20.04.2016

Paris mit Kind: Aktivitäten / Teil 1


In der vergangenen Woche waren wir als Familie für ein paar Tage in Paris. Paris ist meine Herzensstadt - ich war schon in den unterschiedlichsten Lebenssituationen in dieser wunderschönen Stadt und sie bedeutet mir unglaublich viel. 

Bevor wir die Reise antraten, überlegten wir zwei Mal, ob wir diesen Städtetrip wirklich mit Anton gemeinsam machen wollten. Der letzte Paris-Urlaub mit ihm lag zwei Jahre zurück (ihr erinnert euch an meine Berichte?) und seitdem hatte sich viel getan. Anton begnügt sich nicht mehr nur mit Im-Wagen-Sitzen und Durch-die-Gegend-Schauen. Er will laufen und springen, feste Mahlzeiten essen, auf Spielplätzen rumturnen und findet ausgedehnte Spaziergänge eher langweilig. Es ist selbstverständlich, dass ein zweieinhalb Jahre altes Kind eine ganz andere Art der Action benötigt und das ist auch gut so. Mir schien es allerdings für die Planung eines Städtetrips zunächst als „Hindernis“.

Nachdem aber der Entschluss gefasst war, dass wir als Familie verreisen wollten, stellte ich einfach einen Hebel im Denken um. Das würde schon großartig werden. Ich kann natürlich nicht damit rechnen, dass es der absolut entspannteste Urlaub wird, auch nicht, dass ich nur an den Orten sein werde, die mir gut gefallen, aber ich kann mir sicher sein, dass wir als Familie noch weiter zusammenwachsen werden, eine schöne Zeit erleben und ich immerhin in Paris sein werde. Familienalltag in Paris, das ist doch toll!

Mir tat es gut, dass ich mich mit der Situation bereits zu Hause auseinandersetzte und mir überlegte, was wir als Familie in Paris tun könnten, damit alle etwas davon haben würden. Ich hatte keinen fertigen Plan, aber dennoch genug Adressen und Ideen, Öffnungszeiten und Métro- bzw. Busstrecken parat, damit wir alle auf unsere Kosten kommen würden. Ich möchte euch gerne ein paar dieser Erfahrungen mitgeben.


Spielplätze

Wir planten mindestens zwei Spielplatz-Aufenthalte am Tag ein. Anton konnte sich austoben, hatte seinen Spaß und wir im besten Fall ein wenig Ruhe. 

Es gibt eigentlich überall in Paris Spielplätze. Immer wieder befinden sich auch kleinen Inseln abgezäunte Spielplätze. Mir hat Einiges an Ihnen sehr gut gefallen: Der Boden ist sehr weich und federt die Kinder gut beim Springen ab. Die Klettergerüste sind sehr stabil und sehen hochwertig aus. Sie sind aus Plastik, aber wirken viel gepflegter als in Deutschland. Gut hat mir gefallen, dass auf jeden Spielplatz mehrere Gerüste stehen, die für Kinder aller Altersklassen geeignet sind. Sie werden auch immer mit Aufklebern beschriftet, die das entsprechende Alter anzeigen. Die Gerüste sind außerdem nicht nur zum Klettern und Rutschen gut, sondern haben auch viele weitere Features wie Drehelemente oder Hörrohre. Anton liebte die Wippen und die Sandkästen. Auffällig ist, dass ich kaum Schaukeln gesehen habe. Obwohl Anton sehr gerne schaukelt, hat er diese aber nicht vermisst, weil es so viele interessante Elemente gab.

Spannend war auch zu beobachten, dass die Kinder eher am Nachmittag mit ihren Tagesmüttern auf den Spielplätzen zu sehen waren. Nur am Sonntag kamen alle Familien aus ihren Häusern gekrochen und die Spielplätze waren brechend voll. Aber es war auch so schön zu sehen, wie sehr die Familienzeit zelebriert wurde. 

Das Schönste für mich war, dass Anton so unglaublich entspannt war. Er liebte diese Spielplätze! Er tobte herum, saß mit den französischen Kindern gemeinsam auf der Wippe und rief au revoir oder bon voyage!








Jardin du Luxembourg

Es gibt in Paris unzählige Parks, die alle ganz wunderbar sind für einen Spaziergang, zum Verweilen und Träumen. Der Jardin du Luxembourg ist (auch ohne Kinder) wunderschön. Man denke nur an den tollen Medici-Brunnen. Mit Kind hat der Park aber eine neue Bedeutung bekommen. Die weiten Wege sind perfekt, um loszurennen und man kann überall picknicken. Bekannt sind auch die kleinen Boote, die in einem Springbrunnen schwimmen. Die Kinder können sie mit Stöcken antreiben. Außerdem befindet sich hier ein kleines Kindertheater, das wir nicht aufgesucht haben. (Eintritt 6,00 €) Im Nachhinein habe ich auch noch gelesen, dass sogar Ponyreiten angeboten wird.

Für uns war vor allem der große Spielplatz in der südwestlichen Ecke des Parks interessant. Zum ersten Mal habe ich es erlebt, das ein Spielplatz Eintritt kostet, doch hat sich diese Mini-Investition meines Erachtens gelohnt. Das große Gebiet ist eingezäunt und es gibt Toiletten. Und zahlreiche Wippen, Gerüste, Rutschen und einen Sandkasten für Kinder jeden Alters. Auch an die größeren Kinder ist gedacht. Sie haben große, altersgerechte Gerüste. Wir verbrachten hier zwei oder drei Stunden, weil es Anton so gut gefiel, und verlegten unser Mittagspicknick auf eine der zahlreichen Bänke.


Eintritt: für Kinder 1,50 €, für Erwachsene 2,50 €.













Jardin d’Acclimatation

Der Jardin d’Acclimatation liegt leicht außerhalb der Périphérique, also außerhalb von Paris, in der Bois de Boulogne, einem Grünviertel, das zu den größten Stadtparks der Welt zählt. Von unserem Wohnort betrug die Fahrtzeit rund 45 Minuten (was aber in Paris gar nicht so unüblich ist).

Der Jardin d’Acclimatation ist eine Art Freizeitpark, das viele unterschiedliche Aktivitäten und Attraktionen miteinander vereint. Ich habe mich vorher gefragt, ob es denn wirklich sinnvoll ist, in einen extra für Kinder angelegten Park zu gehen oder ob uns nicht die Spielplätze ausreichen. Ich hatte jedoch so viel Gutes darüber gelesen, sodass ich diesem Ausflugsziel eine Chance geben wollte.

Und es lohnte sich! Anton hatte unglaublich viel Spaß und schlief danach sogar im Kinderwagen ein, weil er sich so ausgepowert hatte. (Das passiert sonst nur noch sehr selten.)

Nachdem man einen kleinen Eintritt bezahlt, hat man zu vielen Attraktionen freie Fahrt. Es gibt auch die Möglichkeit, eine Art carnet, ein Heft mit Gutscheinen zu kaufen, und einzelne Gerätschaften mit ein oder zwei Gutscheinen zu „bezahlen“. Darunter fallen zum Beispiel zwei, drei kleinere (Wasser-)Achterbahnen, Touren mit Dromedaren, Kirmes-ähnliche Fahrgeschäfte, Kletteranlagen oder Trampoline. Für kleine Kinder ist das gar nicht spannend. Nur bei den Trampolinen tat es mir leid, Anton geschickt ablenken zu müssen, weil wir noch viel anderes vorhatten:

Es gibt nämlich noch ganz viel in diesem Park, das auch schon für kleine Kinder sehr interessant ist. Es begann tatsächlich schon am Eingang, als uns der erste Pfau und die erste Ente über den Weg liefen. Immer wieder gibt es Orte, an denen Tiere ihr Zuhause finden. Ziegen grasen auf einem Hügel, Pferde werden von Kindern beritten, Hühner laufen frei herum, es gibt Hasenställe, große Ochsen, Schwäne, Enten, Schweine, ach, einfach alles, was man aus den heimischen Tierparks kennt. Und sogar einen Bären! 

Dann ganz wunderbare Spielplätze. Zum ersten Mal in Paris habe ich Schaukeln gesehen, wieder tolle Gerüste, sich drehende Bagger, in denen Kinder Sand schaufeln können, sogar Holzgerüste, Karusselle und so viel mehr. 

Direkt am großen Spielplatz befindet sich auch ein Häuschen, mittwochs, samstags und sonntags um 15 und 16 Uhr Kindertheaterstücke gezeigt werden. Anton hatte sich schon lange auf diesen Moment gefreut. Und obwohl er kein Wort Französisch versteht, hat er die Geschichte doch so weit verstanden, dass ein Bösewicht ein goldenes Ei klauen wollte und der Kasperle ihn erwischt hatte. Es war so lustig. Und das Théâtre de Guignol zu besuchen, ist mein absoluter Tipp! Aber lest weiter unten mehr dazu.

Was es in dem Park sonst noch gibt? Viele kleine Pavillons mit Restaurants, eine Mini-Eisenbahn, die durch den Park fährt, Spiegel, die alle möglichen Körperformationen machen, ordentliche Toiletten für Erwachsene und Kinder und noch vieles mehr.

Wenn es einem also weniger darum geht, dass man durch Paris läuft, sondern bewusst einen Ausflug mit den Kindern plant, dann ist dieser Park perfekt. Hier kann man wirklich den ganzen Tag verbringen und sehr vieles entdecken. Für Anton war das der reinste Spaß und deshalb ging es uns auch sehr gut.

Eintritt: Kinder ab 3 Jahren und Erwachsene 3,00 €, ein Carnet mit 15 Tickets (für die Attraktionen usw.) 35,00 €, eine kleine Zugfahrt 2,90 €. Alle weiteren praktischen Infos und den Lageplan findet ihr hier












Théâtre de Guignol

Seitdem wir mit Anton in unserem Ort in einem Kindertheater waren, liebt Anton das Theater und fragt uns oft danach. Ich wusste, dass es in Paris einige Théâtres de Guignol gibt, die französische Art des Kasperletheather, so dass wir uns vornahmen, in Paris eines zu besuchen. Auf dieser Webseite findet ihr alle Informationen. 

Anton war wirklich hellauf begeistert vom Théâtre de Guignol, als wir eine Vorstellung im Jardin d’Acclimatation besuchten. Im Gegensatz zum deutschen Kinder- oder Kasperletheater merkte ich ihm natürlich schon an, dass er vieles nicht verstand, aber er machte dennoch richtig toll mit und schaute einfach zu, wie sich die anderen Kinder benahmen. Das Stück dauerte nur eine halbe Stunde (gefühlt viel kürzer) und unser zweieinhalb jähriger Wirbelwind konnte von Anfang bis zum Schluss gespannt sitzen und zuschauen.

Bei allen Stücken empfiehlt es sich, rechtzeitig vorher da zu sein, um einen guten Sitzplatz zu bekommen.

Eintritt: je nach Theater kostenlos oder mit Eintritt


Bald erzähle ich euch, was wir noch gemeinsam in Paris erlebt haben.

1 Kommentar:

  1. Wunderschöne Fotos! Da bekommt man richtig Lust auf Urlaub.

    LG Sabrina

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