30.03.2016

Schwangerschaftöle


Als ich mit Anton schwanger war, hatte ich jeden Tag ein festes Ritual: morgens nach dem Duschen ölte ich meinen Babybauch ein und massierte das Öl mit kreisenden Bewegungen in die noch feuchte Haus ein. An Tagen, an denen ich nur zu Hause war, überkam mich sogar manchmal die Lust, den Bauch ein weiteres Mal einzuölen und ihm ganz besonders viel Aufmerksamkeit zu schenken.

Was ein schönes Ritual zwischen mir und dem Ungeborenen war hatte auch einen zweiten Grund: Ich hatte Angst vor Schwangerschaftsstreifen und wollte alles mir Mögliche tun, um diese zu verhindern. Mittlerweile sehe ich alles ein wenig entspannter. Nicht nur, weil sich gezeigt hat, dass sich meine Haut ganz wunderbar ohne Streifen dehnen kann, sondern auch, weil sich mein Denken verändert hat. So sehr ich auch niemandem Schwangerschaftsstreifen wünsche, finde ich sie gar nicht mehr so wild. Sie sind ein Zeichen des Körpers, der so unglaublich viel leistet und trägt. Muttersein ist so ein Geschenk und diese Streifen im Verhältnis dazu doch ein sehr unwichtiger "Makel".

Während ich also in der ersten Schwangerschaft sehr unterschiedliche Öle testete, bin ich in dieses Mal etwas gelassener. Ich öle fast jeden Morgen, aber nehme mir kaum Zeit dafür. Wenn ich keine Lust habe, dann ist es auch in Ordnung. Mir geht es vor allem darum, der strapazierten Haut etwas Gutes zu tun. Und ich liebe das Gefühl, wenn das Öl eingezogen ist und die Haut dadurch so unglaublich weich ist.

Im Vergleich zum letzten Mal kaufe ich mich auch nicht durch das Sortiment, sondern nutze vor allem drei Öle, die einfach hochwertig sind und die mich begeistern. Ich möchte sie euch gerne vorstellen, weil ich sie ausnahmslos liebe und richtig gerne verwende.


Da ist zum einen das Huile Relax von Clarins. Ich muss hier einfach mit dem Duft anfangen, denn er ist soo gut. Kennt ihr diesen ganz typischen Clarins-Geruch? Wenn nicht, müsst ihr ihn unbedingt mal erschnuppern. Mir gefällt die Glasflasche und das Design. Es fällt mir auch leicht, das Öl zu dosieren, obwohl es keinen Pumpspender hat. Inhaltlich kann das Relax Öl auch viel: Natürliche, ätherische Öle aus Kamille, Bitterorange, Basilikum und Pelargonie bringen Entspannung und machen die Haut ganz zart.


Das Label Sophie la Girafe kannte ich nur bisher nur von den tollen Greiflingen und natürlich von der Kautschuk Giraffe zum Draufrumknabbern. Die Giraffe war eines der ersten Dinge, die ich damals für Anton gekauft hatte (der Bezug zu Frankreich ist ja offensichtlich.) Nun gibt es ein Baby Öl, das mir auch sehr gut gefällt.

Das 100 % vegane Öl kommt ohne Parabene, synthethische Düfte oder Farbstoffe aus und versorgt die Haut durch Lavendelextrakt, Weißen Tee, Sonnenblumen-, Oliven-, Jojoba- und Aprikosenkernöl mit viel Feuchtigkeit. Auch wenn es Baby Öl heißt, benutze ich es jetzt schon für meinen Bauch und finde es so toll, dass ich es später auch für unseren Jungen nutzen kann. Ein Baby braucht eigentlich nicht viele Produkte, aber ein paar Tropfen Öl ins Badewasser schenken auch der zarten Babyhaut ein wenig Extrafeuchtigkeit. Oder auf einem Wattepad geträufelt zur Babypflege oder als Massageöl für die Babymassage werde ich es einsetzen. Für meine Gesichtsreinigung habe ich das Baby Öl noch nicht verwendet, da ich mit meinem Mizellenwasser so zufrieden bin, aber das ist natürlich noch eine weitere Möglichkeit, wie man die Öle anwenden kann.


Und zu guter Letzt ein weiteres Öl, von dem ich sehr begeistert bin. Das Süßmandelöl von Melvita wird aus Mandeln, die in Spanien, Sizilien und Italien geerntet wurden, hergestellt. Mich macht schon dieser Punkt sehr zufrieden - gut für die Ökobilanz. Zu 99 % aus kontrolliert biologischem Anbau und zu 100 % aus natürlichen Inhaltsstoffen begeistert mich das Öl noch mehr. Es gibt dem Körper viel Geschmeidigkeit, es beruhigt und pflegt. Mir gefällt auch, dass in der Flasche nur 50 ml drin sind, denn dann gibt es eine reale Chance für mich, das Öl auch aufzubrauchen. Der Pumpspender ist außerdem sehr praktisch und das Öl ist so handlich, dass ich es auf Reisen mitnehme.


Alle drei Öle ziehen schnell bis sehr schnell ein und ich muss mir keine Gedanken machen, ob ich meine Kleidung damit einfette. Ich nutze Öle sowieso schon sehr gerne, für die Haare, beim Baden, im Gesicht als Tagsespflege oder als Nachtpflege und freue mich, nun auch wieder meinen Bauch regelmäßig einzuölen. Auch nach der Entbindung werde ich weiter ölen, damit ich die Rückbildung ein wenig unterstütze und meiner Haut auch in dieser Phase etwas Gutes tue.

So und nun bin ich sehr gespannt, welche Öle ihr in der Schwangerschaft nutzt? Oder hält ihr das für unsinnig?

Vor drei Jahren habe ich übrigens schon einmal über meine damaligen Öl-Favoriten geschrieben. Schaut doch dort auch nochmal rein.

18.03.2016

Der große Bruder


Normalerweise bemühe ich mich, nicht zu viel von Anton preiszugeben. Er ist mittlerweile ein kleiner Mensch mit eigenen Charakterzügen und für mich ist der Blog nicht der richtige Ort, um die Persönlichkeit meines kleinen Lieblingsmenschen zu erörtern. Es ist mir tatsächlich zu privat. Wenn ich über meine Gedanken zum Alltag oder zur Schwangerschaft schreibe, dann nehme ich die Verantwortung auf mich, hinterfrage das Geschriebene und stehe zu meinen Worten. Anton dagegen ist gar nicht in der Lage meine Texte zu beurteilen und deshalb möchte ich ihn auf diese Weise "schützen". Es gibt aber Themen, die ich nicht aussparen will. Und mich beschäftigt zur Zeit Antons neue Rolle in unserer Familie: Anton, der große Bruder.

Wenn man sich als Familie ein zweites (drittes, viertes,...) Kind wünscht, dann steht man zwangsläufig vor der Frage, wie das ältere Kind darauf reagieren wird. Ist das für die Familie gut, fühlt sich das ältere Kind ausgestoßen, freut es sich über das Geschwisterchen? Viele Fragen und Situationen gehen einem durch den Kopf. Als ich Freunden erzählt habe, dass wir noch ein Baby bekommen werden, hörte ich mehr als ein Mal: Anton wird bestimmt ein toller großer Bruder sein. Und ich habe mich gefragt, ob das denn stimmt.


Beobachtungen und Fakten

Anton ist aktuell 2 Jahre und 4 Monate alt. Wenn das Baby kommt, wird er 2 Jahre und 9 Monate alt sein.

Anton interessiert sich wenig für andere Kinder. Es sei denn, sie haben tolle Spielzeugautos. Dann interessiert er sich vor allem aber für ihr Spielzeug. Mir fällt immer wieder auf,  dass Anton bei den Treffen mit anderen Kindern eher alleine spielt. Erst dachte ich, dass er einfach ein bisschen schüchtern ist, doch dann fiel mir auf, dass er selbst bei der Tagesmutter nicht soo viel mit den Mädels agiert, sondern auch viel alleine macht. Es gibt immer wieder Ausnahmen, in denen ich ganz begeistert bin, wie "kooperativ" er doch sein kann, doch in den meisten Fällen ist er bei sich. Gut, er ist also aktuell eher ein Einzelgänger. Da kommt er definitiv nicht nach mir :-) Ich bin deshalb sehr gespannt, was die neue Situation mit ihm machen wird: vielleicht lernt er es, gerne mit anderen Kindern zu spielen oder er interessiert sich nicht für sein Geschwisterchen.

Anton braucht Zeit, um neue Situationen zu verinnerlichen. Die Geschichte mit dem Schnuller zeigte mir ganz eindeutig, dass es viel bringt, wenn wir Anton immer wieder einen Umstand erklären, dass wir ihm aber auch die Zeit geben müssen, die er braucht, um Veränderungen zu verstehen und zu verinnerlichen. (Wenn ich das richtig einschätzen kann, hat er das von Mama und Papa.) Deshalb ist es für uns ganz klar, dass wir Anton schon von Anfang an erzählen, was gerade passiert: Mama hat ein Baby im Bauch und das ist sein Geschwisterchen. Im Sommer, wenn es ganz heiß ist, kommt es auf die Welt und dann gehören zur Familie Papa, Mama, Anton und das Baby. Anton versteht diese Aussagen schon sehr gut. Wir sprechen also jeden Tag kurz darüber. Mir geht es gar nicht darum, dass er sich wie bolle auf das Baby freut, vielmehr soll er mit dem Gedanken vertraut gemacht werden, dass wir bald zu viert sein werden.

So war es für mich auch eine Selbstverständlichkeit, dass er von Anfang an von der Schwangerschaft bescheid wusste und auch beim ersten Ultraschall dabei war. Auch auf die Gefahr hin, dass er unser Geheimnis verraten konnte.


Großer Bruder Baby

Ich bin mir sicher, dass Anton in seinem Alter noch nicht einschätzen, welche Veränderungen dieses Baby wirklich für unsere Familie mit sich ziehen wird. Dass ich also meine Zeit und Aufmerksamkeit zwischen zwei Kindern aufteilen muss, dass ich nach der Geburt eventuell nicht so belastbar bin oder dass er irgendwann sein Zimmer und seine Spielsachen teilen muss. Ich glaube aber schon, dass er verstanden hat, dass sich etwas ändern wird.

Fast jeden Tag kommt er zu mir, zieht mir das Oberteil hoch und sagt Baby hallo sagen. Baby streicheln. Baby raus ist spielen. Baby nicht hauen. (Macht er nämlich manchmal ganz gerne.) Baby kommt heiß ist. Großer Bruder Baby.

Als der große Bruder vom Baby weiß Anton, dass er selbst kein Baby mehr ist. Er ist ein großer Junge. Ein großer Junge, der schon stark ist und bereits ganz viel gelernt hat. Und weil er ja schon so groß ist, lassen wir auch immer wieder "erziehungstechnisch" kleine Neuerungen einfließen. So erkläre ich ihm beispielsweise beim Wickeln, dass er doch nun ein großer Junge sei. Wenn das Baby komme, brauche es Windeln. Es sei ja auch ein Baby. Und Anton, ob er dann noch Windeln brauche? Er sei doch ein großer Junge!

Solche und ähnliche Formulierungen bringen zur Zeit noch keine Veränderungen, doch bin ich mir sicher, dass wir Anton ganz gut damit "abholen" können. Er versteht gerade sehr gut, dass er schon groß ist und wir deshalb auch ein paar Dinge von ihm erwarten können. Das bezieht sich jetzt gar nicht nur auf das Wickelthema, da lasse ich ihm seinen Rhythmus. Aber bei so leidigen Themen wie Gabel runterwerfen und nicht aufheben wollen funktioniert das ganz gut. Es klappt natürlich aber auch so gut, weil Anton gerade wirklich so weit ist, uns zu verstehen. Mir ist gleichzeitig bewusst, dass wir unseren großen Jungen nicht überfordern dürfen und dass auch er ein Kleinkind ist.


An einem Nachmittag, an dem wir mal wieder von Termin zu Termin gehetzt sind, zu spät waren, ich dann in zu viel Hektik einen Blogartikel fertigstellen wollte, aber die unaufgeräumte Küche im Hintergrund sah und mich auch noch meine Lateinhausaufgaben ärgerten, da legte ich mich irgendwann zu mein verschlafenes Kind ins Bett, das seinen Arm um mich legte und ganz friedlich da lag. In diesem Moment wurde mir wieder bewusst, zu wie viel Liebe ich fähig bin und dass ich ein zweites Menschlein genauso liebe/n werde. Ich bin so dankbar, dass ich Mutter von einem wunderbaren Jungen bin und dass wir bald unser zweites Kind kennenlernen dürfen.

Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt darauf, wie Anton auf das Baby reagieren wird, wenn es da ist. Ich glaube, dass er dadurch noch sehr viel Neues lernen wird und dass es seinem Charakter gut tut. Andererseits bin ich mir sicher, dass es nicht immer leicht für ihn sein wird. Wir haben uns noch Einiges überlegt, wie er auf das neue Familienmitglied eingestimmt wird, ohne sich ausgeschlossen oder weniger wichtig zu fühlen. Davon erzähle ich euch schon nächste Woche mehr.

16.03.2016

Ein Mädchen oder ein Junge?


Seit vier Wochen wissen wir es bereits und heute hat es sich beim Ultraschall erneut bestätigt:

Juhu, ein Bub!

Wir sind ganz begeistert und freuen uns so sehr über diesen kleinen Menschen. Ich bleibe eine Bubenmama und das finde ich ziemlich cool. Anton ist natürlich auch begeistert, vor allem aber wahrscheinlich deshalb, weil er der große Bruder vom Baby ist.


14.03.2016

CampusMum: Caro


In der Reihe CampusMum stelle ich euch Frauen vor, die neben Kind und Kegel noch ein Studium meistern. Ich frage sie nach ihrem wie, was und warum.


Ich freue mich so sehr, euch im heutigen CampusMum Interview eine weitere wunderbare Frau vorstellen zu dürfen. Durch einen gemeinsamen Bekannten bin ich schon vor einiger Zeit auf Caros Instagram Account gestoßen. Sie hat nicht nur zwei zuckersüße Kinder Olive (3 Jahre) und Astor (1 Jahr 9 Monate), sondern sie betreibt auch einen kleinen Etsy Shop mit selbst designten, bestempelten und genähten Kleidungsstücken für die Kleinen. Außerdem studiert die 26-jährige Zweifachmama und das ist für mich gerade ganz besonders interessant. Wie finden Frauen neben all ihren Beschäftigungen und zwei Kindern die Zeit für das Studium? Geht das überhaupt? Caro beweist, dass das natürlich alles ganz wunderbar funktionieren kann, wenn man die richtige Einstellung zu den Dingen hat. Mich haben ihre Antworten sehr bewegt, weil sie so zufrieden mit ihrem Leben wirkt. Seid ihr nun gespannt, was sie uns zu erzählen hat, wie sie ihren Alltag wuppt und welche wertvollen Tipps sie für uns hat? Dann, auf geht's!


Liebe Caro, ich freue mich sehr, dass du beim CampusMum Interview mitmachst! Erzähl’ uns doch bitte, was und wo du studierst.

Liebe Bettina, ich lese diese Interviews schon lange ganz gespannt und freue mich sehr, jetzt ein Teil der Reihe sein zu dürfen. Ich studiere momentan Frankreichstudien an der Freien Universität Berlin. Ich mache aber eigentlich nur ein paar wenige Kurse, um in meinen Wunschmaster zum nächsten Wintersemester reinzukommen. Den Bachelor habe ich in Italien gemacht. 


Wie teilst du deine freie Zeit zum Lernen ein? Empfindest du es gerade als sehr stressig?

Tatsächlich "freie" Zeit habe ich nicht viel. Das Lernen fällt dann durchaus mal hinten ab, aber generell lerne ich, wenn die Kinder in der Kita sind oder dann im Bett. Es ist schon gerade im Semester mal stressig. Dadurch, dass ich jeweils eine Stunde hin und zurück unterwegs bin, schaffe ich auch immer noch etwas in der Bahn. 


Wie ist deine typische Zeiteinteilung und euer normaler Tagesablauf?

Dieses Semester wird alles noch einmal ein bisschen anders, da ich noch einen Nebenjob an der Uni begonnen habe. Aber wenn auch von den Kursen her alles so passt, wie ich mir das vorstelle, dann arbeite ich 2 Tage und verteile meine Veranstaltungen auf die anderen 3 Tage. Bestenfalls während der Kita-Zeiten zwischen 10 und 16Uhr. Generell kann mein Freund mir auch nachmittags recht flexibel etwas abnehmen, da er Freiberufler ist, aber es ist auch mein Anspruch, die Nachmittage mit den Kindern zu verbringen. Abends, wenn sie schlafen, setze ich mich dann häufig noch an die Vor- und Nachbereitung von Seminaren und Vorlesungen. Oder ich mache dann bewusst nichts und genieße etwas Zeit für mich.  


Du bist während des Studiums schwanger geworden bist. Welche Erfahrungen hast du in diesen Monaten an der Uni gemacht? Hast du Elternzeit genommen?

Ich war zu der Zeit noch in Italien und habe da ausschließlich positive Erfahrungen gemacht. Meine Kommilitonen waren mit aufgeregt und wirklich herzerweichend aufmerksam - gerade am Anfang ging es mir nicht so gut und ich war nur müde und habe nichts geschafft. Da wurde ich immer unterstützt. Auch Dozenten waren sehr umsichtig, wenn ich für Untersuchungen mal gefehlt habe. Insgesamt war ich ja aber noch nicht so weit, sodass die Schwangerschaft keine große Rolle spielte. Ich habe im Juli die letzten Prüfungen geschrieben und meine Tochter dann im November zur Welt gebracht. Elternzeit oder Urlaubssemester habe ich nicht genommen, da ich mir die Möglichkeit offen lassen wollte, das Studium jederzeit abschließen zu können, was sonst nicht gegangen wäre. Ich habe ab August 2012 dann in Berlin gelebt, im Sommer 2013 noch eine Prüfung geschrieben und das Studium dann nach Verteidigung der Bachelorarbeit im März 2015 abgeschlossen.


Wie sieht die Betreuungssituation für deine Kinder aus?

Wir haben letztes Jahr im September sehr kurzfristig und unverhofft zwei Plätze in einem kleinen Kinderladen ganz in der Nähe bekommen. Der ist von 7.30-16.30Uhr geöffnet. In der Regel frühstücken wir mit den Kindern daheim und bringen sie um neun. Alle Termine und Angelegenheiten, die darüber hinaus gehen, teilen wir uns konsequent rein. Wir haben leider beide keine Familie in Berlin, sodass wir uns wirklich immer gut organisieren müssen. Glücklicherweise haben wir tolle Nachbarn, die ebenfalls einen Sohn haben und so können wir uns gegenseitig unterstützen.


Das klingt doch gut. Wie finanziert ihr eure Familie, den Alltag und die Extras?

Ich habe das Glück, Bafög zu bekommen. Zusammen mit dem Gehalt meines Freundes, meinem Nebenjob und Kindergeld kommen wir gut hin. Wir brauchen nicht viel. Ungeplante Anschaffungen wie eine neue Waschmaschine sind nicht schmerzfrei im Budget, aber wir haben uns bewusst dafür entschieden, um so flexibel wie möglich zu bleiben und trotzdem das Maximum an Zeit mit den Kindern zu haben. In ein paar Jahren kann das schon wieder ganz anders aussehen, für den jetzigen Zeitpunkt funktioniert es aber gut so. 


Ich finde es toll, dass du mit eurer Entscheidung zufrieden bist. Das ist das allerwichtigste! 
Du hast ja auch noch neben dem Studium und der Familie allerhand zu tun: du hast einen Hiwi-Job und betreibst einen kleinen Shop. Wie schaffst du das alles? Wie organisierst du dir deine freie Zeit, damit du allem gerecht wirst? 

Tatsächlich kommt irgendwas immer zu kurz. Meist der Haushalt. :) Aber ich finde das okay so. Die Priorität liegt immer bei den Kindern. Mindestens einer von uns beiden kann ihre Bedürfnisse immer auffangen. Ich könnte mir nicht vorstellen, das alles alleine zu wuppen. Wäre mein Freund nicht so flexibel und könnte auch noch den Hauptteil des Haushalts auffangen, könnte ich definitiv nicht so viele Projekte parallel laufen lassen.

Der Shop ist aus einer Leidenschaft entstanden und aus dem Bedürfnis, etwas zu erschaffen, kreativ zu sein. Etwas zu tun, das Resultate bringt. Das war für mich vor drei Jahren zunächst der perfekte Ausgleich zum Mama-Alltag, in dem man so viel macht und schafft - aber am Abend wenig davon sieht. Es hat sich dann konsequent weiterentwickelt, mehr und mehr liebe Menschen gaben mir sehr motivierendes Feedback zu meinen Sachen und so eröffnete ich im Juni letzten Jahres meinen Etsy-Shop. Nun ist in der Zwischenzeit noch das Studium dazugekommen und ein Nebenjob. Ich stelle momentan nur dann Dinge in den Shop, wenn ich auch wirklich Zeit habe, für andere zu nähen. Das ist natürlich seltener geworden. Die kreative Arbeit dahinter pausiert aber nie, selbst wenn ich nur Entwürfe oder Inspirationen in meinen Kalender kritzle. Aber genau das ist für mich der Gewinn dabei, ich empfinde es nicht als Arbeit. Ich glaube, so geht es mir tatsächlich mit allen Dingen: ich mache sie gern. Ich bin gern Studentin, Mutter, Hiwi, Shopbetreiberin. 


Caro, deine Einstellung gefällt mir so gut. Man merkt, dass du deine „innere Mitte“ gefunden hast :) Hast du vielleicht praktische Tipps für uns, wie bei dir die Alltagsorganisation abläuft?

Alles, was nicht unbedingt muss, bleibt vorerst liegen. Eigentlich wäre ich natürlich gern organisierter und strukturierter, aber ich brauche Deadlines und Druck. Und wenn der Druck nicht groß genug ist, mache ich einfach, was MIR gut tut. Ich bin bislang sehr gut damit gefahren. 


Und zu guter Letzt: kannst du uns wertvolle Erfahrungen und Tips mitgeben, die studierenden Eltern das Leben leichter machen können?!

Ich habe definitiv gelernt, um Hilfe zu bitten. Auch wenn ich sehr belastbar bin und irgendwie alles immer hinbekomme, tut es unfassbar gut, die Last etwas zu verteilen. 

Außerdem bin ich habe ich mich von ungesunden Ansprüchen an mich selbst verabschiedet. Als ich die Bachelorarbeit wieder und wieder geschoben habe, fühlte es sich zunächst wie eine Niederlage an. Weil quasi alle Kommilitonen mittlerweile abgeschlossen hatten. Es hat eine Weile gedauert, bis ich realisierte, dass mein Leben ein ganz anderes ist. Ich hab meinen Abschluss nicht TROTZ der Kinder geschafft. Ich habe den Abschluss geschafft UND ich ziehe zwei Kinder groß. Natürlich verschiebt das den Rahmen. Es interessiert in zehn Jahren keinen mehr, wie lange ich für den Bachelor gebraucht habe. Ob meine Kinder glücklich sind, dagegen schon. 



Das ist das perfekte Schlusswort! Caro, ich wünsche dir von Herzen, dass du deine tolle Einstellung behältst, dass dich deine Familie und deine Aufgaben weiterhin so zufrieden machen und dass du in den Master reinkommst, den du dir wünschst. Ich danke dir für’s Mitmachen und habt eine wunderbare Familienzeit in den USA.


Caro findet ihr auf Instagram unter dem Namen madamelinae und madamelinaedesigns sowie auf dem gleichnamigen Etsy Shop.



Alle bisherigen Interviews der Reihe CampusMum findet ihr hier. Und hier kommt ihr zu allen Artikeln, die sich mit dem Thema Studieren mit Kind beschäftigen.

11.03.2016

Das zweite Trimester: Gedanken zur Geburt


Nachdem ich mich eine lange Zeit gar nicht mehr mit dem Thema Geburt beschäftigt habe, tauchte das Thema vor wenigen Wochen wieder in mein Blickfeld. Ich lese schon seit mehr als drei Jahren regelmäßig Geburtsberichte. Meistens verdrücke ich ein Tränchen, manchmal bin ich nach der Lektüre ganz aufgelöst und in Gedanken. Nun bin ich wieder in der Situation, dass es mich nicht nur interessiert, wie andere Frauen die Geburten ihrer Kinder erlebt haben, sondern tatsächlich auch betrifft.

Mir fällt immer wieder auf, wie einschneidend doch dieses Erlebnis im Leben einer Mutter (und in irgendeiner, aber wahrscheinlich weniger heftigen Weise auch eines Vaters und des Neugeborenen) ist. In meinem Bekanntenkreis haben die meisten Frauen Geburten erlebt, bei denen nicht alles glatt lief. Oder zumindest nicht so verlaufen ist, wie sie es sich gewünscht hätten. Nicht wenige erlitten Geburtsverletzungen, einige Kinder mussten mit der Saugglocke geholt werden. Auf eine gewisse Art und Weise erlebten diese Frauen die Geburt als dramatisch oder sogar traumatisch.

Und wenn ich daran denke, wie es mir nach Antons Geburt ging, dann sehe ich auch, wie lange ich gebraucht habe, um dieses Ereignis zu verarbeiten. Dabei war die Geburt eigentlich nahezu komplikationsfrei und alles lief gut. Und dennoch gab es einige Momente, an denen ich nicht verstand, was mit mir passierte, oder warum mein Zustand gerade so war wie er war.


Momente der Unsicherheit während der Geburt

Nach einem frühzeitigen Blasensprung um 22 Uhr hatte ich erstmal keine Wehen. Natürlich machten wir uns entspannt gespannt zur Klinik auf, denn wir wussten: am nächsten Tag, am errechneten ET, würde Anton auf der Welt sein. Nach den ersten Untersuchungen und der Verlegung in ein Zimmer erlebte ich eine wirklich schlimme Nacht. Ich hatte im 5-10 Minutentakt Wehen, musste mich ständig übergeben und hatte Durchfall. Mein Körper spielte völlig verrückt. Diese Nacht war alles andere als erholsam. Und dann am Morgen der Befund: der Muttermund war erst 3 cm offen! Ich war körperlich bereits so fertig, dass ich nicht wusste, wie ich den Rest überstehen sollte. Und dann das Wissen, dass das keine geburtswirksamen Wehen waren. 

Natürlich kann ich im Nachhinein sagen, dass das garantiert keine Wehen waren, die kräftig genug waren, den Muttermund zu öffnen, aber wenn man eine Geburt noch nie erlebt hat, ist es doch wirklich schwierig einzuschätzen, wie sie sich anzufühlen haben. Ich wusste nur, nach dieser Nacht fühlte ich mich schrecklich und elendig, so richtig ausgezerrt und ohne Power.

Es gab noch weitere Situationen, die ich nicht einordnen konnte. Warum ich so lange am CTG angeschlossen war und deshalb weniger mobil war. Oder warum mir diese Hebamme nicht mehr erlaubte, noch etwas zu essen, obwohl ich seit dem Abendessen nichts zu mir genommen und dafür nur ausgebrochen hatte.


Die Geburt begleitet von Gefühlen des Glücks und der Angst

Aber es gab auch viele gute Momente, in denen ich das Gefühl hatte, dass es funktioniert und dass ich alles richtig mache. Im Nachhinein tut es gut, die Geburt zu reflektieren und zu verarbeiten. Mir wird immer mehr bewusst, was ich bei der nächsten Geburt gleich machen möchte und was unbedingt anders laufen muss. Der Vorteil ist, dass man eben erlebt hat, wie sich Wehen anfühlen, wie stark die Schmerzen sein können und wie hoch das eigene Schmerzempfinden ist. Und ein weiterer Vorteil gegenüber der ersten Geburt ist auch, dass ich gelernt habe, eine Löwenmutter zu sein. Ich stehe für mich und meine Kinder ein, ich kämpfe für unsere Rechte und frage nochmal nach, wenn ich die Ärztesprache nicht verstanden habe. Ich bin mir sicher, dass es Situationen bei der nächsten Geburt geben wird, die ich deshalb besser in Griff haben und verstehen werde.

Und gleichzeitig ist mir bewusst, wie unterschiedlich jede Geburt verläuft und dass eine gute erste Geburt überhaupt keine Garantie für eine gute zweite Geburt ist. (Wobei man natürlich für sich selbst definieren muss, was in diesem Fall gut bedeutet.) Das ist aber der Moment, an dem ich tatsächlich ein bisschen Bammel bekomme. Es sind keine Sorgen, die mich quälen oder umtreiben, aber wenn ich an das bevorstehende Ereignis denke, dann habe ich gerade doch etwas mehr als nur Respekt, ich habe ein bisschen Angst davor.

Das wird sich sicher legen. Ich beginne erst wieder, mich mit dem Thema zu beschäftigen und glücklicherweise hat man neun Monate, um sich auf das Baby, die Geburt und die Zeit danach einzustellen.

Ich habe vor einiger Zeit einen ausführlichen Artikel zum Umgang mit Schmerz geschrieben und einen ausführlicheren Geburtsbericht veröffentlicht. Das Thema beschäftigt mich also bereits seit langer Zeit. 

07.03.2016

Geschenkideen für (Neu-)Mamas: Körbe zum Verstauen


Spätestens seit Anton ein paar Monate alt war, wurden Körbe, Kisten und Boxen in unserem Haushalt unerlässlich. Nach und nach sammelte sich unglaublich viel Spielzeug an und damit es zumindest am Abend nicht mehr über die ganze Wohnung verteilt herumflog, sondern einen bestimmten Aufbewahrungsort hatte, schafften wir uns verschiedene Verstauungsmöglichkeiten an. 

Irgendwann vor Antons zweitem Geburtstag wanderten die Spielsachen in sein eigenes Kinderzimmer. Mir bleibt zwar manchmal beinahe das Herz stehen, wenn ich in diesen Chaos-Raum reinkomme, aber immerhin ist er der König seines Zimmers und kann sich dort nach Herzenslaune austoben. Und spätestens am Abend oder wenn Besuch kommt, setze ich mich mit Anton hin und sortiere die Bücher, Bauklötze, Duplosteine, Autos und Zugschienen in die für sie vorgesehenen Kisten.


Vor einiger Zeit sortierte ich auch alle Babyspielsachen und -bücher aus, um Platz für seine aktuellen Lieblinge zu schaffen. Auch diese kamen in Kisten. Antons Windeln liegen in zwei Körben, die Kindermedizin hat ihren Platz in einer Dose gefunden und sogar Antons Mützen und Schals sind in einem Korb im Wohnzimmer verstaut.


Ihr seht, ohne Körbe, Kisten und Boxen geht es bei uns nicht mehr. Ich bin gerade selbst wieder auf der Suche nach einem schönen Korb. Vor drei Jahren hatten wir noch einen großen Wohnzimmertisch mit praktischer Ablage, sodass ich alle Stillutensilien dort unterbringen konnte. Nun benötige ich eine andere Verstauungsmöglichkeit. Ich denke, dass sich Körbe, Kisten und Boxen prima als Geschenkideen eignen. Irgendwas findet sich immer, dass geordnet werden muss, egal ob für das Kind oder für die Mama.




04.03.2016

Die ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft: Was ziehe ich nur an?


Manchen werdenden Müttern stellt sich die Frage erst sehr spät in der Schwangerschaft, andere müssen bereits im zweiten Monat umstellen: Was ziehe ich nur an?

Schon immer ist der Umfang meines Bauches im Normalzustand eine Anzeige für mein Ess- und, Stressverhalten gewesen. Ich merke jeden Tag auf's Neue, ob meine Lieblingsjeans gut sitzt oder ob sie ein wenig kneift. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass bereits in der sechsten Schwangerschaftswoche mein Wintermantel ein bisschen spannte. Denn nicht nur die köstlichen Weihnachtsmenüs waren für den etwas größeren Bauchumfang verantwortlich, sondern eben auch Verdauungsprobleme mit Blähbauch, zu viel Orangensaft und die Mitternachtssnacks.

Irgendwie geht es doch schneller als in der ersten Schwangerschaft, wobei ich auch mit Anton schon sehr früh eine deutlich sichtbare Kugel hatte. In den ersten Monaten wollte ich die Schwangerschaft ja noch "verstecken" und so musste ich wohl oder übel noch mehr als sonst zu meinen schwarzen Oberteilen greifen. Und zu dicken Wollpullovern, in denen man von Grund auf eher rund aussieht.


Bei einer Bildunterschrift von minivoodoo auf Instagram musste ich sehr schmunzeln:
Maria schreibt von dieser doofen Übergangsphase, in der man nicht mehr so (schlank) aussieht wie normalerweise, sondern irgendwie zugelegt hat. Keiner wird dich fragen, ob du zugenommen hast, aber schwanger siehst du auch nicht aus.

A photo from the "could be a burger too many" phase. All moms to be probably know what I am talking about. You don't look your usual self, the clothes are getting very tight but there is nothing there to declare you obviously pregnant yet so all you are left with are oversized-looks which in my case were oftentimes layers. 🍩+🍰+🍔=👶🏽


Oh ja, so habe ich mich nun den ganzen Winter gefühlt. Lustigerweise wurde ich kein einziges Mal auf meine neuen Rundungen angesprochen. Für mich war es offensichtlich, dass ich schwanger aussehen musste, aber entweder war mein Umfeld einfach zu vertieft in eigene Angelegenheiten oder mir ist das Versteckspiel tatsächlich geglückt.

Glücklicherweise pass(t)en die Hosen noch ziemlich lange, doch zum Ende des ersten Trimesters begann ich ganz allmählich zumindest zu Hause den Hosenknopf aufzumachen oder die Jeans mit einer Leggins auszutauschen. Und zum ersten Mal probierte ich den Haargummi-Trick aus. Das funktionierte super und verhalf mir zu drei weiteren Wochen in meiner Lieblingsjeans.



Im ersten Trimester passten also noch die meisten meiner Klamotten in der normalen Größe, wobei ich darauf geachtet habe, dass sie etwas weiter geschnitten oder zumindest schwarz waren, damit ich die Schwangerschaft nicht verrate. Meine Lieblingsjeans passte noch und auch die meisten Röcke saßen gut. Ich habe viele Lagen getragen, mich wieder etwas mehr geschminkt, um frisch auszusehen und trug noch kein einziges Teil Umstandskleidung.

Im zweiten Trimester sieht das dann schon wieder ganz anders aus!

Und was trägt ihr im ersten Trimester? Setzt ihr euren Bauch schon in Szene oder versteckt ihr ihn auch, wie ich es getan habe? Ist euer Bauch schön rund oder seid ihr noch rank und schlank? Und kennt ihr das auch, dass ihr im ersten Trimester einfach nur rund, aber nicht schwanger ausseht?

02.03.2016

Über bewährte und eine ungewisse zukünftige Familiendynamik


Anton und ich fahren ungefähr ein Mal im Monat mit dem Zug eineinhalb Stunden zu meinen Eltern. Manchmal auch öfter. Wir zwei fahren sehr oft zusammen Zug, sodass wir eine gute Routine haben und die Fahrt uns beide nicht sehr anstrengt. Bei der letzten Fahrt zu meinen Eltern fragte ich mich, ob ich in Zukunft eher auf das Auto zurückgreifen werde oder tatsächlich mit beiden Kindern Zug fahren werde.


Wir haben in den letzten beiden Jahren eine wunderbare Familiendynamik entwickelt. Wir sind in fast allen Fällen ein eingespieltes Team. Wir haben uns als Familie sehr gut kennengelernt und wissen, wie wir ticken.

Unsere aktuelle Familiendynamik, die gut funktioniert

Glück hatten wir bei Anton zum Beispiel bei ein paar entscheidenden Fragen: er hatte früh einen festen Schlafrhythmus und schlief relativ bald durch. Er ist im Normalfall ein guter Esser, isst Senf und Oliven, mag Salat und Gemüse, isst ordentliche Portionen. (Na gut, er könnte sich auch nur von Nudeln mit Soße ernähren, aber er isst ansonsten das meiste von dem, was wir ihm anbieten.) Und das "gute essen" hat auch schon früh angefangen. Er hatte keine Saugverwirrungen trotz Brust und Flasche, trank früh abgepumpte Milch, sodass ich schon mit fünf Monaten ein Mal pro Wochen zur Uni gehen konnte. Und Anton ist ein Kind, das überhaupt kein Problem hat, auch mal zwei Tage bei Oma und Opa zu übernachten. Das macht es mir nicht schwer, Anton bei meinen Eltern abzugeben, wenn ein Date ansteht, die Tagesmutter Urlaub hat oder gerade wieder sehr viel für die Uni zu tun ist. Wir machen das nie leichtfertig, aber manchmal muss es ja wirklich sein.

Und im letzten Jahr - eigentlich schon früher, eigentlich schon, seitdem Anton auch von der Flasche trinken konnte - kam immer mehr von dem Gefühl der "Freiheit" wieder zurück. Es ist wunderbar, wenn wir wieder Zeit nur für uns haben, unabhängig von den typischen Abenden, an denen Anton schon schläft. Oder ich abends auf eine Ausstellungseröffnung gehen kann, weil mein Freund das Zubettgeh-Ritual sehr viel besser drauf hat als ich. Und wenn ich vormittags an unifreien Tagen entweder mache, was ich möchte oder mich auf die Uni konzentriere und lerne, dann merke ich, wie viel Zeit ich doch immer wieder für mich habe.

Diese freie Zeit ist ganz und gar nicht damit vergleichbar, wie es vor der Familie war. Denn "damals" konnte ich bis spät in die Nacht unterwegs sein, ausschlafen und meinen Tag einfach nach Lust und Laune planen. Oder manchmal einfach auch gar nicht planen. Aber dafür hatte ich etwas ganz Entscheidendes nicht: diesen wunderbaren kleinen Jungen. Der mich so zum Lachen bringen kann, der mir jeden Tag sagt, dass er mich lieb hat und der mich manchmal auch ganz schön auf die Palme bringt.

Und nun bin ich soo gespannt, wie das alles mit unserem zweiten Kind weitergehen wird.


Unsere ungewisse zukünftige Familiendynamik

Ich hatte im letzten Jahr tatsächlich sehr Respekt davor, dass ein neues Familienmitglied vielleicht unsere ganze Familiendynamik durcheinander bringen könnte. Das, was mir so wichtig geworden war, könnte doch aus den Fugen geraten. Die ersten Monate mit einem Baby sind schließlich irgendwie unberechenbar. Das Baby weint und wenn man die typischen Fragen (müde, Windel, Bauchschmerzen, zu viele Reize, Nähebedürfnis) geklärt hat und das Geschrei weiterhin anhält, ja, was hat es dann noch? So viele ungeklärte Fragen zu Beginn. Noch im letzten Jahr war ich mir manchmal gar nicht sicher, ob ich dieses Ungewisse nochmal wollte, ob das gut für unsere Familie wäre. Mittlerweile sind meine Sorgen nicht mehr präsent. Mir ist zwar bewusst, dass unser Baby ein zunächst unkontrollierbarer Teil unserer Familie darstellen wird, aber darüber mache ich mir kaum noch Gedanken. Wir werden eine ganz neue Art unserer Familiendynamik wiederfinden, die wahrscheinlich noch viel besser sein wird. Momentan freue ich mich einfach nur sehr auf diesen kleinen Menschen, der unsere Familie auf jeden Fall bereichern wird.