28.05.2016

Von Vorbereitungen und Gelassenheit


Seitdem ich Antons Mama bin, habe ich viele Frauen kennengelernt, die auch Mütter sind. Und von einigen höre ich, dass die zweite Schwangerschaft nur so an ihnen vorbeigezogen sei. Bevor ich mit unserem Minimann schwanger wurde, wollte ich diesen Zustand auf keinen Fall wahrwerden lassen. Für viele Frauen ist das gar nicht so wild, doch die Vorstellung von einer vorbeirasenden Schwangerschaft machte mich immer traurig. Ich war mit Anton so gerne schwanger, dass ich sogar in den ersten Tagen nach der Geburt ein paar Stunden einen Post-Schwangerschafts-Blues hatte. Ich wusste, dass ich nie wieder eine erste Schwangerschaft mit all diese ohs und ahs erleben würde.

Diese Schwangerschaft unterscheidet sich in mancherlei Hinsicht gar nicht so stark von der ersten Schwangerschaft. Ich schaue jeden Abend in den Spiegel und staune über diesen wachsenden Bauch, in dem sich tatsächlich ein kleiner Mensch befindet. Unglaublich. Auch noch nach 28 Wochen. Genauso beschäftige ich mich einfach sehr gerne mit dem Thema, unterhalte mich mit anderen Müttern, kaufe Kleinigkeiten für das Baby und besuche Infoabende im Krankenhaus. Mir bringt es viel, dass ich mich unserem Baby auseinandersetze und mir ganz bewusst Zeit für uns nehme.

Gleichzeitig ist es natürlich schon so, dass die Zeit rast. Nun verbringe ich die Tage nicht allein mit Kaffeetreffen, Einkäufen und Heimarbeit (im 3. Trimester mit Anton hatte ich frei), sondern studiere und habe an der Uni einige Aufgaben zu erledigen, zu Hause wartet der Haushalt, und Anton ist natürlich da. Mit ihm verbringe ich die meiste Zeit, kann dabei eher weniger ausruhen und beschäftige mich im Alltag eben nicht nur mit der nahenden Veränderung.

Das beste daran ist, dass sich meine Auseinandersetzung viel weniger um all die Fragen dreht, die man vor allem bei einer ersten Schwangerschaft hat, sondern viel mehr um das Glück, das ich erleben darf. Ich kann noch viel mehr, aber eben auch auf einer ganz anderen Art und Weise, das Schwangersein genießen: indem ich mir weniger Sorgen mache, im Großen und Ganzen schon weiß, was auf uns zukommen wird und vor allem gelassen bin.

Außer ein paar Kleidungsstücke zu kaufen, habe ich noch gar nichts für den Mini vorbereitet. Anfangs war die Geburt einfach noch zu weit weg, dann verbrachten wir jeden Nachmittag im Freien. Wann soll man da noch recherchieren, kaufen und basteln? Aber da bereits einiges schon von Anton da ist, werde ich spätestens ab meinen Semesterferien, also drei Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin, mit dem Wäschewaschen und Entstauben und Mini-Windeln-Kaufen beginnen.

Letztens habe ich jedoch mit einem kleinen Projekt angefangen, das sich bei mir aber gerne auch mal über ein paar Wochen hinziehen kann: Antons Kinderzimmer ausmisten. Denn in seinem Zimmer tummeln sich nicht nur allerhand Autos und Duplosteine, sondern auch meine Ablage und meine Bastelsachen. Weil Mini's Sachen auch irgendwo untergebracht werden müssen, räume ich also ein Regal leer und ein zweites wird nun für die Spielzeuge organisiert.

Beim Aufräumen ist mir ein großer Zeitschriften- und Buchstapel aufgefallen. Vor drei Jahren sammelte ich einfach alles, was mit dem Schwangersein und den ersten Jahren mit Kind zu tun hatte. Die Zeitschriften liebte ich, die Bücher mit sehr veralteten Lebensweisheiten mied ich eher. Beim Aufräumen blätterte ich durch die Seiten und musste feststellen, dass mich keine Erstausstattungsliste, kein Krankenhausführer und kein Artikel zum "Urlaub in der Schwangerschaft" oder "die richtige Ernährung" interessierte. So spannend und lesenswert sie auch in der ersten Schwangerschaft für mich waren, so sehr vertraue ich nun auf das Wissen, das ich bereits habe. Aber auch auf Gespräche mit Freunden, mit der Hebamme oder der Gynäkologin. Das eigene Wissen hat ja immer einen gewissen Horizont und Neues zu lernen kann nur gut sein.

Doch das, was ich so genieße, ist diese Gewissheit, dass ich nicht mehr alles erfahren und wissen muss, dass ich nur noch das lese, was mich wirklich betrifft oder interessiert und dass ich mich auch vorbereitet für die Geburt und für das Leben mit zwei Kindern fühle, wenn ich einfach gerade nur so bin, wie ich bin. Diese Gelassenheit ist ein großes Geschenk und macht diese Schwangerschaft ganz besonders und eigen. Auch wenn im Alltag manchmal die Zeit dafür fehlt, nach den schönsten Spucktüchern zu suchen oder das beste Tragetuch zu ersteigern, so bleibt genug Zeit, um sich auf das neue Familienmitglied zu freuen, ihm viel Liebe zu schenken und über ihn zu reden. Das gemeinsam mit dem großen Kind zu erleben, ist das Schönste daran.

25.05.2016

Ask a friend: Hebammenbetreuung

Bei der Reihe ask a friend stelle ich jeden Mittwoch Fragen rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett und sechs Freundinnen antworten uns darauf. Wer diese sechs tollen Frauen sind? Hier könnt ihr sie kennenlernen.

Nachdem ich letzte Woche gefragt habe, welche fünf Anschaffungen für das Baby sie sinnvoll finden, stelle ich heute die dritte Frage:

Hast du eine Betreuung durch eine Hebamme in Anspruch genommen? Welche Erfahrungen hast du mit ihr gemacht?


"Ich hatte das Glück, eine Hebamme gefunden zu haben. Das war gar nicht einfach, weil ich erst in der 16. SSW angefangen habe, nach einer zu suchen. Die Besuche und Ratschläge der Hebamme in den ersten Wochen waren wirklich sehr hilfreich. Wichtig fand ich auch, dass sie immer ein offenes Ohr für alle meine Bedenken, Ängste und Unsicherheiten auch nach der Wochenbettzeit hatte."


"Ja und ich finde die Hebammenbetreuung unglaublich wichtig. Frieda sollte im Geburtshaus geboren werden, daher haben wir die Vorsorgeuntersuchungen im Wechsel mit der Hebamme gemacht. Diese Termine habe ich immer sehr genossen und fand sie sehr bereichernd. Mit den Ärzten habe ich leider nicht so gute Erfahrungen gemacht: wir hatten einige blöde (Fehl-) Diagnosen in der Schwangerschaft, die mir viele Sorgen und schlaflose Nächte bereitet haben. Die Hebammen konnten mich aber immer wieder beruhigen. Es herrscht dort einfach eine viel schönere Atmosphäre, es gibt mehr Zeit zum Reden, sie kommen ja auch oft nach Hause. Ich habe mich bei den Hebammen immer sehr, sehr wohl gefühlt. 

Das neue Baby wird daher, wenn alles läuft wie geplant, mit einer Beleghebamme zur Welt kommen. Auch diesmal mache ich die Vorsorgen wieder im Wechsel und auch diesmal habe ich leider wieder eher schlechte Erfahrungen mit den Ärzten und nur gute mit den Hebammen gemacht. 

Schwierigkeiten bei der Suche hatte ich nicht. Allerdings habe ich mich auch schon in der 8. Woche darum gekümmert und bekam dann den letzten freien Platz zur Wochenbettbetreuung bei meiner Wunschhebamme. 

Nicht so gut gefallen hat mir die Arbeitsweise der Hebammen im Krankenhaus, in dem Frieda dann doch leider zur Welt kommen musste. Wenige Information, wenig Zeit, viel Stress und viele Interventionen. Aber das liegt nicht an den Hebammen selbst, sondern am System Krankenhaus."


"Ich hatte bei der Suche nach einer Hebamme leider etwas Pech. Ich habe in der Mitte meiner ersten Schwangerschaft niemanden mehr gefunden, der freie Kapazitäten hatte und so wurde mir im Endeffekt jemand zugeteilt. Das war auch irgendwie in Ordnung und ich habe sie fachlich auch geschätzt, aber so hundertprozentig hat es nicht gepasst und unsere Hebamme (die ich nur für die Nachsorge hatte) hat sich am Ende leider gar nicht mehr gemeldet. Das war sehr schade, denn ich hätte mir ein abschließendes Treffen schon gewünscht. 

Im Geburtsvorbereitungskurs hatten wir eine liebe, sehr junge Hebamme, die selbst noch keine Kinder hatte, was mich zu dem Zeitpunkt irgendwie verunsicherte. Heute denke ich, dass das vielleicht Quatsch war, aber damals (Sommer 2013) konnte ich sie nicht so richtig ernst nehmen. 

Dafür habe ich das große Glück, eine Hebamme in meinem Freundeskreis zu haben. Sie wohnt zwar in einer anderen Stadt, aber sie war (und ist) Tag und Nacht via Handy (und etwa 3x im Jahr persönlich) für mich da, von Beginn der Schwangerschaft an bis heute. Dafür bin ich sehr dankbar. 

An die Hebammen unter der Geburt habe ich leider nicht mehr viele Erinnerungen. Aber zukünftig würde ich mir auf jeden Fall wieder eine Hebamme suchen, diesmal auch für die Vorsorge, denn ich schätze die Hebammenarbeit sehr. Wahrscheinlich muss man sich darum kümmern, sobald man einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen hält."


"Wir haben einen Geburtsvorbereitungskurs gemacht. Das war im Nachhinein eher was für die Psyche, zur Beruhigung und war so auch ganz ok. 

Im Krankenhaus hatte ich eine Beleghebamme, die mich bis kurz vor den Presswehen begleitet hat. Sie war schon älter und eher empathielos. Fand ich jetzt aber nicht schlimm. Die Hebamme die unseren Sohn dann begrüßen durfte, war dafür umso herzlicher. 

Anschließend hatte ich eine Hebamme zur Nachsorge, die ich schon vom Geburtsvorbereitungskurs kannte. Auch hier, sie hat ihre Arbeit gemacht, wir hatten aber keinen großen Draht zueinander. Da ich auch dahingehend keine zu großen Erwartungen hatte, fand ich das auch nicht weiter schlimm. Ich habe mich gut betreut gefühlt und war froh, dass sie zu Beginn jeden Tag bei uns war." 


"Ich hatte und habe wieder das Glück, eine wunderbare Hebamme zu haben. Sie ist schon etwas älter und ihr Beruf ist ihr Leben. Sie liebt ihren Job und das merkt man auch. Mir wurde sie von vielen Freundinnen und Bekannten empfohlen und ich kann mich nicht beschweren. Sie weiß auf alles eine Antwort und konnte mir bei fast allen Wehwehchen etwas empfehlen oder Tipps geben. 

Auch der Rückbildungskurs war gut, wofür ich im Nachhinein echt dankbar bin. Wie oft hört man, dass die Rückbildung eher ein Kaffeekränzchen ist und keine richtigen Übungen gemacht werden. 

Währen meiner Geburt hatte ich drei verschiedene Hebammen. Wirklich erinnern kann ich mich nicht mehr an sie, aber ich habe auch keine negativen Erinnerungen an sie."


"Zur Geburtsvorbereitung haben wir nur einen Wochenendkurs gemacht. Im Nachhinein fand ich das nicht so toll. Ich denke, der Austausch der Frauen unter sich über einen längeren Zeitraum hätte mir besser gefallen. Beim Wochenendkurs waren eben alle „Paare“ und hatten ihren Gesprächspartner dabei – ein großes Kennenlernen gab es da nicht. 

Nach der Geburt hatten wir eine Nachsorgehebamme, eine ganz erfahrene, ältere Dame. Sie war einfach großartig, direkt und ehrlich! Sie hat mich von allen Ängsten befreit und nie groß ums Thema drum herum gesprochen. Das mochte ich gerne."

Wie sind eure Erfahrungen mit den Hebammen, die ihr kennengelernt habt? 
Nächsten Mittwoch erzählen uns die Mädels, welche Erfahrungen sie mit der Geburt gemacht haben.

23.05.2016

Geschenkideen zur Geburt für das Baby: Kleidung

Ach Mensch, ich komme hier so gar nicht in die Gänge. Das Unileben hält mich gerade von Einigem zurück und trotzdem genieße ich jeden einzelnen Tag. Unser Alltag könnte kaum schöner sein. Nur der Blog leidet darunter. Viel zu viele angefangene Artikel schlummern in der Entwurfsbox und warten auf die Bearbeitung und Veröffentlichung.

Ich wurde schon häufig gefragt, was wir uns denn für unseren Minimann zur Geburt wünschen. Und ich vertröste immer wieder auf diesen Artikel. Fakt ist: soo viel brauchen wir nicht. Das ist ja wirklich ein Vorteil von einem zweiten Kind. Der größte Teil der Erstausstattung ist bereits gekauft und kann wieder aus den Kisten herausgekramt werden. Doch nach knapp drei Jahren entwickeln sich die Bedürfnisse und der Geschmack weiter, manches ist schlicht abgenutzt und muss ausgetauscht werden. Da wir im ersten Jahr für Anton einen riesigen Grundstock an geliehenen Klamotten hatten und diese dann auch wieder zurückgegeben haben, durfte ich in den letzten Wochen ganz schön kräftig einkaufen. Das hat Spaß gemacht! Ich bin eine überzeugte Basareinkäuferin und habe auch ein paar feine neue Stücke gekauft. Und dennoch sind noch ein paar Wünsche für den kleinen Menschen offen.


Kleidung

Obwohl wir nun zwar schon beinahe alle Basics für die ersten Wochen mit dem Mini haben, freue ich mich dieses Mal noch viel mehr als damals auf neue Kleidungsstücke. Es liegt wohl daran, dass es einfach so unglaublich viele schöne Klamotten gibt und mir aber vieles schlichtweg zu teuer ist. (Denn jetzt mal ehrlich, vieles ist doch viiiiel zu teuer. Babykleidung, die nur wenige Wochen getragen und dann noch vollgespuckt wird...) Aber wünschen darf man sich ja alles, oder?

Zum Beispiel fehlen in Minimanns Garderobe noch ein paar Wolle/Seide-Teile, ein Schlüttli (10) und uns fehlen ein paar Mützchen. Wie wunderbar ist denn bitte das Häubchen mit Aquarellprint von Monkind (5), das Häubchen mit Pebbles von Soft Gallery (3) oder das Häubchen von Selana und die Beanie von Walking the Cat (8)?

Ich finde, dass auch noch ein, zwei tolle, warme Strickjacken eine Bereicherung wären. Den Hoodie von +1 in the family (2) schmachte ich schon sehr lange an, ebenfalls hat Zara Baby immer ganz hübsche Strickjacken und auch die Kimonojacke von Macarons (7) ist toll.

Auf jeden Fall soll unser zweiter Sohn einen Walkoverall (4) im Winter tragen und vielleicht den Onesie von Tinycottons (11) bekommen.

Ich bin seit den letzten Monaten in so einige Labels ziemlich verschossen. Marmar Copenhagen macht unheimlich hübsche Teile. Egal ob grau oder dunkelblau, ich liebe sie alle. Vor allem der Body (6) hat es mir angetan, der Strampelanzug zum Wickeln (9) und die Wickel-Kimonojacke.

Auch die Stücke von 1+ in the family finde ich ganz wunderbar. Ich bin begeistert von den hübschen Shirts: Shirt mit Knöpfen (12) und Shirt (1).

Dass Babys keine Schuhe brauchen ist ja einleuchtend. Aber als Anton etwas älter wurde und Krabbelschuhe bzw. Babymoccs langsam Sinn machten, hatten wir keine und die mühsame Suche begann. Die Minimocks sind alle ganz schön.

Noch viele weitere Onlineshops, bei denen mir vieles so gut gefällt, sodass ich mich kaum entscheiden kann (und bei denen ich teilweise überhaupt nicht weiß, wie man an die Sachen kommt): Noeser, Carlijnq, Wheat, Minimalisma, KoekaSaplingchild und Rootswings. Schaut euch mal die hübschen Teile an. Könntet ihr euch entscheiden und eine Auswahl festlegen?

Aber bei all den wunderschönen Kleidungsstücken, die es in den Weiten des Internets gibt, finde ich selbstgenähte Kleidung von Freunden wirklich toll. Ich habe so talentierte Freundinnen mit ganz ausgezeichnetem Geschmack, die die schönsten Stücke zaubern können. (Ganz im Gegenteil zu mir, die so untalentiert und ungeduldig ist.)


Die Wunschliste ist doch ganz schön lang geworden, oder? :) Bald gibt es auch noch eine Auswahl der Spielzeuge und der Ausstattung, die uns noch fehlen.

Bei all diesen Wünschen und Ideen finde ich, dass jedes Geschenk ganz besonders ist durch den Schenkenden. Jedes Geschenk, das durchdacht und eine Aufmerksamkeit für unseren Minimann ist, hat für mich eine besondere Bedeutung. Egal, ob es in Form einer kleinen Wunscherfüllung bei (zu) teuren Klamotten ist oder eine schöne Kleinigkeit.

19.05.2016

Ask a friend: Welche fünf Anschaffungen für das Kind findest du sinnvoll?

Bei der Reihe ask a friend stelle ich jeden Mittwoch Fragen rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett und sechs Freundinnen antworten uns darauf. Wer diese sechs tollen Frauen sind? Hier könnt ihr sie kennenlernen.

Nachdem ich letzte Woche gefragt habe, von welchen Wehwehchen sie in der Schwangerschaft geplagt wurden und was ihnen dagegen geholfen hatte, stelle ich heute die zweite Frage:

Welche fünf Anschaffungen für das Kind findest du sinnvoll?


 "Babybay, Babytrage, Nasensauger und Schlafsack; mehr fällt mir leider nicht ein."


"Ein Baby braucht wirklich nicht viel. Das sind die Dinge, die für mich sinnvoll waren: 
  • Ein Tragetuch und/oder eine gute Trage aus Tragetuchstoff: Nicht nur zum Spazierengehen ideal, es erleichtert einem auch oft den Alltag, z. B. beim Kochen mit Baby oder wenn das Baby Schwierigkeiten hat, in den Schlaft zu finden. Unseren Kinderwagen haben wir so gut wie nie benutzt. Hier lohnt sich auch eine gute Trageberatung nach der Geburt. 
  • Ein Wolloverall zum Tragen im Winter (aber auch für alle Kinderwagenkinder) ist so schön kuschelig und nicht so steif wie ein Schneeanzug. Die Kinder können darin schön strampeln.
  • Ein Beistellbett am Elternbett oder einfach ein großes Familienbett machen das nächtliche Stillen einfacher, weil man nicht aufstehen muss. Außerdem kann man dort so schön kuscheln! ☺ Auch hier muss man kein teures Babybay kaufen. Man kann aus einem günstigen Ikea Gitterbett ganz leicht ein Beistellbett bauen. Da passt das Baby dann auch mindestens zwei Jahre rein. 
  • Wolle/Seide Kleidung finde ich ganz toll. In den ersten Monaten hält sie schön warm, aber auch jetzt haben wir im Winter meistens eine Schicht Wolle/Seide an. Sie ist schmutzabweisend und man muss sie viel seltener waschen. Außerdem fühlt sie sich nicht nass auf der Haut an. Das hat den Vorteil, dass ein Schwitzkind im Sommer im Tragetuch nicht immer umgezogen werden muss. Und auch wenn nachts etwas Pipi aus der Windel läuft, ist das Umziehen nicht unbedingt nötig. Das hat uns schon viele Tränen erspart! 
  • Ein Lammfell: Viele mögen es nicht, aber ich mag es sehr. Am Anfang, wenn das Baby auf dem Boden liegt, ist es immer schön warm. Wir haben es auch zum Schlafen benutzt. 

Eine Sache möchte ich bei Baby Nummer zwei gerne ausprobieren: eine Federwiege. Frieda ließ sich nie ablegen und war ständig auf unserem Arm oder im Tuch. Ich könnte mir vorstellen, dass eine Federwiege uns da geholfen hätte, daher werden wir sie diesmal testen." 


"Für uns hat sich unsere Trage sehr gelohnt (2nd Hand, Manduca), mehrere kuschelige Jumpsuits, besonders für kalte Tage, fand ich super. Eine Haube, die unser Sohn nicht immer vom Kopf gezogen hat, wie die ganzen Mützen. Kuscheldecken und als größte Anschaffung einen Kinderwagen mit einem guten Fußsack."


"Ich habe lange überlegt. ;)
  • Auf jeden Fall eine Trage. Anfangs hatten wir auch noch ein Tuch, aber damit konnte mein Freund nicht so viel anfangen. Die Trage (zuerst eine von Ergobaby, später eine von Emei) hat uns täglich begleitet, bis Willi etwa eineinhalb war. Das war die beste Investition und ich habe das Haus nie ohne Trage verlassen (und wenn sie nur im Kinderwagen lag, aber meistens brauchte ich sie dann doch).
  • Für uns ist der Wickeltisch eine sehr nützliche Anschaffung gewesen. Wir haben einen schönen, gebrauchten gefunden, auf dem wir viel Stauraum haben und der auch heute noch täglich genutzt wird. Er ist auch recht hoch, sodass keiner von uns Rückenprobleme bekommen hat. Als es draußen noch kälter war, hatten wir zudem eine Wärmelampe darüber hängen. Babys mögen diesen vertrauten Ort auch sehr gern, denke ich. Hier können sie nackig sein, sich bewegen und Grimassen mit Mama oder Papa oder wem auch immer schneiden.
  • Diverse Babydecken/Lammfelle, um das Baby auch mal auf den Boden zu legen. Manchmal waren mehrere Leute zu Besuch und so konnte man immer prima drum herum sitzen und das Baby einfach nur anschauen. Man kann dann später auch einen Spielebogen darüber stellen, wenn das Baby langsam wacher wird und alles erkunden möchte.
  • Eine kleine elektrische Milchpumpe, sodass ich „von Anfang an“ (sagen wir nach 7 oder 8 Wochen) auch mal bedenkenlos alleine einkaufen gehen konnte, was mir sehr gut tat. Mein Freund und ich konnten so auch mal bedenkenlos ins Kino oder auf eine Feier gehen. Meinen Rückbildungskurs wählte ich dann auch bewusst abends und ohne Baby aus, sodass mein Freund Zeit hatte und jeden Montagabend auf Willi aufpasste und ihm bei Bedarf die abgepumpte Milch gab. Das klappte immer hervorragend und um die 100 ml haben für eine Mahlzeit in der Regel gereicht.
  • Für uns ist zudem unser Fahrradanhänger sehr sinnvoll. Zum Einen, weil wir ohne Auto in einer Großstadt wohnen und wir so etwas Einkaufsstauraum haben. Zum Anderen, weil unser Kinderladen nicht gleich um die Ecke ist (20 Minuten, wenn man schnell läuft) und wir mit dem Rad einfach schneller dort sind. Willi liebt seinen Wagen auch sehr als Rückzugsort bei Ausflügen, macht liebend gern darin Mittagsschlaf, isst etwas, guckt sich Bücher an... Und vergangenen Sommer waren wir mit den Fahrrädern und dem Anhänger sogar im Sommerurlaub in Mecklenburg."
  • "Da ich ein Baby hatte, das sehr gerne gespuckt hat, konnte ich gar nicht genug Mullwindeln/Spucktücher kaufen. Die wurden ohne Ende gewaschen. Sollte es beim nächsten Baby genauso werden, bestelle ich auf jeden Fall noch ein paar mehr dazu.
  • Die Babywippe! Ich fand es immer schön, mein Baby in meiner Nähe zu haben, wenn ich gekocht habe. Die Wippe kann man gut auf den Esstisch oder auf den Boden stellen. Und Levi ist sogar ab und an mal darin eingeschlafen. 
  • Ein Stillkissen habe ich mir leider fürs erste Baby nicht angeschafft, ich weiß gar nicht aus welchem Grund. Wahrscheinlich habe ich gedacht dass es unnötig ist und es auch so irgendwie mit normalen Kissen klappt. Jetzt weiß ich aber, dass ich mir einige Verspannungen im Nacken erspart hätte, wenn ich ein Stillkissen gehabt hätte. Ich denke, es ist auf jeden Fall bequemer, besonders wenn das Stillen nicht so schnell und einfach klappt.
  • Ein Nachtlicht für das nächtliche Stillen, welches nicht zu hell ist. Wir hatten bei Levi eins, welches ein schrecklich grelles Licht abgegeben hat und total unpraktisch für das nächtliche Stillen war. Ich suche fürs zweite Kind schon nach etwas Besserem.
  • Eine gute Wickeltasche! Und damit meine ich: eine Wickeltasche, die formstabil ist und innen eine gute und übersichtliche Aufteilung hat. Die Wickeltasche die ich mir mal gekauft habe, war zwar schön, aber im Nachhinein habe ich immer wieder festgestellt, dass sie diese Kriterien überhaupt nicht erfüllt."
  • "Das Tragetuch! Sicher ist das abhängig vom Kind, aber bei uns wäre es ohne kaum gegangen, und ich habe es so genossen, Tilo dicht bei mir zu haben und trotzdem sehr flexibel und beweglich zu sein. 
  • Der O-Ball: angeregt von anderen Müttern habe ich auch so einen Ball bestellt. (Den nächsten würde ich aber direkt im Geschäft kaufen, da die Farbwahl zufällig war und wir gerade in dieser „Ist die aber süß“-Zeit immer einen pinken Ball dabei hatten). Das Spielzeug hat uns sehr lange begleitet, es war toll für Greifübungen, beim Zahnen, wir konnten Tücher oder Plüschtiere reinstecken und rausholen lassen...
  • Lätzchen: wir haben sehr früh sehr viele Halstücher und Lätzchen gebraucht und es hätten noch viele mehr sein dürfen. Da werde ich nächstes Mal auf jeden Fall aufstocken.
  • Tripp Trapp: anfangs fand ich den Stuhl einfach ziemlich schick und wollte gerne so einen Hochstuhl für Tilo haben, sobald er sitzen kann. Mittlerweile bemerke ich erst so richtig die Vorteile, da man ihn viele Jahre weiter nutzen und an die Größe des Kinds anpassen kann. Beim nächsten Kind werden wir uns auf jeden Fall den Newborn-Aufsatz kaufen – so kann schon das Baby am Esstisch dabei sein und die Mama kann in aller Ruhe essen. 
  • Krabbeldecken: ich fand es sehr angenehm, Tilo einfach auf dem Boden abzulegen, solange er noch nicht so richtig mobil war. Da kann am wenigsten passieren. Leider hatten wir zunächst nur die typischen 1x1m Decken. Ich finde, eine größere Decke wäre nicht verkehrt."

Welche Anschaffungen fallen euch noch ein? Ohne welche Gegenstände konntet ihr in der Anfangszeit nicht leben? 
Nächsten Mittwoch erzählen uns die Mädels, welche Erfahrungen sie mit ihren Hebammen gemacht haben.


11.05.2016

Ask a friend: Hattest du in der Schwangerschaft Beschwerden und was hat dir dagegen geholfen?

Nun beginnt endlich die erste Fragerunde von ask a friend. Nachdem ich euch letzte Woche die Freundinnen vorgestellt habe, die uns nun jede Woche Antworten rund um meine Fragen zur Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett geben, stelle ich heute die erste Frage:
Hattest du in der Schwangerschaft Beschwerden und was hat dir dagegen geholfen?



"Ich hatte eine sehr schöne Schwangerschaft und hatte zum Glück keine Beschwerden."


"Im Großen und Ganzen verlief meine erste Schwangerschaft zum Glück ohne größere Beschwerden und bisher ist es wieder ganz genauso. Ich hatte natürlich kleinere Wehwehchen, z. B. juckende Haut am Bauch, Rückenschmerzen nach längerem Sitzen, schlechter Schlaf, häufig einen harten Bauch und Sodbrennen. Das waren aber alles Kleinigkeiten, gegen die ich gar nicht versucht habe, etwas zu machen. 

Ganz schön gelitten habe ich unter der Übelkeit. Bei mir war das ungefähr zwischen der 7. und 15. Woche. Ich musste mich zum Glück nicht übergeben, aber die Übelkeit hielt den ganzen Tag an. Ich konnte kaum was essen, habe hauptsächlich geschmacksneutrale Lebensmittel gegessen und war auch sehr geruchsempfindlich. Dagegen habe ich leider auch kein Wundermittel gefunden. Probiert habe ich Ingwertee, Lakritze, Zitrone, Nausema Tabletten und verschiedene Globuli, aber letztendlich konnte ich nur abwarten, bis es vorbei war."


"Tatsächlich hatte ich die berühmte Schwangerschaftsübelkeit, mit dramatischen Spontanmarathons in Richtung Klo. Das ging auch ein Weilchen, ganz ohne Übelkeit war ich ab dem 5. Monat. Ansonsten haben mir restless legs zu schaffen gemacht." 


"Oh ja, die hatte ich zur Genüge! Ganz bilderbuchhaft vor allem im ersten sowie im letzten Drittel. Anfangs war mir oft übel. Meine Frauenärztin empfahl mir dann, Selters zu trinken und Mandeln zu essen, was ich daraufhin ausprobiert habe. Es hat tatsächlich geholfen.

Ansonsten hatte ich oft (vor allem bei warmen Temperaturen oder in der U-Bahn) Kreislaufprobleme. Mir ist oft schwarz vor Augen geworden. Da hilft dann leider nur: Pausen einplanen und immer genug essen und trinken (und längerfristig vielleicht auch etwas Sport treiben...).

Zum Ende der Schwangerschaft hin hatte ich oft unruhige Beine und Sodbrennen. Gegen die unruhigen Beine halfen Bewegung sowie Magnesium und bei Sodbrennen habe ich ab und zu Rennie verwendet.

Nachts hatte ich auch hin und wieder Probleme, die richtige Position beim Schlafen zu finden und habe dadurch oft nur auf einer Seite gelegen. Wahrscheinlich würde ein Stillkissen oder irgendein anderes Kissen helfen und stützen.

Zu guter Letzt hatte ich leider auch ein sehr empfindliches Zahnfleisch, sodass es beim Zähneputzen oft blutete. Da half mir sanftes Zähneputzen mit einer weichen Zahnbürste und Geduld."


"Ich hatte ca. bis zur 30. Woche mit Übelkeit zu kämpfen, die letzten 10 Wochen hatte ich anschließend unruhige Beine und habe kaum geschlafen. 

Was mir besonders geholfen hat, um die Übelkeit etwas zu mindern, war und ist bei dieser Schwangerschaft auch: ein Glas Grapefruit-Saft zu trinken. Und nichts Süßes zum Frühstück. Oliven und Sauerkraut und eingelegte Gurken haben mir auch sehr geholfen. 

Die unruhigen Beine konnte ich mit Magnesium mehr oder weniger wegtrinken." 


"Ich denke, ich hatte eine vergleichsweise angenehme Schwangerschaft. In den ersten Wochen war mir permanent übel, aber brechen musste ich nie. Da ich in dem Semester noch einige sehr wichtige Prüfungen abschließen wollte, die mit enormem Übungsaufwand verbunden waren, habe ich in der Zeit aber eine Menge ausgeblendet, glaube ich. 

Ab der 25. Woche hatte ich extreme Symphysenschmerzen und wurde unheimlich langsam (ich wurde mitunter von Rollatoren überholt). Vom Orthopäden habe ich Massagen verschrieben bekommen, die haben ganz gut geholfen. Ansonsten habe ich das eben ausgesessen.

Sitzen war sowieso ab dem 8. Monat ganz wichtig, weil ich durch die Extremtemperaturen ziemlich viele Wassereinlagerungen hatte. So habe ich viele Tage im Stillsessel mit kühlendem Fußbad und einem guten Buch verbracht."


Und ihr? Hattet oder habt ihr auch kleinere und größere Beschwerden in der Schwangerschaft? Was hat euch dagegen geholfen?
Nächsten Mittwoch erzählen uns die Mädels, welche Anschaffungen sie für das Baby sinnvoll finden. 

09.05.2016

10 Fakten meiner zweiten Schwangerschaft


1. Das zweite Baby war geplant und ein absolutes Wunschkind.

2. Wir wissen seit der 14. Woche das Geschlecht unseres Babys: ein Junge!

3. A propos Geschlecht: Ich kann (mit ganz reinem Gewissen) sagen, dass es mir vollkommen gleich war, ob unser Baby ein Junge oder ein Mädchen werden würde. Wie ich schon einmal ausführlich erläutert habe, gibt es bei beiden Geschlechtern schöne Seiten und auch Aspekte, die mich schlucken lassen. (Die Tochter und ihr erster Freund... ohje!)

4. Seit der 18. Woche hat unser Junge einen Namen, den mittlerweile unsere Familie und Freunde kennen. Hier wird er erst nach der Geburt veröffentlicht.

5. Der Minimann strampelt mit Vorliebe morgens in der Uni oder abends auf der Couch. Sitzen oder eine halbliegende Position sind dabei die besten Haltungen, um ihn zu spüren.

6. Im Gegensatz zur ersten Schwangerschaft waren die ersten zehn Wochen wirklich furchtbar. Anhaltende Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit und Kaffeeunlust waren ganz und gar nicht angenehm.

7. Zum heutigen Tag habe ich 10 kg zugenommen. Und das weiß ich nur, weil ich mich zum dritten Mal in dieser Schwangerschaft tatsächlich selbst gewogen habe. Das Gewicht ist mir (eigentlich) ziemlich egal. Aber ich bin dennoch beinahe von der Waage gekippt, als ich die zweistellige Zahl gesehen habe. Meinen Bauchumfang habe ich noch nie gemessen.

8. Immer noch gibt es Momente, in denen ich in den Spiegel schaue und total verwundert bin, wie groß der Bauch schon ist. Kraaaass, ich bin schwanger!

9. Die Frage, wo unser Baby auf die Welt kommen soll, stellt sich mir dieses Mal erneut. Mainz oder Wiesbaden? Uniklinik oder als "babyfreundlich" deklariertes Krankenhaus? Noch haben wir keine Entscheidung getroffen.

10. Obwohl ich bereits eine Schwangerschaft hinter mir habe, gibt es immer noch viele Momente, in denen ich total begeistert bin, was der Körper leisten kann. Es ist unglaublich, ein Baby in sich tragen zu dürfen. Ich bin für diese Erfahrung sehr dankbar.

04.05.2016

Ask a friend: eine Frage - sechs Antworten


Ooh, manchmal bin ich ganz aufgeregt, wenn ich „im Geheimen“ etwas plane und sich nach und nach ein festes Bild ergibt. Wenn nach Wochen des Reifens und Überlegens, Wiederverwerfens und Ausarbeitens eine Idee Form annimmt und ich sie euch letztlich auch präsentieren darf. Heute ist genau so ein Moment, an dem Gedanken, die irgendwann klitzeklein angefangen haben, mit euch geteilt werden können.

In den nächsten sechs Wochen wird es auf une vie magnifique eine neue Reihe geben: Ask a friend. Jeden Dienstag stelle ich eine Frage rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett und sechs Freundinnen geben mir ihre Antworten.

Und wie ich mich freue, dass diese sechs wundervollen Frauen mitmachen! Mit jeder von ihnen habe ich eine eigene, ganz wunderbare Geschichte. Mit allen ist aus irgendeiner Art von Internetfreundschaft eine echte Freundschaft geworden. Jede ist ganz einzigartig und jede unterscheidet sich von der anderen. Doch ist mir jede einzelne Frau sehr wichtig. Was mich mit diesen tollen Frauen natürlich auch verbindet sind unsere Kinder. Während ich manche von ihnen noch kinderlos kannte, lernte ich andere erst durch diese Verbindung kennen.

Ich bin selbst ganz gespannt, wie meine Freundinnen antworten werden. Und bevor es nächsten Mittwoch mit der ersten Fragerunde losgeht, möchte ich euch diese sechs bezaubernden Frauen vorstellen. Ihr sollt sie ja schließlich auch so ins Herz schließen wie ich. ;-)


Die Frau, die einen so schönen außergewöhnlichen Namen trägt, (den ich partout nicht mit einen Spitznamen abkürzen kann), ist eine meiner erster Bekanntschaften in Mainz gewesen. Als ich vor sechs Jahren nach Mainz zog und mich neu orientieren musste, war sie anfangs ein nettes Cafédate, das ganz schnell zu eine meiner engsten Freundinnen wurde. Von Beginn an teilten wir die Liebe zur Kunst und für Paris. Sie hat mich in manch einer schlechten Phase mit guten Gedanken sehr unterstützt und weiter gebracht als sie es vielleicht ahnt. 

Tetyana arbeitet als selbständige Hochzeits- und Portraitfotografin. Ich habe ihren Weg in die Selbstständigkeit als Freundin mitbekommen und bin total stolz auf sie, dass sie das macht, was sie liebt. "Fotografie ist meine große Leidenschaft, auch privat schleppe ich immer eine Spiegelreflexkamera mit, um die Momente des Lebens festzuhalten. Der beste Zeitvertreib und Inspirationsquelle für mich ist das Reisen. Ich habe mir vorgenommen, auch mit meinem Kind viel zu reisen und gemeinsam die Welt zu entdecken. Bisher sind wir ganz schön weit gekommen, bis nach Australien." So treibt es sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn immer wieder in die Ferne. Glücklicherweise bleibt die Basis Mainz und wir haben die Möglichkeit, uns regelmäßig mit oder ohne unseren Jungs zu treffen. 

Als Vollzeitmutter in Elternzeit arbeitet Tetyana selbstständig an Projekten und macht Shootings. Ihr Sohn Leo ist das ausgeglichenste Kind, das ich kenne. Mit Tetyana kann man über Alltägliches und Besonderheiten sprechen, die entspanntesten Frühstücksdates haben, sie macht den schönsten Lidstrich und hat immer ein offenes Ohr.


Seitdem ich Mutter bin, habe ich viele, sehr unterschiedliche Lebenskonzepte kennen- und auch schätzen gelernt. Sicher bin ich toleranter geworden und kann versuchen, mich in andere Systeme einzudenken und sie auch als sehr gut wahrzunehmen. Denn ich muss schon gestehen, dass ich zunächst das, was wir machen, als den besonders guten Weg gesehen habe. Sonst würden wir ihn ja nicht bestreiten. Aber er ist eben für uns der richtige und besonders gute Weg. Es gibt natürlich noch so viele weitere Möglichkeiten, zu entscheiden und zu wählen und jede Familie findet für sich selbst die beste Lösung.

Die Begegnung mit Lisa war für mich sehr wertvoll. Sie ist nämlich überzeugte Vollzeitmutter. Ich bewundere sehr, wie bewusst sie sich für diesen Weg entschieden hat und mit wie viel Liebe und Selbstverständlichkeit sie diesen geht. Sie ist gerade noch in Elternzeit und hat auch vor, beim zweiten Kind drei Jahre zu Hause zu bleiben. Ich habe sie noch nie klagen gehört, dass ihr der Alltag zu viel wird. Dabei bin ich manchmal schon mit dem halben Tag überfordert. ;-)

Ihr wunderschöne Tochter Frieda (hier fällt mir gerade auf, dass alle anderen Freundinnen Jungs haben!) steckt gerade mitten in der Eingewöhnung in einer Spielgruppe, die an zwei Vormittagen pro Woche stattfindet. Den Großteil ihrer Zeit verbringt Lisa mit Frieda und ihrem Mann: Sie treffen (Kinder-)Freunde, gehen auf den Spielplatz oder machen Ausflüge. "Ich liebe es gerade einfach, Frieda beim Aufwachsen zuzusehen", erzählt sie. Wenn dann noch etwas Zeit bleibt und sie nicht zu müde ist, näht sie gerne. Anton liebt die Hose, die "Mama Fieda" gemacht hat. Lisa wohnt mit ihrer Familie in einer bezaubernden Altstadtwohnung und ich habe sie als sehr besonnene und liebevolle Frau und Mutter kennengelernt.


Nicole und ich kennen uns schon einige Jahre und wir haben bereits manch einen Kummer und vor allem ganz viele besondere Momente miteinander geteilt. Ich bewundere sie für ihren unabkömmlichen Drang, weiterzumachen, egal was gerade los ist. Man kann sich herrlich mit ihr über guten Kaffee, Frauen im Beruf, Literatur und Theater unterhalten. Und ich habe sie als eine Frau mit Fernweh und Ehrgeiz kennengelernt, die total wissbegierig ist. Nicole ist gerne draußen, zeichnet und liest viel im Internet. Sie lernt unglaublich gerne neue Dinge dazu, zum Beispiel gerade html auf codeacademy. Und wenn es ihre Zeit erlaubt, bloggt sie auch unter freufreu und plumeetlettre. Vielleicht erinnern sich manche an das CampusMum Interview, bei dem sie "damals" noch als studierende Mama mitgemacht hat.

Ihr Sohnfreu L. ist das erste und einzige Kind, das ich jemals gebabysittet habe und das war für mich eine große Ehre. Er ist so ein Strahlemann. Während Nicole nun arbeitet, wird er von der Kita, Omi oder dem Papa betreut. 


In den letzten Jahren habe ich gelernt, dass es für Freundschaft sehr viele unterschiedliche Definitionen gibt. Es gibt Menschen, die man häufig sieht und mit denen man Alltäglichkeiten austauscht. Und es gibt Menschen, mit denen hat man ein Blind Date, nachdem man monatelang via Instagram den Alltag und die Gedanken mitverfolgen konnte. Es funkt, man ist sich genauso oder noch viel mehr sympathisch als bisher und führt seitdem eine Whatsapp- und Telefonfreundschaft, mit der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen. 

Ich bin so dankbar, dass ich Caro kennengelernt habe. Sie wohnt leider viel zu weit weg, als dass wir uns regelmäßig sehen könnten, aber sie ist mit dem Herzen so nah dran, dass sie mir näher als manch eine Mainzer Bekanntschaft ist. Caro arbeitet als Buchherstellerin in einem Verlag und ist die Mama von Willi. Willi ist ein ganz wunderbarer Blondschopf mit einem bezauberndem Lächeln, das mir schon einige Mal das Herz schmelzen ließ. Er wird in einem Kinderladen betreut, in dem sich die Familien sehr gut miteinander verstehen und wo er bis 15 bzw. 16 Uhr bleiben kann.

Sie erzählt von sich selbst: "In meiner (wenigen) Freizeit habe ich gerne Zeit ganz für mich alleine und ich genieße dann einfach die Ruhe. Aber ich bummel auch gern mit Freundinnen über Flohmärkte, schaue mit meinem Freund Filme, lese, nähe und bastel ein bisschen. Ich glaube, ich bin ein sehr strukturierter, harmoniebedürftiger und nachdenklicher Mensch, der viel gibt. Ich möchte am liebsten allen gerecht werden (meinem Sohn, meinem Freund, meinen Freunden), was aber natürlich total utopisch und eigentlich auch okay ist." Besonders schön finde ich es, dass es Caro und ihrem Freund regelmäßig gelingt, exklusive Pärchenzeiten in ihren Alltag einzubauen. An ihrem Alltag lässt sie uns auf Instagram unter dem Namen carikarotti teilhaben.


Lisa kenne ich schon, seitdem ich 14 oder 15 bin. Aber kennen ist natürlich ein weiter Begriff. Ich wusste, dass es da im Norden irgendwo eine Lisa gibt, die die gleichen Freunde hatte wie ich. Viele Jahre später bekam ich eine Mail von eben dieser Lisa, die nun schwanger war und mit ihrem Mann eine Reise nach Paris machen wollte. Und seit dieser Email sind Jahre vergangen und wir sind echte Freunde geworden.

Lisa ist seit über drei Jahren verheiratet und ist die Mama von Levi. Levi ist Antons Freund - die beiden verstehen sich prima und Anton blickt immer zu dem ein paar Monate älteren Buben auf. Ganz happy hat mich die Nachricht gemacht, dass Lisa nun auch zum zweiten Mal schwanger ist. Wie wunderbar ist das denn? Gemeinsam mit Freunden schwanger zu sein! 

Lisa ist sehr gerne unterwegs. Sie und Levi verbringen sehr viel Zeit draußen, aber auch in Cafés sind sie nicht selten anzutreffen. Levi wird von ihr betreut. Sie sagt: "Ich habe mich dafür entschieden Vollzeitmutter zu sein, da es schwer in meinem erlernten Beruf ist, mit Kindern Fuß zu fassen."
In ihrer freien Zeit liest sie sehr gerne, am liebsten Krimis oder auch Thriller. Sie ist eine treue Seele, mit der man sich toll über alles Mögliche unterhalten kann und die sich stets ihre eigene Meinung bildet.


Maren kennt ihr vielleicht schon aus der CampusMum Interview Reihe, die ich ein Mal im Monat veröffentliche. Auch sie hatte mir vor einiger Zeit beantwortet, wie sie ihren Studienalltag mit Kind wuppt. Mittlerweile hat sie das Studium abgeschlossen und ist im Referendariat. Ich bin ganz beeindruckt, wie sie als Familie es gemeistert haben, in den ersten beiden Jahren ohne externe Betreuung auszukommen. Sie erzählt aber, dass das Timing perfekt war. "Tilo kam genau zum Beginn der Semesterferien auf die Welt, so brauchte ich gar keine Elternzeit nehmen. Da mein Studiengang relativ flexibel war und die meisten Lehrer absolut entspannt, konnte ich ihn bereits im September mit in die Hochschule nehmen. Für uns war das perfekt so."

Seit einem halben Jahr geht ihr Sohn Tilo in den Kindergarten (in RLP beginnt der Kindergarten mit 2 Jahren). Lange konnte Maren es sich nicht vorstellen, ihn so früh abzugeben. Einen früheren Betreuungsplatz haben sie sogar ausgeschlagen, weil sie das Gefühl hatten, dass Tilo noch nicht bereit ist. Jetzt sind sie glücklich mit der Entscheidung und haben eine Einrichtung mit sehr flexiblen Abholzeiten gefunden.

"Neben Referendariat und Familienzeit bleibt mittlerweile leider nur noch sehr wenig Zeit für andere Interessen, darum habe ich mir einfach welche gesucht, die sich gut mit Tilo vereinbaren lassen. Ich höre und mache unheimlich viel Musik, durch alle Stile und viele Instrumente.
Seit der Schwangerschaft nähe ich auch sehr viel und es entspannt mich unheimlich und macht mich jedes Mal stolz, wenn ich etwas selbst gemacht habe und es sieht toll aus. Neben meinen Männern gehört meine große Liebe Frankreich und ich freue mich, dass wir jetzt, wo Tilo ein bisschen selbstständiger ist, diese Leidenschaft teilen können und gemeinsam Musik hören, sprechen und reisen. Und essen ;-)" Ihren Alltag teilt sie auf Instagram unter dem Namen augustinchen und ihre Nähwerke auf ihrem gleichnamigen Blog.  



Das ist doch eine wunderbare Gruppe an Frauen, die uns in den nächsten Wochen bereichern wird, oder? Ich bin so begeistert, dass sie mitmachen und dass jede eine ganz eigene Geschichte erzählen wird. Verheiratet und unverheiratet, Söhne und eine Tochter, berufstätig und Hausfrau: ein ganz bunter Haufen toller Mütter. Seid ihr auch schon so gespannt?! Nächsten Mittwoch stelle ich die erste Fragerunde und werde die Frage nach den Schwangerschaftsbeschwerden aufwerfen. Seid gespannt! 

02.05.2016

CampusMum: Juli



In der Reihe CampusMum stelle ich euch Frauen vor, die neben Kind und Kegel noch ein Studium meistern. Ich frage sie nach ihrem wie, was und warum.


Instagram ist ja eine mächtige Inspirationsquelle und so stoße ich auch regelmäßig auf studierende Mütter und ihren Alltag oder ihre Eindrücke, die sie teilen. Im heutigen CampusMum Interview stelle ich euch eine Frau vor, die mir auch wegen ihren hübschen Fotos aufgefallen ist. Und natürlich auch, weil unsere Söhne im ähnlichen Alter sind. Juli lebt mit ihrem Mann und ihrem zweieinhalb Jahre alten Sohn Valentin in Chemnitz und studiert nun, nachdem sie bereits eine Ausbildung absolviert und einige Jahre im erlernten Beruf gearbeitet hatte. Ihre freie Zeit verbringt sie mit ihrer Familie, besucht tolle Spielplätze oder die Natur, fährt Fahrrad, backt, liest oder erfreut sich an den schönen Dingen.

Ich bin sehr gespannt, welche Gründe Juli dazu veranlasst haben, sich mit Kind für ein Studium zu entscheiden, wie sie ihre Zeit plant und welche Tips sie uns geben kann.


Liebe Juli, wie schön, dass du beim Interview mitmachst! Ich bin ganz gespannt, wie du dein Studium meisterst und welche Erfahrungen du machst. Erzähl‘ uns doch bitte, was und wo du studierst.

Ich studiere an der Technischen Universität Chemnitz im 2. Semester Psychologie.


Du hast dich nach einer Ausbildung und nach einer Arbeitszeit von drei Jahren für ein Studium entschieden. Wie kam es dazu?

Ganz kurz: Ich habe mich noch nicht am Ende meiner Möglichkeiten gesehen. In meinem Beruf als Logopädin war ich bei meiner damaligen Anstellung in einem Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern eine einzelne kleine Therapeutin, die zwar die Arbeit mit den Menschen wichtig und gut empfand, aber auch als nicht ausreichend. 

Den Anstoß zu meinem grundlegenden Umdenken lieferte ein ehemaliger Chefarzt der Klinik, in der wir als Tochtergesellschaft arbeiten. Er sprach davon, dass er sich als junger Facharzt vorgestellt hat, was er am Ende seiner Karriere erreicht haben will. Und er hatte es geschafft. Das war beeindruckend für mich und ich begann mich selbst zu fragen, wie diese Pläne bei mir aussahen. 

Außerdem wichtig für mich waren das Studium meines Mannes, unsere Familienplanung und mein eigenes Alter. Ich stellte mir vor, dass ich in ein paar Jahren nicht mehr so leicht ein Studium aufnehmen könnte, also entschied ich mich, alles auf eine Karte zu setzen und bewarb mich kurzerhand. Erst als ich die Zusage hatte, setzte ich mich mit meinen Vorgesetzten in Kontakt. Wäre ich nicht angenommen worden, wäre sicherlich vorerst alles beim Alten geblieben.


Wie sieht dein aktuelles Semester aus? Wie viele Veranstaltungen besuchst du?

Aktuell besteht mein Stundenplan aus sechs Vorlesungen, vier Seminaren und zwei Übungen. Eigentlich wollte ich sogar noch eine Übung und ein Seminar mehr besuchen, aber da bin ich sehr zum Dank meines Mannes nicht reingekommen. Ich habe mir die Veranstaltungen bewusst über eine Fünf-Tage-Woche verteilt, damit ich mein Pensum gelassen bestreiten kann. 

Zusätzlich müssen wir im Bachelor sogenannte Versuchspersonenstunden (VP-Stunden) sammeln. Das beinhaltet die Teilnahme an Studien unseres Institutes, für die man dann, je nachdem wie lange die Studie geht, zwischen 1/2 und auch mal 2 VP-Stunden erhält, wenn es zum Beispiel einen zweiten Erhebungszeitpunkt gibt. 


Wann nimmst du dir Zeit zum Lernen oder für Recherche?

Mein Prinzip sieht vor, alles vom Wochenende fern zu halten, damit wir diese Zeit dann für uns als Familie haben. Also muss ich tagsüber vor der Uni oder in Freistunden recherchieren. Manchmal auch noch am Abend, wenn Valentin im Bett ist. Direkt gelernt wird erst vor den Prüfungen, dann je nachdem wie die Prüfungen liegen, kommen uns auch unsere Eltern entgegen und nehmen unseren Sohn für das ganze Wochenende mit zu sich. In diesem Semester wird genau in unserer Prüfungsphase für zwei Wochen der Kindergarten Urlaub haben. Auch für diese Zeit können wir uns wieder auf unsere Eltern verlassen. In der ersten Woche ist Valentin bei den Eltern meines Mannes, in der zweiten bei meinen. 


Wie sieht ein typischer Unitag für dich aus?

Wir haben keinen Wecker, da bei uns niemand vor um 9 im Kindergarten oder in der Uni sein muss. Das klingt ziemlich luxuriös und ich empfinde es als großes Glück, dass wir den Morgen zu dritt für ein gemeinsames Frühstück und Absprachen haben. Einer von uns bringt Valentin dann in den Kindergarten, der zum Glück nur wenige Gehminuten von unserem zu Hause entfernt ist.

Jetzt, wo das Wetter besser wird, nehme ich zu meinem Uniteil (das Institut für Psychologie ist separat in einem Gebäude untergebracht) meist das Rad. Der Weg führt mich mitten durch den herrlichen Stadtpark und ich spare enorm Zeit ein, als wenn ich die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen würde.

Außer Montags habe ich immer so Schluss, dass ich Valentin aus der Krippe abholen kann. Die Veranstaltungen liegen dann auch immer hintereinander, aber das ist meist kein Problem. Auch wenn ich mal vom Institut zum Campus oder umgekehrt muss, ist dafür immer genügend Zeit. Absprachen mit Referatspartner treffe ich immer gern gleich in der Uni, das ist für mich einfach praktischer. 

Meine liebsten Unitage sind die, wenn ich meinen Mann irgendwo treffe. Meistens planen wir das, aber es kommt auch vor, dass wir uns zufällig über den Weg laufen. Das ist etwas komplett Neues für mich, da ich so etwas vom Arbeitsalltag ja gar nicht kannte. 

Wenn wir am Abend wieder alle zu Hause zusammentreffen, versuchen wir, gemeinsam zu kochen und dann den Sandmann anzuschauen. Je nachdem, wer von uns noch am selben Tag wichtige Uniaufgaben zu erledigen hat, bringt dann der jeweilige andere Valentin ins Bett. 


Du hast es bereits angeschnitten: Wie ist denn die Betreuung von Valentin organisiert?

Wir sind wirklich froh über die nahe gelegene Krippe, in einem halben Jahr kann Valentin dort gleich in den Kindergarten wechseln. Die Erzieherinnen kennt er dann schon vom Sehen, ein paar neue Räume kommen dazu. 

Wie schon beschrieben, geben wir Valentin spätestens um neun ab, er isst dort zu Mittag und Vesper, danach soll er noch genügend Zeit haben, um zu spielen. Um vier wird er dann von uns abgeholt. 

Dein Freund studiert ja auch. Wie finanziert ihr eure Familie, den Alltag und die Extras?

Einen Großteil macht das Bafög aus, das ich elternunabhängig durch Ausbildung und Beruf bekomme. Außerdem arbeite ich an einem Wochenende im Monat im Krankenhaus auf meiner alten Station. Mein Mann hat ebenso einen Nebenjob und eine Hiwi-Stelle an seinem Institut. Damit müssen wir haushalten.


Empfindest du das Studium als einen guten Zeitpunkt, um ein Kind zu bekommen? 

Als ich noch keine Mama und weit davon entfernt war zu studieren, dachte ich immer, dass ich lieber eine feste Stelle haben möchte, damit ich meinem Kind auch etwas bieten kann. Jetzt sehe ich es anders. Durch die nicht allzu festen Strukturen im Alltag eines Studenten ergeben sich viele Zeitpuffer, die man wunderbar für die Familie nutzen kann. Klar kommt irgendwann die nächste Prüfungsphase und unter dem Semester ist der Druck auch nicht von der Hand zu weisen, aber wenn ich manchmal von Studierenden ohne Kind gefragt werde, wie ich das alles schaffe, dann empfinde ich es nicht als Last. Die Freiheit an einem Tag mit dem kranken Kind zu Hause zu bleiben ist jetzt viel größer, als während ich gearbeitet habe. 

Dass wir im Moment nicht so viel Geld zur Verfügung haben, eröffnet ganz andere Wege. Wir verreisen viel mehr mit unseren Eltern oder besuchen Freunde über das Wochenende. 
Für mich persönlich war es genau die richtige Entscheidung noch einmal diese Hürden auf mich zu nehmen, denn jetzt bin ich glücklich. Das kommt am Ende meiner eigenen Familie am meisten zu Gute. Außerdem kann man eine Schwangerschaft auch einplanen. Zum Beispiel so, dass man erst den Bachelor geschafft hat oder aber wenigstens einen Großteil des Studiums.


Hast du Kontakt zu anderen Studierenden mit Kind an deiner Uni? 

Leider nein.


Gibt es etwas, dass eure Uni verändern könnte/Unis verändern könnten, damit es Studierende mit Kindern leichter haben?

Es gibt da tatsächlich etwas, was ich Müttern wünschen würde. Numerus clausus Regelungen finde ich gut, es zeigt einer Uni auch, was sie wert ist und wie ihre Stellung im Vergleich mit anderen Universitäten ist. Doch wenn es um die Aufnahme von Studentinnen geht, die örtlich durch ihre Kinder durchaus gebunden sind, sollte es ihnen leichter gemacht werden, die Uni zu besuchen, die für sie mit Kind und Kegel durch Wohnortnähe gut zu erreichen ist. Scheitert eine junge Mutter daran, kann sie entweder gar nicht studieren oder muss sich für eine Alternative entscheiden. Das empfinde ich als eine Strafe und so sollte das Muttersein nicht gesehen werden.


Das ist ein guter Ansatz und auf jeden Fall ein Gedanke wert.
Wie findest du einen Ausgleich zum Unialltag? Hast du (brauchst du) manchmal Zeit für dich? 

Ich beschäftige mich gern mit schönen Dingen. Was hier so plakativ klingt, ist zum Teil auch so. Einmal bekamen wir Besuch von einem gut befreundeten Pärchen, von dem die Freundin mir bei Instagram folgt. Ihre erste Reaktion nachdem sie sich in unserem Wohnzimmer hingesetzt hatte war ein: "Ach, das kenne ich ja schon." - Was ich sagen will, was ich mag, teile ich auch gern. Instagram hat einen hohen Zeitfaktor, den ich hin und wieder versuche zu regulieren. Aber es ist auch meine Art, mich mit vielen anderen Mamas auszutauschen und darüber bin ich sehr dankbar. 

Andere Dinge, die ich für mich ganz allein nutze, sind es zu backen, ein Buch zu lesen, ein Bad zu nehmen. Wenn es demnächst auf die wärmeren Monate zugeht werde ich wieder bei einem Yogakurs teilnehmen, der im Garten der Chemnitzer Spinnerei unter freiem Himmel stattfindet. Ich mag diese Arbeit mit dem eigenen Körper, zugleich die Entspannung und die Atmosphäre der Location. 


Hast du einen besonderen Tipp für alle, die sich überlegen, während des Studiums ein Baby zu bekommen?

Während der Prüfungsperiode ist mir aufgefallen, dass ich nicht mehr lernen kann, als möglich ist. Wenn ich nachts mit einem fiebrigen Kind und meinen Karteikarten gelernt habe, dann habe ich es dennoch gern getan. Ich könnte mich nicht mehr aufteilen, dafür bin ich zu sehr Mama, die eben noch einmal studiert und weniger eine Studentin im klassischen Sinne. Partys, Poetry Slams und Amnesty International Infoabende haben ihren Wert und ich habe sie in der Vergangenheit ausgekostet und trauere dem Ganzen nicht nach. Jede junge Frau, die sich für ein Kind entscheidet, kann ich nur willkommen heißen. Unser Boot ist seetüchtig, der Anker gelichtet und vor uns liegen nur der Horizont und das Leben. Also los, volle Fahrt voraus!


Liebe Juli, ich bin dir so dankbar für deine Zeit und die interessanten Antworten. Ich wünsche dir, dass du auch weiterhin so motiviert bleibst, dass dein Studium gut verläuft und du mit deiner Wahl immer zufrieden bist. 


Juli findet ihr auf Instagram unter dem Namen julilori.




Alle bisherigen Interviews der Reihe CampusMum findet ihr hier. Und hier kommt ihr zu allen Artikeln, die sich mit dem Thema Studieren mit Kind beschäftigen.