18.05.2015

Studieren mit Kind: der Stundenplan


Die ersten Semesterwochen sind vorbei und schon in dieser kurzen Zeit an der Uni gab es viele kleine Erlebnisse. Ich möchte sie wieder mit euch teilen, vor allem auch die Tipps mitgeben, die das Leben im Studium ein wenig leichter machen. Heute geht es hauptsächlich rund um die Erstellung eines guten Stundenplans.


Im Regelfall kann man schon sehr früh das nächste Semester planen. Ich habe mir bereits zum Ende des Wintersemesters das Veranstaltungsangebot angesehen und einen Plan ausgearbeitet. Nach der ersten Anmeldephase wurde ein Lateinkurs komplett gestrichen und ich musste den gesamten Plan neu gestalten. Ob man's glauben mag oder nicht, dieser Stundenplan hat mir einige Stunden Lebenszeit abverlangt. Ich musste alle drei Anmeldephasen nutzen, um noch in der ersten Semesterwoche die finalen Anmeldungen zu tätigen.

Nun aber steht er. Mein Stundenplan ist super voll und ziemlich cool.


Meine Tipps für die Erstellung eines sinnvollen Stundenplans:

- Frühzeitig planen
Nutzt alle Anmeldephasen, justiert nach. Schreibt alle interessanten und alle wichtigen Termine auf und schaut, ob die Veranstaltungszeiten auch zu den Betreuungszeiten passen.

- Prioritäten setzen. (Ha, wer hätte das gedacht!)
Entscheidet euch, ob ihr die Veranstaltungen wählt, um die jeweiligen Module abzuschließen oder weil sie euch interessieren. Was ist gerade wichtiger? Wollt ihr in möglichst kurzer Zeit euer Studium (bzw. die Module) abschließen oder habt ihr Zeit, um je nach Lust und Laune die Veranstaltungen zu belegen? Der beste Fall ist natürlich, wenn ihr beides verbinden könnt.

In diesem Semester musste ich alles um zwei Lateinkurse pro Woche legen. Diese hatten auf jeden Fall Priorität. Im Rahmen meines Kunstgeschichtsstudiums muss ich ein Sprachmodul belegen und da ich den Master an einer anderen Hochschule machen möchte, brauche ich das Latinum. An unserer Uni muss man (mindestens) drei Semester einplanen, es war für mich also höchste Zeit, mit den Lateinkursen zu beginnen. Es gab nur zwei Kurse, die für mich in Frage kamen. Und ich habe mich für einen Doppelkurs entschieden, für das ich ein sehr spannendes Kunstgeschichtsseminar abgeben musste. Mir ist diese Entscheidung nicht leicht gefallen. (Der Dozent hat einen schlechten Ruf, das Seminar ist über Performance Kunst.) Doch für den anderen Lateinkurs hätte ich zwei Veranstaltungen canceln müssen und könnte damit zwei Module nicht abschließen.

Übrigens habe ich mich dafür entscheiden, "schnell" zu studieren. Auch das ist mir nicht ganz leicht gefallen. denn mir macht das Studieren und Lernen größtenteils sehr Spaß und ich möchte nicht nur effizient sein. Ich schaue also, dass ich möglichst gut und fix Module abschließe, in diesen Modulen aber die spannendsten Veranstaltungen wähle. Und ich wähle auch Seminare, die mich vielleicht nicht zu 100% interessieren, wenn ich zumindest ein paar spannende Kurse habe. In diesem Semester klappt das wirklich gut.

- Lernzeiten
Ein Studium ohne Lern-, Recherche- und Vorbereitungsphasen funktioniert nicht. Plant also täglich einen gewissen Zeitraum dafür ein. Vielleicht habt ihr ja Freistunden, in denen ihr in die Bibliothek gehen könnt oder ihr teilt euch die Abendstunden in Familien- Paar- und Lernzeiten ein.

- Geburtsurkunde vorlegen
 In den meisten Studienbüros kann man die Geburtsurkunde des Kindes hinterlegen. So bin ich glücklicherweise in ein paar Seminare reingekommen, die (scheinbar) überbelegt waren. Wenn man aufgrund der Betreuungszeiten des Kindes nur zu bestimmten Vorlesungen und Seminaren könnten, sollte dies auch möglich gemacht werden.

- Modulhandbuch
Ein Blick ins Modulhandbuch schadet nicht. Aber ganz ehrlich, wie oft ich es auch durchgelesen habe, alles verstehe ich auch nicht immer. Also ist hier vielleicht der Gang zum Studienmanager sinnvoll, um einzelne Fragen zu klären.

- Mit den Dozenten sprechen oder schreiben
Fragt nach, wie die Studienleistungen aussehen, wie hoch der Leseaufwand ist, ob es eventuelle Zusatzveranstaltungen gibt. Diese Informationen zu erfragen mag vielleicht pedantisch wirken, aber es hilft einfach, wenn man weiß, was einen in den kommenden Wochen erwartet.

- Studienleistungen
Führt euch genau vor Augen, welche Studienleistungen ihr in welchen Veranstaltungen zu erbringen habt. Könnt ihr alle Studienleistungen machen? Im Zweifelsfall ist es vielleicht sinnvoll, sich wieder von einzelnen Veranstaltungen abzumelden.
Ich habe leider nicht von allen Studienleistungen gewusst und mir die nächsten Wochen ein wenig verkompliziert: Ist es machbar, sechs Referate in vierzehn Semesterwochen zu halten? Drei Klausuren und drei Hausarbeiten zu schreiben? (Wahrscheinlich schon, mit viel Stress...)

- Blockseminare belegen
Blockseminare sind toll. Sie gehen "nur" über mehrere Tage, in meinem Fall tatsächlich an Freitagen oder Wochenenden, es gibt Credit Points und die Betreuung ist gesichert.

- Freie Tage
Wenn es möglich ist, nehmt euch einen Tag pro Woche frei! Wenn der Stundenplan voll ist und es kaum Freistunden gibt, dann braucht man neben den Abenden und Wochenenden noch etwas mehr Zeit zum Lernen. Der Vorteil an einem freien Tag ist, dass man sich mal eine Zeit lang am Stück auf etwas konzentrieren kann. Ein langer Tag in der Bibliothek oder auch am heimischen Schreibtisch. Besonders wichtig finde ich es bei Vorbereitungen für Referate oder Hausarbeiten.

Ohne diesen freien Freitag würde ich das Studium nicht schaffen.

- Betreuungssituation
Die Betreuungszeiten sind die Grundlage für die Planung eines Stundenplans. Wann sind die regulären Zeiten, gibt es Ausnahmen? Was macht man, wenn die Kita streikt oder die Tagesmutter Urlaub hat? Wann springt der Partner ein? Vorab also die Notfallbetreuung ausmachen.


Was ist an eurem Stundenplan gut und was macht ihr im nächsten Semester anders? Habt ihr noch weitere Tipps?

Habt einen schönen Start in die Woche!

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