29.04.2016

Studieren mit Kind Kolumne auf Campus Mainz: Lateinkurse während des Studiums belegen: Gute Wahl oder schlimmste Qual?


Das Thema Studieren mit Kind kommt endlich wieder im Rahmen meiner neuen Kolumne auf Campus Mainz zur Sprache. Weil er dieses Mal nicht zu uni-spezifisch ist, möchte ich ihn auch hier mit euch teilen. Es geht vor allem darum, wie kompliziert es für Eltern ist, einen zusätzlichen Sprachkurs bzw. Lateinkurs an der Uni zu belegen.

Im Studium trifft man immer wieder neue Entscheidungen. Vor allem zu Beginn des Semesters fragt man sich, ob man dieses Seminar belegen oder sich einen freien Tag gönnen soll, ob man zu diesem Dozenten gehen möchte und wann ein Praktikum am sinnvollsten ist. Vor einigen Semestern traf ich eine folgenschwere Entscheidung, die mich bis in die vergangene vorlesungsfreie Zeit verfolgte: Ich belegte Latein.

In meinem Hauptfach gibt es ein Sprachmodul, für das man jede beliebige Sprache wählen kann und zwei Kurse erfolgreich bestanden haben muss. Wenn ich aus dem Bauch heraus entscheiden könnte, würde ich Italienisch wählen. 

Doch meine Vernunft siegte und ich wählte Latein. Als absoluter Planungsmensch wollte ich mir für meine Zukunft alle Optionen offen halten. Den Master in Kunstgeschichte kann man zwar in Mainz auch ohne Lateinkenntnisse abschließen, jedoch kann ich heute noch nicht sagen, wo ich meinen Master machen werde. An den meisten Universitäten benötigt man Lateinkenntnisse für den Master und so wollte ich das Sprachmodul dafür nutzen.


Zeitintensiver Anfängerkurs

Im Sommersemester 2015 begann ich dann also voller Zuversicht den Lateinkurs für Anfänger. Doch schon die Semesterplanung deutete an, wie die nächsten Monate laufen würden: In meinem sowieso schon recht knappen (Betreuungs-)Zeitfenster musste ich nun vier Semesterwochenstunden für Latein freihalten. In der Regel ist mein Sohn bis 14 Uhr bei der Tagesmutter, das bedeutet, dass ich im Schnitt zwei Veranstaltungen am Tag belegen kann.

Mich ärgerte nicht nur, dass die Zeit so knapp war, sondern auch, dass ich von drei Kursen nur einen einzigen auswählen konnte, bei dem beide Veranstaltungen am Vormittag stattfanden. Somit fielen sehr spannende Seminare in Kunstgeschichte für mich weg. Meine Devise lautete jedoch, Augen zu und durch. In diesem Semester hatte Latein Priorität. 

Dann begann der erste Kurs und ich merkte sehr schnell, dass meine Motivation alleine nicht genügte. Der bewusst frei gehaltene Dienstag reichte überhaupt nicht aus, um all die Hausaufgaben zu machen und Vokabeln zu lernen, gar noch um die Grammatik zu verstehen. So saß ich beinahe jeden Abend am Schreibtisch und kam irgendwie zurecht. 

In den letzten Wochen vor der Klausur, nachdem auch alle Referate gehalten waren, lernte ich noch einmal sehr intensiv. Jeden Abend bis 1 oder 2 Uhr nachts, mit kurzen Verschnaufpausen und unzähligen Merkzetteln. Plötzlich merkte ich, wie ich den Stoff verstand, im Unterricht wirklich mitkam und mir die Fleißarbeiten schon fast Spaß machten. Mein Ehrgeiz der letzten Wochen zahlte sich aus und ich bestand die Abschlussklausur mit einer überaus guten Fehleranzahl.


Überfordert mit dem Fortgeschrittenenkurs

Der zweite Lateinkurs stand an und ich musste mir gut überlegen, ob ich den Fortgeschrittenenkurs als vierwöchigen Intensivkurs in den Semesterferien machen wollte oder ein ganzes Semester dafür nutzen sollte. Da zwei wichtige und große Hausarbeiten in der vorlesungsfreien Zeit anstanden, entschied ich mich für die zweite Variante. Eins nach dem anderen. 

Das folgende Wintersemester stand leider unter keinem guten Stern. Es gab keinen einzigen Fortgeschrittenenkurs, der nur vormittags stattfand und so entschied ich mich für folgende Möglichkeit: Ich belegte die erste Hälfte des Seminars und musste dann nach der Hälfte der Zeit aufbrechen, um Anton abzuholen.

Weil ich somit regelmäßig fehlte, war ich nicht offiziell im Kurs angemeldet und durfte die Abschlussklausur nicht mitschreiben. Doch wollte ich unbedingt vermeiden, dass ich eine zu lange Lateinpause hatte. Denn es gab für mich noch die Möglichkeit, die Einstiegsklausur zu Beginn des Sommersemesters mitzuschreiben.

Aber nicht nur das störte. Mir ging sehr viel Input verloren. Ich bekam nicht mit, welche Hausaufgaben dran waren und verlor allmählich die Motivation und den Anschluss. Ich kam im Unterricht nicht mit, hatte oft falsche Übungsaufgaben gemacht und verstand die Grammatik nicht. 


Ratlosigkeit, Verzweiflung und ein Lichtblick

Am Ende des Semesters war ich ziemlich verzweifelt, denn ich wusste, dass ich die letzten Wochen eigentlich vergeudet hatte. In den vergangenen beiden Semestern hatten meine Interessen stark zurück stecken müssen, ich lernte fast jeden Abend und merkte doch, wie wenig ich eigentlich aufnahm. 

In der Zwischenzeit hörte ich aber von Studierenden anderer Fächer, dass sie für ihr Studium nicht das volle Latinum bräuchten, sondern “nur“ Lateinkenntnisse, also den Anfänger- und Fortgeschrittenenkurs, nicht aber den Lektürekurs plus die Latinumsprüfung. Für mich war das ein echter Lichtblick und ich klärte schnellstmöglich mit unserem Studienmanager, wie die Regelungen für unser Sprachmodul waren. Und tatsächlich: es reichen Lateinkenntnisse. Puh. Und auch an meiner Wunschuni für den Masterstudiengang erfuhr ich, dass in Zukunft nur Kenntnisse, nicht aber das Latinum erforderlich seien. Doppel Puh. Ein Stein fiel mir vom Herzen.

Doch eine Hürde musste ich noch meistern: Mir fehlte die Abschlussklausur des Fortgeschrittenenkurses. Weil ich keine Lust hatte, noch ein ganzes Semester mit Latein zu verbringen (und damit auch einen schlechten Stundenplan zu riskieren) und ich kaum auf meine raren Lateinkenntnisse zurückgreifen konnte, entschied ich mich dafür, den Semesterferienkurs zu belegen. Die Hausarbeit musste ich demnach innerhalb von vier Wochen (in meinem Fall nur vormittags) komplett schreiben, damit ich mich dann vier Wochen ausschließlich mit Latein beschäftigen konnte. 


Der Semesterferienkurs als Rettung

Wenn man bedenkt, dass Schüler auf dem Gymnasium denselben Stoff innerhalb von vier Jahren lernen, den wir in vier Wochen lernen sollen, dann ist das verrückt. Dennoch war dieser Kurs meine Rettung. Es begann schon damit, dass wir einen Dozenten hatten, dessen Vermittlungsmethode für mich genau richtig war. Auch die Kürze der Zeit war nicht ganz unwesentlich. Man wusste, dass in vier Wochen alles vorbei war. Und der Stoff blieb natürlich im Kopf.

Doch es hatte auch für mich den Nachteil, dass ich morgens an der Uni im Kurs saß, nachmittags die Zeit mit meinem Sohn verbrachte und mich erst ab 20 Uhr an den Schreibtisch setzen konnte. Mir blieben also im Schnitt drei bis vier Stunden, um alle Hausaufgaben, Lerneinheiten, Wiederholungen und Grammatikübungen zu machen. Das ist leider sehr wenig Zeit für Latein.

Ich habe die Tage bis zu meiner erhofften Freiheit gezählt! Gleichzeitig machte ich mir auch einen Notfallplan, denn immer wieder verließ mich die Hoffnung auf ein gutes Ende. Zum ersten Mal im Studium erlebte ich echte Verzweiflung. Ich wusste zwischenzeitlich nicht, wie ich all das schaffen sollte. Zudem wurde Anton auch noch für zwei Tage krank und musste zu Hause bleiben. Das hieß für mich, dass ich zwei Tage im Kurs fehlte und mir alles selbst aneignen musste.

Am Gründonnerstag stand dann die entscheidende Klausur an. Entweder ich bestand mit ganz viel Glück und den Grammatikregeln, die ich gelernt hatte, oder ich würde mich einer anderen Sprache zuwenden und Latein abwählen. Zwei Tage später kam dann die Email: Bestanden. Sehr knapp. Und doch, bestanden. Ich bin durch die Stadt gehüpft und habe mich riesig gefreut, als ich diese Nachricht bekam. Endlich: (Hoffentlich) nie wieder Latein.


Fazit

Auch wenn ich persönlich Latein als große Belastung empfunden habe und letztlich nur mit Ach und Krach bestanden habe, weiß ich, dass es manchen anderen Studierenden leichter fiel und sogar Spaß machte. Obwohl ich ein sehr fleißiger Mensch bin, ist es mir sehr schwer gefallen, ein Jahr lang jeden Abend Latein zu lernen und dabei motiviert zu bleiben. 

Machbar ist es dennoch. Es gibt ein paar Dinge, die ich im letzten Jahr gelernt habe und ich möchte sie mit dir teilen. 

Denn das letzte Semester zeigte mir, dass meine Motivation und mein Wollen einfach nicht ausreichten. Latein zu lernen, ist schon hart genug, mit Kind ist das noch viel schwerer. Zum einen bin ich nicht der Typ, der in kurzer Zeit viel auswendig lernen kann. Zum anderen fehlen mir die Nachmittage zum Lernen. Und außerdem bin ich häufig abends einfach nur sehr müde, wenn ich den ganzen Nachmittag auf dem Spielplatz verbracht habe. 

Wenn du dir überlegst, auch an der Uni Latein zu lernen, habe ich hier noch einmal in Kürze ein paar Punkte, die dir vielleicht helfen können.

Welche Lateinkenntnisse sind in deinem Fach erforderlich? Brauchst du das Latinum oder nur die Grundkenntnisse?
Wenn man relativ gut beim Anfängerkurs mitkommt, empfiehlt es sich, den Fortgeschrittenenkurs in den Semesterferien zu belegen. Wenn alles gut läuft, hat man bereits nach einem Jahr sein Latinum in der Tasche. Ein weiterer Vorteil ist auch, dass man während der vorlesungsfreien Zeit nicht den gesamten erlernten Stoff wieder vergisst. 
Gerade bei Eltern: Wie viel effektive Lernzeit kannst du aufbringen? In wie vielen Semestern möchtest du das Latinum geschafft haben? 
Bedenke, dass du in kurzer Zeit sehr viel auswendig lernen musst.


Übrigens waren die letzten drei Semesterferienwochen echte Ferien. Ich hatte keine weiteren Abgaben, musste nichts lesen und für keine Prüfung lernen. So kann ich nun erholt in das neue Semester starten!

27.04.2016

Danke // Giveaway


Ich möchte mich bei euch bedanken. Es ist unglaublich, wie toll diese "Mama-Community" doch funktioniert. Was anfangs noch aus einem Trieb des Verarbeitens geschah (Waaaas?! Ich bin schwanger?! Und jetzt?!), ist nun ein Teilen unter Freunden und Bekannten und natürlich auch Unbekannten geworden. Dinge, die ich aufschnappe, die wir erleben oder die mich umtreiben, mit euch zu teilen ist eine echte Freude. 

Gerade seit der zweiten Schwangerschaft bekomme ich so viel Rückmeldungen und Zuspruch von euch und das berührt mich sehr. Und auch wenn es etwas ruhiger mit Themen um den großen Sohnemann geworden ist, verändern sich die Themenschwerpunkte auf dem Blog genauso wie sich die Lebensinhalte verändern. Die Schwangerschaft gerät dadurch etwas stärker in den Fokus, das Studium mit Kind(ern) bleibt nach wie vor aktuell und zeitnahe Angelegenheiten werden immer ihren Weg auf den Blog finden.

Nun möchte ich mich aber für eure tolle Unterstützung bedanken. Ihr seid wunderbar. Ich danke euch für jede Freundschaft, die entstanden ist, für jede einzelne Mail, die ich bekomme, jede Antwort ob hier, auf Facebook, Instagram oder privat, jeder Gedankenanstoß und für jeden Klick. Es macht so viel mehr Spaß, wenn man seine Gedanken teilen kann.


Aber nicht nur Worte sollen meine Dankbarkeit ausdrücken, sondern auch ein kleines Giveaway, das ich unter euch verlosen möchte. Ich hatte bereits vor ein paar Wochen das wunderbare Baby Oil von Sophie la Girafe in einem Blogpost vorgestellt. Es gehört zu den drei liebsten Ölen, die ich zur Zeit für meinen Babybelly nutze. Das hochwertige Öl ist ein echter Allrounder - die besonderen Inhaltsstoffe sind nicht gut für das Baby, sondern eben auch für den wachsenden Babybauch und den kleiner werdenden Postschwangerschaftsbauch, für Frauen, die sich nach dem Duschen gerne einölen und ihre Haut damit pflegen wollen.


Bedingungen 

Wenn ihr an der Auslosung für dieses tolle Baby Oil mitmachen wollt, dann schreibt unter diesem Blogpost mit gültiger Emailadresse, damit ich euch erreichen kann und/oder unter diesem Facebook-Post bis Sonntag, den 02.05.2016 einen Kommentar. 
Jeder Kommentar aus Deutschland wird berücksichtigt.

Der Gewinner dieses Giveaways wird am Sonntag, 02.05.2016 um 20 Uhr ausgelost und auf allen drei Kanälen bekannt gegeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Viel Glück!

Und von Herzen DANKE dafür, dass ihr mitlest, mitfiebert und mitschreibt.


25.04.2016

Paris mit Kind: Aktivitäten / Teil 2




Eis essen

Welches Kind isst nicht gerne Eis?! Nachdem ich Anton schon zu Hause versprochen hatte, dass wir in Paris ein (!) Eis essen würden, fragte er immer wieder danach. An einem sonnigen Nachmittag fanden wir das sehr angemessen und freuten uns über einen gemeinsamen Becher Vanille-Himbeer-Schoko-Eis bei Amorino in Saint-Germain-dés-Près. (Es gibt aber auch weitere Filialen, zum Beispiel im Marais.) Es gibt natürlich dort noch soo viele andere leckere Sorten.

Diese Eisdiele ist aber nicht die einzige Kult-Eisdiele von Paris. Auf der Insel Saint-Louis (die Kathedrale Notre-Dame liegt auf der größeren Insel in der Seine) steht auch die bekannteste Eisdiele von Paris mit dem Namen Berthillon
Aber letzten Endes geht es ja nur um den Becher Eis. :)


Palais Royal

Das Palais Royal liegt sehr zentral und ist mit der Métro, mit dem Bus oder zu Fuß wirklich gut erreichbar. (z.B. M7: Palais Royal - Musée du Louvre). In diesem Stadtpalast lebten einst Kardinal Richelieu und später auch der Duc d’Orléans, der eine der größten Kunstsammlungen Frankreichs im 17. Jahrhundert aufbaute. Heute ist das Kultusministerium und der Verfassungsrat dort untergebracht. Richtig spannend ist der Palais Royal aber wegen seines tollen Gartens und Innenhofes. Im ersten Teil stehen die berühmten Säulen des Künstlers Daniel Buren. Sie sind ein beliebtes Fotomotiv und ich war selbst schon ganz gespannt, wie diese Arbeit live wirken würde. Und ich bin total begeistert. 

Aber auch Anton hatte seinen Spaß. Er kletterte auf die tiefstehenden Säulen und übte das Springen. Und wie gut er das machte! Der Vorhof ist ein Paradies für Kinder, die hier herumtoben, klettern und springen können.

Es folgen zwei Brunnen mit verspiegelten Kugeln und Tauben, die sich dort erfrischen. Sogar hier blieb Anton immer wieder stehen und war begeistert von seinen runden Spiegelbildern. Geht man in den Garten, gibt es auch hier Raum zum Entdecken und Herumtoben. Für die Eltern empfehle ich den sehr guten Cortado im Café Kitsuné. (So ein Cliché!)  







Le Bon Marché

Und noch ein Ziel, das zwar nicht nachmittagsfüllend ist, aber von dem vielleicht Eltern UND Kind etwas haben. Das Bon Marché ist ein sehr großes Kult-Einkaufshaus. Normalerweise mag ich so große Geschäfte nicht, doch dieses Haus ist definitiv einen Besuch wert.

Im linken Haus befindet sich die Grand Épicerie de Paris, in der man allerlei Köstlichkeiten aus der ganzen Welt kaufen kann. Schaut euch hier mal die Pasta- oder die Smoothieabteilung an. Ich lief mit wässrigem Mund und großen Augen durch die Gänge und konnte mich für nichts entscheiden. Im rechten Haus werden vor allem hochpreisige Kleidung, Accessoires und Kosmetik verkauft. Hier gibt es aber auch eine wundervolle Papeterieabteilung und ein tolles Café.

Im rechten Haus befinden sich auch die berühmten Rolltreppen. Und hier war der Clue: während ich (natürlich so schnell wie möglich :-) ) durch die Abteilungen stöberte, fuhren mein Freund und Anton pausenlos die Rollentreppen hoch und runter. Anton hatte so einen Spaß und fordert nun in jedem Geschäft eine Rolltreppenfahrt ein. 


Tauben auf dem Vorplatz von Notre-Dame

Die Kathedrale Notre-Dame ist eine der vielen Touristen-Highlights von Paris. Und obwohl ich schon so oft dort war, ist sie für mich auch immer noch ein Anziehungspunkt. Vor allem, wenn die Sonne gerade untergeht. Dann wird die Kirche in die schönsten, warmen Farben getaucht.

Dieses Mal beabsichtigten wir gar nicht, sie uns anzusehen, doch führte unser Weg von Saint-Germain-dés-Près auch an der Ile de la Cité vorbei (das ist die Insel, auf der Notre-Dame steht). Auf dem Vorplatz gehen drei Männer auf und ab, die wohl jeden Tag die unzähligen Tauben füttern und eine Touri-Attraktion darstellen. Wenn man möchte, bekommt man Körner in die Hand (oder auf den Kopf…) und plötzlich fliegen alle Tauben auf einen zu. Was ich eher beängstigend finde, mögen manche Leute sehr gerne und so schart sich immer eine Menschenansammlung um diese drei Männer und die vielen Tauben. 

Anton konnte hier losrennen und Tauben „jagen“. Ihm war die Masse an Tauben auch nicht immer geheuer, aber nach dem langen Spaziergang freute er sich sehr, wieder loslaufen zu können. 



Place des Vosges

Von den Pariser Parks und Spielplätzen erzählte ich euch schon. Neu war mir, dass auf dem Place des Vosges im Stadtteil Marais ein Sandkasten und ein Klettergerüst (für etwas größere Kinder) stehen. Auf unserem Heimweg hielten wir noch kurz ein, saßen am Brunnen und genossen das warme Wetter. 

An einer Stelle wurde ein tiefer Sandkasten eingelassen, was mich total freute. Wir hatten zwar nicht mehr allzu viel Zeit, doch konnte Anton ein wenig mit den französischen Kindern im Sand spielen.


Karussell fahren

Leider schafften wir es in diesen Tagen nicht, auf ein schönes, altes Karussell aufzusteigen. Irgendwie stimmten die Augenblicke nicht oder wir hatten schon etwas anderes Tolles vor. Die Karusselle von Paris sehen unglaublich schön aus und stehen überall in der Stadt verteilt, beispielsweise auch im Jardin des Tuileries. 


Jardin des Tuileries

Auch in den Jardin des Tuileries haben wir es nicht mehr geschafft. Ich liebe diesen Park sehr, der sich zwischen dem Louvre und der Place de la Concorde erstreckt. Er ist auch ein toller Ort, um sein Kind einfach laufen und toben zu lassen.

Neben den tollen Springbrunnen und den grünen Stühlen, die überall verteilt stehen, soll es hier auch noch Trampoline geben, auf denen die Kinder kostenlos springen können. Anton hätte daran sicher seine Freude gehabt. Doch wird das ein Ziel für unseren nächsten Urlaub bleiben müssen.


Métro und Bus fahren

Es gibt noch eine Sache, die so einfach ist, die aber Kindern (und vor allem Anton) unglaublich viel Spaß machen: Métro und Bus fahren!

Die Nachteile des Métrofahrens und die Vorteile des Busfahrens werde ich euch bald noch erläutern, aber hin und wieder ist man auf die Verkehrsmittel angewiesen und dann ist es doch gut, dass solche Fahrten sehr spannend für die Kinder sind.

Die Métrolinie 1 zum Beispiel wird komplett automatisch betrieben. Man kann also ganz vorne, direkt an der Scheibe fahren. Glücklicherweise fährt sie auch viele beliebte Stationen in der Innenstadt an. Auch an den Métrostationen fand Anton es wie an jedem anderen Bahnhof auch unglaublich interessant, dass Züge ein- und ausfuhren. Einmal blieben wir sogar mehrere Minuten und stiegen in keine Métro ein, sodass Anton einfach nur schauen und sich freuen konnte. 

Auch das Busfahren funktioniert sehr gut. Anton hatte seinen eigenen Platz und schaute aus dem Fenster. Er saugt dann förmlich alles auf, was er sieht und kommentiert es. 

Ich bin sehr froh, dass wir mit diesen Fahrten im wahrsten Sinne des Wortes vorankamen und Anton gleichzeitig damit kindgerecht für eine gewisse Zeit beschäftigen konnten.


Das sind doch schon eine ganze Menge Aktivitäten, die man gemeinsam mit Kind machen kann, oder? Zu kurz kam definitiv das Bummeln und Shoppen, doch das hatten wir bereits zu Beginn der Reise einkalkuliert und deshalb war das auch völlig in Ordnung für mich. Die meiste Zeit verbrachten wir auf Spielplätzen - in einer unglaublich schönen Umgebung.

20.04.2016

Paris mit Kind: Aktivitäten / Teil 1


In der vergangenen Woche waren wir als Familie für ein paar Tage in Paris. Paris ist meine Herzensstadt - ich war schon in den unterschiedlichsten Lebenssituationen in dieser wunderschönen Stadt und sie bedeutet mir unglaublich viel. 

Bevor wir die Reise antraten, überlegten wir zwei Mal, ob wir diesen Städtetrip wirklich mit Anton gemeinsam machen wollten. Der letzte Paris-Urlaub mit ihm lag zwei Jahre zurück (ihr erinnert euch an meine Berichte?) und seitdem hatte sich viel getan. Anton begnügt sich nicht mehr nur mit Im-Wagen-Sitzen und Durch-die-Gegend-Schauen. Er will laufen und springen, feste Mahlzeiten essen, auf Spielplätzen rumturnen und findet ausgedehnte Spaziergänge eher langweilig. Es ist selbstverständlich, dass ein zweieinhalb Jahre altes Kind eine ganz andere Art der Action benötigt und das ist auch gut so. Mir schien es allerdings für die Planung eines Städtetrips zunächst als „Hindernis“.

Nachdem aber der Entschluss gefasst war, dass wir als Familie verreisen wollten, stellte ich einfach einen Hebel im Denken um. Das würde schon großartig werden. Ich kann natürlich nicht damit rechnen, dass es der absolut entspannteste Urlaub wird, auch nicht, dass ich nur an den Orten sein werde, die mir gut gefallen, aber ich kann mir sicher sein, dass wir als Familie noch weiter zusammenwachsen werden, eine schöne Zeit erleben und ich immerhin in Paris sein werde. Familienalltag in Paris, das ist doch toll!

Mir tat es gut, dass ich mich mit der Situation bereits zu Hause auseinandersetzte und mir überlegte, was wir als Familie in Paris tun könnten, damit alle etwas davon haben würden. Ich hatte keinen fertigen Plan, aber dennoch genug Adressen und Ideen, Öffnungszeiten und Métro- bzw. Busstrecken parat, damit wir alle auf unsere Kosten kommen würden. Ich möchte euch gerne ein paar dieser Erfahrungen mitgeben.


Spielplätze

Wir planten mindestens zwei Spielplatz-Aufenthalte am Tag ein. Anton konnte sich austoben, hatte seinen Spaß und wir im besten Fall ein wenig Ruhe. 

Es gibt eigentlich überall in Paris Spielplätze. Immer wieder befinden sich auch kleinen Inseln abgezäunte Spielplätze. Mir hat Einiges an Ihnen sehr gut gefallen: Der Boden ist sehr weich und federt die Kinder gut beim Springen ab. Die Klettergerüste sind sehr stabil und sehen hochwertig aus. Sie sind aus Plastik, aber wirken viel gepflegter als in Deutschland. Gut hat mir gefallen, dass auf jeden Spielplatz mehrere Gerüste stehen, die für Kinder aller Altersklassen geeignet sind. Sie werden auch immer mit Aufklebern beschriftet, die das entsprechende Alter anzeigen. Die Gerüste sind außerdem nicht nur zum Klettern und Rutschen gut, sondern haben auch viele weitere Features wie Drehelemente oder Hörrohre. Anton liebte die Wippen und die Sandkästen. Auffällig ist, dass ich kaum Schaukeln gesehen habe. Obwohl Anton sehr gerne schaukelt, hat er diese aber nicht vermisst, weil es so viele interessante Elemente gab.

Spannend war auch zu beobachten, dass die Kinder eher am Nachmittag mit ihren Tagesmüttern auf den Spielplätzen zu sehen waren. Nur am Sonntag kamen alle Familien aus ihren Häusern gekrochen und die Spielplätze waren brechend voll. Aber es war auch so schön zu sehen, wie sehr die Familienzeit zelebriert wurde. 

Das Schönste für mich war, dass Anton so unglaublich entspannt war. Er liebte diese Spielplätze! Er tobte herum, saß mit den französischen Kindern gemeinsam auf der Wippe und rief au revoir oder bon voyage!








Jardin du Luxembourg

Es gibt in Paris unzählige Parks, die alle ganz wunderbar sind für einen Spaziergang, zum Verweilen und Träumen. Der Jardin du Luxembourg ist (auch ohne Kinder) wunderschön. Man denke nur an den tollen Medici-Brunnen. Mit Kind hat der Park aber eine neue Bedeutung bekommen. Die weiten Wege sind perfekt, um loszurennen und man kann überall picknicken. Bekannt sind auch die kleinen Boote, die in einem Springbrunnen schwimmen. Die Kinder können sie mit Stöcken antreiben. Außerdem befindet sich hier ein kleines Kindertheater, das wir nicht aufgesucht haben. (Eintritt 6,00 €) Im Nachhinein habe ich auch noch gelesen, dass sogar Ponyreiten angeboten wird.

Für uns war vor allem der große Spielplatz in der südwestlichen Ecke des Parks interessant. Zum ersten Mal habe ich es erlebt, das ein Spielplatz Eintritt kostet, doch hat sich diese Mini-Investition meines Erachtens gelohnt. Das große Gebiet ist eingezäunt und es gibt Toiletten. Und zahlreiche Wippen, Gerüste, Rutschen und einen Sandkasten für Kinder jeden Alters. Auch an die größeren Kinder ist gedacht. Sie haben große, altersgerechte Gerüste. Wir verbrachten hier zwei oder drei Stunden, weil es Anton so gut gefiel, und verlegten unser Mittagspicknick auf eine der zahlreichen Bänke.


Eintritt: für Kinder 1,50 €, für Erwachsene 2,50 €.













Jardin d’Acclimatation

Der Jardin d’Acclimatation liegt leicht außerhalb der Périphérique, also außerhalb von Paris, in der Bois de Boulogne, einem Grünviertel, das zu den größten Stadtparks der Welt zählt. Von unserem Wohnort betrug die Fahrtzeit rund 45 Minuten (was aber in Paris gar nicht so unüblich ist).

Der Jardin d’Acclimatation ist eine Art Freizeitpark, das viele unterschiedliche Aktivitäten und Attraktionen miteinander vereint. Ich habe mich vorher gefragt, ob es denn wirklich sinnvoll ist, in einen extra für Kinder angelegten Park zu gehen oder ob uns nicht die Spielplätze ausreichen. Ich hatte jedoch so viel Gutes darüber gelesen, sodass ich diesem Ausflugsziel eine Chance geben wollte.

Und es lohnte sich! Anton hatte unglaublich viel Spaß und schlief danach sogar im Kinderwagen ein, weil er sich so ausgepowert hatte. (Das passiert sonst nur noch sehr selten.)

Nachdem man einen kleinen Eintritt bezahlt, hat man zu vielen Attraktionen freie Fahrt. Es gibt auch die Möglichkeit, eine Art carnet, ein Heft mit Gutscheinen zu kaufen, und einzelne Gerätschaften mit ein oder zwei Gutscheinen zu „bezahlen“. Darunter fallen zum Beispiel zwei, drei kleinere (Wasser-)Achterbahnen, Touren mit Dromedaren, Kirmes-ähnliche Fahrgeschäfte, Kletteranlagen oder Trampoline. Für kleine Kinder ist das gar nicht spannend. Nur bei den Trampolinen tat es mir leid, Anton geschickt ablenken zu müssen, weil wir noch viel anderes vorhatten:

Es gibt nämlich noch ganz viel in diesem Park, das auch schon für kleine Kinder sehr interessant ist. Es begann tatsächlich schon am Eingang, als uns der erste Pfau und die erste Ente über den Weg liefen. Immer wieder gibt es Orte, an denen Tiere ihr Zuhause finden. Ziegen grasen auf einem Hügel, Pferde werden von Kindern beritten, Hühner laufen frei herum, es gibt Hasenställe, große Ochsen, Schwäne, Enten, Schweine, ach, einfach alles, was man aus den heimischen Tierparks kennt. Und sogar einen Bären! 

Dann ganz wunderbare Spielplätze. Zum ersten Mal in Paris habe ich Schaukeln gesehen, wieder tolle Gerüste, sich drehende Bagger, in denen Kinder Sand schaufeln können, sogar Holzgerüste, Karusselle und so viel mehr. 

Direkt am großen Spielplatz befindet sich auch ein Häuschen, mittwochs, samstags und sonntags um 15 und 16 Uhr Kindertheaterstücke gezeigt werden. Anton hatte sich schon lange auf diesen Moment gefreut. Und obwohl er kein Wort Französisch versteht, hat er die Geschichte doch so weit verstanden, dass ein Bösewicht ein goldenes Ei klauen wollte und der Kasperle ihn erwischt hatte. Es war so lustig. Und das Théâtre de Guignol zu besuchen, ist mein absoluter Tipp! Aber lest weiter unten mehr dazu.

Was es in dem Park sonst noch gibt? Viele kleine Pavillons mit Restaurants, eine Mini-Eisenbahn, die durch den Park fährt, Spiegel, die alle möglichen Körperformationen machen, ordentliche Toiletten für Erwachsene und Kinder und noch vieles mehr.

Wenn es einem also weniger darum geht, dass man durch Paris läuft, sondern bewusst einen Ausflug mit den Kindern plant, dann ist dieser Park perfekt. Hier kann man wirklich den ganzen Tag verbringen und sehr vieles entdecken. Für Anton war das der reinste Spaß und deshalb ging es uns auch sehr gut.

Eintritt: Kinder ab 3 Jahren und Erwachsene 3,00 €, ein Carnet mit 15 Tickets (für die Attraktionen usw.) 35,00 €, eine kleine Zugfahrt 2,90 €. Alle weiteren praktischen Infos und den Lageplan findet ihr hier












Théâtre de Guignol

Seitdem wir mit Anton in unserem Ort in einem Kindertheater waren, liebt Anton das Theater und fragt uns oft danach. Ich wusste, dass es in Paris einige Théâtres de Guignol gibt, die französische Art des Kasperletheather, so dass wir uns vornahmen, in Paris eines zu besuchen. Auf dieser Webseite findet ihr alle Informationen. 

Anton war wirklich hellauf begeistert vom Théâtre de Guignol, als wir eine Vorstellung im Jardin d’Acclimatation besuchten. Im Gegensatz zum deutschen Kinder- oder Kasperletheater merkte ich ihm natürlich schon an, dass er vieles nicht verstand, aber er machte dennoch richtig toll mit und schaute einfach zu, wie sich die anderen Kinder benahmen. Das Stück dauerte nur eine halbe Stunde (gefühlt viel kürzer) und unser zweieinhalb jähriger Wirbelwind konnte von Anfang bis zum Schluss gespannt sitzen und zuschauen.

Bei allen Stücken empfiehlt es sich, rechtzeitig vorher da zu sein, um einen guten Sitzplatz zu bekommen.

Eintritt: je nach Theater kostenlos oder mit Eintritt


Bald erzähle ich euch, was wir noch gemeinsam in Paris erlebt haben.

12.04.2016

Buchtipp: Hallo Baby, wann kommst du?



Für unseren Alltag mit Anton sind Bücher essentiell. Ich bin sehr froh, dass unser Sohnemann eine kleine Leseratte ist und ich somit auch immer nach Nachschub schauen darf. Er hat schon viele Situationen des Alltags besser verstanden, weil er sie aus einem Buch kannte und es dann auf die neue Situation spiegeln konnte.

Deshalb bin ich auch ganz begeistert, euch heute ein Buch vorzustellen, dass die vielleicht einschneidendste Veränderung im Leben eines Kindes thematisiert. Was passiert, wenn die Familie Zuwachs bekommt? Das Kinderbuch Hallo Baby, wann kommst du? greift viele wichtige Momente während der Schwangerschaft und der ersten Tage nach der Geburt des zweiten Kindes auf. 

So erklärt es, wer im Bauch der Mama rumturnt, was man beim Vorsorgetermin beim Frauenarzt macht oder dass das Baby einen Namen bekommen wird. Angeschnitten wird auch, dass das Baby viel schläft, trinkt und weint. Dass das ältere Kind schon zu groß für seine Wiege und seine Strampler ist und dass er aber auch schon sein Geschwisterchen trösten kann. 

Der große Bruder steht immer im Mittelpunkt der Geschichte. So können sich Kinder in Antons Alter mit dem Jungen identifizieren und erfahren, was auf sie zukommen wird.

Es gibt viele Bücher, die ich selbst sehr gerne vorlese, die Anton aber gar nicht so spannend findet. Bei diesem Buch ist es jedoch nicht der Fall. Ich lese ihm die Texte vor und erkläre ihm die Bilder. Häufig erzähle ich ihm auch, wie das bei uns ist. Wer zum Beispiel auf ihn aufpassen wird, wenn wir ins Krankenhaus gehen werden oder dass uns die Frauenärztin ein Foto vom Baby mitgibt. Ich merke, wie aufmerksam Anton ist und dass er das Buch wirklich versteht.

Bei der letzten Seite werde ich dann jedes Mal ganz emotional. (Ja, die Hormone!) 
"Du bist ein toller großer Bruder!", lobt ihn Papa. Mama nickt. Und Julian wird vor lauter Glück ganz warm.