29.06.2016

Ask a friend: Hast du für uns einen ehrlich gut gemeinten Rat, der dir selbst im Alltag mit Baby geholfen hat?



Bei der Reihe ask a friend stelle ich jeden Mittwoch Fragen rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett und sechs Freundinnen antworten uns darauf. Wer diese sechs tollen Frauen sind? Hier könnt ihr sie kennenlernen.

Nachdem ich letzte Woche gefragt habe, ob sich die Frauen verändert haben, seitdem sie Mütter sind, stelle ich heute die siebte Frage:

Die #instamumgang Community wächst und es scheint, als ob virtuell eine toller Zusammenhalt zwischen den Müttern herrscht. Im Alltag sieht das manchmal anders aus. Hast du schon einmal echt doofe, aber natürlich „nur gut gemeinte“ Ratschläge bekommen?
Und hast du für uns einen ehrlich gut gemeinten Rat, der dir selbst im Alltag mit Baby geholfen hat?


"Witzigerweise habe ich tatsächlich Unterstützung von Instagram-Mamis bekommen. Ich wurde zum Beispiel schon mit tröstenden Worten per E-Mail angeschrieben, nachdem ich mich in einem Post über das miserable Schlafverhalten meines Sohnes beschwert habe.     

Ich habe das große Glück, einer kleinen Gruppe von Muttis anzugehören. Wir kennen uns seit dem Schwangerschaftsyogakurs und treffen uns immer noch jede Woche. Es ist wunderbar, Menschen um sich zu haben, die die gleichen Höhen und Tiefen erleben und sich gegenseitig helfen. Ich habe mich mit meinen Problemen nie alleine gefühlt, denn meine Muttis haben immer ein offenes Ohr und einen Ratschlag, wenn man danach fragt. 


Die doofen Ratschläge habe ich meistens von den Omas bekommen. Das übliche: trage dein Kind nicht so viel, lass das Kind auch mal schreien, gib dem Kind lieber das Fläschchen, er wird nicht satt von deiner Milch… Man soll sich davon nicht ärgern lassen."



"Tatsächlich habe ich noch nie blöde Ratschläge von anderen Müttern oder anderen Menschen auf der Straße bekommen. Das ist echt super. Ich habe nur positive Bekanntschaften und Begegnungen durch Frieda gehabt. Ich habe zum Beispiel recht oft von älteren Frauen gehört, wie toll sie es finden, dass ich sie trage, sowas hätte es ja früher nicht gegeben.... Dabei hatte ich eher mit einer negativen Bemerkung gerechnet, nachdem ich erst mal ganz intensiv gemustert wurde. 

Diese „gut gemeinten“ Ratschläge kenne ich trotzdem, sie kommen bei mir meistens aus der eigenen Familie. Hier kommen dann die typischen Einwände gegen das lange Stillen (das Kind wird doch nicht mehr satt), Tragen (du verwöhnst es) oder im Elternbett schlafen (so schläft es ja nie durch). Aber da weiß ich schon damit umzugehen. Diese Ratschläge sind wirklich nur gut gemeint, beruhen aber einfach auf alten Ansichten. Ich nehme sie mir nicht zu Herzen und ignoriere sie meistens. 

Wirklich geärgert habe ich mich allerdings über die Ratschläge von unserem Kinderarzt. Ich weiß nicht, wie oft ich zu hören bekam, endlich mal abzustillen und Frieda in ein eigenes Zimmer zu verfrachten. Sonst wären Entwicklungs- und Bindungsstörungen vorprogrammiert. Ganz zu schweigen von den Schlafstörungen, die sie schon hätte. So was macht mich echt wütend, denn es gibt bestimmt einige Mütter, die auf den Rat der Ärzte hören und dementsprechend handeln. 

Mein Tipp an Mütter ist tatsächlich nicht so viel auf Andere zu hören, sondern nach dem eigenen Gefühl zu handeln. Lasst euch nicht verunsichern davon wie es andere machen oder wie (gut) es bei anderen läuft. Jedes Kind ist individuell und jede Mutter (und jeder Vater) muss selbst herausfinden wie man das eigene Kind am besten beruhigt, zum Schlafen bringt oder ans Essen heranführt. Ihr seid die Eltern und wisst am besten, was euer Kind braucht!"


"Hmm, ich habe zum Glück nicht so viele blöde Ratschläge von Fremden bekommen, wenn, dann eher von Freunden. Aber man selbst macht sowas wahrscheinlich auch, ohne es zu merken oder böse zu meinen. 

Von daher lautet mein Ratschlag an alle (Neu-)Mamas eher: Nicht so sehr zu Herzen nehmen, was andere sagen. Und immer auf das eigene Bauchgefühl hören und auf das eigene Handeln vertrauen. Wir selbst wissen schon am besten, was gut für unser Kind ist. Ich denke, ich habe mir da mittlerweile eine ganz gute Gelassenheit angewöhnt. Ich kann natürlich auch um Rat fragen und Vorschläge annehmen, aber ich schalte auch ab und zu auf Durchzug und lasse sie reden. Oder denke später noch mal in Ruhe darüber nach."


"Was mich am meisten stört, ist das ewige Erklären. Das bemerke ich allerdings auch manchmal bei mir. Man unterhält sich mit einer fremden Mutter auf dem Spielplatz, sie erzählt von ihrem Alltag und erklärt und bewertet ihre Art und Weise beinah selbstverständlich in jedem Satz. Selten treffe ich Mütter, die einfach sind, wie sie sind. Es ist, als herrsche ein durchweg schlechtes Gewissen über allen Entscheidungen die man trifft. 

Mein ehrlicher Rat: Erklärt nicht, rechtfertigt nicht. Seid so wie ihr eben seid. Niemand ist als Mensch perfekt. Eine Mutter ist auch nur ein Mensch. 

Im Alltag sollte eine Mutter darauf achten, sich auch etwas Gutes zu tun (und sei es ein großer Löffel Nutella). Mir hat es unglaublich geholfen, dass mein Freund soviel zu Hause war. Aber das ist etwas, das leider wirklich überhaupt nicht selbstverständlich ist und bei uns auch nur durch seinen Studentenstatus möglich war." 


"Mir wurde oft gesagt, dass ich mein Baby doch am Anfang nicht so oft auf den Arm halten soll; ich würde es sonst verwöhnen. Jetzt weiß ich, dass das totaler Unsinn ist und ich bereue es, dass ich wirklich darauf gehört habe. 

Ich habe aber auch viele gute Ratschläge bekommen, für die ich echt dankbar war. Zum Beispiel wurde mir der Rat gegeben, das Baby einzupucken, damit er sich selbst beim Schlafen nicht weckt." 


"Das ist auch eine Sache, die sich wirklich verändert hat. Bevor ich ein Kind hatte, war ich glaube ich, ganz furchtbar und hatte ganz viel „Meinung“ gegenüber anderen Müttern, die ich gesehen habe. Ich wollte dies und jenes AUF JEDEN FALL anders machen und habe so allerhand in Frage gestellt.

Mittlerweile, und da tut Instagram einen großen Dienst, finde ich, sehe ich fast alles gelassener und es gibt nur noch sehr wenig, was ich nicht akzeptieren kann. Ansonsten sehe ich ja selbst, dass Ratschläge, die bei anderen Gold wert sind, bei uns überhaupt nichts bringen.

Gerade diese Tipps, die man ungefragt von allen Müttern (und auch allen anderen Menschen) en passant bekommt, haben mich da bestärkt, denn sie sind subjektiv und fast niemand kennt doch die genaue Lebenssituation des anderen. 

Wir hatten sehr lange schlimme Schlafprobleme mit Tilo (viele Nächte haben wir mit nicht mehr als 3 Stunden Schlaf beendet). In dieser Zeit war ich absolut labil und empfindlich und wollte am liebsten heulen, wenn mir mal wieder jemand „wertvolle“ Tipps gibt, die „auf jeden Fall“ wirken. Ein Satz, den eine liebe Instagram-Mutter schrieb, hat mir da sehr geholfen: „jeder bekommt das Kind, das er aushält.“ Das klingt nicht besonders freundlich, doch in allen möglichen schlechten Situationen sage ich mir seitdem diesen Satz und fühle mich plötzlich stark. Vielleicht hilft er auch manch anderer Mutter." 


Nächste Woche gibt es schon die letzten Antworten der Mädels.

26.06.2016

Schwanger im Studium: wie geht es weiter?



An unserer Uni müsste der ein oder anderen Person bereits aufgefallen sein, dass es da eine junge Frau gibt, die stets mit Büchern bepackt ist, von Woche zur Woche runder wird, ständig an Apfelstückchen knabbert und ganz allmählich auch ein wenig watschelt. Tja, das ist natürlich kein Walrösslein, das das Laufen gelernt hat, sondern das bin ich: Bettina, Studentin und im achten Monat schwanger.


Schwangerschaft im Studium

Manch einer fragt sich vielleicht, ob ich nicht verrückt bin, zwei Kinder während des Studiums zu bekommen. Doch ich kann darauf nur erwidern: Für mich ist es genau richtig. Das Leben als reine Studentin kenne ich ja gar nicht. Ich bin Mutter und Studentin. Beides lebe ich mit ganzem Herzen. Für mich bedeutet es ein sehr großes Glück, dass ich beides haben darf.

Als ich mit Anton schwanger war, belegte ich noch keine Veranstaltungen. Nun bin ich mitten im Studium mit dem zweiten Sohn schwanger und erlebe eine ganz neue Studiensituation. Die ersten Wochen hatte ich beispielsweise mit der typischen Schwangerschaftsübelkeit zu kämpfen. Die Konzentration am Ende des letzten Semesters ließ also ein wenig zu wünschen übrig. 
Oder kannst du dich daran erinnern, dass ich in den vergangenen Semesterferien einen Lateinkurs besucht habe? Stelle dir eine Schwangerschaftsmigräne, einen tobenden Erstgeborenen und Lateinvokabeln vor. Das war nicht immer die einfachste Kombination und kostete mich (und meinem Umfeld) sehr viele Nerven.

Doch neben diesen ersten Schwierigkeiten habe ich bisher das Glück, gesund und fit zu sein. So kann ich alle Kurse besuchen und bin eine Studentin wie jede andere. Auch das Pensum ähnelt dem der letzten Halbjahre. Ich muss vier Referate und zwei Kurzvorträge halten, habe Exkursionen und eine Hausarbeit vor mir. 

Glücklicherweise stehen keine Klausuren an, für die ich am Ende des Semesters lernen müsste. Denn genau drei Wochen nach Semesterende ist auch schon der errechnete Entbindungstermin. Was für ein Timing.


Wie geht es nun weiter?

In diesen drei Wochen möchte ich die Uni gedanklich komplett hinter mir lassen und mich einfach nur auf unsere Familie konzentrieren. Aber auch nach der Geburt ist für mich erst einmal Familienzeit angesagt. Diese ersten magischen Wochen will ich genießen, ohne im Hinterkopf Aufgaben und Termine zu haben. Und glaubt mir, darauf freue ich mich schon unheimlich. 

Nach Absprache mit dem Studienbüro und einem Dozenten nehme ich kein Urlaubssemester, sondern bleibe im Wintersemester eingeschrieben. Ich kann dann in diesem Semester meine Hausarbeit schreiben und sie fristgerecht abgeben. Allerdings darf ich nicht an den Veranstaltungen teilnehmen, sondern werde mit meinem Sohn zu Hause bleiben. Ehrlich gesagt finde ich es schon etwas doof, dass dann meine Semesteranzahl wächst, aber das gehört wohl einfach dazu.



Verpasste Möglichkeiten

Ich muss aber gestehen, dass ich mich bei einer Sache ganz schön geärgert habe: Kaum bin ich schwanger, flattern in unserem Mailverteiler der Kunstgeschichte drei wirklich tolle Praktikums- bzw. Arbeitsangebote ein. Also zwischen all den Einladungen zu Vorträgen und all den Informationen drei Angebote, die genau dem entsprechen, was ich machen möchte. Ob die mich auch nehmen würden, wenn ich mich jetzt schon für 2017 bewerbe? Ha, natürlich nicht. 

Es ist ja nicht so, dass ich nicht im letzten Jahr bereits ein Praktikum machen wollte. Sogar einen Platz hatte. Aber wie das Leben manchmal so spielt, muss man Prioritäten setzen. Arbeitszeiten versus Betreuungszeiten, Hausarbeiten versus Praktikum. 

Mein Studium und die Erfahrungen, die ich aber in den letzten Monaten gemacht habe (z. B. drei Wochen vor Beginn eines Praktikums den Platz wieder abgesagt zu bekommen, aus ziemlich fadenscheinigen Gründen), lassen mich jedoch nicht mehr verkrampft nach dem bestmöglichen Lebenslauf suchen (den ich sowieso schon lange nicht mehr habe). Ich bin mir sicher, dass die Zeit für ein Praktikum auch dann noch kommen wird, wenn ich zwei Kinder habe.


Ungewisse Betreuungssituation

Und dann bin ich selbst gespannt, wie es weiter mit dem Studium gehen wird. Mein persönlicher Wunsch ist, dass ich zum Sommersemester wieder mit nur zwei oder drei Veranstaltungen einsteigen kann. Seit wenigen Wochen wissen wir, dass Anton einen Kindergartenplatz hat und somit ist unsere Betreuungssituation auf jeden Fall gesichert. Aber ich weiß nicht, was bei unserem zweiten Sohn sein wird. Er ist zum Sommersemester hin etwas älter als ein halbes Jahr und somit - meiner Erachtens - noch zu jung für eine regelmäßige Fremdbetreuung. 

Aber vielleicht haben meine Eltern wieder die Muße und die Zeit, an einem Tag in der Woche eine einstündige Fahrt auf sich zu nehmen, um auf ihre Enkel aufzupassen? Das hat bereits vor zwei Jahren sehr gut funktioniert. Oder vielleicht vertrauen wir der Tagesmutter, die momentan unseren großen Sohn betreut, unseren Minimann für ein paar Stunden in der Woche an?

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, was passieren wird, wie der kleine Mensch tickt und wie genau das nächste Jahr verlaufen wird. Aber seitdem ich Mama bin, habe ich gelernt, dass sich alles fügen wird und dass die Kinder für mich immer Priorität haben. Deshalb bin ich ganz optimistisch. 
Ich freue mich jedenfalls, dass ich in diesem Semester noch genug Energie habe und alles mit gewohnter Gewissenhaftigkeit und Freude erledigen kann. Und gleichzeitig freue ich mich unheimlich auf das neue Familienmitglied und dass ich dieses Wunder noch einmal erleben darf.

22.06.2016

Ask a friend: Hast du dich verändert, seitdem du Mutter bist?


Bei der Reihe ask a friend stelle ich jeden Mittwoch Fragen rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett und sechs Freundinnen antworten uns darauf. Wer diese sechs tollen Frauen sind? Hier könnt ihr sie kennenlernen.

Nachdem ich letzte Woche gefragt habe, welche Erfahrungen die Mädels im Wochenbett gemacht haben und welche Ratschläge sie für uns haben, stelle ich heute die sechste Frage:

Hast du dich verändert, seitdem du Mutter bist? 


"Die größte Veränderung ist, dass ich nicht mehr frei über meine Zeit verfügen kann. Diese Tatsache nervt mich am meisten. Ich muss lernen zu akzeptieren, dass meine Pläne und Wünsche sich hinter den Bedürfnissen meines Sohnes anstellen müssen."



"Ich denke, ich habe mich schon verändert, seit ich Mutter bin. Ich bin sehr fixiert auf meine Tochter. Mein ganzer Alltag richtet sich nach ihr, die meisten meiner Gespräche und auch viele meiner täglichen Verabredungen finden wegen ihr statt. Oft habe ich das Gefühl ich kann an nichts anderes denken. Es fällt mir schwer, mich auf andere Dinge zu konzentrieren und über andere Themen zu sprechen. Das ist sicher manchmal anstrengend für meine Mitmenschen, v.a. für die, die keine Eltern sind. 

Auch mein Leben hat sich in manchen Bereichen verändert. Vor Frieda ging ich arbeiten, hatte Freizeit, habe viel geschlafen und gelesen. Das meiste davon mache ich jetzt gar nicht mehr oder zumindest viel seltener. Was mir wirklich manchmal fehlt, ist etwas Zeit für mich und Zeit mit meinem Mann. Mir bleibt nur Friedas Mittagsschlaf als Freizeit und abends noch zwei Stunden, bevor ich selbst müde ins Bett falle. 

Paarzeit ist gerade noch seltener, eigentlich bleiben uns da nur die Abende. Ich würde so gerne nochmal ins Kino gehen, aber wir geben Frieda nicht so gerne ab und haben uns noch nie getraut, es auszuprobieren. 

Das Gute ist, dass wir in ein paar Jahren oder Jahrzehnten wieder mehr Zeit für uns haben werden. Von daher ist es für mich verkraftbar." 


"Oh ja, sehr. Ich bin zum Einen ängstlicher geworden und mache mir mehr Sorgen, sowohl um meinen Sohn als auch um meinen Freund oder um uns als Familie. Aber ich glaube, das ist normal. Zum Anderen muss ich nun mehr Kompromisse eingehen und mehr zurückstecken, denn vorher konnte ich oft tun und lassen, was ich möchte. 

Als ich schwanger wurde, wohnte ich noch alleine. Mein Freund und ich sind dann erst im Laufe der Schwangerschaft zusammengezogen, deswegen mussten wir uns auch erst an ein Zusammenleben miteinander gewöhnen, und dann war da plötzlich noch ein kleiner Mensch in unserem Leben, und auch irgendwie zwischen uns. Ich war monatelang nicht mehr allein, dabei war Zeit für mich alleine zuvor selbstverständlich. Ich habe sie fast täglich genossen und gebraucht; nun muss ich mir diese gut einplanen. Manchmal klappt das nur alle paar Monate, manchmal auch alle paar Wochen. Aber komischerweise habe ich mich daran gewohnt.

Ich ertrage mehr Nähe als zuvor und ich liebe mehr, als ich es je für möglich gehalten habe. Und zwar alle beide: meinen Freund und meinen Sohn. Deswegen kann ich auch behaupten, dass ich mein neues Leben liebe. Es ist keinesfalls so, dass ich mich an das davor nicht mehr erinnern kann, das kann ich sehr wohl und es war auch toll, aber nun habe ich das Gefühl, angekommen zu sein und das Zurückstecken fühlt sich weniger wie ein Verlust, sondern mehr wie ein Gewinn an.

Ich kann weniger weggehen abends, aber ich möchte auch weniger weggehen. Ich habe weniger Zeit für Freunde, aber die haben auch weniger Zeit, als noch vor ein paar Jahren. Job, Familie, Partnerschaft usw. verändern die Lebensstrukturen von uns allen, von daher kann ich diese Veränderungen (mittlerweile) gut verkraften."


"Bestimmt. Ich finde, dass ich ausgeglichener bin und mehr Energie habe. Aber ich bin auch nicht mehr so stressresistent wie früher, kann nicht mehr so viele Sachen auf einmal machen, ohne dass es mich zu sehr belastet. 

Ich habe viel aussortiert, um für die wichtigen Dinge Platz zu haben. Das bezieht sich auf beinahe alles. Ich finde, das gefällt mir allerdings nicht ganz so gut, dass ich die Dinge nicht mehr so spontan angehe, sondern mehr darüber nachdenke."


"Ich bin ängstlicher geworden und mache mir mehr Sorgen, auch um andere Menschen. Und sonst bin ich emotionaler geworden. 

Ich bin in meiner Freizeit sehr gerne unterwegs gewesen, habe mich mit Freunden getroffen. Das fällt jetzt natürlich alles etwas spärlicher aus, was aber ok ist. Denn ich denke, dass jetzt der Abschnitt im Leben kommt, wo es nicht nur allein um mich geht, sondern darum, einen kleinem Menschen ein schönes Leben zu bieten." 


"Was für eine schwierige Frage. Eigentlich hat sich nicht viel verändert, und trotzdem ist alles anders. Ich war nie der Mensch, der ständig nächtelang durchfeiert. Der Unterschied ist jetzt eben, dass ich es auch nicht mehr so ohne Weiteres könnte. So ist es bei Vielem. Tilo schränkt mich nicht sehr ein, aber trotzdem mache ich vieles nicht mehr, aus Rücksicht.

Etwas, woran ich tatsächlich sehr zu knabbern habe, ist die Sorge um einen anderen Menschen. Das ist etwas, was mich vorher kaum belastet hat und nun allgegenwärtig scheint. Gerade an Tagen, an denen Tilo krank ist und leidet, mache ich mir Sorgen. Wenn ich länger nicht bei ihm sein kann, genieße ich die Zeit nicht einfach so. Ich stecke in einem Zwiespalt zwischen dem Wunsch nach etwas „eigenem“ und dem dringenden Bedürfnis, ALLES mit ihm teilen zu wollen. Ich weiß nicht, ob sich das irgendwann wieder legt, und ich bin mir auch gar nicht sicher, ob ich das gerne möchte. Es ist ein bittersüßes Gefühl."

18.06.2016

Geschenkideen zur Geburt für das Baby: Spielzeug und Ausstattung


Was schenkt man zur Geburt, wenn es das zweite Kind ist? Hat der Haushalt da nicht schon allerhand an Kleidungsstücken, Spielzeugen und Ausstattungsgegenständen zu bieten? Ich werde immer wieder gefragt, was wir uns zur Geburt von unserem Mini wünschen. Da hätte ich Einiges! Denn wie ich schon einmal erwähnt habe, bietet für mich die zweite Schwangerschaft auch eine Möglichkeit, mich vor allem auf die schönen Dinge konzentrieren zu können. Wir brauchen keine Grundausstattung mehr und können uns auf (viele) Einzelteile beschränken.

Welche Kleidungsstücke ich mir für unseren Minimann noch wünschen würde, habe ich bereits vor ein paar Wochen erzählt. Heute richte ich mein Augenmerk auf Spielzeuge und allerhand schönem Krimskrams.


Spielzeug

Wir haben glücklicherweise noch viel tolles Spielzeug von Anton, sodass wir eigentlich nichts brauchen. Aber auch hier ist es ähnlich wie bei den Kleidungswünschen. Im Laufe der letzten drei Jahre hat sich in der Spielzeugindustrie viel getan und es gibt immer wieder Stücke, die mir richtig gut gefallen.

So könnten wir einen Klassiker wie diese Babyrassel gut gebrauchen, die Anton damals bei der Physiotherapeutin geliebt hat, wir aber nie nachgekauft haben.

Auch gefallen mir manche Kinderwagenbücher sehr schön oder Lernbücher aus Stoff. Ob der Mini sie dann wirklich nutzen wird, ist fraglich - Anton hat sich leider nie dafür interessiert.


Ausstattung

Bei der Ausstattung für das Kinderzimmer, die Stillecke, den Kinderwagen oder ähnliches habe ich noch sehr viele Wünsche offen. Ich glaube, dass sich hier viele Dinge abgenutzt haben, sich mein Geschmack verändert hat oder ich manche Dinge schlicht und einfach "besser" machen möchte. Mir ist klar, dass das Baby eigentlich ganz wenig braucht, aber dennoch weiß ich, dass ich das brauche und dass es mir viel Freude macht. Vor allem würde ich mich darüber freuen, wenn nun so manch Stöfflein oder Extra bei uns einziehen würde, das ich schon so lange anschmachte.

Ich liebe zum Beispiel Decken. Schon für Anton hatten wir ein paar Decken zum Einwickeln und für den Kinderwagen gekauft und auch dieses Mal dürfte noch gerne die ein oder andere Decke einziehen. Sie sind einfach so praktisch und werden in unserem Haushalt viel genutzt. Ganz angetan bin ich von dunkelgrauen Strickdecken. New Born Wolldecke von babyloon liegt außerhalb jedes Geschenkbudgets, aber vielleicht kann ja jemand ganz gut stricken? Oder diese Babydecke von baby's only in anthrazit gefällt mir gut. Diese Decke ist zwar nicht grau, hat aber einen wunderschönen Farbverlauf; auch schön diese Alpaka-Decke für kalte Tage oder diese graue Decke aus Lammwolle (9).

A propos Decke. Krabbeldecken sind auch sehr sinnvoll. Und da wir nur eine im typischen Babyblau aus Anton Zeiten haben, die damals auch noch auf einem Kindersachenflohmarkt erstanden wurde, wird es nun endlich Zeit für etwas Hübsches. Schließlich sieht man sein Kind täglich darauf. Schön sind beispielsweise die Storytelling Krabbeldecke von fabelab in grau (1), die Daunendecke mit Wolken von April Showers und die Spieldecke von mimi's circus (5) (gerade reduziert!). Die Decken von camcam Copenhagen (auch diese hier!) springen mir auf vielen Bildern auf Instagram ins Gesicht und das zu Recht. Sie sind so wunderwunderschön. Ein Traum. [An dieser Stelle sei nochmal erwähnt, wie unglaublich toll das Label camcam Copenhagen ist. Mir gefällt einfach alles. Von den Babydecken über die Spielzeuge hin zur Kleidung.]


Beim Thema Essen gibt es auch ein paar Dinge, die mir und natürlich dem Kleinen Freude machen würden. Lätzchen kann man nie genug haben: Piratlätzchen von fabelab (2) oder das Lätzchen mit Ärmeln von koeka. Die hübscheste Schnabeltasse (6), die ich jemals gesehen habe, darf auch sehr gerne bei uns einziehen.

Das Kinderzimmer hat seit unserem Einzug schon drei Phasen miterlebt, in denen ich optimiert oder eingerichtet habe. Auch in den nächsten Wochen steht wieder so eine Phase an, weil ich ein Regal mit meinen Sachen ausräumen möchte, um Platz für Minimanns Sachen zu schaffen. Einige Kisten habe ich bereits gekauft, um Antons Spielsachen auch ordentlich zu verstauen. Bis unser Baby auch wirklich Teil an diesem Zimmer haben wird dauert es natürlich noch einige Monate, aber dennoch müssen nun die Dinge von zwei Kindern in der Wohnung untergebracht werden.

Ich wusste lange Zeit nicht, was man denn mit einer Girlande tun soll. Warum beginnt sie einfach irgendwo an der Wand und hört dann plötzlich auf? So richtig habe ich es bis heute nicht verstanden. Aber dann habe ich genau diese Stoffgirlande von Fabelab (7) entdeckt und hatte direkt einen schönen Ort dafür im Kopf. Ähnlich geht es mir mit diesem Kugelmobilé von mybabyloon.

Und neue Bilder dürfen gerne die Wände schmücken. Welche genau, das weiß ich selbst gar nicht, aber es gibt doch so viele schöne Poster auf der Welt. Und kennt ihr die Birth Poster? Die sind ein Klassiker.

Es gibt noch so viel Schönes für die Kleinen. Diese tollen Spucktücher (10), die man für alles Mögliche nutzen kann. Oder diese dünnen Muselin-Decken (12). Aden + Anais, der Klassiker, stellt Tücher ist sehr hübschen Designs her (8). Ich habe nichts gegen eine weitere Schnullerkette neben unserer wunderschönen, die ich bei lomaja gekauft habe und einem Geschenk von einer Freundin. Zum Beispiel die Schnullerkette mit Wolke von camcam (4). Die Beißringe mit gehäkelten Bunny-Ohren von Rock my day (13) schmachte ich auch schon lange an. Sie inszeniert sie auch so wunderbar.  

Für den Kinderwagen wünsche ich mir ein Sonnensegel. Wir hatten leider so ein hässliches zu Hause, dass wir es immer ungenutzt im Keller ließen und dafür Mulltücher an den Kinderwagen klemmten. Wir hatten nie eine Kinderwagenkette und das muss auf jeden Fall nachgeholt werden. Die Hängedeko mit einem gestrickten Stern (11) kann auch total gut am Kinderwagen eingebaut werden oder in der Babyschale oder in der Babywippe oder....

Der Schlafsack von vertbaudet (10) könnte kaum schöner sein. Numero 74 macht aber auch einen perfekten Schlafsack für den Sommer. Braucht man einen Pucksack? Bei Anton hatten wir nur Schlafsäcke, er ließ sich auch nicht pucken.


Was ich tatsächlich nicht so notwendig finde und bisher auch nicht so gefunden habe, wie es für mich passt, sind Babyalben und Meilensteinkarten. Mir ist bewusst, dass sie gerne geschenkt werden und dass es auch ein paar Labels gibt, die ganz hübsche Exemplare produzieren.

Das ist nun wieder so eine lange Liste geworden. Aber die Sachen sind doch einfach zu schön, oder?

15.06.2016

Ask a friend: Stillen


Bei der Reihe ask a friend stelle ich jeden Mittwoch Fragen rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett und sechs Freundinnen antworten uns darauf. Wer diese sechs tollen Frauen sind? Hier könnt ihr sie kennenlernen.

Nachdem ich letzte Woche gefragt habe, welche Erfahrungen die Mädels im Wochenbett gemacht haben und welche Ratschläge sie für uns haben, stelle ich heute die sechste Frage:

Welche Erfahrungen hast du mit dem Stillen gemacht?


"Mit dem Stillen hatten wir mit meinem Sohn keinen einfachen Start. Am Anfang konnte er nicht richtig trinken, daraufhin hat er sehr viel abgenommen und musste im Krankenhaus zugefüttert werden. Im Krankenhaus wurde ich vom Medizinpersonal sehr verunsichert und habe mir viele Sorgen gemacht, das war ziemlich belastend. 

Zuhause habe ich meiner Intuition vertraut und es klappte viel besser mit dem Stillen, obwohl es oft mühsam war und sehr lange dauerte, bis mein Sohn satt war. Die ersten 3 Monate nutzte ich ein Stillhütchen, um dem Kleinen das Trinken zu erleichtern, später verzichtete er selbst darauf. 

Aber richtig schön und einfach wurde das Stillen erst nach einem halben Jahr. Dann hat es mir auch viel Freude gemacht, mein Baby zu stillen. Ich stille immer noch; zwar nur morgens, aber diese Kuschelstunde genießen wir beide sehr."



"Leider hat das Stillen nicht von Anfang an ohne Probleme geklappt. Frieda war sehr leicht und hat dann auch viel abgenommen. Sie hat nur ganz schwach gesaugt. Also wurde erst mal zugefüttert, allerdings mit einer kleinen Spritze in den Mundwinkel, während sie an unserem Finger saugte. Ich pumpte fleißig ab, um die Milchbildung anzuregen. 

Nach drei Tagen hatte sich dann alles eingependelt und wir konnten damit aufhören. Ab dann wurde nur noch gestillt und zwar fast bis zum zweiten Geburtstag. Ich habe immer sehr, sehr gerne gestillt und es nie als Last empfunden. 

Nach diesen Startschwierigkeiten, gab es auch keine größeren Probleme mehr. Natürlich hatte ich am Anfang wunde Brustwarzen und komischerweise v. a. gegen Ende der Stillzeit öfters mal einen Milchstau. Aber das hätte mich nie vom Stillen abgehalten, ich wollte es so unbedingt! 

Abgestillt habe ich dann, weil wir noch ein Baby wollten und ich bis dahin noch nicht meine Tage, also auch keinen Eisprung hatte. Und auch wenn das Abstillen nicht von Frieda ausging, hat es doch ganz ohne Tränen geklappt. 


Zum guten Stillstart ist meiner Meinung nach wichtig, dass man wirklich vom Stillen überzeugt ist und es wirklich will, denn oft ist der Start nicht so einfach. Es lohnt sich dranzubleiben und nicht gleich aufzugeben. Außerdem ist eine gute Hebamme für's Wochenbett sinnvoll und man sollte sich vorher schon über dieses Thema informieren. So kann man gut gemeinte Ratschläge, z. B. das Kind nur alle vier Stunden anzulegen (und das hört man auch heute leider noch sehr oft), gleich ganz selbstbewusst abschlagen."


"Im Krankenhaus wurde mir ein bisschen zu akribisch darauf geachtet, dass das Baby alle vier Stunden gestillt wird. Zuhause haben wir uns dann einen eigenen Rhythmus (nach Bedarf) angewöhnt und das lief von Anfang an problemlos. 

Ich hatte glücklicherweise nie Milchstaus oder Probleme mit zu viel oder zu wenig Milch. Nur in den ersten Tagen nach dem Milcheinschuss schmerzten die Brustwarzen ein wenig, sodass ich Stillhütchen (aus der Apotheke) verwendete. 

Ich habe gern gestillt bis zu einem Punkt, wo Willi agiler wurde und anfing, mich zu beißen. Und dann wollte ich irgendwann „meinen eigenen Körper zurück haben“ (und auch ein wenig mein Freund mich für sich), sodass ich kurz vor dem ersten Geburtstag abgestillt habe. In den letzten zwei Monaten war es auch nur noch ein Einschlaf- und Aufwachstillen. Insgesamt habe ich aber gute Erinnerungen an das Stillen und würde es immer wieder machen."


"Ich habe gerne gestillt, unser Sohn hat nur bereits im Krankenhaus so sehr gejammert, dass schon zugefüttert wurde. Das Zufüttern hat dann in den 6 Monaten, in denen ich gestillt habe, nicht aufgehört. Mir hat es sehr viel gegeben, aber 6 Monate haben mir dann auch gereicht. L. war ja schon an die Flasche gewöhnt, er hat die Brust nie wieder gesucht."


"Ich habe mir das Stillen immer als wunderbare Sache vorgestellt, so wie auf den Bildern in allen Prospekten. Das sollte aber anders aussehen. Mein Sohn hatte Schmerzen und konnte seine Mahlzeiten deswegen kaum genießen, manchmal war es einfach nur ein Weinen und zwischendurch trinken. Es glich eher einem Kampf. 

Ich habe mich aber dennoch 7 Monate damit gequält, weil mir einige Menschen immer eingeredet haben, dass ich eine schlechte Mutter bin, wenn ich dem Baby die Flasche gebe. Da es mein erstes Baby und ich noch ziemlich unsicher war, haben wir uns weiter gequält. Im Nachhinein weiß ich, dass die Mutter am besten weiß, was für ihr Kind gut ist. Ich wünsche mir einfach, dass es beim nächsten Baby klappt."


"Das Stillen war bei uns ein wichtiges und großes Thema. Ich wollte unbedingt stillen und hatte auch das große Glück, dass es ab dem dritten Tag reibungslos funktioniert hat. (Bereits am dritten Tag hatte Tilo sein Geburtsgewicht wieder.)

Ich habe die Flexibilität genossen, immer und überall „Essen“ für mein Kind dabei zu haben. Wir haben bis zum 26. Lebensmonat gestillt."


Übrigens hat Isabel von little years gerade heute einen Erfahrungsbericht zur zweiten Stillzeit geschrieben. Absolut empfehlenswert!

13.06.2016

Es geht immer. Irgendwie.



Es geht immer irgendwie. Nur dieses irgendwie bereitet mir manchmal großen Kummer.

Dieses Semester gestaltet sich sehr ähnlich wie mein letztes Sommersemester. Deutlich voller ist der Stundenplan mit Veranstaltungen gefüllt und in den meisten Seminaren müssen Referate gehalten werden. Grundsätzlich ist das kein Problem. Denn ich habe in diesem Semester zumindest dafür gesorgt, dass kein Latein mehr ansteht und ich wertvolle Stunden für diese Sprache verschwenden aufwenden muss und auch, dass ich am Ende des Semester nicht auch noch für Klausuren lernen muss. (Der ET ist schon drei Wochen nach Semesterferienbeginn!) Also habe ich ein vollgepacktes Semester und danach dann wirklich freie Zeit, in der ich mich auf das Baby und auf die Familie konzentrieren kann.

Dass dann aus fünf geplanten Referate plötzlich sechs wurden, das konnte ich nicht ahnen. Dass zwei davon in Gruppenarbeit entstehen sollten, auch nicht. Aber zumindest wusste ich anfangs, dass ich "aber diesmal wirklich!" darauf achten würde, dass sich die Referate schön über das Semester verteilen.

Aber ihr ahnt es: auch hier gab es Schwierigkeiten. Direkt in der ersten Stunde ein Referat halten?! Nee... Mitte Juni für eine Woche in Urlaub fliegen, ja bitte! Und dann bitteschön auch einplanen, dass das Baby eventuell früher kommt, dass man im schlimmsten Fall liegen muss oder dass ich mit steigender Hitze und wachsendem Bauch vielleicht auch einfach keine Kraft mehr habe, lange Vorträge zu halten, geschweige sie in langen Sitzsituationen vorbereiten zu müssen.

So kam es, wie es kommen musste und ich sollte innerhalb eines kurzen Zeitraums sechs Referate vorbereiten und halten.


Für mich, die sich unheimlich gerne mit den Themen auseinandersetzt, die sich tief in die Bücher eingräbt und Wochen damit verbringen könnte, sich in ein Thema einzulesen und dann auch ein Konzept zu entwickeln, war es sehr schwer, dass ich nun bei JEDEM Referat einen Kompromiss finden musste. Während ich in manchen Semestern mir mehrere Wochen für die Vorbereitung nehme (vor allem, wenn ich über das Thema eine Hausarbeit schreiben muss), hatte ich für zwei große, wichtige Referate genau zwei Tage Zeit. Das.ist.einfach.zu.wenig.

In der Folge fühle ich mich nicht perfekt vorbereitet und bin noch aufgeregter als sonst, wenn ich vor der Gruppe stehe.

Das Studium hat mich gelehrt, ganz konsequent Prioritäten zu setzen und auch, sich schnell konzentrieren zu können, wenn man nur wenig Zeit habt. Dennoch will ich nicht eine Woche vorher in der Sprechstunde sitzen, ohne Konzept in der Hand und nur hhm ja sagen können. Ich möchte nicht mehr, ein komplettes Wochenende vor dem Laptop verbringen und keine Familienzeit mehr haben.

Aber es geht immer irgendwie. Meine Vorträge und Referate waren alle nicht schlecht, manche sogar richtig gut. Ich war zwar aufgeregt, konnte mich selbst aber jedes Mal relativ schnell fangen. Und inhaltlich waren die Texte teilweise ausgefeilter als bei den Kommilitoninnen. Aber dieses irgendwie ärgert mich dennoch. Ich möchte es gut machen, möchte mich da reinhängen und nicht nur Kompromisse machen. Natürlich interessiert mich nicht jedes Thema brennend und es ist klar, dass ich auch nicht immer Lust habe, mich den halben Tag an die Bücher zu setzen. Aber grundsätzlich liebe ich eben dieses Studium und möchte auch alles dafür geben.

Aber zu dem alles gehören eben noch eine Schwangerschaft, der Heuschnupfen, eine Familie und der normale Alltag dazu. Ich habe nur die Abende, um mich vorzubereiten. Zusätzlich habe ich noch den normalen Unialltag und die vielen theoretischen Texte, die ich wöchentlich lesen muss und die viel Zeit in Anspruch nehmen. Und, das kann man in diesem Stadium der Schwangerschaft nun wirklich sagen, habe ich einen Megabauch vor mir, der es mir schwer macht, allzu lange zu sitzen.

Wie es nun aber so ist (und ich nach diesem Anfall von Wehleidigkeit auch wieder hinter mich lassen kann), geht es immer. Irgendwie. Und bald ist das sechste Referat geschafft (dieses Mal habe ich sogar mehr als nur zwei Tage Zeit für die Vorbereitung!) und ich kann den Rest des Semesters einfach nur in Ruhe genießen. Dann kann ich mich wieder voll und ganz unserer Familie widmen. Und diese Aussicht gibt mir wirklich Kraft.


Vor zwei Stunden habe ich das Referat 5/6 gehalten und bin überglücklich und ziemlich geschafft nach Hause gekommen. Das erste, was ich getan habe: die Beine hochlegen, eine Folge meiner Serie schauen und Pause machen.

08.06.2016

Ask a friend: Wochenbett

Bei der Reihe ask a friend stelle ich jeden Mittwoch Fragen rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett und sechs Freundinnen antworten uns darauf. Wer diese sechs tollen Frauen sind? Hier könnt ihr sie kennenlernen.

Nachdem ich letzte Woche gefragt habe, wie die Mädels die Geburt erlebt haben, ob sie einen Geburtsplan hatten und welche Aspekte für den Geburtsort sprachen, stelle ich heute die fünfte Frage. Sie dreht sich um das Wochenbett und auch heute ist es sehr interessant zu beobachten, dass die Erfahrungen im Gesamten eher negativ waren. Es macht also Sinn, sich schon im Vorfeld darüber Gedanken zu machen, welche Erwartungen man an das Wochenbett stellt.

Wie hast du die Zeit des Wochenbetts erlebt? Hast du einen Ratschlag für uns, wie die erste Zeit mit dem Kind besonders schön wird?


"Bis auf die erste Nacht nach der Geburt hatten wir ein Familienzimmer im Krankenhaus und es hat sich für uns bezahlt gemacht. Ich war nicht sehr fit nach dem Kaiserschnitt und war meinem Mann sehr dankbar dafür, dass er die Pflege des Babys und die Untersuchungstermine übernommen hat. 

Zuhause blieb er zwei Wochen mit uns und das war eine sehr schöne, ein wenig surreale Zeit. Wir lebten wie unter einer Glasglocke in unserem kleinen Universum. Ich würde allen raten zu versuchen, diese Zeit als kleine Familie zu genießen und sich nicht zu viel vorzunehmen, auch Besuch kann störend und ermüdend sein. Man sollte Mut haben, Freunden und Verwandten abzusagen, wenn man gerade keine Kraft und Lust hat, Besuch zu empfangen."



"Die ersten zwei Tage mussten wir leider im Krankenhaus verbringen. Für mich war es dort ganz furchtbar. Ich war so unglaublich müde von der langen Geburt und wollte einfach nur schlafen. Ich hatte dort aber keine Ruhe. Gefühlt kam jede Stunde jemand ins Zimmer, auch nachts. Dazu noch die völlig neue Situation mit einem noch fremden Baby und die Hormone. Ich habe mich einfach nicht wohl gefühlt, mir ging es richtig schlecht. Das Stillen klappte nicht gleich und jeder hatte einen anderen Tipp für uns. Ich war total durcheinander. 

Als wir dann endlich zu Hause waren und ich von meiner Wochenbetthebamme betreut wurde, spielte sich alles sehr schnell ein und wir konnten uns endlich erholen. Daher würde ich jedem empfehlen ambulant zu entbinden. 

Wenn man im Krankenhaus bleiben möchte, dann auf jeden Fall ein Familienzimmer oder zumindest ein Einzelzimmer buchen. Mit anderen weinenden Babys im Zimmer kriegt man nachts kein Auge zu. Am Tag kommt dann der ganze Besuch, also auch dann ist nicht an Ruhe zu denken! Wir hatten ein Familienzimmer. Ich war nach der Geburt sehr wackelig auf den Beinen und sehr froh dass ich einfach im Bett liegen bleiben konnte und mein Mann Frieda versorgt hat. 

Toll ist es natürlich, wenn der Papa (eine lange) Elternzeit machen kann. Es ist so wertvoll, Unterstützung zu haben in einer so neuen und aufregenden Situation. Ganz abgesehen davon, dass es für die Männer ja auch schön ist, Zeit mit ihrem Baby zu verbringen. 

Generell finde ich das Wochenbett sehr wichtig. Der Körper braucht Zeit und Ruhe um sich zu erholen und an die neue Situation zu gewöhnen. Wochenbett heißt also, im Bett liegen zu bleiben und sich ein bisschen verwöhnen zu lassen und das nicht nur ein paar Tage!

Ganz wichtig finde ich die Wochenbettbetreuung von einer guten Hebamme. Auch beim zweiten, dritten, … Kind. Man ist am Anfang so unsicher und hat viele Fragen. 

Man sollte versuchen, Besuch entweder direkt nach der Geburt zu empfangen oder erst nach ein paar Wochen, am besten nicht am Tag des Milcheinschusses. Am besten ist, es kommt gar kein Besuch, oder zumindest nur die engste Familie und auch nur kurz! Man muss sich als neue Familie erst mal ordnen und finden, der Tagesablauf wird ganz durcheinandergebracht. Da stört Besuch nur unnötig. Ich finde man kann hier ruhig ehrlich sagen, wenn es einem zu viel wird und den Besuch höflich bitten wieder zu gehen. Das sollte jeder in dieser Situation verstehen. 

Hilfreich ist es auch, den ganzen Papierkram schon vor der Geburt so gut es geht auszufüllen. Mit einem neuen Baby hat man für Bürokratie wirklich keinen Kopf. So sind die Anträge für Elterngeld, Kindergeld und die Anmeldung des Kindes schnell erledigt.  


Vorkochen und Vorräte auffüllen ist auch gut, damit man nicht so oft einkaufen muss. Auch das stresst nach der Geburt sehr. Genauso wie putzen. Eine staubige Wohnung ist im Wochenbett wirklich zweitranging, genießt lieber die Zeit mit eurem neuen, kleinen Menschen!" 


"Ehrlich gesagt hatte ich keinen so leichten Start in die Wochenbettzeit, da die Geburt anders verlief, als ich es mir gewünscht hatte und ich einige Verletzungen davon trug – körperlich sowie seelisch. Anfangs waren wir zwei Nächte im Krankenhaus in einem Familienzimmer, dann wollte ich so schnell wie möglich nach Hause, in meine gewohnte Umgebung. 

Ich konnte in den ersten zwei bis drei Wochen kaum aufstehen, konnte mein Kind nicht wickeln, nicht herum tragen, nichts im Haushalt machen, nicht in Ruhe ins Bad gehen. Ich war sehr auf die Hilfe meines Freundes, meiner Mama usw. angewiesen und es deprimierte mich, dass draußen schönstes Herbstwetter war und ich drinnen „gefangen“ war. Obwohl ich der glücklichste Mensch der Welt hätte sein müssen, war ich in den ersten Wochen oft traurig und weinte viel. Das nennt man dann wohl den so genannten „Baby Blues“, aber dieser ging vorüber und schon ein paar Wochen später konnte ich ganz normal laufen, sitzen und mein Kind tragen. 

Mir war es wichtig, am Anfang nicht zu viel Besuch zu empfangen, was im Nachhinein die beste Entscheidung war und ich immer wieder so machen würde. In den ersten zwei Wochen kamen nur unsere Mütter. Sie halfen uns auch beim Einkaufen oder Kochen (vorgekocht hatten wir nichts). Danach kamen dann so nach und nach andere Verwandte und wahrscheinlich erst nach einem Monat die ersten Freunde. Ein Baby ist ja selbst nach zwei Monaten immer noch klein, deshalb denke ich, dass man sich die erste Zeit für sich einfordern darf. Und selbst dann dürfen sich die Gäste gern selbst um ihre Verpflegung kümmern (und z. B. etwas vom Bäcker mitbringen), das hat bei uns gut geklappt. 

Da mein Freund genau zum Zeitpunkt der Geburt sein lang ersehntes Studium begonnen hat, war er nur zwei Wochen mit uns zu Hause, danach ging er dann fast täglich von 9 bis 18 Uhr in die Uni und fuhr sogar schon ein paar Wochen nach der Geburt für drei Tage weg, was im Nachhinein ganz schön früh war und wir beim nächsten Mal anders handhaben würden. Ich denke, die ersten zwei Monate zu dritt (oder zu viert) zu sein, wäre schon toll."


"Mein Wochenbett war nicht sehr schön, das lag aber an den Umständen. Wir waren noch nicht voll eingerichtet, weil ich hochschwanger zu meinem Freund gezogen bin. Alles war irgendwie provisorisch und daran konnte ich mich nur schwer gewöhnen (nichts machen zu können). Das wäre aber halb so schlimm gewesen. 

Das Schlimmste, auch damit konnte niemand rechnen, war die Wochenbettdepression meines Freundes. Auch Männer können davon betroffen sein. Mein Ratschlag ist, sich bewusst zu werden, was man geleistet hat, sich nicht unter Druck zu setzen, egal mit was und ganz wichtig, in sich zu hören, was man denn jetzt braucht und Hilfe anzunehmen. Und ganz wichtig: viel mit dem Baby zu kuscheln und zu schlafen, wenn das Baby schläft. Der Rest ist einfach egal. Zumindest beim 1. Kind würde ich das jedem raten."


"Die Zeit des Wochenbetts habe ich nicht so gut in Erinnerung. Das Baby hat dauernd geschrien und wir wussten nicht warum. Erst Wochen später haben wir feststellen können, dass er eine Blockade im Nacken hatte und ein paar andere Verspannungen durch die Geburt, die ihm fürchterlich geschmerzt haben. 

Das nächste Mal werde ich auf jeden Fall einiges vorkochen, oder vielleicht auch mal etwas liefern lassen. Mein Mann war nämlich nur eine Woche nach der Geburt zu Hause. Da mein Eisenwert nach der Geburt extrem gesunken ist, war ich sehr geschwächt. Dank meiner Hebamme konnte ich aber ein paar Eisenspritzen bekommen, was mir wieder Kraft gegeben hat. Körperlich."


"Die nächste Geburt möchte ich auf jeden Fall ambulant haben, also so schnell wie möglich nach Hause gehen. Ich möchte, dass Tilo von Anfang an an allen Phasen des Kennenlernens teilhaben kann. 


Beim nächsten Kind möchte ich eine Besuchssperre für mindestens zwei Wochen. Ich erinnere mich genau, wie nur einen Tag nach der Geburt Verwandtschaft in der Klinik stand und uns besucht hat. Ich verstehe, dass alle den neuen Erdenbürger ganz schnell kennenlernen wollen, aber mir hat es zu diesem Zeitpunkt das Herz zerrissen, als mir Tilo forsch aus dem Arm genommen wurde und ich mein Baby nicht mehr direkt bei mir hatte. Ich musste sogar den Raum verlassen und weinen, weil ich in diesem Moment nicht stark genug war, mich zur Wehr zu setzen. Beim nächsten Mal möchte ich in diesen Punkten ganz klare Absprachen im Vorfeld treffen." 

06.06.2016

Das zweite Trimester: Was ziehe ich bloß an?


Während ich im ersten Trimester noch versuchte, meinen wachsenden Bauch unter Schichten schwarzer Stoffe zu verbergen, sieht das im zweiten Trimester natürlich ganz anders aus. Nun darf man doch gerne den immer runder werdenden Bauch sehen und irgendwann findet man es auch nicht mehr komisch, dass man einen Platz im Bus angeboten bekommt.

Was sich im zweiten Trimester geändert hat? Achtung! Jetzt kommt ein Begriff, den ich eigentlich total blöd finde, der wohl aber am einfachsten beschreibt, was ich meine: die Mama-Uniform.
Diesen Begriff gebrauchen manche Modebloggerinnen, um auszudrücken, dass sie eine gewisse Outfit-Kombination zu jeder Tag- und Nachtzeit tragen können, weil sie sich darin einfach wohl fühlen. Ich habe mir doch tatsächlich so etwas wie eine Uniform zugelegt, bei der ich zwar das Oberteil wechsle, sie aber doch ansonsten ziemlich gleich bleibt.

Alles begann mit dem Kauf von einem Paar Sneaker. Ich und Sneaker. Das ist schon ein kleines Wunder für sich. Aber als wir unseren Paris-Urlaub gebucht hatten, wurde mir klar, dass ich eigentlich kaum bequeme Schuhe für sehr lange Fußmärsche habe. Die letzte Schwangerschaft hat mich gelehrt, besser auf mein Schuhwerk zu achten, da das zusätzliche Gewicht des Kindes gerne auch mal humpelnde Plattfüße machen kann. Zwei Tage vor Paris kaufte ich dann in einer sieben Minuten Timebox meine Schuhe und laufe seitdem wie auf Wolken. Ich hätte nie gedacht, dass ich so einen Gefallen an meinen Schuhen finden werde. Nun etablierten sich also Sneaker für zumindest alle Uni- und Spielplatztage.

Genau in diesem Paris-Urlaub kaufte ich den bereits lang gesuchten und nie gefundenen, schwarzen, schlichten Trenchcoat. Ein Allrounder, der beim aktuellen Wetter immer der passende Begleiter ist.

Da ja schon am Ende des ersten Trimesters meine Hosen langsam zu eng wurden, musste mir eine Großbestellung bei H&M Abhilfe schaffen. (Für mich ist es einfach unvorstellbar, für die begrenzte Zeit von maximal sechs Monaten eine Maternity Jeans für über 60 Euro zu kaufen...) Ich probierte mich durch das ganze Sortiment an dunklen und schwarzen Jeans bzw. Treggins und fand letztlich drei Hosen, die mir gut gefielen und sehr gut saßen. Eine schwarze behielt ich und trage sie nun fast.jeden.Tag. So bequem ist sie. Nachdem ich nach der Schwangerschaft mit Anton Leggins satt hatte, ist diese Hose einfach perfekt und macht alles mit.

Weil es in den letzten Monaten eher frühlingshaft und weniger sommerlich war, hatte ich am liebsten Lust auf die unkomplizierte, sehr bequeme und doch ganz hübsche Kombination aus Sneakern, schwarzer Jeans und Trench. Doch dann blieb noch das Problem mit den Oberteilen.

Tatsächlich passten mir noch viele Tshirts und Pullover sehr lange. Doch zum Ende des 2. Trimesters merkte ich dann "plötzlich", dass so manches Oberteil, das ich gedanklich als sehr weit und luftig beschrieb, bauchfrei war. So bleiben mir ein paar wenige Schwangerschaftsshirts aus der ersten Schwangerschaft und ein paar sehr dehnbare Jerseyshirts. Sehr gerne mit Streifen.

Aber in den letzten beiden Wochen des zweiten Trimesters wuchs der Bauch noch einmal so richtig an, sodass ich im dritten Trimester vielleicht neue Lösungen finden muss. Zum Glück können wir uns in den nächsten Monaten ja auf warme Temperaturen einstellen.

01.06.2016

Ask a friend: Geburt

Bei der Reihe ask a friend stelle ich jeden Mittwoch Fragen rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett und sechs Freundinnen antworten uns darauf. Wer diese sechs tollen Frauen sind? Hier könnt ihr sie kennenlernen.

Nachdem ich letzte Woche gefragt habe, welche Erfahrungen sie mit den Hebammen gemacht haben, stelle ich heute die vierte Frage. Und Achtung: heute kommt viel Text, weil das Thema so wichtig ist und man so unheimlich viel darüber erzählen kann.


Kommen wir zum Thema Geburt. Manche Frauen freuen sich auf dieses Ereignis und empfinden es als den schönsten Tag ihres Lebens, andere wiederum haben Respekt, vielleicht sogar Angst vor diesem Moment. Leider erleben manche Frauen die Geburt auch als sehr traumatisch.

Hattest du Vorstellungen, wie die Geburt ablaufen könnte/sollte, hattest du vielleicht sogar einen „Geburtsplan“? Was hast du von der ersten Geburt mitgenommen, was du beim zweiten Kind anders oder gleich machen möchtest, sofern das möglich ist? Nach welchen Kriterien hast du dich für den Geburtsort entschieden?


"Ich habe keine Angst vor der Geburt gehabt, weil ich mir deinen Rat zu Herzen genommen habe, nicht zu früh und nicht zu viel darüber nachzudenken. Da mein Baby sich in der Beckenendlage befand, musste es nach der Meinung meiner Frauenärztin per geplanten Kaiserschnitt zur Welt kommen. 

Die Vorstellung, das Baby eine Woche früher holen zu lassen, operiert werden zu müssen und keine Wahl zu haben hat mich sehr bedrückt und ich hatte schreckliche Angst vor der Operation. Die Hebamme, bei der ich meine Schwangerschaftsyogakurse belegt habe, hat mich auf die Idee gebracht, dass auch natürliche Geburt bei Beckenendlage möglich ist. Ich habe mich in der Uni Klinik in Frankfurt am Main beraten lassen und habe entschieden, es zu versuchen, mein Baby spontan zu entbinden. 

Ich habe viel Unverständnis und Verwunderung dafür geerntet, aber ich finde, dass es eine gute Entscheidung für mich war. Obwohl am Ende leider doch ein Kaiserschnitt gemacht werden musste, bin ich froh, dass ich es versucht habe.

Da ich mein Baby trotz der Beckenendlage spontan entbinden wollte, hatte ich nicht sehr viele Möglichkeiten, wo ich das Baby bekommen konnte. Es gibt nur sehr wenige Kliniken, die eine natürliche Geburt in dieser Lage des Kindes ermöglichen. Zu meinem Glück spezialisiert sich die Geburtsstation der Uni Kliniken Frankfurt darauf. Die Ärzte und Hebammen sind speziell ausgebildet, solche Geburten durchzuführen und besitzen viel Erfahrung auf diesem Gebiet. Ich habe mich dort sehr gut aufgehoben gefühlt. 

Beim nächsten Kind möchte ich mich nicht zu sehr darauf versteifen, eine natürliche Geburt zu haben, obwohl ich es wieder versuchen möchte. Ich werde mich auch nicht so sehr psychisch gegen eine Operation entstellen. Heute bin ich froh, dass ein Kaiserschnitt gemacht werden kann, wenn das Leben des Babys oder der Mutter in Gefahr gerät. Am Ende ist das wichtigste, dass mein Sohn gesund zur Welt kam, auch wenn ich es immer noch sehr schade finde, dass ich diesen Moment nicht erleben konnte." 



"Ich hatte mich auf die Geburt sehr gefreut, natürlich hatte ich auch etwas Angst, das ist ja ganz normal bei einer unbekannten Situation. Ich hatte auch ganz klare Vorstellungen davon, was ich auf keinen Fall will. Wenn man sich für eine Geburt im Geburtshaus entscheidet, legt man viel Wert auf eine natürliche Geburt mit wenigen Interventionen in einer ruhigen Atmosphäre. Einen Geburtsplan hatte ich auch geschrieben, für den Fall das ich ins Krankenhaus verlegt werden muss. 

Leider dauerte die Geburt dann sehr lange, so dass ich am Ende keine Kraft mehr hatte und selber den Wunsch äußerte, ins Krankenhaus zu gehen, um eine PDA zu bekommen. Ich war so fertig, dass ich meine ganzen Vorstellungen über Bord geworfen habe. Die PDA hatte dann natürlich zur Folge dass die Wehen nachließen, also bekam ich auch noch einen Wehentropf. Alles Dinge die ich vorher unbedingt vermeiden wollte, aber die PDA habe ich in diesem Moment als große Erleichterung empfunden. Bei mir wirkte sie so gut, dass ich gar keine Schmerzen mehr hatte und sogar noch eine Stunde schlafen konnte. Sie wurde sehr hoch dosiert, weil ich darum gebeten habe, und das war dann leider auch ein Nachteil. Denn ich spürte am Ende auch keine Presswehen mehr. Die Hebamme musste mir dann immer anhand des CTG’s sagen wann ich eine Wehe hatte und dann habe ich mitgeholfen. 

Auch meine Wünsche, das Baby selbst als erstes in Empfang zu nehmen und die Nabelschnur auspulsieren zu lassen, waren mir in dem Moment der Geburt ganz egal. Ich wollte nur, dass es endlich vorbei ist, nach endlos erscheinenden 30 Stunden. 

Im Nachhinein betrachtet denke ich, dass ich es ohne Intervention nicht geschafft hätte. Trotzdem bin ich immer noch sehr traurig und enttäuscht darüber, weil meine Vorstellung von einer Geburt so anders war. Ich ärgere mich oft, dass ich meine Wünsche so vernachlässigt habe. Ich hätte es so gerne aus eigener Kraft geschafft. 

Besonders krass war auch der Kontrast zwischen der eins zu eins Betreuung durch die Hebamme im Geburtshaus und dem Schichtdienst in der Klinik. Ich lag dort immerhin noch sechs Stunden, bis Frieda zur Welt kam und fühlte mich sehr alleine. Die Hebamme kam immer mal wieder rein und fragte, ob alles ok ist, aber oft habe ich sie nicht gesehen. Viele Informationen, z. B. wie es jetzt weitergeht, bekamen wir auch nicht. Im Geburtshaus war die Hebamme die ganze Zeit an meiner Seite und sprach ganz offen mit mir darüber was noch kommt. 

Nach der Geburt wollten wir eigentlich nach Hause gehen, die Ärzte haben uns dann aber so verunsichert, dass wir doch noch zwei Nächte geblieben sind. Das war der Horror. 
So soll die nächste Geburt definitiv nicht werden!  

Diesmal haben wir uns gegen ein Geburtshaus entschieden, denn ich möchte nicht auf die tolle und durchgängige Betreuung einer mir vertrauten Hebamme verzichten, nur weil ich ins Krankenhaus verlegt werden muss. Daher haben wir uns schon früh eine Beleghebamme gesucht. So kann ich mir sicher sein, von Anfang bis Ende gut betreut zu werden. Mit ihr habe ich meine Wünsche besprochen und sie wird sie während der Geburt berücksichtigen und vertreten, auch wenn ich nicht mehr in der Lage dazu bin. Ich weiß auch dass sie Entscheidungen, z. B. dass wir nach der Geburt im Krankenhaus bleiben sollten, nur dann trifft, wenn es wirklich nötig ist und nicht aus wirtschaftlichen oder irgendwelchen anderen Gründen. Und wir wollen diesmal wirklich auf jeden Fall ambulant entbinden.

Da es in meiner Umgebung nur noch eine Klinik gibt, die mit Beleghebammen zusammenarbeitet, wurde mir quasi die Entscheidung abgenommen. Es kam von vorneherein nur diese eine Klinik in Frage, andere Krankenhäuser haben wir uns gar nicht erst angeschaut. 


Ich bin nun auch nicht mehr gegen eine PDA. Beim letzten Mal hat sie mir so eine große Erleichterung gebracht. Ich würde sie zwar nicht nochmal so hoch dosieren, aber wenn sie mir hilft, am Ende mehr Kraft zu haben, um das Baby selbstständig zu gebären, dann ist das auf jeden Fall gut." 


"Ich glaube, ich gehöre zu den Menschen, die sich im Vorfeld sehr viele Gedanken darüber machen, wie etwas ablaufen könnte, die sich viel informieren und denen das auch eine gewisse Sicherheit gibt. Denn ich wusste schon ganz gern, worauf ich mich einlasse und welche Eventualitäten eintreten könnten. Ich habe einige Blogs gelesen, mich mit jungen Müttern ausgetauscht und beim Geburtsvorbereitungskurs viel nachgefragt. Aber natürlich wusste ich auch, das alles anders kommen könnte. 

Trotzdem hat es mich beruhigt, dass mein Freund bei der Geburt dabei sein wollte und dass wir uns zusammen auf dieses Ereignis vorbereitet haben. Wir haben uns zusammen eine Playlist erstellt, zusammen die Kliniktasche gepackt und ein paar Situationen gedanklich durchgespielt („Und was, wenn sie dir das Köpfchen zeigen wollen?“ – „Dann sage ich, dass ich das lieber nicht sehen möchte und stehe hinter deinem Kopf.“). 

Und wir haben uns unsere Wunschklinik vorher angeschaut und dort zusammen angemeldet. Das war ein kleines anthroposophisches Krankenhaus am Rande unserer Stadt, etwa eine Stunde von unserem Zuhause entfernt. Aber wir hatten viel Gutes gehört, fanden es sehr intim und gemütlich und freuten uns zu wissen, wo wir unser Kind empfangen würden. 

Leider kam am Ende alles anders, sodass ich nicht dort entbinden konnte. Allerdings wünsche ich es mir für mein nächstes Kind erneut. Für eine Geburt im Geburtshaus oder gar zu Hause bin ich wohl zu ängstlich. Eine Geburt in einer großen Klinik habe ich nun erlebt – daher würde ich mich sehr freuen, wenn es in der kleinen Klinik (die nur drei Geburten am Tag machen können) klappt. Mein Freund möchte dann wieder dabei sein, was mich sehr beruhigt, und auch beim nächsten Mal würde ich erneut einen Geburtsvorbereitungskurs machen, ansonsten aber nicht mehr so viel lesen und mehr auf mich zukommen lassen. 

Ich denke, ich vertraue mir selbst und meinem Körper nun mehr, weil ich dieses Wunder schon einmal erlebt habe. Und eben, weil alles anders kommen kann."


"Eine Geburt habe ich mir so vorgestellt wie in dem Film „Kuck mal wer da spricht“. Nein, kein Scherz, natürlich nur so ungefähr. Von den Schmerzen hatte ich keine Vorstellung und wie das Baby tatsächlich mal aus mir rauskommt, das konnte ich mir schon dreimal nicht vorstellen. 

Nachdem mich mein Freund in die Wanne gesteckt hatte, nach bereits sehr regelmäßig auftretenden Wehen im Zwei-Minuten-Abstand, die dann auch nicht weggingen, sind wir ganz undramatisch ins Krankenhaus gefahren. Das war nur 10 Minuten entfernt und hatte ich mir vorher ausgeguckt, auf Empfehlung einer Freundin. 

Dort wurden wir von einer älteren Hebamme empfangen und ich erst mal an den Wehenschreiber gesetzt. Da ich vorher angegeben hatte, keine Schmerzmittel zu wollen, haben sie mir auch keine mehr angeboten. 

Bei der nächsten Geburt würde ich die Hebamme bitten mir zu sagen, wann der letzte mögliche Moment für ein Schmerzmittel ist. Das soll kein Vorwurf sein, aber nun weiß ich einfach WIE weh es tun kann. ☺ 

Für die Nachsorge kann ich empfehlen (bei Dammschnitt) Binden mit Arnika zu beträufeln und ins Gefrierfach zu tun. Das klingt jetzt urkomisch, war aber der Himmel!"


"Ich weiß nicht mehr, ob ich Angst vor der Geburt hatte. Ehrlich gesagt habe ich versucht, nicht allzuviel darüber nachzudenken. Im Nachhinein war es aber doch etwas heftiger, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich hatte sehr lange Wehen, konnte deswegen die ganze Nacht nicht schlafen. Aber ich wollte auf keinen Fall Schmerzmittel. Irgendwie habe ich es dann doch geschafft." 



"Ich habe, wie sicher die meisten Erst-Mamas, eine ganze Menge gelesen. Ich habe die Schwangerschafts-Blogs förmlich verschlungen und wollte alles ganz toll und unvergesslich haben. Gegen Ende der Schwangerschaft wurde ich aber absolut entspannt und hatte keine Erwartungen und Wünsche mehr. Ich wollte nur ein gesundes Kind haben. 

Daher haben wir uns auch nicht für den allerschönsten Kreißsaal entschieden (obwohl unserer wirklich in Ordnung war, aber eben kein „Tempel“), sondern für die Klinik mit den besten Möglichkeiten, Tilo zu versorgen, falls es irgendein Problem gäbe. (Er war ziemlich weit über den Termin, daher wollte ich an diesem Punkt auf der sicheren Seite sein). 

Die Geburt fand ohne Musik, Duftöle und Geburtsplan statt. Nur mein Mann, die Hebamme der Klinik und ich. So war es richtig – ob ich es beim nächsten Mal anders machen würde, weiß ich nicht. Außer dem Aufenthalt nach der Geburt, der soll nächstes Mal definitiv wegfallen."


Dieses Thema ist wirklich ein sehr weites Feld, oder? Nach welchen Prinzipien habt ihr euch für den Geburtsort entschieden? Seid ihr zufrieden mit der Entscheidung? Habt ihr diese Geburt erlebt, die ihr euch gewünscht habt oder ist das Schreiben eines Plans völliger Irrsinn? Ich bin sehr gespannt auf eure Erfahrungen.

Nächsten Mittwoch erzählen uns die Mädels, wie sie das Wochenbett erlebt haben.