie ihr Leben trotz Kind "weiterleben" wollen. (Hier kann natürlich diskutiert werden, was dieses trotz bedeuten mag.) Mittlerweile sehe ich, dass es schon ein Leben "davor" und ein Leben "danach" gibt. Aber diese Begriffe sind nicht negativ konnotiert, sondern könnten gleichermaßen auf jede andere große Veränderung im Leben angewandt werden. "Bevor ich studierte, hatte ich viel Freizeit. Seit dem Studienbeginn gehen meine Abende für's Lernen drauf." Das gleiche gilt auch bei Umzügen, einem Ende einer Beziehung, Verliebtsein, neuen Freundschaften usw. Das Leben ändert sich ständig. Mit der Geburt des Kindes wird uns dieser Umstand einfach nur sehr deutlich vor Augen geführt. Man befindet sich zunächst in einem Ausnahmezustand und erst nach und nach kehren wieder Routinen und Alltäglichkeiten ein. Nach knapp achtzehn Monaten merke ich, wie viele "Freiheiten" ich wieder habe. Vieles aus meiner kinderfreien Zeit möchte ich einfach auch nicht wieder haben. Weil die Zeiten vorbei sind, weil es mich nicht mehr interessiert oder weil es einfach nicht so gut war. Ich merke sehr stark, dass mich das Mutter-Sein prägt und dass sich dadurch Kleinigkeiten und große Dinge verändert haben.

Wie seht ihr das? Könnt ihr mir zustimmen, dass ihr euch verändert habt? Oder seid ihr da gar nicht meiner Meinung?

25.04.2015

Studieren mit Kind: Linkliste


Auch diese Woche gibt es wieder einige Links zum Thema Studieren mit Kind. Im weitesten Sinne. Neben Organisation des Alltags beschäftigen vor allem zwei Themen die Bloggerwelt: Vereinbarkeit und #regrettingmotherhood. Da ich auch im Studium mit der (un-?)möglichen Vereinbarkeit von Familie und Beruf bzw. Studium (Warum spricht man so schnell von Karriere?! Ist Erfüllung nicht viel wichtiger?) konfrontiert bin, gehören die Artikel einfach mit hier rein. Und auch die vielen Gedankenanstöße bezüglich des Bedauerns der eigenen Mutterschaft können mit dem aktuellen (Rollen-)Bild der Mutter in unserer Gesellschaft zusammenhängen.

Aber zunächst das Thema Studienorganisation. Das Sommersemester hat nun an den Universitäten begonnen und mit Kind ist die Planung noch wichtiger als sonst.


Arbeit & Studium. Wie man beides hinkriegt.
Antonia hat vor Kurzem ihre Abschlussarbeit geschrieben. Nebenbei ist sie aber auch noch selbstständig und schreibt im amazed-Team mit. Sie hat fünf Tipps parat, wie man beides meistert.


Lisa Harmann ist so eine Powerfrau: drei Kinder, Blog, Studium und arbeitet auch noch. Im Interview mit Silvia Follmann sagt sie über ihre Organisation:
"Tja, da lebe ich manchmal wirklich von der Hand in den Mund. Ich muss jeden Tag aufs Neue Prioritäten setzen. Und die liegen bei mir ganz klar bei der nächsten Klausur oder dem nächsten Reportage-Abgabetermin - weniger beim Fensterputzen. Das muss dann halt auch mal länger warten. Ich muss akzeptieren, dass manches geht und manches eben nicht. Manches kann ich gut und manches nicht so gut. Konzentrier Dich auf Deine Stärken. Und mach eins nach dem nächsten. Das Studium ist jetzt nach vier Jahren beendet. Und natürlich ist da eine Erleichterung dass die Lernerei wegfällt. Andererseits vermisse ich jetzt diese Herausforderung, diesen Input, der mal nichts mit Kindern zu tun ha und den Kontakt zu erwachsenen Menschen, den ich im Home Office nicht täglich habe. Ich könnte natürlich jetzt die Fenster putzen. Aber... nun ja."


Isabel hat genug von der Debatte um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sie beschreibt zunächst die Ausgangssituation und hat dann vier Lösungsvorschläge. Das dürfen gerne auch Politikmachende Menschen lesen. Letzten Endes ist ein ganz großes Umdenken bei allen gefragt. Ich kann euch den Artikel nur wärmstens empfehlen. (Und zwischen den Zeilen gibt es viele andere wichtige Punkte, die Isabel erwähnt...)


Im Interview mit der Autorin Annika Joeres werden die Unterschiede von französischen Müttern und deutschen Müttern vorgestellt. Die klassischen Probleme, wie geeignete Betreuungsplätze werden erwähnt.


In diesem Text wird ein etwas anderer Fokus auf die aktuelle Debatte gelegt. Ist es nicht ganz normal, dass es Momente im Leben gibt, die man bereut? Der Artikel bietet auf jeden Fall einen Denkanstoß und ist zu durchdenken.


Dieser sehr persönliche Text von Johanna hat mich berührt. Sie wirft unter anderem die Frage auf, wie es denn für die Kinder sein mag, deren Mütter sich öffentlich dazu bekennen, ihre Mutterschaft zu bedauern.


In diesem Blogpost geht es um die Rolle der Mütter in der Gesellschaft und um das Vergleichen untereinander. Wann fühlt man sich als eine gute Mutter? Hinterfragt man seine Mutterschaft? Mit wenigen Ausnahmen habe ich seit einiger Zeit das Gefühl, mit meiner persönlichen Mutterrolle im Reinen zu sein, angekommen zu sein und bin zufrieden. Trotzdem gibt es auch hier wieder interessante Denkanstöße.

23.04.2015

kinderfreundliches Hamburg


Wir sind nun schon einige Tage wieder zurück von unserem kleinen Trip in Hamburg. Familienzeiten sind wunderbar. Hin und wieder mit der kleinen Familie pausenlos zusammenhängen. Das ist toll. Natürlich auch ein bisschen anstrengend, aber grundsätzlich doch besonders schön.

Ich habe Hamburg als sehr familienfreundlich empfunden. Das kann ich natürlich nur aus Sicht eines Urlaubers sagen, der durch die Straßen schlendert und in den Cafés sitzt. Aber im Vergleich zu den anderen Städten, die wir in den letzten Wochen besucht haben, sah ich besonders viele Familien und Möglichkeiten.



Zugegeben lebten wir in einem Stadtteil, der für Familien sehr attraktiv ist, in Eimsbüttel. Ich kenne die Mietpreise nicht, aber als Urlauber sehe ich vor allem die wunderschönen, sehr großen Wohnungen mit den wunderbaren Häuserfronten. Da lacht das Auge und das Herz, allein schon vom Vorbeigehen. Also, wenn man Glück hat, kommt man schon einmal in eine nette Umgebung und in eine große Altbauwohnung. Und wenn man sich für ein Stadtleben entscheidet, weiß man, dass man eher nicht auf einen eigenen Garten, sondern viel mehr auf die Grünflächen der Stadt ausweichen muss. Davon gibt es aber in Hamburg genug. Der größte Park der Stadt bietet sich beispielsweise an, Planten un Blomen. Dann gibt es viele Spielplätze. Wir haben auf unseren Spaziergängen einige Spielplätze angesteuert. Für Kleinkinder haben mir zwei ganz besonders gut gefallen. Ein großer Spielplatz an der Haltestelle St. Pauli. Hier waren gleichzeitig drei unterschiedliche Kita-Gruppen zu Gange und die Kinder tobten auf dem Rutschenhügel, schoben Murmeln durch die Wasserspielkonstruktion und hüpften auf dem Trampolin. Am liebsten alles gleichzeitig. Der andere Spielplatz war für uns interessant, weil er nicht weit weg von unserer Wohnung war. Außerdem liebe ich es, wenn man kleine Schätze in den Hinterhöfen findet. Der kleine Spielplatz  hatte viel Sand, ein paar Schaukelpferde, eine Rutsche für Kleinkinder und eine Wippe. Finden könnt ihr ihn in einem Hinterhof an der Weidenallee. 

Wer raus aus der Stadt und einen Ausflug machen möchte, dem kann ich einen Ausflug am Falkensteiner Ufer empfehlen! Obwohl unser Sohnemann genau in dieser Zeit so tief wie ein Baby schlief. Ihn konnte nicht unser leckeres Picknick, nicht der starke Wind, weder das Wasser noch die vielen bellenden Hunde aufwecken. Die Campinganlage Elbe Camp ist ein weiterer Tipp. Denn während Mama und Papa eine Limonade trinken können, gibt es für Kinder ein großes Areal um sich auszutoben. 


Zurück zur Stadt. Auf einem Spaziergang ohne meine Männer hielt ich vor einem Geschäft mit Kindersachen an: Sprösslinge Design. Das ist so ein Laden, in dem man am liebsten alles mitnehmen würde. Ich hatte Glück, dass ich gerade Geschenke kaufen wollte. Denn hier finden sich nicht nur wunderschöne Papeterie, Schmuck und einzelne Kleidungsstücke, sondern auch Geschirr, Möbel, Kissen und allerhand Schnickschnack, den man eigentlich nicht wirklich braucht, aber sooo gerne haben möchte. 

Wir waren meistens zu Fuß oder mit der U-Bahn unterwegs. Besonders gut gefallen hat mir, dass die barrierefreien U-Bahn-Haltestellen in den Plänen markiert sind. Außerdem ist an einer angegebenen Stelle der Bahnsteig erhöht und ermöglicht einen leichteren Ein- und Ausstieg.

Bei einem kurzen Spaziergang habe ich in zwei Straßen acht Kinderläden gezählt, also Kindertagesstätten. Ich bin beeindruckt. 

Wisst ihr, warum ich Hamburg so kinderfreundlich erlebt habe? Ich habe überall Kinder gesehen! Wenn ich aus unserem Wohnzimmerfenster geschaut habe, liefen ständig Familien vorbei, abends saßen die Familien vor ihrem Haus und aßen ihr Abendessen auf Bierbänken, in jedem Café gab es mindestens ein Kind, das die anderen Gäste bespaßte. Im Karoviertel sahen wir selbst zur späten Stunde noch viele Familien. Es schien, dass die Kinder "eben dabei seien", es wirkte alles so selbstverständlich. Familienfreundlich eben. Nicht als Accessoire, sondern als gleichwertiges Familienmitglied. Und man sieht nicht nur Mittdreißiger-Hipster-Mütter, sondern auch junge Frauen mit Kindern, Väter, die ihr Winzling im Tuch tragen und Großfamilien. Und selbst wenn kein Kind dabei war, fuhren Mütter mit ihren Fahrrädern mit Kindersitz durch die Gegend. So etwas, in so einer Häufigkeit, habe ich bei uns noch nie erlebt. 

Hier unsere Eindrücke, mit der Kamera eingefangen.


der Spielplatz im Hinterhof in der Weidenallee









der Spielplatz in St. Pauli










Kinderladen "Sprösslinge Design"








22.04.2015

one tiny little story


Letzte Woche beim Essen.
Anton schaut aus dem Fenster und sagt ota. Ota ist sein Wort für alles. Vor allem aber für Vögel. Nachdem er einige Male ota sagt, schaue ich aus dem Fenster und sehe tatsächlich einen Vogel auf dem Dach des gegenüberliegenden Hauses.

"Ja, das ist ein Vogel, ein Rabe."
"krakra."
"Du hast Recht, der Rabe macht krakra."
"Krakra."
"Schau mal, der Rabe ist weggeflogen."
"Alla." (begleitet von Antons typischer alla-Bewegung)

Ich habe mich wirklich kaputtgelacht. Was für ein wunderbares Gespräch.

20.04.2015

CampusMum: Nicole


In der Reihe CampusMum stelle ich euch Frauen vor, die neben Kind und Kegel noch ein Studium meistern. Ich frage sie nach ihrem wie, was und warum.


Passend zum Semesterstart in Mainz darf ich euch heute eine sehr gute Freundin im CampusMum Interview vorstellen. Nicole lebt mit ihrem Freund und ihrem 9 Monate alten Sohn Lion in Karlsruhe.  Man kann sich stundenlang mit ihr über Theater und Literatur unterhalten oder man schweigt und genießt das Beisammensein bei einer wunderbaren Tasse Kaffe aus der Siebträgermaschine. Nicole hat im zweiten Bildungsweg das Abitur gemacht und dann das Studium begonnen. Nun schreibt sie an ihrer Bachelorarbeit. Ich habe sie nach ihren Arbeitszeiten, den Betreuungsmöglichkeiten für Lion und einigen Tips zur Abschlussphase des Studiums gefragt.


Liebe Nicole, ich bin sehr froh, dass du beim CampusMum-Interview mitmachst. Erzähl‘ uns doch bitte, was du studierst, in welcher Hochschule und ich welchem Semester du bist. 

Ich studiere im 9. Semester Allgemeine-und Vergleichende Literaturwissenschaften und Romanistik an der Goethe Universität in Frankfurt


Du arbeitest gerade an deiner Bachelorarbeit. Der Alltag mit Kind lässt es nicht immer zu, konzentriert arbeiten zu können. Wir organisierst du dir deinen (Arbeits-)Tag? 

Ich habe das Glück, dass Lions Oma ganz in der Nähe lebt und ihren Enkel auch wirklich sehr gerne um sich hat. Momentan bringe ich Lion von Montag bis Mittwoch für jeweils 4 Stunden zu seiner Oma, damit ich an meiner Arbeit schreiben kann. Leider sind diese 4 Stunden immer im Nu verflogen und ich habe oft das Problem, mich zu lange an etwas festgebissen zu haben (eine Formulierung z. B.). Ich bin von Haus aus auch kein besonders strukturierter oder organisierter Mensch (leider). Was mir viel geholfen hat, war das Anfertigen meines Exposé. Darin habe ich meine Arbeitsschritte genau beschrieben und hake jetzt praktisch jeden Punkt schrittweise ab. An Tagen, an denen meine Konzentration komplett fehlt, beschäftige ich mich auch mal mit etwas anderem, lese ein Buch, bade oder mache Hausarbeit. Ein kurzer Spaziergang hat mir auch schon geholfen, mich zu sammeln.


Wie sieht dein Arbeitsplatz aus? Kannst du zu Hause konzentriert arbeiten oder fährst du lieber in die Bibliothek? Hast du alle Arbeitsmaterialien bei dir oder musst du hin und wieder nach Frankfurt fahren, um Bücher auszuleihen? Wie funktioniert das bei dir, wenn du über Monate an einer Arbeit schreiben musst?

Es ist natürlich sehr schwer, wenn man ständig längere Unterbrechungen während dem Schreiben hat. Du verlierst eigentlich dauernd den Faden, das zermürbt mich manchmal sehr. Das Reinkommen dauert leider immer seine Zeit, dann geht es. Ich arbeite am liebsten zu Hause. Einfach weil ich mich dann in meiner verrückten, verknoteten Beine-Haltung auf den Schreibtischstuhl setzen kann, in Schlabberklamotten, den Kaffee und die Kanne Wasser neben dem Laptop. In die Bibliothek gehe ich nur, um Bücher auszuleihen oder zu verlängern. Ich habe Glück und Karlsruhe hat eine ganz tolle Bibliothek, dort finde ich alles was ich brauche, selbst Bücher, die ich in Frankfurt nicht bekommen würde. Das ist ein Standort-Vorteil :)


Du bist während der Schwangerschaft von Frankfurt nach Karlsruhe gezogen, bist aber immer noch an der Uni Frankfurt eingeschrieben. Wie funktioniert die Kommunikation mit deiner Dozentin? 

Meine Dozentin und ich schreiben uns Emails, ich kann aber jederzeit in ihre Sprechstunde kommen. Bisher hatte ich keine Probleme, musste allerdings auch noch nicht zu sehr auf ihr Verständnis hoffen. Wenn es Verständnisprobleme gibt, werde ich auf jeden Fall ihre Sprechstunde aufsuchen.


Dein Freund studiert auch. Wie finanziert ihr euch? Erhält ihr Bafög? 

Wir arbeiten beide. Mein Freund 3 Tage die Woche und zu Hause und ich 2 Tage die Woche. Da wir im Haus seiner Eltern wohnen, haben wir glücklicherweise nur eine kleine Miete. Ich bekomme dazu noch Elterngeld, den Mindestsatz. Das geht.


Wie ist die Betreuungssituation für euren Sohn? 

Wenn seine Oma nicht in der Nähe wäre, hätten wir es damit schwer, da müssten wir uns sehr strikt absprechen, wenn wir beide weiterarbeiten und studieren wollten. Aber so ist es gut geregelt. Ich hoffe, er bekommt im September einen Kitaplatz, bisher haben wir nur eine Zusage für November.


In den letzten Monaten wird das Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ sehr stark diskutiert und auch wir beide sprachen schon häufig darüber. Da du ja nicht nur berufstätig bist, sondern auch noch studierst würde mich deine Meinung dazu sehr interessieren. 

Dazu habe ich viel gelesen, gerade weil es in den Medien so stark thematisiert wurde. Ich denke, es ist auf jeden Fall möglich und auch so, dass man als Mutter nicht ständig auf dem Zahnfleisch geht. Dafür braucht man allerdings Hilfe und muss auch Aufgaben und Organisatorisches abgeben können. Wenn man mit dem Partner gute Absprachen trifft und gemeinsam versucht den Alltag zu stemmen, ist es schaffbar. Die erste Zeit mit Baby ist ohnehin ein Ausnahmezustand, danach darf man seine Zukunft nicht ausrichten. Das Kind wächst und wird selbstständiger. Ich glaube, wenn es den Eltern gut geht, färbt sich das auch auf die Kinder ab. Ich habe mich letztens mit einer Frau unterhalten, die nach einem Jahr wieder Vollzeit gearbeitet hat. Ihr Sohn geht den ganzen Tag in die Kita und wird abends von der Oma abgeholt und versorgt, bis die Mutter nach Hause kommt. Sie sagt, sie liebt ihre Arbeit und möchte ihrem Kind auch gewisse Dinge ermöglichen (Urlaub z.B.). Diese Frau hat auf mich sehr ausgeglichen und zufrieden gewirkt. Vielleicht ist es das wichtigste, dass man sich mit der Entscheidung, die man trifft, wohl fühlt und kein schlechtes Gewissen aufkommen lässt, weil andere Eltern etwas anders machen.


Hast du für unsere Leser praktische Tipps, wie man erfolgreich seine Bachelorarbeit schafft? Oder ganz allgemeine Hinweise, welche Erfahrungen du im Studienalltag gemacht hast? 

Mir hat es sehr geholfen, genau zu wissen, wie die Arbeit aussehen soll (Fragestellung, Literatur etc.) Mein Exposé ist mein Arbeitsleitfaden und hilft mir in meinem Kopfchaos nicht den roten Faden zu verlieren. Das hilft auch gerade bei längeren Arbeitsunterbrechungen. Dann würde ich sagen, hilft ein Thema bei dem man nicht das Gefühl hat, man muss das Rad neu erfinden. Eine klare Fragestellung und  Gliederung ist auch ein großer Vorteil. Manchmal hilft es, Dinge einfach zu halten. Mein Studienalltag ist ja schon vor dem Baby vorbei gewesen, darum habe ich da leider keine Tipps. Ich habe jetzt das zweite Urlaubssemester beantragt, in Frankfurt kann man trotzdem Prüfungsleistungen erbringen. Das fand ich super hilfreich.



Nicole, ich danke dir sehr, dass du dir zwischen Bachelorarbeit, Familie und Arbeit die Zeit für uns genommen und die Fragen beantwortet hast. Ich wünsche dir weiterhin effektive Stunden beim Schreiben und einen sehr guten Abschluss.

Nicole findet ihr bei Instagram unter dem Namen tantineanni.

Alle bisherigen Interviews der Reihe CampusMum findet ihr hier. Und hier kommt ihr zu allen Artikeln, die sich mit dem Thema Studieren mit Kind beschäftigen.

17.04.2015

gestreifte Kinderkleidung


Hätte man mir vor der Schwangerschaft gesagt, ich würde irgendwann mal gestreifte Kleidung tragen, dann hätte ich wohl vehement den Kopf geschüttelt. In meinem Kopf war so fest verankert, dass Streifen keine gute Figur machen, sodass ich nichts Gestreiftes besaß.

Aber dann wurde ich schwanger und kaufte mir ein weiß-blau gestreiftes Schwangerschafts-Tshirt. Seitdem habe ich umgedacht bzw. denke nicht mehr so zwingend über "das macht schlank" und "das macht nicht schlank" nach, sondern trage einfach, worin ich mich wohlfühle. Und das sind neben schwarz auch gerne Streifen.

Und mein persönlicher Trend hat sich sogar in Antons Garderobe breit gemacht. Zugegeben, es gibt einfach viele Kollektionen, die das Streifenmuster für Kinder anbieten. Und ich nutze das eben aus, so lange sich Anton noch nicht für seine Kleidung interessiert. :) Auf dem Foto seht ihr ein paar seiner Shirts. Dann gibt es noch eine Menge an gestreiften Bodys, eine Hose, zwei Tshirts, ein paar Mulltücher, ach zwei Mützen habe ich noch vergessen und und und.

Mögt ihr Streifen auch so gerne? Und wie kombiniert ihr sie?

15.04.2015

one tiny little story


Anton hat gerade einen gewaltigen Entwicklungsschubs (wie unsere Tagesmutter so schön sagt) und ich weiß gar nicht, was ich als erstes erzählen soll...

Vielleicht dass Anton nun Hallo sagen kann. halluu!

"Anton, sollen wir ins Wohnzimmer gehen? Der Papa kommt gleich."
"halluu!"

Anton kann nach einer Woche Urlaub mittags nicht einschlafen, weil er sich so sehr freut, J. bei der Tagesmutter zu sehen. Anton und J. sind beste Freunde. Sie kann mittlerweile robben und so robbt sie ihm den halben Tag hinterher. Anton zeigt ihr die Gegensprechanlage. Er nimmt den Hörer und sagt "halluu!"


14.04.2015

mit Kleinkindern im Museum: 9 Tipps für einen entspannten Museumsbesuch


Eine der unendlich vielen Aufgaben als Eltern ist es, dem Kind "Kultur" nahezubringen. Was auch immer das heißen mag. Ich bin mit einer Gemeinde und Musik aufgewachsen. Manche nehmen alle Festivals und Konzerte mit. Andere sehen sich unheimlich gerne Theatervorstellungen an. Ich liebe die bildende Kunst. Es liegt also nahe, dass Anton von dieser Leidenschaft Einiges mitgekommen wird und bereits bekommt. Ob es ihn dann später auch wirklich interessiert, darf er selbst entscheiden und sich natürlich auch irgendwann für etwas anderes mehr interessieren (wobei es mich ja unglaublich glücklich machen würde, wenn er auch der Kunst etwas abgewinnen könnte).

Für Kinder ab 3 Jahren wird in fast allen Museen ein kunterbuntes Programm angeboten. Die Vermittlungsabteilungen haben meistens Familien in ihrem Zielgruppenaufgebot. Da gibt es also sonntags die Familienführungen, vielleicht sogar mit Verkleidung, es gibt Workshops zum Malen und Basteln, eigens dafür eingerichtete Kinderräume, Kindergeburtstagsfeiern, Kinderführungen und manchmal sogar eine Kinderbetreuung mit einem großen interaktiven Raum, wie in der Schirn. Dass bei diesem großen Angebot meistens kein Programm für U3 Kinder stattfindet ist eigentlich selbstredend. 

Daher ist es für mich gleichzeitig selbstverständlich, dass Anton eben mit mir ins Museum geht. Kinder sind ein Teil der Gesellschaft und sollen Zugang zu kulturellen Einrichtungen haben. (Zu diesem Punkt aber bald mehr.) Ich muss zugeben, dass es für ihn meistens ziemlich uninteressant ist. Aber weil wir uns so häufig gemeinsam die Ausstellungen ansehen, habe ich Möglichkeiten entwickelt, dass wir beide unseren Spaß daran haben. Meine Erfahrungen sind wohl ziemlich einleuchtend und selbsterklärend, aber wenn man diese Eckpunkte beherzigt, wird der Museumsbesuch möglichst entspannt sein.


1. Kurzer Besuch
Eine große Ausstellung läuft und ihr möchtet alle 300 Objekte in Ruhe betrachten? Ich kann euch gleich sagen, das funktioniert nicht. Sich dann noch die Sammlung des Hauses anzusehen, erst recht nicht. Seid euch dessen bewusst, dass die Aufmerksamkeitsspanne des Kindes nicht so lange ist wie eure und verkürzt den Ausstellungsbesuch. Lieber das Augenmerk auf wenige, sehr gute Werke richten und diese intensiv betrachten und den Rest der Ausstellung durch das Durchwandern wahrnehmen. Oder ein zweites Mal wiederkommen.

2. Tagesrhythmus beachten
Die Aufmerksamkeit des Kindes wird natürlich auch durch seine Schlafens- und Essenszeiten bestimmt. Da man im Museum weder essen noch trinken darf (auch kein Wasser), sollte der Besuch möglichst mit sattem Kind erfolgen. Anton hat in den letzten 17 Monaten erst zwei Mal im Museum geschlafen. Das war immer mein persönlicher Jackpot, weil ich genügend Ruhe hatte. Seine Schlafenszeiten sind nicht mehr am Nachmittag, sodass dieser Punkt bei uns mittlerweile wegfällt. Anton hat aber außerdem noch eine typische Spielzeit. Wenn ich in dieser Stunde in eine Ausstellung gehe, kann ich fest davon ausgehen, dass er unruhig ist. 

3. Pausen einlegen
Je nach Kind macht es Sinn, während des Besuchs eine Pause einzulegen. Entweder bieten die Ausstellungsräume Sitzgelegenheiten an oder man macht einen kurzen Abstecher in das Museumscafé. 

4. Eyecatcher fürs Kind
Ich bemühe mich immer, Anton in den Besuch einzubeziehen. Sonst ist es ja wirklich sehr langweilig für ihn. Ich suche also Bilder und Objekte, die ihn interessieren können. Das können Hunde auf einem Gemälde sein, ein Objekt, das sich bewegt oder eine Installation mit Glühbirnen (ba! also Licht). Dadurch merkt Anton manchmal gar nicht, dass er sich ansonsten langweilen würde. Ich nehme mir Zeit für ihn und für seine Bedürfnisse.

5. Bewegung
Wenn das Kind ganz hibbelig im Kinderwagen rumrutscht, sollte es je nach Ausstellung ruhig auch durch die Räume laufen dürfen. Hier ist ganz wichtig, dass die Eltern für ihre Kinder haften und dass natürlich keine Objekte und Gemälde berührt werden sollen! Bei schnellen Kindern lieber an der Hand führen. Da Anton noch nicht so schnell unterwegs ist und ich, als er noch robbte, seinen Radius ganz gut einschätzen konnte, habe ich ihn oft auf den Boden abgesetzt und bin in seiner Nähe geblieben. Ich hatte etwas Ruhe zum Betrachten und er konnte sich etwas austoben.

6. Buch mitbringen
Eine Möglichkeit, das Kind "ruhig" zu beschäftigen ist, ein Buch mitzubringen. Anton saß schon häufig auf dem Boden und schaute sich seine Bücher an, während ich die Ausstellung betrachtete. Wichtig ist aber auch hier, dass man in der Nähe bleibt.

7. Ausnahmen
Wenn gar nichts mehr geht, das Kind sehr unruhig ist, man aber selbst noch ein, zwei Bilder ansehen möchte, habe ich immer einen Notfallplan: der Schnuller. Dass Anton den Schnuller nicht nur zum Schlafen bekommt, ist bei uns eine große Ausnahme und ich muss sagen, dass ich immer ein schlechtes Gewissen dabei bekomme (weil wir gegen unsere eigenen Regeln handeln). Aber, wenn man selbst schon genervt ist und ein kleines Kind tobt, dann finde ich es sinnvoll, es für die letzten Minuten kurz zu beruhigen. Das Problem stellt sich vielleicht gar nicht bei Kindern, die den Schnuller häufig tragen, bei uns ist das tatsächlich die Wunderwaffe. Aber bleibt eben auch die Ausnahme. 

8. Öffnungszeiten beachten
Wisst ihr, was ganz viele Nerven erspart? Wenn man zur richtigen Uhrzeit in eine Ausstellung geht! Es ist ziemlich unklug, sich am letzten Ausstellungstag mit 200 anderen Menschen durch die enge Ausstellungsarchitektur zu quetschen und dann darauf zu hoffen, dass das Kind zufrieden ist und man selbst "alles" gesehen hat. Das ist schwierig. Viel sinnvoller ist es, morgens zu gehen. Welch eine Ruhe! Man hat den ganzen Raum für sich oder teilt ihn nur mit wenigen Menschen. Und das Kind kann auch mal rennen oder quietschen. Das ist wirklich sehr viel entspannter.

9. Spezialprogramm nutzen
Wie oben schon beschrieben, gibt es für Kinder unter 3 Jahren selten Programm. Sollten die Kinder älter sein, würde ich definitiv das Vermittlungsprogramm nutzen. Aber manche Museen bieten auch spezielle Angebote, die auch für Kleinkinder interessant sein können. Beziehungsweise für ihre Mütter. Der Städelsche Kunstverein bietet zum Beispiel Führungen für Mütter am Vormittag an. Ich habe ein Mal daran teilgenommen und war davon sehr positiv überrascht. 


Welche Tips habt ihr für einen Museumsbesuch mit Kindern?! Was hilft euch, damit ihr gemeinsam entspannt die Ausstellung genießen könnt?

Wir haben sehr viele positiven Erfahrungen in den Museen gemacht, aber leider auch schon unangenehme. Im nächsten Teil werde ich euch davon berichten und auf die Problematik von Kultureinrichtungen eingehen. Denn Kinder sind leider nicht überall gerne gesehen. 

Aber nun auf ins Museum!! Für uns geht's diese Woche in den Frankfurter Kunstverein

13.04.2015

Studieren mit Kind: Linkliste


Nachdem wir letzte Woche eine kleine Auszeit in Hamburg hatten, bin ich nun wieder mit den Gedanken halb im Studium. Heute klärt sich nämlich mein Stundenplan für das nächste Semester. Die letzte vorlesungsfreie Woche versuche ich also noch so richtig zu genießen, vor allem die freien Vormittage. Zeit für Lektüre!

Die Artikel sind eine Auswahl von interessanten Texten zu berufstätigen Müttern, spannenden Konzepten und Gedankenanstößen.


Ein Artikel von Barbara Sichtermann mit zwei Lösungsansätzen, die zum Ziel der "Vereinbarkeit" von Familie und Beruf führen könnten: der Lohn der ErzieherInnen und das Zeitmanagement am Arbeitsplatz. Der gedankliche Wandel sei zwar in der Gesellschaft langsam angekommen, aber die Arbeitgeber hätten noch Arbeitsbedarf.



Projekt Rockzipfel
Meiner Meinung nach sensationell ist der Ansatz von Johanna Gundermann. Sie hat in Leipzig eine kostengünstige Wohnung gefunden, die sie als Shared Workspace vermietet. Das Besondere daran sind die integrierten Betreuungsplätze für ein paar Kinder. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Konzept deutlich dazu beitragen könnte, dass Mütter, die gerne arbeiten möchten, aber keine geeignete Fremdbetreuung für ihre Kinder finden, wieder ins Berufsleben einsteigen. Kann ich mir auch gut an Universitäten vorstellen!



Schrecklich perfekte Frauen
Ein Artikel über (den Zwang der) Selbstkontrolle - vor allem die Schattenseiten. Müssen Frauen alles schaffen? Beziehungsweise die Aufforderung darüber nachzudenken, ob man denn alles schaffen möchte; ein Appell, sich und seine Ziele zu hinterfragen.




EinZweiDrei "Schrecklich perfekte Frauen"
Camilla und Madeleine von MummyMag nehmen den oben genannten Artikel der SZ zum Anlass, sich über die perfekten Power-Mums Gedanken zu machen.



Ein Artikel, der vielleicht aus dem üblichen Rahmen fällt. Meines Erachtens betrifft er jedoch auch arbeitende/studierende Mütter, weil an diesem Punkt oft sehr deutlich die Unterschiede zu Kinderlosen deutlich werden. Dass es Mütter gibt, für die das Muttersein nicht die Erfüllung des Lebens ist und sich außerdem den Pre-Muttersein-Status zurückwünschen, ist total offensichtlich und verständlich. Ich finde es sehr gut, dass dieses Thema auch diskutiert wird.