23.02.2016

Über Intuition, Wünsche und Gesundheit: Mädchen oder Junge?


Dieser Artikel ist schon vor einigen Wochen entstanden. Und tihi, mittlerweile wissen wir sogar das Geschlecht des Babys. Das wird an dieser Stelle aber noch nicht verraten :)


Wie oft wurden wir in den letzten Wochen gefragt, was wir uns lieber wünschten: einen Junge oder ein Mädchen?! Kennt ihr diese Frage nach der Präferenz des Geschlechts eures noch Ungeborenen? Es fing ja eigentlich schon bei der Schwangerschaft mit Anton an, hörte danach nicht wirklich auf und geht jetzt natürlich in die nächste Runde.

Und wie ist das nun jetzt? Wünschen wir uns einen Jungen oder ein Mädchen?

Die Antwort ist schnell gegeben: Mir ist es völlig egal, welches Geschlecht unser Kind haben wird und bin nur äußerst gespannt, was es wird. Ich möchte unserem Neugeborenen einen Namen geben und finde es etwas einfacher, für das Kleine einzukaufen. Auch, wenn letzteres doch ziemlich unwichtig, aber einfach schön ist. (Ja, ich habe auch nichts gegen etwas Rosa und Blau.)

Aber es gibt einen Grund, warum es mir trotzdem wichtig ist, meine Gedanken zu diesem Thema hier zu sortieren.


Was sagt eure Intuition?

Ich hoffe, ich trete hier niemandem zu nahe, wenn ich sage, dass ich die weibliche Intuition bezüglich des Geschlechtes für mächtigen Humbug halte.

Denn, was bedeutet denn diese Intuition? Es ist doch bereits von Anfang an festgelegt, welches Geschlecht das kommende Baby haben wird. Man hat mit seiner vorgeblichen Intuition also eine fünfzigprozentige Chance, dass man richtig liegt. Und von welchen Faktoren wird diese Intuition beeinflusst? Von vorangegangenen Situationen, von Erfahrungen, von eigenen Wünschen.

Als ich mit Anton schwanger war, hatte ich zunächst überhaupt kein Gefühl dafür, was das Baby werden würde. Dann sprach mein Freund aber immer wieder von einer "kleinen Betti", die er sich so gut vorstellen konnte und auch mein Vater "wünschte" sich ein Mädchen. Wir hatten auch sehr schnell einen sehr schönen Namen für ein Mädchen. Also sagte mir meine "Intuition", es werde bestimmt ein Mädchen. Aber schon in der 17. Woche zeigte uns der Ultraschall ziemlich eindeutig, dass unser Baby ein Junge und somit unser kleiner Mann Anton werden würde.

Dieses Mal ist es ganz ähnlich. Wir haben drei Mädchennamen, die uns ziemlich gut gefallen, aber sind uns sehr unschlüssig mit den Namen für einen Buben. Anton wünscht sich eine Schwester. Und mir war in den ersten Wochen häufig übel und ich hatte mit viel mehr Wehwehchen zu kämpfen, als in der ersten Schwangerschaft. Durch diese Faktoren denke ich häufiger an ein Mädchen. Aber diese "Intuition" ist eben sehr stark durch diese Kriterien beeinflusst.


Der Wunsch nach einem Jungen oder einem Mädchen

Und dann die Frage, warum man sich überhaupt ein bestimmtes Geschlecht beim Baby wünschen sollte.

Ändert der Wunsch irgendwas an dem tatsächlichen Geschlecht des Babys? Macht der Wunsch nicht für den ersten Moment unzufrieden, wenn das Baby dann doch nicht so ist, wie man es eigentlich erwartete?

Meine Cousine, die mit ihrem zweiten Kind schwanger ist, sagte an einer Familienfeier etwas sehr Schlaues: Ich frage mich, was für J. das Beste ist. Ist es besser für ihn, wenn er einen Bruder hat oder lieber eine Schwester?


Hauptsache ein gesundes Kind

Ich sehe mich eigentlich als Bubenmama. Ich mag Jungs und denke, dass es grundsätzlich in vielen Situationen unkomplizierter mit ihnen ist. Das sind einfach meine Erfahrungswerte, die ich aus meiner Familie und meinem Bekanntenkreis entnehmen kann. Aber das können auch nur Klischees sein. Gleichzeitig sind Mädels doch auch ganz besonders.

Letzten Endes kommt es doch vor allem auf den Charakter der Kinder an. Es gibt Kinder, die gerne gemeinsam spielen und Kinder, die sich mit ihren Legosteinen stundenlang alleine beschäftigen können. Kinder, die laut, schnell frustriert und dickköpfig sind und Kinder, die sanftmütig und friedfertig sind. So viele Charakterzüge es in den Kindern geben kann, so unterschiedlich kann auch die Beziehung unter den Kindern sein. Sie können sich gut vorstehen und miteinander spielen, sie können aber auch so unterschiedlich sein, dass jeder sein eigenes Ding macht.

Bestimmt spielen auch andere Faktoren mit rein: Erst- oder Zweitgeborene, Erziehung, Gene usw.

Deshalb komme ich für mich selbst immer wieder zu dem Schluss, dass es völlig egal ist, ob unser Baby ein Mädchen oder ein Junge sein wird. Ich wünsche mir noch viel mehr als in der ersten Schwangerschaft (weil ich nun wirklich weiß, was es bedeutet), dass unser Baby völlig gesund auf diese Welt kommt. Das ist das Allerallerwichtigste und das Einzige, das zählt.


So, und nun bin ich ganz gespannt, was ihr davon haltet. Glaubt ihr an Intuition bezüglich des Geschlechts? Habt ihr Wünsche? Oder lasst ihr es auch einfach auf euch zukommen?

Kommentare:

  1. Oh, wie schlimm ich das damals fand, dass nicht in erster Linie Entwicklung und Wohlbefinden im Zentrum standen, sondern nur das Geschlecht.
    Mir war es auch nicht wichtig, da ich denke, dass es in unserer Beziehung und Erziehung keinerlei Unterschied bedeutet hätte, wäre Tilo ein Mädchen geworden. Vielleicht ist das aber oftmals auch eine Identifikationssache: ich habe von Freundinnen gehört, die unbedingt ihre "weibliche" Lebenserfahrung an eine Tochter weitergeben wollten. Oder die Sportlichen, die Angst hatten, sie würden mit einer kleine "Prinzessin" nichts anfangen können.
    Ich war da weitestgehend unbeeinflusst, weil ich nie ein typisches Mädchen war und weil auch meine Interessen absolut geschlechtsneutral sind. Musik und Literatur ist für alle gleichermaßen und uneingeschränkt passend.

    Dein Aspekt mit dem Namen ist für mich aber absolut verständlich. Ich wollte gerne bald einen Namen haben, und nicht nur ein Baby. :)

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    1. Das ist ein guter Aspekt, den du da ansprichst. Ich hatte auch nie das Gefühl, ich müsste mein Kindheit nochmal durchleben oder etwas Ähnliches. Das macht das Verhalten natürlich von Grund auf "neutraler".
      Ich merke im Alltag schon, dass es einen gewissen Unterschied macht, welches Geschlecht Anton hat. (Im ganz Kleinen: er hatte anfangs viel Kleidung in blau, aber das störte mich auch nicht.) Nicht, dass wir ihm Autos "aufgedrückt" hätten, aber seitdem er von selbst Autos unglaublich toll findet, bekommt er natürlich alle Informationen, Ausflüge und Spielsachen zu dem fahrenden Thema. (Wir besuchen alle zwei Wochen die Waschanlage zum Beobachten!) Ich merke auch sehr stark, dass die Mädels in seinem Alter viel mehr auf Puppen und Kuscheltiere fixiert sind, gleichzeitig ist die Kinderküche aber für alle der Hit. Und du hast auf jeden Fall Recht, dass es so viele Interessen gibt, die total geschlechtsneutral sind. Zum Glück!

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  2. Oh, wie schlimm ich das damals fand, dass nicht in erster Linie Entwicklung und Wohlbefinden im Zentrum standen, sondern nur das Geschlecht.
    Mir war es auch nicht wichtig, da ich denke, dass es in unserer Beziehung und Erziehung keinerlei Unterschied bedeutet hätte, wäre Tilo ein Mädchen geworden. Vielleicht ist das aber oftmals auch eine Identifikationssache: ich habe von Freundinnen gehört, die unbedingt ihre "weibliche" Lebenserfahrung an eine Tochter weitergeben wollten. Oder die Sportlichen, die Angst hatten, sie würden mit einer kleine "Prinzessin" nichts anfangen können.
    Ich war da weitestgehend unbeeinflusst, weil ich nie ein typisches Mädchen war und weil auch meine Interessen absolut geschlechtsneutral sind. Musik und Literatur ist für alle gleichermaßen und uneingeschränkt passend.

    Dein Aspekt mit dem Namen ist für mich aber absolut verständlich. Ich wollte gerne bald einen Namen haben, und nicht nur ein Baby. :)

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