21.02.2016

Die ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft: die kleinen Wehwehchen


Diesen Artikel habe ich bereits vor einigen Wochen geschrieben - glücklicherweise ist jetzt "alles" anders als "damals", in den ersten Wochen.


Ja, bei einer zweiten Schwangerschaft ist alles anders. Bei mir zumindest. Manche Frauen haben ja das Glück, dass die Schwangerschaft ziemlich entspannt und ohne Komplikationen verläuft. Auch bei Anton gab es relativ wenige Wehwehchen, die mich belasteten (mal ganz abgesehen von einem schmerzenden Fuß), wofür ich sehr dankbar war.

Dieses mal ist vieles alles anders. Zumindest in den ersten drei Monaten.


Ich bin tagsüber häufig müde. Mit Anton war es deutlich heftiger: ich bin beim Lernen eingeschlafen. Jetzt fallen mir gegen 21 Uhr bereits die Augen zu und ich quäle mich bis 22 Uhr, um dann endlich ins Bett zu gehen. Nach Woche 10: nur noch an vereinzelten Tagen bin ich ständig müde. Leider träume ich sehr viel, was mir einen unruhigen Schlaf verschafft.

Morgens packt mich doch tatsächlich alle zwei Tage eine Art Morgenübelkeit. Ich hänge glücklicherweise nicht über der Toilette und leere meinen Mageninhalt, aber mir ist den ganzen Vormittag flau im Magen. Ich kann morgens häufig nichts essen. Im Bus kann ich nicht mehr lesen und sobald ein Raucher neben mir sitzt, muss ich mich wegsetzen. Sogar der Geschmack von Zahnpasta widert mich ziemlich an und ich musste mich ein Mal übergeben. Mir ist im Normalfall nie übel und deshalb ist es für mich morgens sehr unangenehm. Nach Woche 10: Zahnpasta und Wickeln sind immer noch schwierig (auch wenn man da durch muss), ansonsten nur noch selten Übelkeit.

Am meisten belasten mich lang anhaltende Magen- und Darmschmerzen. Es gibt eigentlich kaum zwei Stunden, in denen ich nicht Schmerzen habe und mir den Bauch massieren muss. Auch trotz Ernährungsumstellung bzw. bewusster Wahl der Nahrungsmittel änderte sich nichts. Flohsamen und viel Flüssigkeit sollten Abhilfe schaffen, doch auch das schaffte nur einen mittelmäßigen Erfolg. Diese Schmerzen, die einfach nicht weggehen wollen, belasten mich sehr und dämpfen meine Stimmung etwas. Witzigerweise spannte deshalb schon in SSW7 mein Mantel, wenn ich ihn zumachen wollte. Nach Woche 10: Es ist etwas besser geworden. Ich habe nicht mehr ständig Schmerzen, aber immer mal wieder.

Als Auswirkungen der Übelkeit und der Magenschmerzen habe ich auch keine Lust mehr auf Kaffee. Ich ohne Kaffee. Meine Güte. Aber ich bestelle momentan wirklich lieber Tee als einen Cappuccino. Nach Woche 10: leider immer noch keine Lust. Ich habe seit Weihnachten vier Kaffees getrunken und sie haben mir nicht geschmeckt.

Und esse doch tatsächlich fast keine Schokolade mehr. Ich. Ohne. Schokolade. Nach Woche 10: Allmählich kommt die Lust wieder. Kuchen ist aber besser als Schokolade.

Andererseits habe ich den ganzen Tag Hunger. Ich versuche, eher kleine Portionen zu essen, damit ich nicht so schnell wieder Magenschmerzen bekomme. Häufig knurrt dann aber auch schon nach zwei Stunden wieder der Magen. Nicht selten gibt es also gegen 24 Uhr (wenn ich da noch wach sein sollte) einen Mitternachtssnack. Käsebrot ist so etwas Tolles! Nach Woche 10: Meine Portionen sind leider etwas größer geworden, die Häufigkeit bleibt. Nach zwei Stunden habe ich einfach Hunger und der Magen knurrt.

Kennt ihr die Jutebeutel mit dem Aufdruck "Pipi, müde, kalt"? So fühle ich mich, seit ich schwanger bin, ziemlich häufig. Wie blöd es ist, wenn man aufwacht, weil die Blase voll ist, kenne ich aus der ersten Schwangerschaft. Aber ich hätte niemals gedacht, dass es dieses Mal so schnell geht. Nach Woche 10: Genauso blöd wie vorher.

Abends stehen immer wieder Kopfschmerzen an. Muss auch nicht sein. Nach Woche 10: Keine Kopfschmerzen mehr.

Und ich bin an manchen Tagen SEHR emotional.


Es haben sich also schon in den ersten Wochen wirklich viele Wehwehchen eingeschlichen, auf die ich gerne verzichten könnte. Ich bin gespannt, was spätestens im letzten Trimester noch auf mich zukommen wird. Unruhige Beine, Bänder, die ziehen, Rückenschmerzen? Ohje... Der Preis des Kinderkriegens. Ich hoffe auf ein paar Monate, die gesundheitlich etwas entspannter sind. Kennt ihr diese Probleme auch? Was hat euch dabei geholfen?

Und der Grund, warum ihr auf den Fotos nur Orangen seht: Was würde ich nur ohne Orangen machen?! Ich muss jeden Tag Orangensaft trinken (war auch bei der ersten Schwangerschaft so) und ich verputze innerhalb von zwei Minuten eine ganze Orange, weil ich so eine Lust darauf verspüre. Glücklicherweise schmecken sie gerade auch so köstlich. Gelüste und so.

Kommentare:

  1. Du sprichst mir aus der Seele. Bei mir ist es auch die zweite Schwangerschaft und ich fühle mich dieses Mal ganz anders. Mich plagt die Übelkeit dieses Mal leider schon seit der 5. Woche und das einzige was hilft ist essen. Und das ohne jeglichen Appetit. Café habe ich auch seit Weihnachten nicht mehr getrunken und der Heißhunger auf bestimmte Sachen ist bis jetzt auch ausgeblieben, schade eigentlich :-) Und diese Müdigkeit, 22 Uhr ist hier seit Wochen die absolute Höchstleistung!
    Ich bin auch gespannt was die nächsten Wochen noch so bereit halten, aber so langsam beschleicht mich das Gefühl, dass diese Schwangerschaft nicht ganz so entspannt sein wird wie die erste.. Aber schön ist es trotzdem und ich freue mich schon auf die ersten Tritte, die lassen doch alle Beschwerden in den Hintergrund rücken :-)
    Alles gute für dich

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    1. Liebe Rosa, ich danke dir für dein Kommentar.
      Es ist spannend, dass jede wirklich anders seine Schwangerschaft empfindet. Mittlerweile geht es mir ja wieder ziemlich gut, aber die ersten zehn Wochen waren echt nicht so ohne.
      Hast du die Möglichkeit, dich irgendwie auszuruhen? Und in welcher Woche bist du denn aktuell?
      Ich wünsche dir das Beste für deine zweite Schwangerschaft!
      Alles Liebe, Bettina

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    2. Ich bin momentan in der 11. Woche und bin eigentlich auch ganz zuversichtlich, dass es sich in den kommenden Wochen bessern wird. Zum Glück habe ich Semesterferien und kann mich tagsüber gut ausruhen. Und wenn der Frühling kommt wird hoffentlich auch das letzte Fünkchen Müdigkeit verschwinden :-)

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    3. Ohja, ich bin auch begeistert, dass ich vormittags zu Hause sein kann und nicht in die Uni muss, auch wenn ich vormittags immer an der Hausarbeit schreibe. Und es war auch ganz gut, dass in den ersten Wochen die Weihnachtsferien lagen.
      Magst du mir vielleicht per Email schreiben, was du studierst?

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    4. Ja, da sind wir als Studentinnen wirklich im Vorteil. Ich konnte deine Email Adresse hier nicht finden, am besten schickst du sie mir kurz, dann schreibe ich dir per Mail zurück. Liebe Grüße

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    5. Die steht auf der about Seite oder man erreicht mich über das Benachrichtigungsfeld auf der Sidebar. :)
      Aber hier sehr gerne nochmal: betsisblog(at)web.de
      Freue mich auf deine Nachricht.

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  2. Achso, ich war bis jetzt immer mit dem Handy auf der Seite und da konnte man die Adresse nicht sehen. Habe dir gerade eine Mail geschickt :-)

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