11.06.2015

one tiny little story


Wenn wir bei der Tagesmutter ankommen, gibt es oft eine schnelle "Übergabe". Wir verlegen unsere Gespräche auf die Abholzeiten, denn morgens muss ich mich meistens beeilen, um den Bus zu bekommen. Ich habe ihn, bis er laufen konnte, immer mit der Manduca getragen und ihn dann erst an der Haustür ausgepackt. Das heißt, ich habe ihn der Tagesmutter in die Arme gedrückt und nach einem kurzen Austausch haben wir uns verabschiedet. Das war natürlich alles herzlicher und schöner, als es hier in den wenigen Zeilen klingen mag. Seitdem Anton laufen kann, hat sich unser Ritual verändert. Und vor allem er hat diese Veränderung bestimmt. Wenn wir an der Haustür der Tagesmutter ankommen, setzt er sich zu allererst auf die Treppenstufen und wartet, dass ich ihm die Schuhe ausziehe. So machen das alle vier Kinder, nachdem sie auf dem Spielplatz waren und Anton hat nun dieses Ritual übernommen. Nachdem er dann die Treppen hoch- und runterläuft, gibt es die typische Verabschiedungsszene und ich mache mich auf den Weg. Ich finde es so spannend, dass Anton selbst auch Einfluss auf unseren Alltag und unsere Rituale hat.

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