28.02.2016

Die ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft: was ich anders machen möchte


Kaum hatte ich den ersten (von drei) Schwangerschaftstest in der Hand, ging auch schon das Googlen los. War dieser sehr, sehr zart hellrosa-farbene Strich denn wirklich ein "Du bist schwanger-Strich" oder nur eine Verdunstungslinie? (Ja, dieses Wort habe ich über die Suche gefunden.) Sind die Tests von diesem Hersteller überhaupt zuverlässig? Kurz darauf: Hat die Uniklinik eigentlich Beleghebammen? Arbeitet die tolle Hebamme, die bei Antons Geburt dabei war, immer noch in der Klinik? Und weiter: Wie waren nochmal die Sprechzeiten von der Frauenärztin? Oh, in der Gemeinschaftspraxis gibt es eine neue Ärztin!

Die Suchbegriffe und Antwortseiten der ersten Woche, in der ich wusste, dass ich schwanger war, waren beträchtlich. Dann musste ich mich daran erinnern, wie ich im Nachhinein über die Schwangerschaft mit Anton dachte. Soo viele Gedanken habe ich mir gemacht - was ja ganz selbstverständlich bei einer ersten Schwangerschaft ist. Alles ist unbekannt und ungewohnt. Jedes Ziepen wird misstrauisch beäugt und jede Information ausgewertet.

Aber was möchte ich denn nun in der zweiten Schwangerschaft und in der ersten Zeit mit Baby anders machen als beim letzten Mal? Was habe ich für mich gelernt und was ich mir wichtig?


1. Nicht mehr verzichten

Was habe ich den Ziegenkäse in den knapp eineinhalb Jahren Schwangerschaft und Stillzeit vermisst. Bei vielen Ziegenkäsesorten ist es nämlich nicht eindeutig deklariert, ob sie pasteurisiert sind oder nicht. Ich wollte auf Nummer sicher gehen und ließ es einfach direkt bleiben.

Der Ziegenkäse mit dem wundervoll klingenden Namen Bettine ist aber pasteurisiert und ich esse ihn nun so viel ich will. Pah.

Worauf ich aber immer verzichten werde sind Alkohol und der einzige Energy Drink, den ich manchmal trinke, die Schwarze Dose.


2. Gesünder essen

Ich liebe Schokolade, Cini Minis und Pizza (klingt nach einem Teenager). Und soweit ich Lust darauf habe, esse ich es auch. Aber im Gegensatz zur letzten Schwangerschaft, in der ich natürlich darauf geachtet habe, mich ausgewogen zu ernähren, möchte ich mich nun bewusst gesünder ernähren. Vielleicht einfach noch öfter Smoothies machen und etwas seltener Cornflakes kaufen.

Bisher klappte es schon ganz gut, weil wir viel kochen und ich momentan selten Lust auf Schokolade habe, mir sehr häufig Salat mache und unterwegs auch gesundere Sachen kaufe.


3. Bauchfotos machen

Meinen großen Anton-Bauch hatte ich privat jede Woche dokumentiert und auch hier oder auf Instagram zeigte ich regelmäßig Bilder, auf denen man die immer größer werdende Kugel deutlich erkennen konnte. Vielleicht schaffe ich es dieses Mal, etwas "professionellere" Bilder zu schießen und einen schönen Hintergrund zu finden. Auf Pinterest pinne ich schon fleißig Bilder. Aber ehrlich gesagt, ist es mir gar nicht so wichtig.


3. In Umstandsmode investieren

Ok, Umstandsmode ist ein komisches Wort. Schwangerschaftskleidung klingt etwas besser. Und auch investieren verspricht eigentlich schon zu viel. Was ich genau damit meine?

In der Schwangerschaft mit Anton habe ich Teile getragen, die mir auch vorher passten, die aber eben so weit oder passend geschnitten waren, dass ich auch mit großer Kugel noch hineinpasste. (Achtung aber bei den Oberteilen! Die Brüste werden ja auch größer.) Doch die Jeans zwackte sehr schnell und auch die Oberteile wurde schnell oben zu eng und unten zu kurz. Ich kaufte im zweiten Trimester vor allem Kleidungsstücke im Sale ein, meistens eine Größe größer.

Jetzt möchte ich gerne eine schöne Schwangeren-Ledderleggins kaufen. Auch gerne noch eine zweite Hose, damit ich nicht immer dieses komische Mittel-Blau meiner Jeans sehen muss. Ich werde auch in ein, oder zwei schöne und praktische Still-BH's investieren. Da man sie spätestens ab der Geburt Tag und Nacht trägt, sie ständig gewaschen werden müssen und sie einfach strapaziert werden, möchte ich mir mindestens einen sehr guten leisten.

Und weil der Bauch schon jetzt eher groß als klein ist, werde ich mir einfach ein paar neue Sachen leisten. Ohne schlechtes Gewissen. Gerne im Sale oder Second Hand. Ich möchte gerne eine Auswahl haben und zum Schluss nicht nur Leggins und Oberteil tragen müssen, weil sonst nichts mehr passt.

Die ersten Bestellungen sind übrigens schon raus :)


4. Praktischer werden

In der letzten Schwangerschaft hatte ich immer wieder drüber nachgedacht, aber es dann einfach nicht umgesetzt: ich wünsche mir ein Rucksack und Sneaker. Beides habe ich das letzte Mal vor vielen, vielen Jahren getragen. Ich bin einfach nicht der "sportliche" oder "praktische" Typ. Aber bei zwei Kindern stelle ich es mir einfach bequemer vor, wenn ich Sack und Pack auf dem Rücken trage. Und nachdem Antons Gewicht im Sommer vor zweieinhalb Jahren so stark auf meinen Körper drückte, dass ich plötzlich Plattfüße bekam, gehört für mich dieses Jahr ordentliches Schuhwerk an die Füße. Auch im Sommer.


5. Zusätzliche Trage

Vielleicht können sich manche noch daran erinnern, dass es nicht immer so leicht war, Anton zu tragen. Von Beginn an hasste er es und nur zum Schluss konnte ich ihn wenige Monate wirklich tragen. Doch dann wurde er mir zu schwer. Anton ist ein richtiges Kinderwagenkind (was aber sehr viele Vorteile hat!).

Um Baby Nr. 2 einen etwas entspannteren Start in die Tragezeit zu verschaffen, möchte ich zusätzlich zu unserer Manduca eine weiche Trage anschaffen. Das Suchen steht noch auf meiner Todo-Liste. Könnt ihr mir helfen? Mit welchen Tragesystemen habt ihr getragen? Wovon seid ihr überzeugt?


6. Kind auch im Liegen stillen

Anton ist in den ersten Wochen seines Lebens sehr häufig beim Stillen eingeschlafen. Das machte für mich das Stillen etwas anstrengend, weil ich ihn ständig wecken musste. Er hatte aber auch häufig keine Kraft, um richtig zu saugen.

Je nachdem, wie Baby Nr. 2 sein wird, möchte ich gerne auch im Liegen stillen. Ich habe mit Anton unzählige, ja wirklich unzählige Stunden mitten in der Nacht auf der Wohnzimmercouch verbracht. In der ersten Zeit war das definitiv notwendig, aber beim nächsten Mal möchte ich es gerne versuchen, auch im Bett liegend zu stillen.


7. Wippstuhl

Auch ein Punkt, der sich mit dem Stillen beschäftigt. Unzählige Stunden habe ich mit Stillen zugebracht (im Schnitt eine Stunde pro Mahlzeit). Bei den befreundeten Muttis habe ich auf genossen, auf einem wippenden Stuhl zu stillen. Das war für Anton und mich jedes Mal eine tolle Erfahrung. Mal schauen, ob wir uns diesen wirklich anschaffen werden.


8. Nützliche Tools

Es gibt ein paar Kleinigkeiten, die mich immer wieder im Alltag stören. Zum Beispiel unser verblichenes Sonnenverdeck vom Kinderwagen. Aber mir fehlte oft Lust, Geduld, Energie oder Geld, um dieses oder jenes auszutauschen oder zu besorgen. Den Anfang hat nun mein Freund gemacht. Er schenkte mir zu Weihnachten einen Kaffeebecherhalter für unseren Bugaboo. Wie ich mich darüber gefreut habe. Nicht mehr einhändig Kinderwagen schieben müssen.

Oder eben besagtes Verdeck. Ein schönes Sonnensegel. Und hübsche Kinderkleidung.

Ich gehe immer wieder Kompromisse ein und möchte uns gerne mehr gönnen.


9. Weniger Stress und Sorgen

Der letzte Punkt ist der wichtigste. Wie anfangs schon geschrieben, habe ich mich direkt beim ersten positiven Schwangerschaftstest in die Weiten des Internets gestürzt. In der letzten Schwangerschaft habe ich jede Woche gegoogelt, wie groß das Kind ist, was gerade neu entwickelt ist und welche To Do's ich zu beachten hatte. Es war richtig und für mich persönlich auch sehr wichtig. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, was auf mich zukam. Und auch als Anton schon da war, gab (und gibt) es immer wieder Situationen, in denen man ratlos war. Warum trinkt er nicht? Warum habe ich kaum noch Milch? Wie bekomme ich den Schorf von seinem Köpfchen?

Jetzt möchte ich entspannter sein. Weil ich weiß, was eine Schwangerschaft und eine Geburt bedeutet. Ich möchte mir keine unnötigen und nicht zu viele Sorgen machen, mir weniger Stress bereiten, weniger googeln und noch mehr auf mein Bauchgefühl achten.

Natürlich heißt das nicht, dass dann alles besser und einfacher wird, aber ich merke schon jetzt, wie viel mehr entspannt ich in der zweiten Schwangerschaft bin. Und mit dem Googlen habe ich auch aufgehört.



Kennt ihr das auch? Was würdet ihr bei der zweiten oder nächsten Schwangerschaft anders machen? Welche Tools haben euch gefehlt?

Kommentare:

  1. Wir hatten anfangs, da ich mit dem tuch nicht gut klarkam, eine weiche schlichte dunkelgraue Trage von Storchenwiege. Ich habe das label außen abgetrennt und so sah sie echt gut aus :)

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    1. Liebe Julie, danke für den Hinweis. Ich nehme mir bald Zeit, mal alle Systeme durchzuschauen. Dunkelgrau und schlicht klingt aber schon sehr gut :)

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  2. Liebe Betsi,
    Wir haben eine Marsupi trage, sie ist preiswert, schön und vor allem ganz klein zu verstauen. Ich hatte sie immer unten im Kinderwagen drin, oder im Auto. Und man hat das Baby innerhalb Sekunden angeschnallt. Ist echt meine Empfehlung nr. 1
    Liebe Grüße Jenmalei

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    1. Vielen Dank Jen, für deinen Tip. Ich sammel gerade noch alle Ideen und werde mir bald mal alle Tragen zu Gemüte führen.

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  3. Ich muss ein bisschen schmunzeln bei deinem Artikel :) Deine Gedanken lesen sich wie die einer echten Studentin, die alles ganz klar strukturiert und abwägt. Das finde ich gut, weil du nicht in die emotionsgeladene "unser Weg ist der einzig Richtige" rutschst, was man ja oft genug liest.

    Das Tragen war bei uns ja ganz und gar gegenteilig, ich hatte immer regelrechte Schweißausbrüche, wenn wir den Wagen dabei hatten, weil Tilo ihn so gar nicht mochte. Mit der Manduca waren wir zufrieden, du hast aber Recht, sie ist eher fest und störrisch, was bei einem ganz kleinen Baby vielleicht nicht wünschenswert ist. Wir haben erst recht spät die "emei Toddler" für uns entdeckt, weil es eben eine Trage für große Kinder ist. Sie ist schön anschmiegsam, weil das Rückteil aus einem individuell verstellbaren Tuch besteht. Der Hüftgurt ist sehr breit und entlastet den Rücken, das war mir sehr wichtig. Es gibt auch die entsprechende Babytrage, vielleicht ist die etwas für euch. (schlicht wäre im Nachhinein auch meine bevorzugte Wahl gewesen, denn leider habe ich mich an unseren Farben schon satt gesehen).
    Liebe Grüße

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    1. Hihi Maren, ja du hast ganz Recht. Seit ich Mutter bin und studiere bin ich noch viel organisierter (wobei ich das ja schon immer war). Mir fielen im Laufe der Monate so viele Sachen ein und irgendwann hatte ich zwei Listen :)

      Ich bin ja immer wieder beeindruckt, wie unterschiedlich die Kinder auf Tragesysteme und Kinderwagen reagieren. Letztlich war ich eigentlich schon froh, dass Anton ein Kinderwagen-Kind ist, das war auf jeden Fall gut für meinen Rücken :) Aber gerade in den ersten Monaten würde ich zugern das Baby tragen, wenn es denn will. Deshalb sind eure Tips auch so hilfreich. Wenn Latein geschafft ist, werde ich mir alle Tragesysteme ansehen und dann überlegen, wie ich weiter vorgehen soll. Danke für deinen Hinweis!

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  4. Dieser und der letzte Artikel sind wahnsinnig spannend, selbst als Nicht-Mama! Der Ansatz, dir weniger Gedanken und Sorgen machen zu wollen, wird von mir sehr begrüßt, auch wenn ich es immer toll und beeindruckend fand wie gut du während Antons Schwangerschaft informiert warst! Aber ich denke, mit der zweiten Schwangerschaft kommt einfach die Sicherheit.
    Dir mehr zu gönnen ist auf jeden Fall eine Tip-Top-Idee! Fühl dich gedrückt!

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    1. Vielen Dank dir Lisa. Momentan hat mich der (Uni-)Alltag echt voll im Griff, aber ich merke, dass ich allein schon durch Kleinigkeiten die Schwangerschaft immer wieder in den Fokus rücken kann. Es tut gut, sich einfach nur auf's Baby freuen zu können.

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