06.10.2016



Wo fange ich an - nach so einer langen Elternzeit-Pause?


PAUL ist am 18.08.2016 geboren. 


Nie hätte ich geglaubt, dass ich erleben darf, wie schön eine Geburt sein kann. Ich hatte unglaublich viel Glück und die Umstände waren so gut, dass ich eine wunderbare Geburt erleben durfte, an die ich ganz zufrieden und glücklich zurückblicken kann. Alles hat gepasst - mein Selbstvertrauen in den Körper, die gute Einstellung und Visualisierung, die Wunschklinik, die optimale körperliche Ausgangslage bei den ersten Wehen, eine Hebamme, die fast ausschließlich bei uns im Zimmer war, mein Freund, der für mich da war; es hat einfach alles gestimmt. Während Antons Geburt einer der krassesten Momente meines Lebens war, war Pauls Geburt tatsächlich einer der schönsten. Ich habe gejubelt und geweint und mir war in jedem einzelnen Moment bewusst, wie besonders diese Geburt doch war.

Und nun liegt dieses Ereignis schon einige Zeit hinter uns und der kleine Mann ist ein fester Bestandteil unserer Familie und überhaupt nicht wegzudenken! Wir haben das Glück, einen sehr entspannten Jungen zu haben, der die meiste Zeit über ganz zufrieden ist. Und ach, soo goldig ist er.

Anton ist ein toller großer Bruder. Wir hatten natürlich auch schon einige turbulente Tage, aber die hingen weniger mit der neuen Familiensituation zusammen, als vielmehr mit Antons neuer Betreuungssituation. Mittlerweile ist er nämlich ein Kindergartenkind und erlebt und lernt ganz viele neue Dinge!

Und wie es mir geht als Zweifachmama? Wirklich gut. Mit dem zweiten Kind hat sich die Liebe vervielfacht. Ich bin so unheimlich stolz auf meinen großen Sohn und so unendlich verliebt in den kleinen. Es ist eine tolle Erfahrung, noch ein zweites Kind in der Familie zu haben. Alle Anstrengungen und Sorgen, die man beim ersten Kind hatte, lohnen sich. Es wird nicht alles automatisch einfacher mit dem zweiten Kind, aber wir sind tatsächlich sehr viel entspannter. Natürlich hängt es auch von unserem ruhigen Baby ab, das (noch) sehr genügsam, ruhig und zufrieden ist. Ich habe das Gefühl, die Elternzeit sehr bewusst genießen zu können.

In wenigen Wochen beginnt der Ernst des Lebens, wenn mein Freund nach zwei Monaten Elternzeit wieder arbeiten gehen wird. Dann muss ich beide Buben und mich angezogen, gewaschen und ernährt bis 9 Uhr nach draußen befördern und den Nachmittag gemeinsam meistern. Ich bin sehr gespannt, wie das laufen wird. Auch eine Hausarbeit muss in den nächsten Wochen noch geschrieben werden. Aber bis dahin genieße ich unsere Familienzeit. Sehr. Wir hatten einen unglaublich schönen Sommer und einen ganz entspannten Spätsommer. Ich bin so dankbar für diese ruhigen, entschleunigten Familientage, die für uns genau so richtig waren.


Eine Reise mit une vie magnifique.

Seitdem ich blogge, hinterfrage ich in regelmäßigen Abständen, ob ich zufrieden bin mit dem, was ich tue und schreibe. Mit einigen kleineren Kurskorrekturen liebte ich une vie magnifique vom ersten Tag an und es verging kaum ein Tag, an dem ich nicht über Themen und Beiträge für das Blog nachdachte. Mit zunehmenden Alter von Anton merkte ich aber eins: mir fiel es immer schwerer, Antons Persönlichkeit und seinen Charakter in den Texten auszuklammern. Gleichzeitig wurde es mir aber immer wichtiger, dass ich seine Privatsphäre schütze.

Die zweite Schwangerschaft bot mir wieder viele Themen, die sich um meine Befindlichkeiten, meine Wünsche und meine Ideen drehten. Doch mit der Geburt von Paul ist für mich das Kapitel Schwangerschaft beendet. Vielen anderen Elternbloggern gelingt es sehr gut, wenig Persönliches/Privates (ja nachdem, wie man hier die Grenze ziehen möchte) in den Blog einfließen zu lassen. Sie schreiben über Produkte, über andere Eltern oder Erziehungskonzepte und streifen dabei nur ganz sacht über ihre eigenen Kinder. Andere Blogger sehen ihr Blog als Arbeit und sichern sich damit ihren Lebensunterhalt. Im Gegensatz zu vielen Bloggern fällt es mir sehr schwer, nicht auf die Entwicklungen in unserer Familie einzugehen. Denn das, was ich als Mutter erlebe, liefert mir den Stoff für die Blogbeiträge.

une vie magnifique bedeutet mir viel. Mutter zu werden ist eines der bedeutendsten Abschnitte meines Lebens. une vie magnifique hat mich dabei begleitet. Von der ersten Schwangerschaft bis zum Ende der zweiten Schwangerschaft. Ich konnte mich hier mit euch austauschen, meine Gedanken sortieren und Themen besprechen. Mich selbst hat es vorangebracht. Dadurch habe ich auch einige Möglichkeiten und Menschen, sogar Freunde kennengelernt, die ich ohne une vie magnifique nicht hätte. Aber heute ist meine Reise mit une vie magnifique zu Ende.

Mich macht es traurig und gleichzeitig weiß ich, dass es heute der richtige Schritt ist. So oft habe ich mich gefragt, ob ich wirklich aufhören kann. Lange habe ich mit mir gehadert. Ich werde sicherlich noch einige Monate im Kopf Sätze formulieren und dann feststellen, dass sie ja doch nicht veröffentlicht werden. So sehr werde ich das Blog und euch vermissen.

Ich bin euch sehr dankbar, dass ihr mitgelesen, kommentiert und mitgefiebert habt. Dankbar bin ich für die Frauen, die Teil dieses Blogs wurden, weil sie bei der Reihe CampusMum und Ask a friend mitgemacht haben. Vor allem bin ich dankbar für alle Frauen, die mir privat geschrieben haben.


Und weiter geht's!

Natürlich bleibe ich dennoch aktiv. Als Kind des medialen Zeitalters geht es einfach nicht ohne soziale Netzwerke. Ihr könnt gerne über Instagram [@betsisblog] Einblicke in unseren Alltag haben. Oder auf meinem Uralt-Blog betsi vorbeischauen. [Es ist mein persönliches Sammelsurium für alles, was mir in den letzten Jahren wichtig ist. Kunst, Literatur, Reisen, meine Monatsrückblicke, Gedanken. So viel und so wenig, wie ich es brauche. Ganz ohne Stress und Erwartungen.] Ich freue mich nach wie vor über Nachrichten und eure Geschichten.

Wie beendet man so einen Text?

une vie magnifique heißt so viel wie "ein wunderbares Leben". In einem Sommer in Paris, auf einem kleinen Sommerfest auf dem Buttes Chaumont sagte ein Franzose: 'Aah oui, la vie est magnifique.' Diese Aussage prägte sich ganz fest bei mir ein.

Das Leben ist wunderbar. Es ist großartig. Habt es gut.
Au revoir!

20.07.2016

Ask a friend: Bettis Antworten // Teil 2



Bei der Reihe ask a friend habe ich in den letzten Wochen jeden Mittwoch Fragen rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett gestellt und sechs Freundinnen antworteten uns darauf. Wer diese sechs tollen Frauen sind? Hier könnt ihr sie kennenlernen.

Zum Abschluss dieser Serie möchte ich selbst diese Fragen beantworten. Für mich war es in den letzten Wochen sehr spannend, wie meine Freundinnen ihre Schwangerschaft, die Geburt und das Wochenbett erlebt haben. Gerade in der zweiten Schwangerschaft, in die ich bereits eigene Erfahrungen einbringe, lese ich wenig im Netz, sondern verlasse mich noch ein wenig mehr auf mein eigenes Bauchgefühl und den Erzählungen meiner Freundinnen.

Hier geht es zum ersten Teil der Fragen und heute beantworte ich die zweite Hälfte.


Welche Erfahrungen hast du mit dem Stillen gemacht? 

Heute, mit dem Abstand von etwas mehr als 2,5 Jahren ist für mich unsere Stillgeschichte halb so wild. Aber die ersten Tage, viele Wochen, ja schon Monate waren nicht immer einfach für uns. 
Obwohl Anton noch im Kreißsaal auf meinem Bauch selbst zur Brust robbte und dort problemlos trank und obwohl ich in den darauffolgenden Tagen schon früh sehr viel Milch hatte, klappte das Stillen einfach nicht. Ich hatte in der Uniklinik eine großartige Unterstützung und es wurde alles dafür gegeben, dass ich es probierte und wir gemeinsam einen Weg fanden. 

Da Anton damals nicht in der Lage war, so zu saugen, dass er davon satt wurde, mussten schon in den ersten Tagen Stillhütchen und Milchpumpe mit Flasche herhalten. Wir machten viele Wiegeproben und erst allmählich fanden wir unseren Rhythmus. 

Ich habe mich oft gefragt, warum es nicht "einfach" klappt, Stillen sei doch das Natürlichste überhaupt, dachte ich. Und es lag sicher an einer Kombination von allen möglichen Dingen. Zu viel Milch, ein Kind, das nicht richtig saugen konnte, eine manchmal etwas zu verkrampfte Neu-Mama. Aber ich war froh, dass ich genug Milch hatte, dass Anton mit dem Wechsel von nackter Brust (wir versuchten es immer und immer wieder), Stillhütchen und Flasche keine Saugverwirrung bekam und dass ich ihm die Muttermilch in welcher Form auch immer geben konnte.

Erst nach fünf Monaten, als wir schon langsam mit der Beikost anfingen, konnte Anton auf einmal richtig saugen und trinken. Einfach so. 

Ich hatte lange das Gefühl, dass ich mich für unseren Weg rechtfertigen müsste. Bei allen schien das Stillen einwandfrei zu funktionieren. Ich begegnete vielen fragenden bis entsetzten Blicken, sogar einer Hebamme, die mich zwar ermutigen wollte, die Stillhütchen abzusetzen, aber mir mit ihrer Art nur ein schlechtes Gewissen machte. Da ich selbst nicht ganz zufrieden mit unserer Lösung war (man muss die Stillhütchen immer dabei haben, immer steril halten, noch mehr Gepäck, etc.), hätte ich damals mehr Mütter um mich herum gebraucht, die mir Mut machen. Erst viel später erfuhr ich von Frauen, die auch mit Stillhütchen stillten.

Einen echten Vorteil haben aber die Stillhütchen. Erst nach fünf Monaten erlebte ich diesen echt fiesen Schmerz, wenn ein Kind voller Kraft an der Brust saugt. Autsch.


Für das zweite Kind wünsche ich mir einen einfachen, nicht allzu schmerzhaften Start. Ich würde sehr gerne stillen und werde wieder einiges dafür tun, dass es gelingt. Sollte ich in der Klinik A entbinden, werde ich zumindest schon in einem stillfreundlichen Krankenhaus sein und auch unsere Nachsorgehebamme ist Stillberaterin. 

Hast du dich verändert, seitdem du Mutter bist?

Auf jeden Fall. Ich habe vor allem Eigenschaften "perfektioniert", die ich bereits hatte. Ich kann noch besser kurze Freiräume nutzen und darin arbeiten und kann noch besser Prioritäten setzen. Weil ich das einfach muss. Ob das immer so gut ist, sei mal dahingestellt. In vielen Situationen hilft es mir aber in meinem Alltag.

Und ich glaube, ich bin empathischer geworden, mich nehmen Bücher und Filme mehr mit, ich kann besser schlafen und nicht mehr allzu oft trauere ich meinen freien Stunden hinterher.



Gelernt habe ich, wie stark man als Mutter sein kann. Man steht für sein Kind ein und versucht alles möglich zu machen, damit es ihm gut geht. Dabei muss man manchmal über sich hinauswachsen und an seine Grenzen kommen.


Hier geht es zu den Antworten der sechs Freundinnen.



Die #instamumgang Community wächst und es scheint, als ob virtuell eine toller Zusammenhalt zwischen den Müttern herrscht. Im Alltag sieht das manchmal anders aus. Hast du schon einmal echt doofe, aber natürlich „nur gut gemeinte“ Ratschläge bekommen?
Und hast du für uns einen ehrlich gut gemeinten Rat, der dir selbst im Alltag mit Baby geholfen hat?

Bisher hatte ich das Glück, dass mich nur sehr selten böse Blicke treffen oder mir alte Damen ihre Meinung aufdrücken wollen. Ganz früh musste ich aber erleben, wie man mir weismachen wollte, dass ich als unruhige Mutter mein Kind unruhig mache. So was Doofes. Wir saßen in einem Café, Anton hatte einen schlechten Tag und ich wollte ihn natürlich beruhigen, hatte aber alles im Griff.
Aber solche Momente gab es in den letzten Jahren sehr, sehr selten.

Jede Familie muss einen eigenen, für sich richtigen Weg finden. Es gibt so vieles, was bei manchen Familien funktionieren kann und bei anderen nicht. Man muss selbst entscheiden, ob man ein Familienbett haben möchte, wie lange das Kind gestillt wird und ab wann es in seinem Zimmer schlafen soll. Es hilft sicherlich zu schauen, wie andere Familie Dinge handhaben und ob man sich da etwas abschauen möchte. Aber man sollte immer wieder auf die eigene Familiendynamik achten und das tun, was der Familie gut tut.

Und falls du gerade denkst, dass du für immer mit Kind an dein Sofa gefesselt bist und niemals wieder ein "normales" Leben führen wirst, dann kann ich dir Folgendes sagen: Irgendwann kommt alles zurück. Oder fast alles. Je nach Kind, Partner, Betreuungssituation und eigenem Charakter wirst du Stück für Stück wieder mehr Freiheiten bekommen. Du wirst aber auch lernen, was für dich selbst wichtig ist und was für die Familie wichtig ist. Du wirst lernen, die Prioritäten neu zu setzen. Manchmal musst du zurückstecken und manchmal bekommst du Freiheiten, die dich total begeistern. Alles wird gut. :) 

Hier geht es zu den Antworten der sechs Freundinnen.


Was ist das Schönste am Mama-Sein?

Diese grenzenlose Liebe. Die ist unglaublich. Natürlich ist sie manchmal genervt und hat ihre Tiefen, aber sie hört einfach nicht auf. Wie das funktioniert? Keine Ahnung.

Mich fasziniert immer wieder, wenn Anton etwas Neues gelernt hat, wenn er mich mit seinen großen, wunderschönen Augen anschaut und mir sagt, dass er mich lieb hat, wenn ich merke, dass er nach 1000 Mal "hebst du das bitte auf?" die Sachen wirklich von sich aus aufhebt und dass er mir jeden Tag Blumen pflücken möchte. 

Ein ausgeschlafener Anton, der mir schon morgens das Ohr abquasselt.

Und ein kleiner Mann, der sich auf seinen Bruder freut.

Hier geht es zu den Antworten der sechs Freundinnen.


18.07.2016

Das dritte Trimester: kleine Wehwehchen, Hilfsmittel und Gelüste



Ich habe euch schon im ersten sowie im zweiten Trimester erzählt, welche Wehwehchen mich plagten, welche Hilfsmittel mir halfen und welchen Gelüsten ich fröhnen musste. Jetzt bin ich am Ende der Schwangerschaft, im letzten Trimester und möchte euch erzählen, was sich verändert hat und aktuell ist. 


Die kleinen Wehwehchen und ein paar Hilfsmittel dagegen

In der ersten Hälfte des dritten Trimesters ging es mir im Großen und Ganzen sehr gut. Aber vor allem in der zweiten Hälfte hatte ich mit vielen kleinen Wehwehchen zu kämpfen.

Ich bin eigentlich ziemlich fit, an vielen Tagen geht es mir einfach nur gut, ich kann mich hin und her bewegen, Kleinigkeiten vom Boden heben, den Haushalt machen, mit Anton toben und tanzen.

Aber an Tagen, an denen es viel zu heiß war oder ich viel gelaufen bin, merke ich es erst am Abend, wie platt ich doch bin. Ich muss dann meine Füße hochlegen und mache am liebsten gar nichts.

Mein Eisenwert war bei einer Vorsorgeuntersuchung zu niedrig und so muss ich seitdem Eisentabletten einnehmen. Jeder, der schon einmal Eisentabletten zu sich nehmen musste, kann wahrscheinlich ein Lied davon singen, wie unangenehm es ist. Da jedoch meine Eisenwerte nach der Aufnahme wieder auf einen normalen Wert gestiegen sind, nehme ich die Tabletten natürlich weiterhin ein.

Fast jeden Tag habe ich Wehen und ich finde es ganz spannend, dass ich nun die Anzeichen für den Endspurt so stark fühle. Die Übungswehen waren einfach nur da, vor allem, wenn ich mich überanstrengt habe. Die Senkwehen aber sind teilweise sehr schmerzhaft. Manchmal muss ich stehen bleiben oder wache sogar davon auf.

Anfangs habe ich noch Magnesium Tabletten eingenommen. Weil es mir aber ehrlich gesagt zu stressig ist, die Einnahme immer mit der Einnahme der Eisentabletten abzustimmen

An manchen Abenden habe ich Sodbrennen.
Dagegen tue ich nichts, weil das meistens nicht lange anhält.

Bei gutem, scharfem Essen rebelliert der kleine Mann doch ganz schön stark. Es tut zwar nicht weh, aber das Rumpeln ist doch sehr stark.

Ich merke, wie stark er im Becken ist. Manchmal fällt das Laufen schwer, weil er so drückt.


Allmählich wird es schwierig, die Schuhe oder die Leggins anzuziehen. Der große Bauch ist dann doch immer störend im Weg und das Bücken wird schwieriger. Andererseits klappt es mit der Pediküre doch noch irgendwie. 

Ich habe keine Kurzatmigkeit, keine Übelkeit, der Druck auf die Blase ist zwar stärker als im Normalfall, aber lange nicht so schlimm wie bei Anton, ich habe trotz riesigem Bauch (noch) keine Schwangerschaftsstreifen, keine Wassereinlagerungen und auch nachts kann ich fast immer gut schlafen. (Das ändert sich leider seit ein paar Tagen.)



Schwangerschaftsgelüste

Ähnlich wie in den ersten Monaten esse ich das, was ich sowieso schon gerne esse, nun liebend gerne. Im Gesamten habe ich aber den Eindruck, dass ich mich etwas gesunder ernähre als bei der ersten Schwangerschaft. Was wirklich gut ist!

Fehlen dürfen aber dennoch nicht die Cini Minis, die Teilchen vom Bäcker und Paninis.

Ich esse gleichzeitig unglaublich viel Obst. Die Erdbeerzeit wurde von den besten Sommerfrüchten abgelöst.

Ganz neu ist für mich, dass ich Lust auf Kokos-Schoko-Riegel habe. Die leckeren von Alnatura. Könnte ich jeden Tag essen, kaufe sie aber bewusst nur selten.



Entspannung und Gelassenheit

Mir ist in dieser Schwangerschaft sehr bewusst geworden, wie wichtig Entspannung und Gelassenheit sind. Nachdem ich um die 20. SSW so starke Übungswehen hatte und manchmal auch Probleme hatte zu laufen, musste ich einen Gang runterschalten. 

Wenn ich tagsüber schon viel unterwegs bin oder viele Veranstaltungen in der Uni habe, dann versuche ich, mich mit Anton erstmal hinzulegen und was Ruhiges zu machen, wenn wir nach Hause kommen. Er ist dadurch eine echte Kuschelmaus geworden und fragt nun häufig von sich aus, ob wir es uns nicht gemütlich machen wollen. :-)

Ich vereinbare auch viel seltener Treffen und habe einfach nicht mehr so einen vollen Kalender. Auf manche Strecken verzichte ich, verlege die Aktivitäten zu uns und bemühe mich, meine Energie gut aufzuteilen. 

Ich bin mir sicher, dass es so wichtig ist, auf seinen Körper zu hören und das Leben zu entschleunigen. 



Wie geht es euch Schwangeren zur Zeit? Welche kleinen und großen Wehwehchen plagen euch? Was hilft euch dagegen? Und auf was habt ihr gerade besonders viel Hunger?

15.07.2016

Geschenkideen für Schwangere und für (Neu-)Mütter



Nachdem ich euch schon in den letzten Wochen gezeigt habe, was man frischgeschlüpften Neugeborenen (bzw. ihren Eltern zur Geburt) schenken kann (Kleidung // Spielzeug und Ausstattung) und was uns noch in unserem Haushalt fehlt, habe ich heute einige Ideen für alle, die noch ein Geschenk für eine schwangere Freundin oder frischgebackene Mama suchen. Auch dieses Mal schließe ich meine eigenen Wünsche mit ein. Und da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. :)


Entspannung und Wohlbefinden

Beginnen wir mal in der Schwangerschaft: So viel verändert sich und vor allem rückt der eigene Körper verstärkt in den Fokus. Die wachsende Kugel und die vielleicht juckende Haut können nun eine Extraportion Pflege gebrauchen. Dafür liebe ich hochwertige Öle. Ich habe bereits vor einigen Monaten meine Lieblinge dieser Schwangerschaft vorgestellt. Allmählich leeren sich die Flaschen. Gut ist aber, dass man die Öle auch noch nach der Schwangerschaft nutzen kann. Ich habe also nie etwas gegen ein neues Öl.

Wie viele andere Schwangere leide ich abends manchmal unter unruhigen Beinen. Das tritt mal mehr und mal weniger auf. Keine Magnesiumdosis half so gut wie Wechselduschen, ohne die ich abends nicht mehr einschlafen kann. Selbst wenn die Beine man nicht restless sind und mir dann im Bett einfällt, dass ich vergessen habe, die Beine abzubrausen, muss ich nochmal raus. Linderung sollen aber diese Helferlein bringen: Das Bein- und Venenspray von Susanne Kaufmann soll müde Füße erfrischen und munter machen und auch die Fuß- und Beincrème von Burt's Bees wurde mir empfohlen.

Ach, es gibt so viele Schön- und Entspannungsmacher, die man doch so gut verschenken könnte. Badeessenzen, die Lieblingscrème, eine Beauty Bag von Mi-Pac, die sich perfekt für den Klinikaufenthalt eignet. Oder ein Travel Kit, das gleich in den ersten Tagen ausprobiert werden kann.

Ich selbst verschenke nicht so gerne Gutscheine, aber eigentlich mag ich es sehr, welche zu bekommen. Zum Beispiel für eine Pediküre oder auch eine Maniküre. Oder eine Schwangerschaftsmassage. Eine Massage, die sich speziell an Schwangere richtet (also ohne auf dem Bauch liegen und ohne ätherische Öle), gibt es leider nicht in jeder Stadt. So ein bisschen Erholung in der Schwangerschaft tut doch jeder Frau gut! Und ganz heimlich träume ich ja von einem Babymoon-Aufenthalt im Hotel Post Bezau & Susanne Kaufmann Spa in Österreich. Hier gibt es Treatments für werdende Mütter und die wunderschöne Umgebung hat sicher einen großen Einfluss auf die Entspannung.


Lesestoff und Inspiration

Um ehrlich zu sein hatte ich in den ersten Wochen mit Anton überhaupt keine Möglichkeit, ein Buch aufzuschlagen und mich auf die (wegen meiner Müdigkeit verschwommenen) Zeichen zu lesen. Und ich kann auch gar nicht einschätzen, was mich erwartet, wenn ich dieses Mal mit einem Kindergartenkind einen viel mehr durchgetakteten Tag haben werde. Aber in meiner Vorstellung gibt es zwischen Wäsche waschen, schlafen und Kinder bespaßen ein wenig Zeit zum Lesen.

Schon vor drei Jahren fand ich die Idee von Zeitschriften während des Stillens sehr gut. Durch die kurzen Texte und vielen Bilder kann man auch in nur kurzen Zeitabschnitten vorankommen. Das kleine Format der Brigitte Mom finde ich ansprechend. Aber es gibt natürlich auch viele Zeitschriften, die sich nicht hauptsächlich mit dem Elternsein beschäftigen müssen. Vielleicht verschenkt man einfach seine eigene Lieblingszeitschrift?

Und ich möchte so gerne wieder mehr Bücher lesen. Mir fehlt es sehr, denn die meisten Bücher, die ich lese, sind Sachbücher oder Kataloge für die Uni. Das sind zwar spannende Texte, doch fällt dabei natürlich der Aspekt der Entspannung flach. Vielleicht gelingt es mir ja tatsächlich bei der zweiten Elternzeit etwas seltener den Laptop aufzuschlagen, sondern eher ein Buch zur Hand zu nehmen.

Schon lange steht Vom Ende der Einsamkeit von Benedict Wells auf meiner Wunschliste. Ich habe so viel Gutes darüber gelesen und hatte es schon mehrere Male in der Hand.

Der Mama Style Guide wurde in den letzten Monaten ziemlich stark in der Blogger- und Instagramwelt gehypt und ich frage mich natürlich, ob das Buch wirklich so gut ist oder eben nur so scheint, ob man nicht genau diese Frauen schon hundert Mal irgendwo gesehen hat und ob man wirklich inspiriert wird.

Vielleicht ist ja auch Das Mama-Kochbuch ganz interessant.


Die kleinen Extras

Die wunderschönen Armbänder von Punkt Strich schmachte ich schon lange an. Die als Morsezeichen getarnten Botschaften, zum Beispiel mit dem Namen des Kindes (oder Paris geht immer),

Es gibt einige Gründe, warum ich dieses Mal keine Babyshower für den Mini haben werde. Irgendwann nach wöchentlichem Hin und Her entschied ich mich einfach dagegen. Ein Grund war, dass ich dann vor und nach der Babyshower die Wohnung hätte aufräumen und putzen müssen. Mehr als für eine gewisse Grundordnung und -sauberkeit reicht meine Kraft momentan einfach nicht aus. Und wie oft habe ich mir schon in den letzten Wochen eine Haushaltshilfe oder Putzdame gewünscht, die gegen ein ordentliches Entgelt diese Arbeit für mich übernimmt. Wirklich, das wäre so eine Erleichterung. Egal ob in der Schwangerschaft oder im Wochenbett.

Nachdem ich nach jahrelangem Zweifeln doch tatsächlich auf den Zug aufgesprungen bin und mir ein Paar Sneaker besorgt habe - und damit "fliege" - bin ich wirklich am überlegen, ob es nicht sinnvoll ist, sich ein Rucksack zuzulegen. Viele Mütter, vor allem Tragemütter, sind total davon überzeugt, wohingegen ich noch immer Restzweifel habe. Vor allem wenn ich mit dem Kinderwagen unterwegs bin, liebe ich es, dass ich einfach kein zusätzliches Gewicht mit mir tragen muss. Sollte das Baby aber ein Tragebaby werden, dann verstehe ich den Sinn von Rucksäcken durchaus. Mir gefallen immer noch die klassischen Fjällräven Kanken Rucksäcke (in graphite oder navy) sehr gut.

So als echtes Extra, weil man es einfach nicht braucht, aber dennoch so schön ist, sind die The Laundress Produkte echte Schätze. Für mich persönlich ist ja das Wool & Cashmere Waschmittel ganz wunderbar, aber gerade auch für Babykleidung das Delicate Waschmittel super geeignet.

Eine ganz tolle Hülle für den Mutterpass oder den Kinderpass ist diese Variante von April Showers. Ich habe mir dieses Mal einfach selbst eine Hülle mit einem Aquarellpapier und schönen Farbübergängen gebastelt. Viele genähte Varianten gefallen mir nicht, weil sie so beliebig aussehen. Aber diese ist ganz schlicht und hübsch.


Habt ihr noch Ideen, was man Schwangeren oder frischen Müttern schenken könnt? Was verschenkt ihr am liebsten oder worüber habt ihr euch sehr gefreut?

Übrigens habe ich in beiden Schwangerschaften immer mal wieder kleine Präsente von Freundinnen bekommen und ich denke immer noch an jedes einzelne. Es ist einfach etwas sehr Besonderes, wenn man als Schwangere so eine Art von Aufmerksamkeit bekommt, die Schwangerschaft ist nicht nur für einen selbst und für die Familie wichtig, sondern auch noch für die Mitmenschen.

Wer noch mehr Geschenkideen für (Neu-)Mamas sucht, wird vielleicht in dieser Rubrik fündig.

13.07.2016

Ask a friend: Bettis Antworten // Teil 1

Bei der Reihe ask a friend habe ich in den letzten Wochen jeden Mittwoch Fragen rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett gestellt und sechs Freundinnen antworteten uns darauf. Wer diese sechs tollen Frauen sind? Hier könnt ihr sie kennenlernen.

Zum Abschluss dieser Serie möchte ich selbst diese Fragen beantworten. Für mich war es in den letzten Wochen sehr spannend, wie meine Freundinnen ihre Schwangerschaft, die Geburt und das Wochenbett erlebt haben. Gerade in der zweiten Schwangerschaft, in die ich bereits eigene Erfahrungen einbringe, lese ich wenig im Netz, sondern verlasse mich noch ein wenig mehr auf mein eigenes Bauchgefühl und den Erzählungen meiner Freundinnen.


Hattest du in der Schwangerschaft Beschwerden und was hat dir dagegen geholfen?

Ohja, ich hatte Einiges! Ich würde beide Schwangerschaften als komplikationsfrei und gut bezeichnen, doch wenn ich ehrlich bin, gab es doch so viele Wehwehchen, die immer wieder auftraten, die mir manchmal auch viel Kraft abverlangten, die aber im Gesamten gesehen nicht wirklich schlimm waren.

Bei Anton zum Beispiel waren meine Fußschmerzen sehr ärgerlich. Ich bekam Plattfüße, weil das zusätzliche Gewicht auf die Füße drückte und ich nur noch humpeln konnte. Was mir dagegen geholfen hat? Schonen, Füße hochlegen, Einlegesohlen vom Sanitätshaus und nur noch Schuhe mit ordentlichem Fußbett. Seit diesen Wochen habe ich keinerlei Beschwerden mehr. Auch in dieser Schwangerschaft gibt es dieses Problem nicht. Ein Glück.

Zu den Beschwerden in der aktuellen Schwangerschaft habe ich hier und hier schon etwas geschrieben. Auch den aktuellen Wehwehchen widme ich bald einen eigenen Post.

Welche fünf Anschaffungen für das Kind findest du sinnvoll?

Die Babywippe haben wir schon sehr früh genutzt. Gerade wenn ich duschen wollte oder irgendetwas im Haushalt machte, konnte Anton sicher liegen und alles beobachten, anfangs schlief er darin auch noch häufig.
Unser Kinderwagen ist Gold wert. Es gibt zwar auch einige Kinder, die lieber nur getragen werden möchten und ganz ungern im Kinderwagen liegen, aber Anton war schon immer ein Kinderwagenkind. Und dieser war nicht nur eine Babybeförderungsmaschine, sondern gleichzeitig auch Transportsystem für jeden Einkauf.
Auch der Tripp Trapp mit dem Babyaufsatz war eine tolle Investition. Anton konnte so immer bei uns dabeisitzen, wenn wir am Tisch aßen. Auch der Tripp Trapp ohne Aufsatz wird immer noch genutzt.
Spucktücher konnten wir nie genug haben und haben sie für alles Mögliche genutzt, als
Bei uns war die elektrische Milchpumpe auch sehr sinnvoll. Anton hatte keine Saugverwirrungen mit Flaschen, Schnuller und Brust und die abgepumpte Milch verschaffte mir schon früh erste Freiheiten und dem Papa die Möglichkeit, auch das Baby zu füttern.
Hast du eine Betreuung durch eine Hebamme in Anspruch genommen? Welche Erfahrungen hast du mir ihr gemacht?

In der ersten Schwangerschaft stand ich zunächst ein wenig ratlos da. Wie findet man denn überhaupt eine Hebamme? Weil ich bis dahin keine Mutter in Mainz kannte und somit auf keine Empfehlungen zurückgreifen konnte, googelte ich nach Hebammenpraxen und schaute, welche mir am sympathischsten war. Vor drei Jahren hatte ich Glück, dass die Hebammen noch mehr freie Kapazitäten hatten und so wurde ich einer Hebamme zugewiesen, die ich dann einige Wochen später im Geburtsvorbereitungskurs kennenlernen konnte. Auch wenn ich ihr ihre Kompetenzen überhaupt nicht absprechen kann und eine Freundin mit ihrer Betreuung sehr zufrieden war, war ich leider mit der Nachsorge nicht ganz glücklich. Sie hat auf jeden Fall ihren Job gemacht, aber irgendwie scheint es mir, dass wir nicht ganz kompatibel waren. Mit einer außerordentlich tollen Hebamme im Rückbildungskurs hatte ich das entsprechende Pendant gefunden und wusste, dass es tatsächlich harmonieren kann. In einer Phase, in der Anton sehr schlecht trank, half sie mir unglaublich gut weiter.

Im Krankenhaus lernte ich während der Geburt drei Hebammen kennen. An die erste kann ich mich kaum noch erinnern. An die zweite umso mehr. Sie war eine ziemlich harsche Person, die wenig mitfühlend mit meiner harten Nacht und meinen Schmerzen war. In einer Phase, in der ich nicht verstand, was mit mir und der Geburt geschah, hat sich mich weder aufgebaut noch unterstützt noch irgendetwas erklärt. Doch dann kam die dritte Hebamme und alles änderte sich. In kürzester Zeit öffnete sich der Muttermund und ich bekam Presswehen. Ihre Unterstützung feuerte uns an und ich hätte mir keine bessere Hebamme vorstellen können. In der entscheidenden Phase hatte ich also Glück.

Nun, in der zweiten Schwangerschaft, habe ich genauere Vorstellungen davon, was ich möchte und habe deshalb die Möglichkeit, auch aktiv etwas dafür zu tun. So habe ich bereits in der 7. SSW eine Hebamme angerufen, um sie für die Nachsorge zu "buchen". Von meiner damaligen Hebamme im Rückbildungskurs, die mittlerweile nicht mehr in Mainz wohnt, bekam ich den Tipp. Und glücklicherweise war ich so schnell dran, denn ich konnte den letzten Betreuungsplatz für August ergattern.

Diese Hebamme ist bisher ein wirklicher Segen. Wir hatten eine gute Kommunikation und sie besuchte uns für ein Vorabgespräch. Hier konnten wir uns kennenlernen und ich merkte schnell, dass die Chemie stimmt und ich ihr vertraue. Bei diesem Treffen wurden auch alle Formalia geklärt, was ich persönlich sehr sinnvoll finde. Auch beantwortete sie mir hier schon einige Fragen, die sich bis dahin angesammelt hatten. Nächste Woche werden wir uns wieder sehen, um den aktuellen Stand und neue Fragen zu besprechen. Ich finde diese Idee ganz wunderbar. Und spätestens, wenn der Minimann dann da ist, kommt sie dann regelmäßig zu uns.

Meine Tipps für die Hebammensuche:
- Rechtzeitig um eine Nachsorgenbetreuung kümmern.
- Wenn möglich, auf Empfehlungen zurückgreifen.
- Auf jeden Fall vorab ein Treffen vereinbaren.

Kommen wir zum Thema Geburt. Manche Frauen freuen sich auf dieses Ereignis und empfinden es als den schönsten Tag ihres Lebens, andere widerum haben Respekt, vielleicht sogar Angst vor diesem Moment. Leider erleben manche Frauen die Geburt auch als sehr traumatisch. 
Hattest du Vorstellungen, wie die Geburt ablaufen könnte/sollte, hattest du vielleicht sogar einen „Geburtsplan“? Was hast du von der ersten Geburt mitgenommen, was du beim zweiten Kind anders oder gleich machen möchtest, sofern das möglich ist? Nach welchen Kriterien hast du dich für den Geburtsort entschieden? 

Wie hast du die Zeit des Wochenbetts erlebt? Hast du einen Ratschlag für uns, wie die erste Zeit mit dem Kind besonders schön wird?

Ich habe bereits vor zwei Jahren über das Wochenbett geschrieben: Die erste Zeit mit Baby - das Wochenbett.

Wenn es uns gut gehen wird, werde ich das zweite Wochenbett sehr ähnlich halten. Die Familie darf den kleinen Mann als erstes kennenlernen und die Freunde dann nach und nach, je nachdem, wie wir uns fühlen und Lust darauf haben. Ich freue mich sehr darauf, wie Anton auf den kleinen Bruder reagieren wird und ob wir die Möglichkeit haben, viel gemeinsam zu kuscheln. Spannend wird auch die Eingewöhnung von Anton im Kindergarten, die nur zwei Wochen nach ET starten wird.

Anders als beim letzten Mal wird sein, dass der Papa Elternzeit haben wird. In meiner Vorstellung genießen wir noch gemeinsam den Sommer, gehen vormittags auf den Markt und kuscheln mit den Jungs. Aber ach, das wird sich alles zeigen.

Da wir den Koch schon zu Hause haben werden, koche ich nicht oder nicht viel vor, sondern fülle die Kühltruhe nur mit Fertigkuchen und -teilchen, die ich dann bei Bedarf auspacken kann.

Hier geht es zu den Antworten der sechs Freundinnen.


Nächsten Mittwoch beantworte ich auch die letzten Fragen.

07.07.2016

Ask a friend: Was ist das Schönste am Mama-Sein?



Bei der Reihe ask a friend stelle ich jeden Mittwoch Fragen rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett und sechs Freundinnen antworten uns darauf. Wer diese sechs tollen Frauen sind? Hier könnt ihr sie kennenlernen.

Nachdem ich letzte Woche gefragt habe, welcher ehrlich gut gemeinter Rat im Alltag mit Baby geholfen hat, stelle ich heute die achte und damit letzte Frage:

Was ist das Schönste am Mama-Sein?


"Das Lächeln meines Sohnes, ich habe nie etwas Schöneres gesehen. Auch sein grenzenloses Vertrauen zu genießen und zu sehen, dass er sich bei mir wohl fühlt und geborgen fühlt, ist das Größte." 



"Frieda zeigt mir was wirklich wichtig ist im Leben: meine kleine Familie. Das Leben hat für mich einen ganz neuen Sinn bekommen. Ich bin jetzt für einen kleinen Menschen verantwortlich und darf ihn durchs Leben begleiten. Sie bringt mich jeden Tag zum Lachen, auch wenn es mir mal nicht so gut geht. Ich liebe es, die Welt durch ihre Augen neu zu entdecken, die vielen kleinen Dinge, die ich sonst gar nicht mehr wahrnehmen würde. Und manchmal kann ich kaum glauben, dass ich einen Menschen so sehr lieben kann, und jeden Tag noch ein bisschen mehr." 


"Hach, das ist nicht so einfach zu beantworten. Da ist plötzlich jemand, der dir vielleicht ein bisschen ähnelt, oder der ganz anders ist als du, und diese kleine Person liebst du mehr, als du es dir jemals hättest vorstellen können. Einfach so. Von Anfang an. Das ist schon ziemlich überwältigend.
Ich finde es auch so unglaublich schön, dass, egal wie stressig ein Tag war, ich am Abend immer mit positiven Gedanken an mein Kind denke, mir Fotos auf dem Telefon anschaue, ihn schlafend beobachte... Sie geben einem, ohne wirklich viel zu tun, einfach so viel zurück. Das ist schön. Und für mich persönlich ist es wundervoll, eine eigene Familie zu haben, nachdem ich jahrelang nicht so recht wusste, wo mein Platz in meiner Familie ist."


"Das ist ganz schwierig zu erklären. An manchen Tagen ist man so erschöpft und genervt, da will man sich nur hinlegen und die Decke über den Kopf ziehen. Also mir geht das so. Und dann sind da die Tage, an denen du siehst, wie dein Kind wächst und sich entwickelt. Wie es auf dich reagiert und immer mehr am Leben aktiv teilnimmt. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl, denn plötzlich ist echt alles egal, du fühlst dich vollkommen und unglaublich glücklich. Das ist meine bisherige Erfahrung, dieses Gefühl wird mit Sicherheit mit jedem Jahr, welches das Kind wächst, ein wenig anders. Genauso wie die Herausforderungen, die das Mama-Sein mit sich bringen."


"Das erste Lächeln, die ersten Worte, die ersten Schritte. Oder einfach das Wissen, dass da jemand ist der dich braucht." 


"Das ist so vieles. Das grenzenlose Vertrauen, die Liebe und Wärme, die lustigen Situationen, in die man mit Kind kommt, die Selbstständigkeit, ...

Mir hat vor kurzem jemand gesagt: „Wenn man Tilo sprechen hört, könnte man meinen, du sprichst!“ Der Satz war nicht einmal als Kompliment gemeint, doch mich hat er grenzenlos stolz gemacht. Man gibt etwas weiter an die nächste Generation und hinterlässt so doch einen wunderschönen Fußabdruck auf der Erde, das ist doch etwas Großartiges, oder nicht?" 


Auf jeden Fall! Wir können wirklich stolz auf unsere Kinder sein, die so viel lernen und richtig schnell großwerden. Und natürlich können wir mehr als zufrieden sein mit dem, was wir als Mütter und Eltern leisten. Die Verantwortung, die hin und wieder auch als Belastung empfunden werden kann, ist eines der größten Geschenke des Lebens. Dadurch entstehen so viele Momente, die das Mama-Sein schön machen.

Ihr Lieben, ich bin euch von Herzen dankbar, dass ihr uns nun Woche für Woche mit euren Antworten versorgt habt. Es ist so spannend zu sehen, wie unterschiedlich jede das Mama-Sein wahrnimmt und angeht, wie wunderbar es jede Frau aber genau für ihre Familie richtig macht. Vielen Dank für das Teilen eurer Erlebnisse und eurer Ratschläge. 

Nächste Woche werde ich die Ask a friend Reihe mit eigenen Antworten abschließen. 

05.07.2016

Das dritte Trimester: Gedanken zur Geburt und ein Buchtipp: Das Geburtsbuch von Nora Imlau


Während ich diesen Artikel beende, bin ich auf dem Weg in die Klinik, in der ich gleich ein Anmeldegespräch führen werde. Es ist ein unglaubliches Gefühl, wenn der Moment endlich gekommen ist - die Geburt rückt gedanklich und zeitlich deutlich näher und dieser Termin zeigt mir eindeutig, dass wir auf der Zielgeraden sind.

In dieser Schwangerschaft habe ich mich vor allem im zweiten Trimester sehr mit der Geburt als solches beschäftigt. Im April und Mai sind ein paar Babys in meinem Freundeskreis geboren (jeweils die zweiten Kinder) und leider waren nicht alle Geburten so schnell und einfach, wie es häufig bei Zweitgebärenden geschieht und auch suggeriert wird. Obwohl für mich zu diesem Zeitpunkt die Geburt noch in weiter Ferne lag, konnte ich nicht anders, als mich damit auseinanderzusetzen. Wie würde ich handeln, wenn wir in die Situation kämen, einen Not- oder ungeplanten Kaiserschnitt haben zu müssen; was, wenn sich der Kleine nicht rechtzeitig drehen würde? Und in welche Klinik möchte ich denn dieses Mal? Habe ich Angst vor der Geburt oder bloß Respekt? Es eröffneten sich auf einmal so viele Fragen und es tat mir gut, dass ich die Zeit hatte, darüber nachzudenken.

Monate später, den Unistress hinter mich gelassen und mit einem mehr als doppelt so großen Bauch befinde ich mich nun in den letzten Wochen der Schwangerschaft und bin bezüglich der Geburtsfragen einige Schritte weiter gekommen. Und vor allem ruhig geworden - so weit mein Status heute. :-)



Sich mit der Geburt auseinandersetzen

In der Auseinandersetzung mit der Geburt haben mir die Gespräche mit meinen Freundinnen sehr geholfen. Es gibt aber auch ein Buch, dass einen entscheidenden Einfluss auf mich hatte. Ich bin immer sehr skeptisch, wenn es um Bücher geht, die die Geburt thematisieren. Zu groß ist wohl meine Abneigung gegen die Glorifizierung der "Natürlichkeit". Wenn man gerade aufgrund von medizinischen Möglichkeiten einen Jungen gesund auf die Welt bringen konnte, dann hält man die Medizin eher für ein großes Glück statt einen Feind, der in den natürlichen Geburtsprozess eingreift.

Das Geburtsbuch von Nora Imlau ist jedoch anders. Es macht Mut, gibt Anstöße, klärt auf und vor allem stärkt es das Bewusstsein, was für ein wundervolles Ereignis eine Geburt ist.

Manch eine fragt sich vielleicht, ob es bei einer zweiten Schwangerschaft denn wirklich sinnvoll ist, noch einmal so viel zu lesen. Ich kann dies für mich ganz klar beantworten: Ja, auf jeden Fall! Jeder Geburtsbericht und vor allem dieses Buch haben mich ein Stückchen näher zu dem Verständnis gebracht, welches Wunder so ein Baby eigentlich ist. Man vergisst nämlich viel zu schnell... Ich konnte mich aber nicht nur mithilfe des Geburtsbuches auf die zweite Geburt und die Anmeldegespräche in den Kliniken vorbereiten, ich konnte die erste Geburt auch nach mehr als zwei Jahren verarbeiten.

Das Spannende ist ja, dass ich ziemlich schnell glaubte, dass die Geburt doch super lief und ich ganz zufrieden sein dürfe. Aber dennoch hatte ich lange manche Momente im Kreißsaal nicht verstanden und fragte mich lange, ob es damals nicht anders hätte laufen können. Ich hatte meinen Frieden mit Antons Geburt und dennoch, so richtig losgelassen habe ich erst jetzt. Dabei ist während der Geburt gar nichts Traumatisches passiert. Es war jedoch so ein wichtiges und lebensveränderndes Ereignis, dass es ruhig auch etwas Zeit brauchen darf, bis man alle oder zumindest die meisten Details verstanden hat.


Das Geburtsbuch von Nora Imlau

Ich komme aber noch einmal auf Das Geburtsbuch von Nora Imlau zurück. Mir gefällt es sehr, mit welchem Blick die Geburt als Ereignis betrachtet wird. Es wird en detail beschrieben, wie im Normalfall eine Spontangeburt und wie ein Kaiserschnitt abläuft. Es folgen die unterschiedlichen Arten der Geburtsorte, für die man sich entscheiden kann. Auch die verschiedenen Geburtshelfer, ihre Prägung durch die Ausbildung sowie die Unterschiede werden verdeutlicht. Später werden dann alle Möglichkeiten für eine Geburt durchgespielt: Von der Alleingeburt über die Hausgeburt, von der natürlichen Geburt in der Klinik über den un/geplanten Kaiserschnitt bis zum Wunschkaiserschnitt. Auch besondere Formen von Geburt werden thematisiert. Hier kommen auch sehr traurige Abschnitte wie die stille Geburt zur Sprache. Im letzten Kapitel dreht es sich vor allem um alles, was nach der Geburt wichtig ist: die Gefühle, der Körper und was man macht, wenn die Geburt nicht so gelaufen ist, wie man es sich gewünscht hat.

Obwohl ich mich als aufgeklärte Schwangere halte, gab es doch immer wieder Aha-Momente. Und meistens einfach Anstöße, wie wir es dieses Mal vielleicht besser machen können, welche Techniken ich im Kreißsaal eventuell anwenden kann oder was ich noch nicht bedacht habe. Na klar, man kann auch ohne Vorbereitung in eine Geburt gehen und sie kann wunderschön werden, aber mir gibt es sehr viel Ruhe, dass ich alle möglichen Situationen einmal bedacht habe und mich nun, offen für alles, darauf einlassen kann.


Stichworte aus dem Buch

Ich möchte euch ein bisschen Input mitgeben, was mir besonders hängen geblieben ist.


Mir gefällt auch das Unterkapitel zum ungeplanten Kaiserschnitt, in dem sie erklärt, warum die Wehen trotzdem nicht umsonst waren.

Imlau schreibt auch sehr schön darüber, dass das Kind selbst auch mitschiebt, dass die Geburt also gemeinsam erlebt und geschafft wird. Dass man somit nicht alleine gebären muss, sondern dass es Teamarbeit ist.

In ihren Tipps zur Wehenverarbeitung schreibt sie, dass man in den Schmerz atmen soll, dass man die Luft an genau diese schmerzende Stelle schieben sollte. An sich geht das natürlich nicht, aber alle, die schon einmal Yoga gemacht haben, verstehen, dass man durch die Konzentration eine Wirkung bekommt. Auch spricht sie von der Macht der Bilder. Die Vorstellung einer sich öffnenden Blume passt sehr gut zu dem sich öffnenden Muttermund. Ich möchte dieses Bild sehr gerne mal ausprobieren und schauen, ob ich dadurch motivierter bin.

Ein wichtiges Unterkapitel für mich war "Jede Geburt hat ihre Klippen" (S. 43 f.) Hier stehen Aussagen, die wohl jede Schwangere unter der Geburt erlebt hat. "Ich kann nicht lockerlassen, ich fühle mich nicht selbstbestimmt, wie soll ich noch stundenlang diese Wehen aushalten?" Und Imlau gibt tolle Antworten darauf, die Mut machen und die vielleicht auch diesen Zustand erklären. Nach diesem Kapitel habe ich zum Beispiel für mich feststellen können, dass ich bei einem ähnlichen Geburtsverlauf wie bei Anton wohl schon deutlich früher leichte Schmerzmittel nehmen möchte, damit ich für die eigentlichen, geburtswirksamen Wehen fit genug bin und nicht bereits völlig erschöpft weitermachen muss.

Für mich persönlich war der Gedanke der tiefenentspannten Geburt sehr interessant. Obwohl ich das unter anderen Umständen (haha Wortspiel) schnell als zu esoterisch abstempeln würde, hat mich dieses Kapitel sehr berührt. Auch wenn ich mich niemals unter Hypnose stellen werde und mich auch nicht selbst in einen konzentrierten, tiefenentspannten Zustand setzen werde/möchte, habe ich für mich selbst mitgenommen, dass ein Mantra ein interessante Sache ist. Einen Tag später kam ganz plötzlich das perfekte Mantra in meinen Kopf und seitdem kann ich es nicht mehr loswerden. Ich glaube mittlerweile fest daran, dass ein positiver Zugang zur Geburt, eine gute Stimmung, das Veratmen und Tönen und ein Mantra in Zusammenspiel mit dem Geburtsort, Partner, den Hebammen und eventuell Medikamenten usw. eine positive Auswirkung auf das Geburtserlebnis haben.


Was du selbst aktiv während der Geburt machen kannst

Nora Imlau erstellt auch eine Liste, was man alles selbst aktiv tun kann, damit die Geburt besser laufen kann. Ich bin davon überzeugt, dass eine gute Vorbereitung oft Wunder wirkt. Die Punkte, die mir hier wichtig wurden, sind u. a.:

- Geburtsplan entwickeln
Ich dachte bis zu diesem Buch immer, dass das doch völliger Unsinn sei. Wenn ich einen Plan habe und der nicht so funktioniert - und das ist ja bei der Geburt fast zu 100 % der Fall, eine Geburt kann man einfach nicht planen - dann bin ich doch nur noch mehr enttäuscht, weil meine Erwartungen nicht erfüllt wurden. Aber mein widersprüchliches Gefühl zu diesem Punkt konnte ich doch aufgeben. Imlau schreibt, dass es wichtig ist, überhaupt zu wissen, was man eigentlich will, was einem wichtig ist und welche Wünsche man denn hat.
Bei Anton bin ich im großen und ganzen ohne viele Vorstellungen in die Geburt gegangen. Ich wollte nicht unbedingt eine PDA und am liebsten keinen Kaiserschnitt. Mit der Erfahrung, die ich nun sammeln durfte, fühle ich mich in der Tat sehr viel besser auf die Geburt vorbereitet. Und vor allem weiß ich nun viel mehr, was ich eben will oder nicht. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich überhaupt nicht mit der Hebamme klarkomme, dann werde ich sie bitten, zu tauschen. Oder wenn ich einen Zugang gelegt bekomme, bestimme ich die Position (damit es mir dann unter den Wehen nicht so unnötige Schmerzen verursacht).

- Ein Vorgespräch führen
Auch bei Anton hatte ich einige Fragen, die ich in den Vorgesprächen klären konnte. Dieses Mal gehe ich mit klareren Vorstellungen in das Gespräch rein und kann dadurch hoffen, dass in gewissen Situationen meinen Wünschen entsprechend gehandelt wird.

- Eine gute Geburt visualisieren
Imlau meint damit, dass man sich ein positives Bild über die Geburt macht. Dass man seinen Fokus nicht auf einzelne Details richtet, sondern eher auf die Fähigkeiten des Körpers schaut. Denn dieser leistet Großartiges. Die Muskeln mobilisieren alle Kräfte, damit das Baby herauskommen kann.

- Und trotzdem: offen bleiben
Das ist wohl die Krux an der Sache. Doch ich glaube, dass es mir sehr geholfen hat, viele unterschiedliche Geburtsgeschichten zu hören, um zu wissen, dass es 1000 Gründe geben kann, warum man einen ungeplanten Kaiserschnitt, eine Saugglockengeburt oder sonst irgendwas haben kann. Auch wenn man gute Absichten und durchdachte Pläne hat, wenn die Schwangerschaft völlig komplikationsfrei gelaufen ist und man sich den besten Geburtsort ausgesucht hat, kann einfach noch alles Mögliche passieren.


Ermutigende Fakten zum natürlichen Geburtsverlauf, die jede Schwangere kennen sollte

Zum Abschluss dieser nur sehr ausschnitthaften Rezension dieses wunderbaren Buches möchte ich euch einen dieser sieben Fakten nennen, die für mich irgendwie ganz überraschend neu war. Alle sieben haben mir unglaublich viel Mut gemacht, aber das erste doch ganz besonders. ("Die Sache mit dem Muttermund" ist auch ganz schön spannend, aber ich will euch ja auch nicht zu viel verraten.)

14 Zentimeter muss das Baby zurücklegen, um endlich draußen zu sein. 14 Zentimenter von der Gebärmutter bis zum Scheidenausgang. 14 Zentimeter klingen richtig wenig. Und wisst ihr, was genau so lang ist, um sich diese kurze Strecke vorstellen zu können? Ein Kugelschreiber, ein Smartphone oder eine Häkelnadel.

Das Bild der Kugelschreiber-Länge gefällt mir so gut und wird mir unter der Geburt sicher viel Kraft geben.



Ich möchte euch dieses Buch so sehr ans Herz legen. Es ist genau so direkt und ehrlich, wie es sein muss und so schön, wie dieses Ereignis eben ist. Mir haben Imlaus Zeilen sehr viel Mut und Kraft gegeben für die kommende Geburt. Beeindruckt bin ich aber auch davon, dass ich manches aus der ersten Geburt besser verstehen und dadurch richtig verarbeiten konnte. Deshalb ist dieses Buch nicht nur für alle schwangeren Frauen interessant, sondern auch für alle, die schon einmal ein Kind in sich getragen haben.

29.06.2016

Ask a friend: Hast du für uns einen ehrlich gut gemeinten Rat, der dir selbst im Alltag mit Baby geholfen hat?



Bei der Reihe ask a friend stelle ich jeden Mittwoch Fragen rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett und sechs Freundinnen antworten uns darauf. Wer diese sechs tollen Frauen sind? Hier könnt ihr sie kennenlernen.

Nachdem ich letzte Woche gefragt habe, ob sich die Frauen verändert haben, seitdem sie Mütter sind, stelle ich heute die siebte Frage:

Die #instamumgang Community wächst und es scheint, als ob virtuell eine toller Zusammenhalt zwischen den Müttern herrscht. Im Alltag sieht das manchmal anders aus. Hast du schon einmal echt doofe, aber natürlich „nur gut gemeinte“ Ratschläge bekommen?
Und hast du für uns einen ehrlich gut gemeinten Rat, der dir selbst im Alltag mit Baby geholfen hat?


"Witzigerweise habe ich tatsächlich Unterstützung von Instagram-Mamis bekommen. Ich wurde zum Beispiel schon mit tröstenden Worten per E-Mail angeschrieben, nachdem ich mich in einem Post über das miserable Schlafverhalten meines Sohnes beschwert habe.     

Ich habe das große Glück, einer kleinen Gruppe von Muttis anzugehören. Wir kennen uns seit dem Schwangerschaftsyogakurs und treffen uns immer noch jede Woche. Es ist wunderbar, Menschen um sich zu haben, die die gleichen Höhen und Tiefen erleben und sich gegenseitig helfen. Ich habe mich mit meinen Problemen nie alleine gefühlt, denn meine Muttis haben immer ein offenes Ohr und einen Ratschlag, wenn man danach fragt. 


Die doofen Ratschläge habe ich meistens von den Omas bekommen. Das übliche: trage dein Kind nicht so viel, lass das Kind auch mal schreien, gib dem Kind lieber das Fläschchen, er wird nicht satt von deiner Milch… Man soll sich davon nicht ärgern lassen."



"Tatsächlich habe ich noch nie blöde Ratschläge von anderen Müttern oder anderen Menschen auf der Straße bekommen. Das ist echt super. Ich habe nur positive Bekanntschaften und Begegnungen durch Frieda gehabt. Ich habe zum Beispiel recht oft von älteren Frauen gehört, wie toll sie es finden, dass ich sie trage, sowas hätte es ja früher nicht gegeben.... Dabei hatte ich eher mit einer negativen Bemerkung gerechnet, nachdem ich erst mal ganz intensiv gemustert wurde. 

Diese „gut gemeinten“ Ratschläge kenne ich trotzdem, sie kommen bei mir meistens aus der eigenen Familie. Hier kommen dann die typischen Einwände gegen das lange Stillen (das Kind wird doch nicht mehr satt), Tragen (du verwöhnst es) oder im Elternbett schlafen (so schläft es ja nie durch). Aber da weiß ich schon damit umzugehen. Diese Ratschläge sind wirklich nur gut gemeint, beruhen aber einfach auf alten Ansichten. Ich nehme sie mir nicht zu Herzen und ignoriere sie meistens. 

Wirklich geärgert habe ich mich allerdings über die Ratschläge von unserem Kinderarzt. Ich weiß nicht, wie oft ich zu hören bekam, endlich mal abzustillen und Frieda in ein eigenes Zimmer zu verfrachten. Sonst wären Entwicklungs- und Bindungsstörungen vorprogrammiert. Ganz zu schweigen von den Schlafstörungen, die sie schon hätte. So was macht mich echt wütend, denn es gibt bestimmt einige Mütter, die auf den Rat der Ärzte hören und dementsprechend handeln. 

Mein Tipp an Mütter ist tatsächlich nicht so viel auf Andere zu hören, sondern nach dem eigenen Gefühl zu handeln. Lasst euch nicht verunsichern davon wie es andere machen oder wie (gut) es bei anderen läuft. Jedes Kind ist individuell und jede Mutter (und jeder Vater) muss selbst herausfinden wie man das eigene Kind am besten beruhigt, zum Schlafen bringt oder ans Essen heranführt. Ihr seid die Eltern und wisst am besten, was euer Kind braucht!"


"Hmm, ich habe zum Glück nicht so viele blöde Ratschläge von Fremden bekommen, wenn, dann eher von Freunden. Aber man selbst macht sowas wahrscheinlich auch, ohne es zu merken oder böse zu meinen. 

Von daher lautet mein Ratschlag an alle (Neu-)Mamas eher: Nicht so sehr zu Herzen nehmen, was andere sagen. Und immer auf das eigene Bauchgefühl hören und auf das eigene Handeln vertrauen. Wir selbst wissen schon am besten, was gut für unser Kind ist. Ich denke, ich habe mir da mittlerweile eine ganz gute Gelassenheit angewöhnt. Ich kann natürlich auch um Rat fragen und Vorschläge annehmen, aber ich schalte auch ab und zu auf Durchzug und lasse sie reden. Oder denke später noch mal in Ruhe darüber nach."


"Was mich am meisten stört, ist das ewige Erklären. Das bemerke ich allerdings auch manchmal bei mir. Man unterhält sich mit einer fremden Mutter auf dem Spielplatz, sie erzählt von ihrem Alltag und erklärt und bewertet ihre Art und Weise beinah selbstverständlich in jedem Satz. Selten treffe ich Mütter, die einfach sind, wie sie sind. Es ist, als herrsche ein durchweg schlechtes Gewissen über allen Entscheidungen die man trifft. 

Mein ehrlicher Rat: Erklärt nicht, rechtfertigt nicht. Seid so wie ihr eben seid. Niemand ist als Mensch perfekt. Eine Mutter ist auch nur ein Mensch. 

Im Alltag sollte eine Mutter darauf achten, sich auch etwas Gutes zu tun (und sei es ein großer Löffel Nutella). Mir hat es unglaublich geholfen, dass mein Freund soviel zu Hause war. Aber das ist etwas, das leider wirklich überhaupt nicht selbstverständlich ist und bei uns auch nur durch seinen Studentenstatus möglich war." 


"Mir wurde oft gesagt, dass ich mein Baby doch am Anfang nicht so oft auf den Arm halten soll; ich würde es sonst verwöhnen. Jetzt weiß ich, dass das totaler Unsinn ist und ich bereue es, dass ich wirklich darauf gehört habe. 

Ich habe aber auch viele gute Ratschläge bekommen, für die ich echt dankbar war. Zum Beispiel wurde mir der Rat gegeben, das Baby einzupucken, damit er sich selbst beim Schlafen nicht weckt." 


"Das ist auch eine Sache, die sich wirklich verändert hat. Bevor ich ein Kind hatte, war ich glaube ich, ganz furchtbar und hatte ganz viel „Meinung“ gegenüber anderen Müttern, die ich gesehen habe. Ich wollte dies und jenes AUF JEDEN FALL anders machen und habe so allerhand in Frage gestellt.

Mittlerweile, und da tut Instagram einen großen Dienst, finde ich, sehe ich fast alles gelassener und es gibt nur noch sehr wenig, was ich nicht akzeptieren kann. Ansonsten sehe ich ja selbst, dass Ratschläge, die bei anderen Gold wert sind, bei uns überhaupt nichts bringen.

Gerade diese Tipps, die man ungefragt von allen Müttern (und auch allen anderen Menschen) en passant bekommt, haben mich da bestärkt, denn sie sind subjektiv und fast niemand kennt doch die genaue Lebenssituation des anderen. 

Wir hatten sehr lange schlimme Schlafprobleme mit Tilo (viele Nächte haben wir mit nicht mehr als 3 Stunden Schlaf beendet). In dieser Zeit war ich absolut labil und empfindlich und wollte am liebsten heulen, wenn mir mal wieder jemand „wertvolle“ Tipps gibt, die „auf jeden Fall“ wirken. Ein Satz, den eine liebe Instagram-Mutter schrieb, hat mir da sehr geholfen: „jeder bekommt das Kind, das er aushält.“ Das klingt nicht besonders freundlich, doch in allen möglichen schlechten Situationen sage ich mir seitdem diesen Satz und fühle mich plötzlich stark. Vielleicht hilft er auch manch anderer Mutter." 


Nächste Woche gibt es schon die letzten Antworten der Mädels.

26.06.2016

Schwanger im Studium: wie geht es weiter?



An unserer Uni müsste der ein oder anderen Person bereits aufgefallen sein, dass es da eine junge Frau gibt, die stets mit Büchern bepackt ist, von Woche zur Woche runder wird, ständig an Apfelstückchen knabbert und ganz allmählich auch ein wenig watschelt. Tja, das ist natürlich kein Walrösslein, das das Laufen gelernt hat, sondern das bin ich: Bettina, Studentin und im achten Monat schwanger.


Schwangerschaft im Studium

Manch einer fragt sich vielleicht, ob ich nicht verrückt bin, zwei Kinder während des Studiums zu bekommen. Doch ich kann darauf nur erwidern: Für mich ist es genau richtig. Das Leben als reine Studentin kenne ich ja gar nicht. Ich bin Mutter und Studentin. Beides lebe ich mit ganzem Herzen. Für mich bedeutet es ein sehr großes Glück, dass ich beides haben darf.

Als ich mit Anton schwanger war, belegte ich noch keine Veranstaltungen. Nun bin ich mitten im Studium mit dem zweiten Sohn schwanger und erlebe eine ganz neue Studiensituation. Die ersten Wochen hatte ich beispielsweise mit der typischen Schwangerschaftsübelkeit zu kämpfen. Die Konzentration am Ende des letzten Semesters ließ also ein wenig zu wünschen übrig. 
Oder kannst du dich daran erinnern, dass ich in den vergangenen Semesterferien einen Lateinkurs besucht habe? Stelle dir eine Schwangerschaftsmigräne, einen tobenden Erstgeborenen und Lateinvokabeln vor. Das war nicht immer die einfachste Kombination und kostete mich (und meinem Umfeld) sehr viele Nerven.

Doch neben diesen ersten Schwierigkeiten habe ich bisher das Glück, gesund und fit zu sein. So kann ich alle Kurse besuchen und bin eine Studentin wie jede andere. Auch das Pensum ähnelt dem der letzten Halbjahre. Ich muss vier Referate und zwei Kurzvorträge halten, habe Exkursionen und eine Hausarbeit vor mir. 

Glücklicherweise stehen keine Klausuren an, für die ich am Ende des Semesters lernen müsste. Denn genau drei Wochen nach Semesterende ist auch schon der errechnete Entbindungstermin. Was für ein Timing.


Wie geht es nun weiter?

In diesen drei Wochen möchte ich die Uni gedanklich komplett hinter mir lassen und mich einfach nur auf unsere Familie konzentrieren. Aber auch nach der Geburt ist für mich erst einmal Familienzeit angesagt. Diese ersten magischen Wochen will ich genießen, ohne im Hinterkopf Aufgaben und Termine zu haben. Und glaubt mir, darauf freue ich mich schon unheimlich. 

Nach Absprache mit dem Studienbüro und einem Dozenten nehme ich kein Urlaubssemester, sondern bleibe im Wintersemester eingeschrieben. Ich kann dann in diesem Semester meine Hausarbeit schreiben und sie fristgerecht abgeben. Allerdings darf ich nicht an den Veranstaltungen teilnehmen, sondern werde mit meinem Sohn zu Hause bleiben. Ehrlich gesagt finde ich es schon etwas doof, dass dann meine Semesteranzahl wächst, aber das gehört wohl einfach dazu.



Verpasste Möglichkeiten

Ich muss aber gestehen, dass ich mich bei einer Sache ganz schön geärgert habe: Kaum bin ich schwanger, flattern in unserem Mailverteiler der Kunstgeschichte drei wirklich tolle Praktikums- bzw. Arbeitsangebote ein. Also zwischen all den Einladungen zu Vorträgen und all den Informationen drei Angebote, die genau dem entsprechen, was ich machen möchte. Ob die mich auch nehmen würden, wenn ich mich jetzt schon für 2017 bewerbe? Ha, natürlich nicht. 

Es ist ja nicht so, dass ich nicht im letzten Jahr bereits ein Praktikum machen wollte. Sogar einen Platz hatte. Aber wie das Leben manchmal so spielt, muss man Prioritäten setzen. Arbeitszeiten versus Betreuungszeiten, Hausarbeiten versus Praktikum. 

Mein Studium und die Erfahrungen, die ich aber in den letzten Monaten gemacht habe (z. B. drei Wochen vor Beginn eines Praktikums den Platz wieder abgesagt zu bekommen, aus ziemlich fadenscheinigen Gründen), lassen mich jedoch nicht mehr verkrampft nach dem bestmöglichen Lebenslauf suchen (den ich sowieso schon lange nicht mehr habe). Ich bin mir sicher, dass die Zeit für ein Praktikum auch dann noch kommen wird, wenn ich zwei Kinder habe.


Ungewisse Betreuungssituation

Und dann bin ich selbst gespannt, wie es weiter mit dem Studium gehen wird. Mein persönlicher Wunsch ist, dass ich zum Sommersemester wieder mit nur zwei oder drei Veranstaltungen einsteigen kann. Seit wenigen Wochen wissen wir, dass Anton einen Kindergartenplatz hat und somit ist unsere Betreuungssituation auf jeden Fall gesichert. Aber ich weiß nicht, was bei unserem zweiten Sohn sein wird. Er ist zum Sommersemester hin etwas älter als ein halbes Jahr und somit - meiner Erachtens - noch zu jung für eine regelmäßige Fremdbetreuung. 

Aber vielleicht haben meine Eltern wieder die Muße und die Zeit, an einem Tag in der Woche eine einstündige Fahrt auf sich zu nehmen, um auf ihre Enkel aufzupassen? Das hat bereits vor zwei Jahren sehr gut funktioniert. Oder vielleicht vertrauen wir der Tagesmutter, die momentan unseren großen Sohn betreut, unseren Minimann für ein paar Stunden in der Woche an?

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, was passieren wird, wie der kleine Mensch tickt und wie genau das nächste Jahr verlaufen wird. Aber seitdem ich Mama bin, habe ich gelernt, dass sich alles fügen wird und dass die Kinder für mich immer Priorität haben. Deshalb bin ich ganz optimistisch. 
Ich freue mich jedenfalls, dass ich in diesem Semester noch genug Energie habe und alles mit gewohnter Gewissenhaftigkeit und Freude erledigen kann. Und gleichzeitig freue ich mich unheimlich auf das neue Familienmitglied und dass ich dieses Wunder noch einmal erleben darf.