05.11.2015

Die Sache mit dem Schnuller - ein Update


Könnt ihr euch an den Blogpost erinnern, in dem ich beschrieb, dass ich es akzeptiert hatte, dass Anton eben immer (noch) ein Schnullerkind war?

Seitdem hatte sich erstmal nicht viel getan. Anton bekam zum Schlafen und in ganz schlimmen Situation, z. B. wenn er krank war, den Schnuller. Meistens fragte er danach, erst buller, dann lula, schließlich snulla. Wir sagten ihm immer, dass er schon ein großer Junge sei und dass er ihn doch eigentlich gar nicht mehr brauche, oder? Aber er bestand darauf. In den Kinderbüchern zeigte ich ihm immer Kinder, die keinen Schnuller mehr beim Schlafen hatten und hoffte, dass dieser Gedanke irgendwann einen Zugang finden würde.


... und plötzlich "schnullerfrei"

Letzte Woche wollte ich es wieder bewusst ausprobieren. Ausnahmsweise brachte ich ihn an diesem Abend zu Bett (in der Regel übernimmt mein Freund das Zubettgehen). Nachdem er seiner Cheeta, der Maus und dem Mäuschen, seiner Puppe und dem kleinen Häschen Gute Nacht gesagt und Küsschen gegeben hatte, er schon seine Flasche in der Hand hielt und sich mit seiner Daunendecke zugedeckt hatte, erklärte ich ihm, dass er doch schon so ein großer Junge sei - er werde ja immerhin bald zwei Jahre alt! - und dass wir es probieren wollen, ohne Schnuller zu schlafen. Begeistert war er nicht. Deshalb musste die Maus, eine gestrickte Handspielpuppe, ein Wörtchen mit Anton reden: "Ach komm Anton, du bist schon soooo groß. Das schaffst du. Und wir sind bei dir." Tja, irgendwie hat Anton einen starken Draht zu dieser Maus und ließ sich überzeugen. Die erste Nacht ganz ohne Schnuller!

Die anderen Nächte klappten ganz ohne Maus. Jeden Morgen jubelten wir und sagten Anton, wie toll er das mache.

In den ersten beiden Tagen waren wir viel unterwegs und während seinen Schlafenszeiten lag er im Kinderwagen. Deshalb bekam er noch den Schnuller.

Die ersten Tage bei der Tagesmutter klappten auch ganz ohne Schnuller - er schlief sogar mit den anderen Kindern in einem Zimmer.

Und in den darauffolgenden Nächten erklärten wir ihm immer wieder, dass er den Schnuller nicht mehr brauche und dass er schon ein großer Junge sei.  Er fragt zwar hin und wieder noch nach dem Schnuller, aber wird auch schnell wieder abgelenkt.


Alles braucht seine Zeit.

Alles braucht seine Zeit, alles hat seine Zeit. Und ich bin so glücklich, dass das Kapitel Schnuller so einfach zu Ende gegangen ist. Ich hatte losgelassen, dachte nicht mehr viel über dieses Thema nach. Anton war jetzt bereit dafür und deshalb klappte es so schnell.

Ich möchte mir dieses Erlebnis für alle anderen Entwicklungen merken: das Trockenwerden, Treppenlaufen, usw. Anton hat seinen eigenen Rhythmus. Und wenn ich ihm diesen zugestehe und nur in gewissen Zügen mitlenke, dann fügt sich alles.


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