29.06.2016

Ask a friend: Hast du für uns einen ehrlich gut gemeinten Rat, der dir selbst im Alltag mit Baby geholfen hat?



Bei der Reihe ask a friend stelle ich jeden Mittwoch Fragen rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett und sechs Freundinnen antworten uns darauf. Wer diese sechs tollen Frauen sind? Hier könnt ihr sie kennenlernen.

Nachdem ich letzte Woche gefragt habe, ob sich die Frauen verändert haben, seitdem sie Mütter sind, stelle ich heute die siebte Frage:

Die #instamumgang Community wächst und es scheint, als ob virtuell eine toller Zusammenhalt zwischen den Müttern herrscht. Im Alltag sieht das manchmal anders aus. Hast du schon einmal echt doofe, aber natürlich „nur gut gemeinte“ Ratschläge bekommen?
Und hast du für uns einen ehrlich gut gemeinten Rat, der dir selbst im Alltag mit Baby geholfen hat?


"Witzigerweise habe ich tatsächlich Unterstützung von Instagram-Mamis bekommen. Ich wurde zum Beispiel schon mit tröstenden Worten per E-Mail angeschrieben, nachdem ich mich in einem Post über das miserable Schlafverhalten meines Sohnes beschwert habe.     

Ich habe das große Glück, einer kleinen Gruppe von Muttis anzugehören. Wir kennen uns seit dem Schwangerschaftsyogakurs und treffen uns immer noch jede Woche. Es ist wunderbar, Menschen um sich zu haben, die die gleichen Höhen und Tiefen erleben und sich gegenseitig helfen. Ich habe mich mit meinen Problemen nie alleine gefühlt, denn meine Muttis haben immer ein offenes Ohr und einen Ratschlag, wenn man danach fragt. 


Die doofen Ratschläge habe ich meistens von den Omas bekommen. Das übliche: trage dein Kind nicht so viel, lass das Kind auch mal schreien, gib dem Kind lieber das Fläschchen, er wird nicht satt von deiner Milch… Man soll sich davon nicht ärgern lassen."



"Tatsächlich habe ich noch nie blöde Ratschläge von anderen Müttern oder anderen Menschen auf der Straße bekommen. Das ist echt super. Ich habe nur positive Bekanntschaften und Begegnungen durch Frieda gehabt. Ich habe zum Beispiel recht oft von älteren Frauen gehört, wie toll sie es finden, dass ich sie trage, sowas hätte es ja früher nicht gegeben.... Dabei hatte ich eher mit einer negativen Bemerkung gerechnet, nachdem ich erst mal ganz intensiv gemustert wurde. 

Diese „gut gemeinten“ Ratschläge kenne ich trotzdem, sie kommen bei mir meistens aus der eigenen Familie. Hier kommen dann die typischen Einwände gegen das lange Stillen (das Kind wird doch nicht mehr satt), Tragen (du verwöhnst es) oder im Elternbett schlafen (so schläft es ja nie durch). Aber da weiß ich schon damit umzugehen. Diese Ratschläge sind wirklich nur gut gemeint, beruhen aber einfach auf alten Ansichten. Ich nehme sie mir nicht zu Herzen und ignoriere sie meistens. 

Wirklich geärgert habe ich mich allerdings über die Ratschläge von unserem Kinderarzt. Ich weiß nicht, wie oft ich zu hören bekam, endlich mal abzustillen und Frieda in ein eigenes Zimmer zu verfrachten. Sonst wären Entwicklungs- und Bindungsstörungen vorprogrammiert. Ganz zu schweigen von den Schlafstörungen, die sie schon hätte. So was macht mich echt wütend, denn es gibt bestimmt einige Mütter, die auf den Rat der Ärzte hören und dementsprechend handeln. 

Mein Tipp an Mütter ist tatsächlich nicht so viel auf Andere zu hören, sondern nach dem eigenen Gefühl zu handeln. Lasst euch nicht verunsichern davon wie es andere machen oder wie (gut) es bei anderen läuft. Jedes Kind ist individuell und jede Mutter (und jeder Vater) muss selbst herausfinden wie man das eigene Kind am besten beruhigt, zum Schlafen bringt oder ans Essen heranführt. Ihr seid die Eltern und wisst am besten, was euer Kind braucht!"


"Hmm, ich habe zum Glück nicht so viele blöde Ratschläge von Fremden bekommen, wenn, dann eher von Freunden. Aber man selbst macht sowas wahrscheinlich auch, ohne es zu merken oder böse zu meinen. 

Von daher lautet mein Ratschlag an alle (Neu-)Mamas eher: Nicht so sehr zu Herzen nehmen, was andere sagen. Und immer auf das eigene Bauchgefühl hören und auf das eigene Handeln vertrauen. Wir selbst wissen schon am besten, was gut für unser Kind ist. Ich denke, ich habe mir da mittlerweile eine ganz gute Gelassenheit angewöhnt. Ich kann natürlich auch um Rat fragen und Vorschläge annehmen, aber ich schalte auch ab und zu auf Durchzug und lasse sie reden. Oder denke später noch mal in Ruhe darüber nach."


"Was mich am meisten stört, ist das ewige Erklären. Das bemerke ich allerdings auch manchmal bei mir. Man unterhält sich mit einer fremden Mutter auf dem Spielplatz, sie erzählt von ihrem Alltag und erklärt und bewertet ihre Art und Weise beinah selbstverständlich in jedem Satz. Selten treffe ich Mütter, die einfach sind, wie sie sind. Es ist, als herrsche ein durchweg schlechtes Gewissen über allen Entscheidungen die man trifft. 

Mein ehrlicher Rat: Erklärt nicht, rechtfertigt nicht. Seid so wie ihr eben seid. Niemand ist als Mensch perfekt. Eine Mutter ist auch nur ein Mensch. 

Im Alltag sollte eine Mutter darauf achten, sich auch etwas Gutes zu tun (und sei es ein großer Löffel Nutella). Mir hat es unglaublich geholfen, dass mein Freund soviel zu Hause war. Aber das ist etwas, das leider wirklich überhaupt nicht selbstverständlich ist und bei uns auch nur durch seinen Studentenstatus möglich war." 


"Mir wurde oft gesagt, dass ich mein Baby doch am Anfang nicht so oft auf den Arm halten soll; ich würde es sonst verwöhnen. Jetzt weiß ich, dass das totaler Unsinn ist und ich bereue es, dass ich wirklich darauf gehört habe. 

Ich habe aber auch viele gute Ratschläge bekommen, für die ich echt dankbar war. Zum Beispiel wurde mir der Rat gegeben, das Baby einzupucken, damit er sich selbst beim Schlafen nicht weckt." 


"Das ist auch eine Sache, die sich wirklich verändert hat. Bevor ich ein Kind hatte, war ich glaube ich, ganz furchtbar und hatte ganz viel „Meinung“ gegenüber anderen Müttern, die ich gesehen habe. Ich wollte dies und jenes AUF JEDEN FALL anders machen und habe so allerhand in Frage gestellt.

Mittlerweile, und da tut Instagram einen großen Dienst, finde ich, sehe ich fast alles gelassener und es gibt nur noch sehr wenig, was ich nicht akzeptieren kann. Ansonsten sehe ich ja selbst, dass Ratschläge, die bei anderen Gold wert sind, bei uns überhaupt nichts bringen.

Gerade diese Tipps, die man ungefragt von allen Müttern (und auch allen anderen Menschen) en passant bekommt, haben mich da bestärkt, denn sie sind subjektiv und fast niemand kennt doch die genaue Lebenssituation des anderen. 

Wir hatten sehr lange schlimme Schlafprobleme mit Tilo (viele Nächte haben wir mit nicht mehr als 3 Stunden Schlaf beendet). In dieser Zeit war ich absolut labil und empfindlich und wollte am liebsten heulen, wenn mir mal wieder jemand „wertvolle“ Tipps gibt, die „auf jeden Fall“ wirken. Ein Satz, den eine liebe Instagram-Mutter schrieb, hat mir da sehr geholfen: „jeder bekommt das Kind, das er aushält.“ Das klingt nicht besonders freundlich, doch in allen möglichen schlechten Situationen sage ich mir seitdem diesen Satz und fühle mich plötzlich stark. Vielleicht hilft er auch manch anderer Mutter." 


Nächste Woche gibt es schon die letzten Antworten der Mädels.

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