15.06.2016

Ask a friend: Stillen


Bei der Reihe ask a friend stelle ich jeden Mittwoch Fragen rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett und sechs Freundinnen antworten uns darauf. Wer diese sechs tollen Frauen sind? Hier könnt ihr sie kennenlernen.

Nachdem ich letzte Woche gefragt habe, welche Erfahrungen die Mädels im Wochenbett gemacht haben und welche Ratschläge sie für uns haben, stelle ich heute die sechste Frage:

Welche Erfahrungen hast du mit dem Stillen gemacht?


"Mit dem Stillen hatten wir mit meinem Sohn keinen einfachen Start. Am Anfang konnte er nicht richtig trinken, daraufhin hat er sehr viel abgenommen und musste im Krankenhaus zugefüttert werden. Im Krankenhaus wurde ich vom Medizinpersonal sehr verunsichert und habe mir viele Sorgen gemacht, das war ziemlich belastend. 

Zuhause habe ich meiner Intuition vertraut und es klappte viel besser mit dem Stillen, obwohl es oft mühsam war und sehr lange dauerte, bis mein Sohn satt war. Die ersten 3 Monate nutzte ich ein Stillhütchen, um dem Kleinen das Trinken zu erleichtern, später verzichtete er selbst darauf. 

Aber richtig schön und einfach wurde das Stillen erst nach einem halben Jahr. Dann hat es mir auch viel Freude gemacht, mein Baby zu stillen. Ich stille immer noch; zwar nur morgens, aber diese Kuschelstunde genießen wir beide sehr."



"Leider hat das Stillen nicht von Anfang an ohne Probleme geklappt. Frieda war sehr leicht und hat dann auch viel abgenommen. Sie hat nur ganz schwach gesaugt. Also wurde erst mal zugefüttert, allerdings mit einer kleinen Spritze in den Mundwinkel, während sie an unserem Finger saugte. Ich pumpte fleißig ab, um die Milchbildung anzuregen. 

Nach drei Tagen hatte sich dann alles eingependelt und wir konnten damit aufhören. Ab dann wurde nur noch gestillt und zwar fast bis zum zweiten Geburtstag. Ich habe immer sehr, sehr gerne gestillt und es nie als Last empfunden. 

Nach diesen Startschwierigkeiten, gab es auch keine größeren Probleme mehr. Natürlich hatte ich am Anfang wunde Brustwarzen und komischerweise v. a. gegen Ende der Stillzeit öfters mal einen Milchstau. Aber das hätte mich nie vom Stillen abgehalten, ich wollte es so unbedingt! 

Abgestillt habe ich dann, weil wir noch ein Baby wollten und ich bis dahin noch nicht meine Tage, also auch keinen Eisprung hatte. Und auch wenn das Abstillen nicht von Frieda ausging, hat es doch ganz ohne Tränen geklappt. 


Zum guten Stillstart ist meiner Meinung nach wichtig, dass man wirklich vom Stillen überzeugt ist und es wirklich will, denn oft ist der Start nicht so einfach. Es lohnt sich dranzubleiben und nicht gleich aufzugeben. Außerdem ist eine gute Hebamme für's Wochenbett sinnvoll und man sollte sich vorher schon über dieses Thema informieren. So kann man gut gemeinte Ratschläge, z. B. das Kind nur alle vier Stunden anzulegen (und das hört man auch heute leider noch sehr oft), gleich ganz selbstbewusst abschlagen."


"Im Krankenhaus wurde mir ein bisschen zu akribisch darauf geachtet, dass das Baby alle vier Stunden gestillt wird. Zuhause haben wir uns dann einen eigenen Rhythmus (nach Bedarf) angewöhnt und das lief von Anfang an problemlos. 

Ich hatte glücklicherweise nie Milchstaus oder Probleme mit zu viel oder zu wenig Milch. Nur in den ersten Tagen nach dem Milcheinschuss schmerzten die Brustwarzen ein wenig, sodass ich Stillhütchen (aus der Apotheke) verwendete. 

Ich habe gern gestillt bis zu einem Punkt, wo Willi agiler wurde und anfing, mich zu beißen. Und dann wollte ich irgendwann „meinen eigenen Körper zurück haben“ (und auch ein wenig mein Freund mich für sich), sodass ich kurz vor dem ersten Geburtstag abgestillt habe. In den letzten zwei Monaten war es auch nur noch ein Einschlaf- und Aufwachstillen. Insgesamt habe ich aber gute Erinnerungen an das Stillen und würde es immer wieder machen."


"Ich habe gerne gestillt, unser Sohn hat nur bereits im Krankenhaus so sehr gejammert, dass schon zugefüttert wurde. Das Zufüttern hat dann in den 6 Monaten, in denen ich gestillt habe, nicht aufgehört. Mir hat es sehr viel gegeben, aber 6 Monate haben mir dann auch gereicht. L. war ja schon an die Flasche gewöhnt, er hat die Brust nie wieder gesucht."


"Ich habe mir das Stillen immer als wunderbare Sache vorgestellt, so wie auf den Bildern in allen Prospekten. Das sollte aber anders aussehen. Mein Sohn hatte Schmerzen und konnte seine Mahlzeiten deswegen kaum genießen, manchmal war es einfach nur ein Weinen und zwischendurch trinken. Es glich eher einem Kampf. 

Ich habe mich aber dennoch 7 Monate damit gequält, weil mir einige Menschen immer eingeredet haben, dass ich eine schlechte Mutter bin, wenn ich dem Baby die Flasche gebe. Da es mein erstes Baby und ich noch ziemlich unsicher war, haben wir uns weiter gequält. Im Nachhinein weiß ich, dass die Mutter am besten weiß, was für ihr Kind gut ist. Ich wünsche mir einfach, dass es beim nächsten Baby klappt."


"Das Stillen war bei uns ein wichtiges und großes Thema. Ich wollte unbedingt stillen und hatte auch das große Glück, dass es ab dem dritten Tag reibungslos funktioniert hat. (Bereits am dritten Tag hatte Tilo sein Geburtsgewicht wieder.)

Ich habe die Flexibilität genossen, immer und überall „Essen“ für mein Kind dabei zu haben. Wir haben bis zum 26. Lebensmonat gestillt."


Übrigens hat Isabel von little years gerade heute einen Erfahrungsbericht zur zweiten Stillzeit geschrieben. Absolut empfehlenswert!

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