21.07.2015

Studieren mit Kind: Linkliste


Es haben sich in meinem Reader einige Artikel angesammelt, die ich gerne mit euch teilen möchte. Ich habe einige interessante Links zusammengestellt, die im weitesten Sinn etwas mit dem Thema Studieren mit Kind zu tun haben, die aber auch von den Problemen und schönen Seiten in der Arbeitswelt handeln. Denn nicht nur arbeitende Mütter müssen sich ständig positionieren, auch studierende Eltern werden irgendwann im Arbeitsleben stehen oder haben bereits im Studium Kontakt zu Praktika und Arbeitnehmer- oder zu selbstständigen Tätigkeiten.




"Bis die Chefin mich rief. Klar, kleines Willkommens-Schwätzchen unter 4 Augen. Falsch."
Unfassbar! Wenn man seinen Arbeitsplatz gekündigt bekommt, weil man Mutter ist. Zurück aus der der Elternzeit mit dem zweiten Kind, mit vielen Verpflichtungen im Hintergrund steht Lari nun vor einer doofen Situation. 
Ein Bericht, der traurig stimmt und eine Ausgangsposition, die nicht ganz so leicht ist. Ich wünsche dir sehr, dass du bald einen neuen, adäquaten Arbeitsplatz findest!



Drei Tage Paris - wenn Arbeit zum Vergnügen wird

"Es war ein einziges Fest, eine Inspirations- und Energiequelle, diese drei Tage Paris."
Isa und Claudia hatten das Vergnügen, für ihren Blog Hauptstadtmutti in die wunderschöne Stadt Paris zur Messe Playtime Paris zu fahren. Die beiden haben doch richtiges Glück, weil sie einen Weg gefunden haben, wie sie Familie und Arbeit miteinander verbinden können. Ich glaube, jeder sollte seinen Weg suchen und hoffentlich etwas finden, das in gewisser Weise "Vereinbarkeit" bietet.
Danke, für den schönen Paris-Bericht.



Vereinbarkeit? Fehlanzeige!

"Als Mutter ist man nicht mehr die Arbeitnehmerin, die man vor der Reproduktion war."
Miriam schreibt darüber, dass sie in der Arbeitswelt anders wahrgenommen wird, seitdem sie aus der Elternzeit zurück ist. Sie wehrt sich dagegen, dass ihr von außen ein Mama-Label aufgedrückt wird und sie somit scheinbar weniger gut ihre Arbeitsleistung erbringen kann. Und auch an der Uni machte sie nicht die besten Erfahrungen. Die Lösung für das große Problem der Vereinbarkeit sieht sie darin, dass auch der Arbeitgeber Teil des "Dorfes" wird. Was sie damit meint, könnt ihr im Artikel erfahren. 

 

Ab 6.30 Uhr fremdgesteuert

"Und plötzlich habe ich das Gefühl, es gibt zwei Zeitzonen und ich bin von halb sieben morgens bis halb neun abends fremdgesteuert."
Die Autorin ist Studentin und erzählt von ihrem Alltag. Immer Wiederholungen und erst dann Zeit zum Lernen, wenn das Kind im Bett ist. Das kenne ich nur zu gut, doch geht dieser Artikel in eine Richtung, die mich auch traurig stimmt. Sie fühlt sich so fremdbestimmt und ihrer Situation ausgeliefert. Sie ist fertig, weil sie mit ihrem Essay nicht vorankommt, obwohl doch Ferien sind (sie aber gleichzeitig schon damit gerechnet hatte, dass sie nicht voran kommen wird). Ihr bleibt die Hoffnung auf das Ende der Semesterferien und den geregelten Semesterablauf.
Ich kenne ihre Situation wirklich sehr gut, kann jedoch ihre Pessimismus nicht teilen. Wenn sich Nicht-Eltern gar nicht vorstellen können, wie ein Studium mit Kind manchmal aussieht, kann durch den Artikel garantiert Empathie entwickeln :)




Warum du auf die Bühne musst

"Je mehr Zuhörer oder Zuschauer du hast, umso mehr Menschen kannst du mit deiner Botschaft (auf einen Schlag) erreichen."
In diesem Semester musste ich sechs Referate halten. Das waren sechs Tage, an denen ich mich fühlte, als ob ich auf einer "Bühne" standt. Deshalb gefiel mir der Artikel auf der Webseite von Mompreneurs sehr gut. Esther schreibt ganz allgemein darüber, warum es gut ist, wenn Mompreneurs auf die Bühne gehen bzw. vor Menschen sprechen und gibt auch Tipps für den Vortrag. Besonders behalten habe ich, dass ich einen "Expertenstatus" habe. Die Zuhörer wissen über das Thema viel weniger als man selbst, allein deshalb braucht man nicht so viel Angst haben.


Viel Spaß beim Lesen!

17.07.2015

CampusMum: Nina


In der Reihe CampusMum stelle ich euch Frauen vor, die neben Kind und Kegel noch ein Studium meistern. Ich frage sie nach ihrem wie, was und warum.


Ich freue mich sehr, euch heute Nina vorstellen zu dürfen. Nina ist 32 Jahre alt und wohnt mit Mann und Kind (Mats, 2,5 Jahre) im schönen Hamburg. Sie ist eine viel beschäftigte Frau, die nicht nur Mutter und Studentin, sondern auch noch berufstätig ist und das Blog Mausekinder schreibt. Wenn sie dann noch freie Zeit hat, verbringt sie diese entweder in den Hamburger Cafés oder macht Yoga, das ist ihre Lieblingsbeschäftigung, wie sie mir erzählte.

Das heutige Interview fällt ein wenig aus der Reihe. Nina ist nämlich keine "klassische" Studentin (na gut, wer von uns CampusMums ist das denn schon?!),  sondern hat sich nach einem bereits abgeschlossenen Studium für ein Fernstudium entschieden. Im CampusMum Interview habe ich sie nach ihren Beweggründen für das Zweitstudium gefragt und wollte von ihr wissen, wie sie Studienaufbau und Zeitmanagement plant sowie Familie, Blog und Arbeit unter einen Hut bekommt.


Liebe Nina, ich freue mich sehr, dass du mir heute meine Fragen beantwortest! Erzähl’ uns doch bitte zunächst, welchen Studiengang du an welcher Hochschule belegst.

Ich habe mich Ende letzten Jahres für den Studiengang Journalismus am deutschen Journalisten Kolleg eingeschrieben.


Gab es ausschlaggebende Gründe, warum du dich für ein Fernstudium entschieden hast?

Ich habe schon ein ganz „normales“ Studium absolviert und dann angefangen zu arbeiten. Nach meiner Schwangerschaft bin ich wieder in Teilzeit zu meinem alten Arbeitgeber zurück. Da ich aber gerne Neues lerne und auch meine Studienzeit sehr genossen habe, wollte ich unbedingt nochmal studieren. Ein reguläres Präsenzstudium wäre mit Job und Kind schwer machbar gewesen. Das Fernstudium bietet mir die Möglichkeit, zu den Zeiten zu lernen, die sich mit meiner Situation vereinbaren lassen.


Und warum hast du gerade das deutsche Journalisten Kolleg gewählt?

Das deutsche Journalisten Kolleg bietet den großen Vorteil, dass sich das Studium mit 18 Monaten zeitlich sehr in Grenzen hält. Falls man es in der vorgegebenen Zeit nicht schafft, hat man die Möglichkeit, auf bis zu 30 Monate zu verlängern. 
Außerdem wird viel Wert auf die praktische Arbeit gelegt. Das war mir für ein Zweitstudium wichtig.
Ein ganz großer Pluspunkt für mich ist auch, dass es keine Präsenzzeiten gibt. 


Welche Erwartungen hattest du an das Studium? Und bestätigen sie sich?

Ich hatte vor allem die Erwartung, dass ich das gelernte Wissen schnell selbst anwenden und zeitlich sehr flexibel lernen kann. Das hat sich definitiv erfüllt.


Erkläre uns doch bitte, wie dein Studium aufgebaut ist. 

Mein Fernstudium besteht zu einem Großteil aus Studienbriefen, die selbständig zu Hause bearbeitet werden. Insgesamt müssen mindestens zwölf Kurseinheiten absolviert werden.
Dazu kommen mindestens vier sogenannte Praxiswerkstätten, in denen man das Gelernte praktisch anwendet.
Als Abschluss wird ein journalistischer Beitrag als Examensarbeit erstellt.


Hast du auch Prüfungen oder Hausarbeiten?

Zu jedem Studienbrief muss online eine kleine Prüfung absolviert werden. Diese besteht aus multiple choice- und aus freien Textaufgaben. Toll ist, dass es auch hierfür kein Zeitlimit gibt.
Allerdings muss eine Mindestzahl an Prüfungen erledigt werden, bevor man zu den Praxiswerkstätten zugelassen wird.


Kannst du uns noch bitte etwas genauer erklären, was die sogenannten Praxiswerkstätten sind? Was kann man sich darunter vorstellen?

Zu den Praxiswerkstätten kann ich bis jetzt nur das sagen, was ich aus den Unterlagen weiß, da ich selbst noch keine absolviert habe. Die Praxiswerkstätten werden als Webinare abgehalten und vertiefen das, was man in den Studienbriefen gelernt hat. Außerdem bietet sich hier der direkte Austausch mit den Dozenten und den anderen Studenten.


Du meintest, du könnest das Gelernte schnell anwenden. Beziehst du dich damit auf die Arbeit oder auf den Blog?

Eine direkte Anwendung findet hauptsächlich auf meinem Blog statt. Bei meiner Arbeit geht es eher um Zahlen, Prozesse und Verträge. Allerdings habe ich schon festgestellt, dass das Wissen aus dem Studium auch sinnvoll ist, wenn man Präsentationen erstellen muss, die Menschen interessieren und überzeugen sollen. Das funktioniert nämlich nach ganz ähnlichen Mechanismen.


Vor vielen Jahren habe ich mich auch über Fernstudiengänge informiert und mich dann letztendlich dagegen entschieden, weil mir das Lernen mit der Gruppe, in Gesprächen usw. fehlen würde. Wie geht es dir damit? Fehlt dir die feste Institution?

Eine wirklich schwierige Frage. Ich lerne eigentlich ganz gut alleine, das war schon immer so. Die Arbeitsgruppen vermisse ich deshalb eher weniger. Was ich aber vermisse, ist der Präsenzunterricht. Ich habe festgestellt, dass ich Neues schneller verarbeite, wenn es mir von einer realen Person erzählt wird, als wenn ich es nur lese.


Ja, das kann ich nur bestätigen. Gerade bei Übungsgesprächen, wenn alle gemeinsam begeistert diskutieren, bleibt am meisten hängen. Du hast ja schon einmal ein „normales“ Studium an einer Universität abgeschlossen und Kunstgeschichte studiert. Worin siehst du die Vorteile des Fernstudiums gegenüber des klassischen Studiums, gerade auch im Hinblick auf Familie?

Ich habe ein ganz altmodisches Magisterstudium abgeschlossen. Für mich war damals nicht nur der reine Wissenserwerb wichtig, sondern auch die Zeit, um mich persönlich zu entwickeln. Das wäre mit Kind auf keinen Fall möglich gewesen. Meine Seminare fanden zu ganz unterschiedlichen Tageszeiten statt und ich muss gestehen, dass ich nicht weiß, wie ich das hätte organisieren sollen. Hut ab vor allen, die ein Präsenzstudium und Familie zusammen meistern!
Der ganz große Vorteil des Fernstudiums ist aber die unglaubliche Flexibilität, die man hat. Allerdings muss man dadurch auch sehr diszipliniert an die Sache ran gehen. Auch wenn es im Präsenzstudium nicht unbedingt Anwesenheitspflicht gibt (zumindest war das bei mir noch so), der soziale Druck, zu den Veranstaltungen und Prüfungen zu gehen ist auf jeden Fall da und hilft, am Ball zu bleiben.


Wie viel Zeit kannst du dir in der Woche zum Lernen ohne festen Stundenplan freihalten?

Ich lerne in der Woche ca. 10h, meist abends, wenn Mats im Bett ist.


Wie sieht die Betreuungssituation für euren Sohn Mats aus?

Mats geht von 8.30 bis 14.30 Uhr in die Kita. Mittwochnachmittags ist er zusätzlich bei den Großeltern. Außerdem habe ich meine 20h-Teilzeitstelle auf vier Tage pro Woche verteilt, so dass ein Vormittag mir gehört.


Wie stemmst du denn den Haushalt, deine Arbeit, das Studium, Blog und die Familie? Hast du auch „me-time“?

Wenn ich das so aufgelistet sehe, wird mir erst bewusst, dass das tatsächlich ganz schön viel ist, was da so zusammenkommt. Ich habe mir einen ziemlich ausgefeilten Plan aufgestellt. Das hört sich jetzt vielleicht spießig an, aber für mich ist das die einzige Möglichkeit, alles unter einen Hut zu bekommen.
Drei Abende sind für die Uni reserviert, drei bis vier Mal pro Woche arbeite ich am Blog, vier Vormittage gehe ich zur Arbeit.
Natürlich halte ich mich nicht sklavisch daran und oft genug kommt etwas dazwischen (z.B. ein kleines Kind, das auch um 9 Uhr abends nicht müde ist).
Zeit für mich nehme ich mir auf jeden Fall. Für mich ist das hauptsächlich Yoga und Laufen. Dafür gehe ich dann auch gerne noch abends um neun ins Studio.
Wichtig ist mir, dass die Nachmittage für meinen Sohn da sind. Da kommt auch tatsächlich so gut wie nie etwas dazwischen. Meine Arbeit erledige ich, wenn er in der Betreuung oder im Bett ist.
Wer jetzt aufmerksam gelesen hat, wird merken, dass ich das Thema Haushalt noch nicht beschrieben habe. Das kommt bei mir auch definitiv zu kurz. Ich versuche halbwegs Ordnung zu halten, aber ganz ehrlich: das hat für mich keine Priorität.


Oh ja, das kenne ich nur zu gut :) Das ist auf meiner Prioritätsskala tatsächlich auch ganz weit unten. Hast du vielleicht praktische Tipps, wie bei dir die Alltagsorganisation abläuft?

Ich liebe es, Listen zu schreiben. Ich habe immer eine große To-Do-Liste, sonst würde ich alles vergessen.
Und meine Termine organisiere ich im Handykalender. Alle Versuche, auf Papier umzusteigen, sind bis jetzt kläglich gescheitert. 


Gab es in den letzten sechs Monaten schon Phasen, in denen du deine Entscheidung, noch einmal zu studieren, hinterfragt hast; „Sinnkrisen“ oder Glücksmomente, dass du wieder studierst?

Es gibt immer wieder Phasen, vor allem, wenn ich mal wieder gnadenlos hinter meinem Zeitplan hänge, in denen ich mich ernsthaft frage, warum ich mir das überhaupt noch einmal antue. Aber es ist einfach immer wieder toll, lernen zu dürfen. Weiterentwicklung gehört für mich zu den Dingen, die mich einfach glücklich machen.


Wie sehen deine Pläne für die näherstehende Zukunft aus, nach Abschluss des Studiums?
Ich glaube, für mich wird sich gar nicht so viel ändern. Da ich mein Zweitstudium zum Glück nicht benötige, um einen Job zu finden, werde ich das Gelernte hauptsächlich in meinem eigenen Blog anwenden. Mal schauen, was sich daraus noch entwickelt. 


Und zum Abschluss: welche praktischen Hinweise kannst du unseren Lesern mitgeben, die sich gerade darüber Gedanken machen, ob ein Fernstudium vielleicht auch die richtige Wahl ist?

Jeder, der mit dem Gedanken an ein Fernstudium spielt, sollte ganz ehrlich mit sich sein und sich überlegen, ob er diszipliniert genug ist. 
Und was immer hilft ist ein gutes Netzwerk.


Liebe Nina, herzlichen Dank, dass du dir die Zeit für uns genommen hast. Ich wünsche dir viel Durchhaltevermögen für die restlichen Studienmonate. Und bleib immer so wissbegierig und neugierig!


Online findet ihr Nina auf ihrem Blog Mausekinder und ihrem Instagramaccount unter mausekinder.



Alle bisherigen Interviews der Reihe CampusMum findet ihr hier. Und hier kommt ihr zu allen Artikeln, die sich mit dem Thema Studieren mit Kind beschäftigen.

15.07.2015

one tiny little story


Anton war schon immer von Musik begeistert. Wir singen viel gemeinsam, spielen manchmal Gitarre und das Klavier steht im Wohnzimmer. Letztens hatten wir Besuch von der KrabbelLaufgruppe und deshalb klappte ich den Klavierdeckel zu. Vor ein paar Tagen machte ich gerade den Haushalt in der Küche, als Anton zu mir her getippelt kam. Er zog mich am Arm, zeigte auf das Wohnzimmer und wir liefen gemeinsam hinüber. Dort angekommen, zeigte er ganz wild auf das Klavier. Er wollte Klavier spielen. Er hat eine lustige Methode gefunden, um auf den Klavierstuhl zu klettern und so setzte er sich auf den Hocker und freute sich darüber, dass ich den Deckel wieder hochgeklappt hatte. Anton haut nicht mehr auf die Tasten, sondern drückt mit zwei, drei Fingern ganz sanft Frau, hört dann zu und spielt dann weiter. Ich höre mittlerweile schon beinahe Melodien. Ich freue mich sehr darüber, dass er so gerne Klavier "spielt".

13.07.2015

Buchtipp: Folge der Spur durch den Zoo



Ich stelle euch heute ein Buch vor, das Anton immer, immer und immer wieder anschauen möchte. Es gehört aktuell zu den Top 5 Büchern und man sieht unserem Exemplar schon ziemlich stark die mehrmals tägliche Benutzung an. Anton war früher von Wimmelbüchern gar nicht so begeistert, er war vielmehr von den vielen einzelnen Szenen und dem wortwörtlichen Gewimmel überfordert. Doch irgendwann war er alt genug und freute sich über die Bilder. Wenn ich ihn also jetzt bitte, mir ein Buch zu bringen, kommt er fast jedes Mal mit diesem überaus großformatigen Buch und sagt da buch buch.

Warum er sich so dafür begeistern lässt? Die Vielzahl an Szenen und die Wiederholung einzelner Elemente lassen ihn immer wieder auf's Neue etwas Unbekanntes entdecken. So folgt man wirklich dem Affen (apu), der eingangs die rote Mütze des armen Jungen klaut, und sucht auf jeder Doppelseite die Verstecke des Affen. Anton kennt sie bereits alle! Und dann fliegen Eistüten und Bananenschalen durch die Gegend, Babys werden im Kinderwagen durch die Gegend geschoben und es gibt natürlich auch neben den vielen unterschiedlichsten Besuchern und ihren Attributen die Zootiere. Die lustigen Affen, die großen Giraffen, die gefährlichen Löwen und Schlangen. Aber auch heimische Tiere sind vertreten. So findet man Enten, Frösche, Schnecken und Eichhörnchen. Einzelne Entdeckungen sind zum Beispiel Bälle und Luftballons, Eimer und Hunde, Kameras und Regenschirme. Antons Wortschatz hat sich durch das Buch stark vergrößert und es gibt noch so viele Begriffe, die er finden und lernen kann.

Das Buch ist auf jeden Fall eine große Bereicherung für unseren Fundus und ich nehme es trotz der Größe oft mit, wenn wir unterwegs sind.

Jetzt folgt noch ein Blick ins Buch.

Sehen sich eure Kinder gerne Wimmelbücher an?





10.07.2015

mit Kindern im Museum: drei unterschiedliche Erfahrungen


Beim Schreiben eines Artikels über die Frage, ob Kinder in Museen bzw. auf Ausstellungen stören kamen mir drei Erlebnisse in den Kopf, die ich in den letzten Monaten gemacht habe. In fast allen Fällen machen Anton und ich gute Erfahrungen in Ausstellungsräumen. Das liegt bestimmt daran, dass ich einige Rahmenbedingungen beachte (ich schrieb über meine 9 Tipps für einen entspannten Museumsbesuch), aber vielleicht auch, dass ich es als eine Selbstverständlichkeit ansehe, mein Kind in eine Ausstellung mitzunehmen und mich da ganz selbstbewusst positioniere. Ich möchte euch aber nun an drei Erfahrungen teilhaben lassen, die ein ganz heterogenes Bild abgeben. Es liegt sicher nicht nur an einem selbst, sondern auch an den Häusern, dem Personal und vielleicht auch ganz allgemein an der Gesellschaft, wie Kinder in Kulturinstitutionen gesehen werden.

Eine eigenartige Erfahrung.

Wenn man erst in der letzten Ausstellungswoche eine Ausstellung besucht, dann muss man mit Menschenmassen rechnen. So auch in der Schirn, in den letzten Tagen von der Helene Schjerfbeck Ausstellung, die wir am allerletzten Ausstellungstag besuchten. Es war ziemlich voll und selbst ohne Begleitung hätte man sich sehr viel Zeit einplanen müssen. Aber manchmal sind die Dinge eben so wie sie sind und dann akzeptiert man einfach die Umstände und freut sich darüber, dass man es überhaupt zur Ausstellung geschafft hat. 
Es war auch eines dieser Tage, an denen Anton quengelig war. Es hat ihm einfach keinen Spaß gemacht. Was also tun? Meistens habe ich Glück und mein Freund "übernimmt" Anton, das heißt, dass ich relativ gelassen durch die Ausstellung gehen kann, weil ich weiß, dass in diesem Moment die Verantwortung meinem Freund obliegt. Oft tauschen wir dann auch, so dass wir beide zum Zug kommen. An diesem besagten Tag schafften wir es nicht, Anton abzulenken oder für irgendwas zu begeistern. Er war laut und nölig und wir hatten keine Ruhe, um uns die Bilder anzusehen. Irgendwann bekam er den Schnuller, weil ich mir eine halbe Stunde mehr Zeit erhoffte. Da kam eine junge Frau auf mich zu, die uns wohl beobachtet hatte. Sie fragte mich, warum ich ihm denn einen Schnuller gegeben habe. Ob es mich denn störe, wie er sich verhielt. Ja, es störte mich, ja ich könnte mich nicht konzentrieren und ja, ich glaubte, dass es auch die anderen bei der Betrachtung störte. Sie war Mutter und erzählte mir dann, wie gut sie das selbst hinbekam, wenn sie mit ihrem Kind im Museum war und das Anton doch wirklich nicht stören würde.
Mit ziemlich gemischten Gefühlen ging ich aus diesem Gespräch heraus. Mütter können manchmal ganz schön komisch zueinander sein und so konnte ich ihren nett gemeinten Kommentar nicht ohne kritisierenden Beigeschmack wahrnehmen. Diese Situation und das darauf folgende Gespräch mit meinem Freund ließen mich noch einmal neu überdenken, was ich von Kindern im Museum hielt. Stören sie oder gehören sie einfach dazu?
(Ich beschäftige mich bald in einem weiteren Artikel damit.)

Eine negative Erfahrung.

Wir hatten es endlich geschafft. Denn manchmal ist es gar nicht so einfach, einen freien Nachmittag zu finden, an dem Mutter und Kind guter Dinge sind, die Öffnungszeiten passen und das Kind satt, wach und gesund ist. Wir hatten das Ziel Kunsthaus Wiesbaden, für mich bis dato ein ominöser Kunstort, von dem ich nur gelesen hatte, aber nicht einfmal wusste, wo er stand. Wir kletterten also diesen Berg hoch, genossen die großartige Aussicht über Wiesbaden, machten Fotos von den hübschen Häusern und traten dann in den Ausstellungsraum ein. Doch schon im Foyer wurden wir von der Aufsichtsdame angesprochen, wir sollten den Kinderwagen hin- und herfahren. Ich schob den Kinderwagen nach rechts und links, so dass sie in die Kinderwagenuntertasche schauen konnte. Ich dachte, sie wollte nachsehen, ob ich da irgendetwas "Gefährliches" drin hatte. Aber dann befahl sie es noch einmal und deshalb fragte ich, ziemlich verwirrt, warum ich denn den Kinderwagen hin- und herschieben solle. Er sei ja staubig, weil ich auf dem Spielplatz war. Aha. Nein, wir waren nicht auf dem Spielplatz und er war auch nicht staubig. Das teile ich ihr auch mit. Eigenartig. So etwas hatte ich noch nie erlebt. Ganz schön eigenwillig. Dann waren wir drinnen. In dem großen, sehr schönen Raum mit der für mich sehr eindrucksvollen Ausstellung About Colour waren außer uns nur noch zwei Frauen, die sich gemeinsam ein Bild betrachteten, bevor sie aus dem Haus gingen. Wir waren also allein und "störten" niemanden. Doch bemerkte ich, dass uns die Dame vom Empfang die ganze Zeit hinterher schaute. Irgendwann wurde Anton quengelig und ich ließ ihn aus dem Kinderwagen raus. Er konnte erst seit zwei, drei Wochen laufen und war etwas wackelig und vor allem ziemlich langsam unterwegs. Ich lief mit ihm also von einem Bild zum andern, ließ ihn auch etwas auf der Ausstellungsfläche laufen und war aber immer sehr nah bei ihm dran. Ich muss aber auch dazu sagen, dass zwei Installationen auf dem Boden ausgestellt waren, Anton sie also direkt hätte berühren können. Also gut, ich war also immer bei ihm, hilt ihn oft im Arm usw. Da stand die Dame auf, stellte sich an die Tür und sagte mir, dass ich aber schon auf meinen Sohn aufpassen müsse, nicht, dass da noch etwas kaputt gehe. Ich entgegenete ihr, dass ich nicht das erste Mal mit ihm auf einer Ausstellung sei und dass ich schon aufpasste. Und dann stand sie tatsächlich während unseres ganzen Ausstellungsbesuches an der Tür oder lief sogar hinter uns her, um uns zu kontrollieren. 

Eine positive Erfahrung.

In der Staatsgalerie war eine Ausstellung zu Oskar Schlemmer zu sehen und ich freute mich riesig darüber. Gerade noch die Hausarbeit über sein Menschenbild geschrieben, nun endlich Semesterferien und der längst überfällige Besuch einer guten Freundin in Stuttgart. Zwei Tage in einem anderen Ort, Anton sowieso schon etwas durch den Wind, sein Rythmus hatte sich verschoben und wir waren unterwegs. Es hallte so laut, dass er immer wieder, nein, eigentlich die ganze Zeit laut schrie. Wie das hallte... Aber was soll man denn da machen? Es ist ja auch total witzig, seine Stimme wieder und wieder zu hören. Auch der Schnuller und das Tragen halfen nichts. Wir liefen also etwas schneller durch die Räume und ich hoffte, dass es die anderen Besucher nicht allzu sehr störte. Aber wisst ihr was, die vermeintlich so spießigen Stuttgarter Damen und Herren kamen zu uns, redeten mit Anton, ich erklärte, warum er so laut war und sie lachten. Auch zwei, drei Personen vom Personal sprachen uns an, aber fanden Anton eher lustig als störend. Ich war sehr erleichtert, dass uns das niemand so übel nahm, aber ich war auch sehr froh, dass Anton kurze Zeit später, beim zweiten Teil der Ausstellung einschlief und wir die anderen Werke in Ruhe ansehen konnte.


Und wie sind eure Erfahrungen?