06.10.2016



Wo fange ich an - nach so einer langen Elternzeit-Pause?


PAUL ist am 18.08.2016 geboren. 


Nie hätte ich geglaubt, dass ich erleben darf, wie schön eine Geburt sein kann. Ich hatte unglaublich viel Glück und die Umstände waren so gut, dass ich eine wunderbare Geburt erleben durfte, an die ich ganz zufrieden und glücklich zurückblicken kann. Alles hat gepasst - mein Selbstvertrauen in den Körper, die gute Einstellung und Visualisierung, die Wunschklinik, die optimale körperliche Ausgangslage bei den ersten Wehen, eine Hebamme, die fast ausschließlich bei uns im Zimmer war, mein Freund, der für mich da war; es hat einfach alles gestimmt. Während Antons Geburt einer der krassesten Momente meines Lebens war, war Pauls Geburt tatsächlich einer der schönsten. Ich habe gejubelt und geweint und mir war in jedem einzelnen Moment bewusst, wie besonders diese Geburt doch war.

Und nun liegt dieses Ereignis schon einige Zeit hinter uns und der kleine Mann ist ein fester Bestandteil unserer Familie und überhaupt nicht wegzudenken! Wir haben das Glück, einen sehr entspannten Jungen zu haben, der die meiste Zeit über ganz zufrieden ist. Und ach, soo goldig ist er.

Anton ist ein toller großer Bruder. Wir hatten natürlich auch schon einige turbulente Tage, aber die hingen weniger mit der neuen Familiensituation zusammen, als vielmehr mit Antons neuer Betreuungssituation. Mittlerweile ist er nämlich ein Kindergartenkind und erlebt und lernt ganz viele neue Dinge!

Und wie es mir geht als Zweifachmama? Wirklich gut. Mit dem zweiten Kind hat sich die Liebe vervielfacht. Ich bin so unheimlich stolz auf meinen großen Sohn und so unendlich verliebt in den kleinen. Es ist eine tolle Erfahrung, noch ein zweites Kind in der Familie zu haben. Alle Anstrengungen und Sorgen, die man beim ersten Kind hatte, lohnen sich. Es wird nicht alles automatisch einfacher mit dem zweiten Kind, aber wir sind tatsächlich sehr viel entspannter. Natürlich hängt es auch von unserem ruhigen Baby ab, das (noch) sehr genügsam, ruhig und zufrieden ist. Ich habe das Gefühl, die Elternzeit sehr bewusst genießen zu können.

In wenigen Wochen beginnt der Ernst des Lebens, wenn mein Freund nach zwei Monaten Elternzeit wieder arbeiten gehen wird. Dann muss ich beide Buben und mich angezogen, gewaschen und ernährt bis 9 Uhr nach draußen befördern und den Nachmittag gemeinsam meistern. Ich bin sehr gespannt, wie das laufen wird. Auch eine Hausarbeit muss in den nächsten Wochen noch geschrieben werden. Aber bis dahin genieße ich unsere Familienzeit. Sehr. Wir hatten einen unglaublich schönen Sommer und einen ganz entspannten Spätsommer. Ich bin so dankbar für diese ruhigen, entschleunigten Familientage, die für uns genau so richtig waren.


Eine Reise mit une vie magnifique.

Seitdem ich blogge, hinterfrage ich in regelmäßigen Abständen, ob ich zufrieden bin mit dem, was ich tue und schreibe. Mit einigen kleineren Kurskorrekturen liebte ich une vie magnifique vom ersten Tag an und es verging kaum ein Tag, an dem ich nicht über Themen und Beiträge für das Blog nachdachte. Mit zunehmenden Alter von Anton merkte ich aber eins: mir fiel es immer schwerer, Antons Persönlichkeit und seinen Charakter in den Texten auszuklammern. Gleichzeitig wurde es mir aber immer wichtiger, dass ich seine Privatsphäre schütze.

Die zweite Schwangerschaft bot mir wieder viele Themen, die sich um meine Befindlichkeiten, meine Wünsche und meine Ideen drehten. Doch mit der Geburt von Paul ist für mich das Kapitel Schwangerschaft beendet. Vielen anderen Elternbloggern gelingt es sehr gut, wenig Persönliches/Privates (ja nachdem, wie man hier die Grenze ziehen möchte) in den Blog einfließen zu lassen. Sie schreiben über Produkte, über andere Eltern oder Erziehungskonzepte und streifen dabei nur ganz sacht über ihre eigenen Kinder. Andere Blogger sehen ihr Blog als Arbeit und sichern sich damit ihren Lebensunterhalt. Im Gegensatz zu vielen Bloggern fällt es mir sehr schwer, nicht auf die Entwicklungen in unserer Familie einzugehen. Denn das, was ich als Mutter erlebe, liefert mir den Stoff für die Blogbeiträge.

une vie magnifique bedeutet mir viel. Mutter zu werden ist eines der bedeutendsten Abschnitte meines Lebens. une vie magnifique hat mich dabei begleitet. Von der ersten Schwangerschaft bis zum Ende der zweiten Schwangerschaft. Ich konnte mich hier mit euch austauschen, meine Gedanken sortieren und Themen besprechen. Mich selbst hat es vorangebracht. Dadurch habe ich auch einige Möglichkeiten und Menschen, sogar Freunde kennengelernt, die ich ohne une vie magnifique nicht hätte. Aber heute ist meine Reise mit une vie magnifique zu Ende.

Mich macht es traurig und gleichzeitig weiß ich, dass es heute der richtige Schritt ist. So oft habe ich mich gefragt, ob ich wirklich aufhören kann. Lange habe ich mit mir gehadert. Ich werde sicherlich noch einige Monate im Kopf Sätze formulieren und dann feststellen, dass sie ja doch nicht veröffentlicht werden. So sehr werde ich das Blog und euch vermissen.

Ich bin euch sehr dankbar, dass ihr mitgelesen, kommentiert und mitgefiebert habt. Dankbar bin ich für die Frauen, die Teil dieses Blogs wurden, weil sie bei der Reihe CampusMum und Ask a friend mitgemacht haben. Vor allem bin ich dankbar für alle Frauen, die mir privat geschrieben haben.


Und weiter geht's!

Natürlich bleibe ich dennoch aktiv. Als Kind des medialen Zeitalters geht es einfach nicht ohne soziale Netzwerke. Ihr könnt gerne über Instagram [@betsisblog] Einblicke in unseren Alltag haben. Oder auf meinem Uralt-Blog betsi vorbeischauen. [Es ist mein persönliches Sammelsurium für alles, was mir in den letzten Jahren wichtig ist. Kunst, Literatur, Reisen, meine Monatsrückblicke, Gedanken. So viel und so wenig, wie ich es brauche. Ganz ohne Stress und Erwartungen.] Ich freue mich nach wie vor über Nachrichten und eure Geschichten.

Wie beendet man so einen Text?

une vie magnifique heißt so viel wie "ein wunderbares Leben". In einem Sommer in Paris, auf einem kleinen Sommerfest auf dem Buttes Chaumont sagte ein Franzose: 'Aah oui, la vie est magnifique.' Diese Aussage prägte sich ganz fest bei mir ein.

Das Leben ist wunderbar. Es ist großartig. Habt es gut.
Au revoir!