31.12.2015

Danke


Oh, diese freien Tage taten gut. Nicht nur hier auf dem Blog habe ich einfach mal auf die Pausetaste gedrückt, sondern auch im analogen Leben.


Ich möchte euch von Herzen Danke sagen.

Ihr könnt euch kaum vorstellen, wie viele Male ich im letzten Jahr daran gedacht habe, das Bloggen aufzugeben. Beim Changieren der Prioritäten rutschte das Blog immer wieder runter - die Familie, unsere Gesundheit, das Studium, meine berufliche Zukunft waren und sind wichtiger. Und tausendmal habe ich mich gefragt, ob ich denn ohne Blog könnte. Nein, definitiv nicht. So viel Zeit und manchmal auch Nerven mich also diese Leidenschaft kostet, so essenziell gehört sie zu mir. Ich möchte mit euch teilen. Ich möchte aber auch meine Eindrücke verarbeiten und meine Notizen digitalisieren. Für mich ist ein Blog dafür die beste Möglichkeit.

Und ich möchte euch deshalb danken, dass ihr im letzten Jahr so treu mitgelesen, kommentiert und geschrieben habt. Besonders in den "troubled times" kamen Nachrichten, die mir sehr geholfen und mich ermutigt haben. Ich bin so dankbar für all die Begegnungen und Freundschaften, die bisher durch dieses Blog entstanden sind. Für Menschen, die an uns denken und mit denen wir gemeinsame Erinnerungen teilen.



2015 auf une vie magnifique

- Die Monatsberichte von Anton haben ihren Abschluss an seinem zweijährigen Geburtstag gefunden. (Er ist schon ZWEI Jahre alt!!)
- Die Chance, eine Kolumne zum Thema Studieren mit Kind auf Campus Mainz zu schreiben, hat mich sehr gefreut. Noch mehr Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren, bedeutet mir sehr viel. Ich durfte daraufhin auch einige Interviews zu dem Thema führen und Anton und ich wurden für einen Fernsehbeitrag gefilmt.
- Die vielen CampusMums, die mir persönlich so an Herz gewachsen sind: immer wieder lesenswert.
- Die Geschenkideen für (Neu-)Mamas möchte ich alle am liebsten selbst bekommen.
- Unsere liebsten Bücher, meine 9 Tipps für einen entspannten Museumsbesuch mit Kleinkindern und mein Tagebuch, als ich ganze fünf Tage ohne Anton auf einer Fortbildung war.
- Für mich persönlich waren auch diese Texte wichtig: Meine Tipps für einen guten Workflow, Die Sache mit dem Schnuller, Home Office - wenn man zu Hause lernen oder arbeiten muss.
Schnuller.



2016 auf une vie magnifique

wird spannend. Weil ich jetzt schon erahnen kann, wie voll das nächste Jahr privat und beruflich für mich sein wird. Deshalb weiß ich auch, dass es hier auf dem Blog sehr ähnlich laufen wird. Mit Höhen und Tiefen, mit Zeiten, in denen ich mehr schreibe und mit Phasen, in denen es hier eher ruhig sein wird. So wie das Leben eben spielt.

Ich freue mich aber sehr auf das kommende (Blog)Jahr, auf neue Begegnungen, Momente und Artikel. Das wird sicher wunderbar!


Ihr Lieben, ich wünsche euch und euren Familien einen wunderschönen Start in das neue Jahr. Habt es gut.

24.12.2015

Weihnachtsgrüße


Ihr Lieben,

une vie magnifique macht eine kurze Weihnachtspause. Schon seit den letzten Tagen genieße ich unsere Familienzeit, verpacke die letzten Geschenke und freue mich über unsere feinen Weihnachtsrituale: zum Beispiel bei Kerzenschein und leuchtendem Tannenbaum Weihnachtslieder singen. Bei uns stehen nun einige vollgepackte und essensreiche Feiertage an und ich freue mich ganz ehrlich darauf. Ich melde mich zum Jahresende noch einmal mit einem Rück- und Ausblick zurück.

Ich wünsche euch und euren Familien von Herzen schöne, vielleicht auch besinnliche und fröhliche Weihnachtstage.

Bis bald!

21.12.2015

DIY: Lippenbalsam


Ich liebe das Basteln. Und manchmal liebe ich DIY-Projekte. Vor allem, wenn sie super schnell fertigzustellen sind, nichts schief gehen kann und dabei ein tolles Ergebnis entsteht.

Kurz vor Weihnachten habe ich also noch ein schnelles und einfaches DIY-Projekt für euch, das sich bestens zum Verschenken oder zum Selbstbehalten eignet. Pinterest ist nämlich seit neustem wieder ein ganz enger Freund von mir (hallo Kinderküche, hallo Plätzchenrezepte, hallo Weihnachtskarten!) und hat mir eine easy-peasy Anleitung für einen selbstgemachten Lippenbalsam angezeigt.


DIY: Lippenbalsam

Zutaten

- 15 ml Vaseline
- 7-10 g flüssiger Honig
- 1 TL Rosenöl (jedes andere Hautöl funktioniert auch, vor allem Mandelöl)
- ca. 1mm Lippenstift

- eine Tasse
- heißes Wasser
- eine Schüssel oder ein Topf
- Löffel
- Döschen


Anleitung

In eine Schüssel wird heißes Wasser gegeben. Die Tasse wird hineingesetzt und mit Vaseline, Honig, Öl und Lippenstift befüllt. Je mehr vom Lippenstift reinkommt, desto intensiver wird die Farbigkeit des Balsams. Alle Zutaten müssen gut gemischt werden, bis sie homogenisiert sind. Die befüllten Döschen lasse ich noch so lange offen, bis sich der Balsam abgekühlt hat.


Einfach, oder? Ich habe die weißen Döschen noch mit einem Etikett beklebt und werde sie nun an Weihnachten als Extra-Geschenk verschenken.


16.12.2015

Geschenkideen für (Neu-)Mamas: Beruhigungsmaske von Susanne Kaufmann


Bereits in der Schwangerschaft beginnt für viele Frauen ein komplizierter Kampf mit ihrer Haut. Die Veränderung des Hormonhaushalts löst bei manch einer Schwangeren Hautirritationen, Pickel und Unreinheiten aus. Ganz schön ärgerlich. Mag man dem Volksmund glauben, erwarten diese Schwangeren ein Mädchen, weil das Kind ihnen all ihre Schönheit raubt. 

Während der Schwangerschaft hatte ich persönlich eher mit trockenen Stellen zu kämpfen und erst nach der Geburt und nach der Stillzeit begann meine Haut, wirklich verrückt zu spielen. Von Monat zu Monat hatte ich neue, kleine Problemchen und suchte also gezielt nach Lösungen, um meine Haut wieder in den Griff zu bekommen.

Geholfen haben mir dabei Masken, die ich nun an meinem Masken-Mittwoch wöchentlich auf mein Gesicht auftrage. Und was soll ich sagen? Meine Haut hat sich beruhigt und ich bin nun sehr erleichtert, dass sie sich wieder normalisiert hat.


Mein Favorit unter den Masken, die ich ausprobiert habe, ist die Beruhigungsmaske von Susanne Kaufmann. Die Maske wird mit ihrer crèmeartigen Textur großzügig im Gesicht verteilt und muss dann 15 Minuten einwirken. Ich tränke ein Waschlappen mit sehr warmen Wasser und wasche mir anschließend mit kreisenden Bewegungen die Reste vom Gesicht. Das ist eine zusätzliche Massage für die Haut und tut richtig gut.

Die Inhaltsstoffe Johanniskraut, Ringelblume und Weidenröschen haben eine beruhigende und entzündungshemmende Wirkung und das ist in der Tat das, was so eine irritierte Haut benötigt. Probiert es aus, ich bin total begeistert! Und dass ich beim schönen, schlichten Produktdesign kaum vorbeigehen konnte, ist auch selbstverständlich. Susanne Kaufmann gelingt es einfach, das Design in der reduzierten Form auf den Punkt zu bringen.


Auch sehr zu empfehlen ist das Enzympeeling, das ich nur in einer Probeversion getestet habe. Es hat eine gel-artige Konsistenz und wird ganz dünn auf das gereinigte Gesicht aufgetragen. In den zehn Minuten, in denen es einwirkt, bitzelt das Peeling ganz leicht auf der Haut. Es ist die perfekte Basis für die Beruhigungsmaske.


Die Beruhigungsmaske trage ich meistens abends auf. Dieses Ritual entspannt mich und lässt mich für einen kurzen Moment innehalten. Deshalb möchte ich sie euch als eine Geschenkidee für werdende Mamas, gestresste Mütter und vielleicht auch für Frauen, die gerade unter Strom stehen, empfehlen. Das Auftragen der Maske, der Duft und das Ritual erinnern uns vielleicht wieder daran, eine Pause zu machen, sich Zeit für sich selbst zu nehmen und das Leben zu genießen.


Hier findet ihr alle weiteren Geschenkideen für (Neu-)Mamas. Sie eignen sich auch prima für Weihnachten.

15.12.2015

Studieren mit Kind Kolumne auf Campus Mainz: Plan B und C bei studierenden Eltern


Das Thema Studieren mit Kind kommt in dieser Woche noch ein Mal zur Sprache. Meine neue Kolumne auf Campus Mainz ist online und ich möchte den Text gerne auch hier mit euch teilen.

Ich frage mich, welche besonderen Rechte es für Eltern im Unialltag gibt und ob sie diese überhaupt wahrnehmen. Dürfen sie wegen der Kinder vermehrt fehlen und was passiert, wenn die Betreuung ausfällt?


Plan B und C bei studierenden Eltern 

Im Studienalltag von studierenden Eltern gibt es ein paar Fragen, die alle umtreiben: Was mache ich, wenn mein Kind krank ist? Vor allem Kita-Kinder sind in den Wintermonaten vor keinem Virus gefeit und so droht der manchmal hart erarbeitete Uni-Kind-Rhythmus schnell zu kollabieren, sobald das Kind mit triefender Nase und heißer Stirn morgens aufwacht. Was passiert, wenn die Kita in den Ferien zumacht? Und kann ich mehr als zwei Mal im Seminar fehlen?

Unsere Familie ist schon ziemlich Notfall-erprobt und deshalb habe ich mich gefragt: Wie viel nehme ich mir raus als studierende Mutter? Ich möchte ja wie jeder andere Studierende behandelt werden, gleichgestellt sein und für mich soll keine Extrawurst gebraten werden. Aber manchmal, wenn alle Stricke gerissen sind und mein ausgeklügeltes Betreuungssystem abstürzt, dann bin ich doch auf die Nachsicht oder das Entgegenkommen meiner Dozenten angewiesen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich immer lohnt, mit seinen Dozenten zu sprechen und auch seine Situation darzulegen. Aber dennoch suche ich den Kontakt nicht zu Beginn des Semesters, sondern erst dann, wenn es etwas zu klären gibt. Denn ansonsten möchte ich ganz normal behandelt werden, mit allen Rechten und Pflichten, die zu einem Studium gehören. Für mich gelten dieselben Anwesenheitszeiten, die gleichen Abgabetermine und dasselbe Hausaufgabenpensum. Der Unterschied besteht (vordergründig) nur darin, dass ich spätestens um 15 Uhr meine Tasche packe und meinen Sohn abholen muss.

Drei dieser schwierigen Situationen, die eben nur Eltern ausgesetzt sind, erlebte ich im vergangenen Semester. Ich musste auf Plan B oder C zurückgreifen.


Notfallbetreuung der Uni wahrnehmen

Blockseminare sind für unsere Familien- und Betreuungssituation sehr kompatibel und lassen sich teilweise viel leichter in den Alltag integrieren als ein regelmäßig stattfindendes Seminar. Am Wochenende kann mein Freund auf Anton aufpassen und unter der Woche kann ich normalerweise meine Eltern für die Betreuung miteinbeziehen. Die insgesamt drei Stunden Zugfahrt für Hin-und Abreise nehme ich dafür gerne in Kauf. Im vergangenen Semester hatte ich doch tatsächlich zwei Blockseminare, durch die ich an insgesamt acht Tagen einige Creditpoints einsammeln konnte (natürlich plus Referate und Hausarbeiten).

An einem dieser Freitage waren meine Eltern jedoch im Urlaub und die Tagesmutter nahm sich relativ kurzfristig Urlaub. Wie sollte ich auf die Schnelle eine Halbtagsbetreuung für Anton finden?!

Die Uni Mainz bietet in Zusammenarbeit mit der pme Familienservice GmbH eine Notfallbetreuung für studierende Eltern an. Dieses Angebot darf man zwei Mal im Semester in Anspruch nehmen. Die Bedingung dafür ist, dass man sich die Einrichtung an einem der öffentlichen Besichtigungstermine anschaut. 

An diesem Freitag war also unsere einzige Lösung die Notfallbetreuung der Uni. Ich hatte berechtigte Sorge, dass Anton eventuell nicht mitmachen würde. Er ist zwar ein ziemlich cooles, liebes und lustiges Kind, aber manchmal hat er auch so seine Phasen, in denen er und seine Bedürfnisse schwer einzuschätzen sind.

Letzten Endes lief natürlich alles gut. An diesem Tag waren alle anderen Kinder nicht da und so bekam mein kleiner Mann eine Eins-zu-eins-Betreuung - ein Traum! Er hatte viel Spaß mit den neuen Spielsachen und aß mehr Kekse als sonst. Während des Seminars schaute ich immer wieder auf’s Handy, aber ich durfte ganz gelassen sein. Obwohl Anton die Erzieherin nicht kannte, ging es ihm gut und ich holte ihn gegen 14 Uhr nach meinem Blockseminar wieder ab. Es lohnt sich also, Vertrauen in die Erzieher und vor allem auch in sein Kind zu haben.


Plötzlicher Notfall

Normalerweise schaue ich während des Seminars nicht auf mein Handy. In den meisten Fällen versuche ich mich zu konzentrieren und mich nicht durch ankommende Nachrichten und Bilder abzulenken. Meine Erfahrung hat aber gezeigt, dass es in manchen Fällen gut sein kann, sein Handy griffbereit zu haben.

Wenn Anton kränkelt oder schon eindeutig krank ist, aber kein Fieber hat und ich ihn morgens zur Tagesmutter bringe, (weil ich ja unbedingt zur Uni muss/möchte,) dann habe ich natürlich schon ein leicht schlechtes Gewissen. Sein Kind leiden zu sehen, ist wirklich nicht schön. An diesem einen Tag musste ich aber zur Uni, ich hatte den vollsten Stundenplan der Woche und ich durfte nicht so viel verpassen.

Als ich während des ersten Kurses einmal kurz auf mein Handy schaute, entdeckte ich eine ganze Reihe von Meldungen. Mehrere Anrufe in Abwesenheit, ein paar WhatsApp Nachrichten und eine SMS. Hui, schnell draufgeschaut, wurde mir bewusst, dass ich die Tagesmutter direkt zurückrufen musste. Ich ging also leise raus, rief sie an und erfuhr: Anton ging es richtig schlecht, er weinte nur noch und rief nach mir. Ich hörte ihn am Hörer ganz bitter weinen und wusste, jetzt muss ich los.

Zum ersten Mal hatte ich einen echten Notfall. (Dass danach noch ein viel schlimmerer kommen würde, ahnte ich damals nicht. Ich sage nur: Sprung vom Bett und Platzwunde auf der Stirn.) Ich musste zu meinem Kind, Fehlzeiten hin oder her. Die Dozentin, die ich während der Stillarbeit kurz informierte, war ganz verständnisvoll und ich hatte deshalb keine offizielle Fehlzeit in meiner Anwesenheitsliste.


Fehlzeiten und Nachprüfungen

Die meisten Institute sind relativ kulant, wenn es um die Fehlzeiten durch Krankheit der Kinder geht. Das heißt nicht, dass man das ausnutzen sollte. Es gibt mir aber Ruhe, wenn der Winter mal wieder hart ist und das Kind einfach jeden Kindergartenvirus mitnimmt. Mehr als drei Fehltage hatte ich noch nicht, aber das sind ja auch schon viele bei einem dreizehn wöchigen Semester. Es ist aber wichtig, dass man sich ein Attest vom Kinderarzt holt. Warum das so relevant ist, seht ihr an meinem nächsten Beispiel.

Mein ganzer Dank gebührt an dieser Stelle einer großartigen Dozentin. Ich fehlte drei Mal im Seminar und bekam dieses dennoch anerkannt. Wie es dazu kam? Wegen einer Erkältung blieb ich einmal zu Hause. Dann wurde Anton krank und ich blieb bei ihm und noch ein weiteres Mal mussten wir zu Hause ruhen. Er hatte Fieber und eine Erkältung. Das konnte man auch ohne Arztbesuch in den Griff bekommen. Ich vergaß dabei völlig, dass ein ärztliches Attest sinnvoll sein könnte. Denn bei drei Mal fehlen hat man das Seminar nicht bestanden. In Absprache mit der Dozentin durfte ich aber in einer mündlichen Prüfung über den fehlenden Stoff die Fehlzeiten kompensieren und bekam meine Creditpoints. Das war eine völlige Ausnahme und ich werde bei all den Krankheiten, die noch auf uns zukommen werden, IMMER zum Arzt gehen und mir ein Attest holen.


Was ich gelernt habe


Bei all den Situationen habe ich gelernt, dass man in schwierigen Zeiten mit den Dozenten sprechen und die Gegebenheiten klären sollte. Dabei ist es mir persönlich sehr wichtig, das Entgegenkommen nicht auszunutzen, sondern alles dafür zu geben, dass die Notlösungen nur Notlösungen bleiben. 


Dieser Artikel erschien in Kooperation mit Campus Mainz, der Informationsplattform der Johannes-Gutenberg Universität Mainz, für die ich regelmäßig die Kolumne Studieren mit Kind schreibe.

14.12.2015

CampusMum: Märry




In der Reihe CampusMum stelle ich euch Frauen vor, die neben Kind und Kegel noch ein Studium meistern. Ich frage sie nach ihrem wie, was und warum.


Es wird wieder Zeit für ein neues CampusMum Interview. Heute habe ich die 25 jährige Märry an Bord, die mit ihren Tochter in Münster lebt und dort Erziehungswissenschaften studiert. Manchen von euch ist sie vielleicht auch unter dem Namen Frau Raufuß bekannt. Sie schriebt nämlich über ihr Leben als studentische Mama und Teilzeitarbeitnehmerin auf ihrem Blog Kalinchens. Kalinchen ist dabei das Pseudonym ihrer dreijährigen Tochter.

So, nun überlasse ich aber Märry das Feld und bin gespannt, wie sie ihr Leben als studentische Mutter beschreibt.


Liebe Märry, ich freue mich sehr, dass du beim CampusMum Interview mitmachst. Erzähl’ uns doch bitte zunächst, was du studierst.

Ich studiere in Münster und schreibe gerade an meiner Bachelorthesis in Erziehungswissenschaften. Seit April studiere ich zusätzlich noch Germanistik, um im nächsten Jahr in den Master of Education zu wechseln.


Du hast schon zwei Mal dein Studienfach gewechselt. Kannst du erklären, welche Umstände dich dazu bewogen haben und wie zufrieden du mit deiner Entscheidung bist?

Ich wollte eigentlich Jura studieren und habe dort keinen Platz bekommen. Um noch im Wintersemester anfangen zu können, schrieb ich mich für meinen Zweitwunsch Lehramt ein. Ich bekam leider nicht die gewollten Fächer und musste auf Ausweichfächer zurückgreifen. Nach dem ersten Semester wechselte ich zum 1-Fach Bachelor Erziehungswissenschaften. Im letzten Jahr habe ich gemerkt, dass ich mit dieser Entscheidung nicht wirklich unglücklich, aber unzufrieden war. Daher studiere ich seit April zusätzlich zu meinem normalen Studium noch Germanistik und wechsele im nächsten Semester in den Lehramtsstudiengang Pädagogik und Germanistik. Ich bin sehr zufrieden und hoffe, dass alles so läuft, wie ich es vorhabe. 


Du schreibst gerade deine Bachelorarbeit in Erziehungswissenschaften. Wie teilst du deine freie Zeit zum Lernen ein? Empfindest du es gerade als sehr stressig?

Es ist super stressig. Ich weine sehr viel und habe oft das Gefühl, überfordert zu sein. Ich bin kraftlos. Freie Zeit suche ich bewusst und ruhe mich dann aber erstmal aus. Seit meiner Schilddrüsen OP bin ich noch müder und kraftloser als vorher. 


Das klingt wirklich schwierig. Wie teilst du dir denn normalerweise deine Zeit ein und wie ist euer typischer Tagesablauf?

Montags macht der Papa vom Kalinchen seit diesem Semester den Fahrdienst. Die letzten 2,5 Jahre habe ich das Kalinchen jeden Morgen zu 8-8.30 Uhr in die Kita gebracht und sie gegen 16 Uhr wieder abgeholt. In der Zwischenzeit gehe ich in die Uni oder arbeiten. Nach der Kita sind wir um ca. 17 Uhr zu Hause und kümmern uns um den Haushalt und bereiten das Abendbrot. Oft muss ich dann aber nochmal los in die Uni und falle meistens sehr erschöpft gegen 9 Uhr ins Bett.


Wie ist die Betreuung deiner Tochter organisiert? Du hast mir erzählt, dass die Kita-Suche eine Tortour war.

Schrecklich war das! 43 Anmeldungen haben wir geschrieben und nur eine Rückmeldung bekommen und das war die Zusage für die jetzige Kita. Im letzen Winter ging der Mist von vorne los, in Münster muss man sich zum dritten Geburtstag wieder neu anmelden und auf einen Platz hoffen. Mich hat diese Ungewissheit fertig gemacht und ich hatte oft Angst, keine Betreuung zu finden. 


Ohje, das klingt wirklich furchtbar. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich die Betreuung in den jeweiligen Bundesländern organisiert ist. Wie finanzierst du das Studium?

Ich habe leider einen sehr dicken Studienkredit, bekomme Unterhalt und gehe arbeiten. Die Situation ist sehr schwierig und eng, da mein Vater und ich leider seit einigen Monaten vor Gericht stehen. 


Du hast deinen Job wechseln müssen, weil die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht funktioniert hat. Was bedeutet für dich Vereinbarkeit? Und was waren denn die konkreten Probleme im alten Job?

Das eigentliche Problem war ein Kita-Unfall (das Kalinchen hat sich den Fuß gebrochen). Ich bin natürlich sofort mit ihr ins Krankenhaus gefahren und musste mich dann bei meiner alten Chefin rechtfertigen. Ihrer Meinung nach hätten auch die Erzieher mit ihr ins Krankenhaus fahren können. Krankheitstage fürs Kind würden hier nicht gehen und auch meine eigene Krankschreibung nach der Operation wurde angezweifelt da ich beim Einkaufen gesehen wurde. Wohlgemerkt durfte ich nicht arbeiten, um die Kinder mit meiner offenen Wunde am Hals nicht zu infizieren und musste Lebensmittel für uns kaufen. Ziemlich lächerlich. Ich glaube, die haben einen Grund gesucht, um mich loszuwerden, da ich Dinge gesehen und angesprochen habe, die jahrelang unter den Teppich gekehrt worden sind. 

Vereinbarkeit bedeutet für mich Verständnis, dass die Kinder immer vorgehen und trotzdem die Möglichkeit besteht, dass Mama Karriere machen kann und ihren Beruf ausüben darf.


Märry, das glaubt man ja gar nicht. Das ist definitiv ein Grund, um die Arbeitsstelle zu wechseln. Wie stemmst du dann mit diesen Mehrbelastungen den Haushalt, deine Arbeit, das Studium, Blog und die Familie? Hast du auch „me-time“? 

Diese Frage bekomme ich oft gestellt. Es läuft einfach. Hier ist eigentlich immer Chaos, die Wäsche stapelt sich und ich liege, wenn ich zu Hause bin, ab 19 Uhr im Bett und will meine Ruhe. Mich bringt unser Leben oft an meine Grenzen, mein Körper meldet sich daher regelmäßig mit wundervollen Migräne Attacken. Trotzdem will ich nicht tauschen und bin dankbar für meine Tochter.


Hast du vielleicht praktische Tipps, wie bei dir die Alltagsorganisation abläuft?

Einfach mal Dinge stehen lassen und sich ausruhen. Und seine eigenen Anforderungen runterschrauben, dann ist die Klausur halt nur ne 2.0. 


Und zum Abschluss: was sollten studierende Eltern beachten, wenn sie sich für ein Kind im Studium entscheiden?


Sie sollten sich bewusst machen, was es heißt, alles unter einen Hut zu packen. Ich wäre oft froh, wenn ich schon arbeiten könnte und das Lernen und Hausarbeiten schreiben wegfallen würde. Und der finanzielle Aspekt sollte nicht außer Acht gelassen werden, Kinder kosten Geld. 


Liebe Märry, ich danke dir für die offenen Worte und die Zeit, die du dir genommen hast. Ich wünsche dir sehr, dass dein neuer Arbeitgeber so familienfreundlich ist, wie man es erwarten kann, dass du immer wieder zur Ruhe kommst und Pause vom Alltagsstress machen kannst und dass dir das Studium so gelingt, wie du es dir wünschst. 


Märry findet ihr übrigens auch auf ihrem Blog kalinchens, auf Facebook und auf Instagram unter dem Namen kalin_chen. Ihr neuster Artikel: Studieren mit Kind oder auch warum ich bald durchdrehe.



Alle bisherigen Interviews der Reihe CampusMum findet ihr hier. Und hier kommt ihr zu allen Artikeln, die sich mit dem Thema Studieren mit Kind beschäftigen.

13.12.2015

Geschenkideen für Zweijährige zu Weihnachten



Wenn ich Anton erklären möchte, dass wir bald Weihnachten feiern werden, dann antwortet er mir nur mit gesenke und kurz darauf mit gebuutstag. Tja, so stimmt das nicht ganz, aber zumindest hat Anton verstanden, dass er Geschenke bekommen wird. Da unser Spätherbst und Winter voll von kleinen und großen Geschenken und Aufmerksamkeiten für ihn sind, könnte man meinen, es sei schwierig, auch noch Weihnachtsgeschenke zu finden. Der kleine Mann bekommt jedoch fast das ganze Jahr über keine Geschenke und so überschütten wir und unsere Familien und Freunde ihn dann doch ganz schön. Ich finde es in Ordnung und freue mich einfach mit ihm, wie begeistert er über seine neuen Spielsachen ist.

Nachdem meine Geschenkideen zu seinem Geburtstag fast alle gekauft wurden oder nun von der Familie geschenkt werden (er bekommt zum Beispiele eine Garage für seine Autos), schenken mein Freund und ich ihm zu Weihnachten noch folgende Dinge:


1. Vor Kurzem bohrte unser Nachbar ein Loch in die Wand und Anton erschreckte sich furchtbar über diesen plötzlichen Lärm. Nachdem wir Schwierigkeiten hatten, ihn zu trösten und er wirklich Angst davor hatte, brachte mein Freund seine Bohmaschine aus dem Keller und Anton durfte sie bestaunen, anfassen und anmachen. Seitdem findet er Bohrmaschinen großartig. Nun bekommt er diese Bohrmaschine von Bosch und er wird sicher viel Spaß damit haben.

2. Oh, diese Kinderküche. Ich bin fest davon überzeugt, dass Anton noch nicht ganz bereit für sie ist. Während Mädchen in seinem Alter schon vor einem Jahr Würstchen brieten und die Teller einräumten, machte Anton nur das Licht an uns aus. Ist ja auch cool. Als die Ikea Kinderküche Duktig Anfang Dezember so unschlagbar reduziert war, kauften wir sie dann doch. (Welche Odyssee das war, weil überall ausverkauft, ist eine andere Geschichte.) Jetzt pimpe ich sie also gerade auf, beschrifte Schraubverschlussgläser und befülle sie mit Nudeln, Linsen und anderen Kleinigkeiten, die ich keiner Küche fehlen dürfen. Ein Geschirrhandtuch, ein Spüllappen und Kochgeschirr habe ich schon besorgt und die Oma hat das Geschirr gekauft. Ich bin dennoch sehr gespannt, wie es Anton gefallen wird und wann er damit richtig spielen wird.

3. Anton liebt Uhren und deshalb habe ich ihm nun die Lernuhr gekauft. Er wird sich sicher darüber freuen, aber ich bin auch hier gespannt, wie stark er sie nutzen wird. Ich werde sie wohl auch einsetzen, um ihn sichtbar zu machen, wie lange er Lieder hört, wann er ins Bett muss und wann der Papa von der Arbeit heimkommt.

4. Ich liebe die Wieso? Weshalb? Warum? Reihe von Ravensburger. Kennt ihr sie auch? Zum Geburtstag hat Anton von einer Bekannten das Buch Im Streichelzoo bekommen und ich bin wirklich begeistert. Die Geschichten rund um verschiedene Themen sind knackig, aber erklärend, die Bilder sind gut, das Format des Buches ist perfekt und gleichzeitig ist es durch seine Spiralbindung und den Karton sehr stabil.

Das Buch Autos und Laster ist perfekt für Anton. Hier gibt es nämlich Fahrzeuge, die er noch gar nicht kennt und viele Situationen, in die die Fahrzeuge eingebettet sind. Toll finde ich auch die Titel Der Wald und Das bin Ich & Das bist Du.

5. Braucht Anton eine Taschenlampe? Sicherlich nicht. Aber er findet es ziemlich cool, wenn der Papa mit seiner Taschenlampe nach etwas sucht. Doch diese hat zu starke LED Lichter. Es ist gar nicht so einfach, eine kindgerechte Taschenlampe zu finden, die nicht tausend Geräusche macht. So hat mein Freund nun eine schlichte, einfach Lampe gekauft. Ich finde, es gäbe bessere Motive als Capt'n Sharky, aber der Markt gibt das einfach nicht her.


Und was schenkt ihr euren Kindern?

10.12.2015

Buchtipp: Herr Tiger wird wild


Ein Buch aus der Kategorie "hach wie schön die Illustrationen sind". Herr Tiger wird wild von Peter Brown ist ein Kinderbuch für Kinder ab drei Jahren, das eine Geschichte des Herrn Tigers erzählt. Herr Tiger ist unzufrieden mit seinem Umfeld. Alles ist gleich und angepasst. Er ist unzufrieden und gelangweilt und beschließt deshalb, aus dieser Umgebung auszubrechen. Nachdem aber die Mitbürger negativ darauf reagieren, geht er in die Wildnis. Doch dort fühlt er sich einsam und möchte wieder zurück. Als er zurückkehrt, merkt er, wie sich seine Umgebung verändert hat.

Die Geschichte lädt zum Nachdenken ein. Was ist Angepasstsein, welche gesellschaftliche Regeln sind sinnvoll und was macht Individualität mit unserem Umfeld? Aber weil Kinder wie Anton mit diesem Thema eigentlich noch nichts anfangen können, ist das Buch vom Inhalt eher was für die Vorleser oder für größere Kinder. Andererseits sind die Texte kurz, sodass sich auch kleine Kinder auf die Wörter und natürlich auch auf die Bilder konzentrieren können. Sie entdecken viele Tiere und Orte, können laut mit-roar-en und werden nach und nach den wundervollen Sinn dieses schönen Buches verstehen.